Wie finde ich einen guten APO oder doch zu hohe Ansprüche?

IpAstro

Mitglied
Hallo!

Ich habe seit mehreren Jahren Astrophotographie mit einem Newton-Teleskopen betrieben. Allerdings muss ich jedes Mal alles auf- und abbauen. Zudem muss jedes Mal die Kollimation überprüft und ggf. korrigiert werden. Das kostet jedes Mal Zeit. Deswegen wollte ich auf ein kleineres APO-Refraktor-Teleskop umsteigen, welches ich "fertig verdrahtet" aufbewahren wollte.

Ich habe mir deshalb ein 90 mm f5 Flatfield-APO gekauft. Der APO wurde vor dem Versand durch den Händler überprüft. Allerdings habe ich bei First Light festgestellt, dass die Sterne eher eckig sind und schwarze Schatten aufweisen. Außerdem war übers ganze Bildfeld (auch in der Mitte) ein Farbquerfehler vorhanden, welches überall in gleiche Richtung zeigte. Siehe Fotos. Der Farbquerfehler lässt sich zu 80% durchs Neu-Registrieren der Farbkanäle korrigieren.

Ich habe daraufhin viele Fotos auf Astrobin angeschaut. Dabei habe ich festgestellt, dass ziemlich viele APOs unterschiedlicher Hersteller ähnliche Fehler aufweisen.

Da ich bisher keine Erfahrung mit APOs hatte, wollte ich hier im Forum fragen, ob solche Farbquerfehler oder Schatten normal für APOs sind? Das Teleskop war übrigens nicht wirklich billig. Oder habe ich zu hohe Ansprüche?

Ich habe das Teleskop zu Neujustage an den Händler zurückgeschickt. Allerdings zeigen ein Großteil der Fotos auf Astrobin, die mit dem Teleskop-Modell oder baugleichen Modellen aufgenommen wurden die gleichen Fehler. Deswegen bin ich nicht sicher, ob Neujustage hilft. Deswegen wollte ich nachfragen, wie man ein APO findet, welches runde Sterne ohne Farbfehler erzeugt. Die Überprüfung durch den Händler hat diesmal nicht geholfen. Soll man die Teleskope immer wieder zurückgeben, bis man ein gutes Exemplar erwischt hat?

Ich habe ein APO mit bereits eingebautem Flattener/Korrektor gekauft. Auf Astrobin sieht man, dass ähnliche Teleskope (z.B. Askar FRA-Modelle) häufig Farbquerfehler aufweisen. Ist es vllcht. besser auf die klassischen APOs mit einem externen Flattener/Reducer auszuweichen?

Vielen Dank!

Johann
 

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Hallo Johann,

meiner Meinung nach mehrere Hauptpunkte:

1) Valides Interferogramm des Objektives
2) Eigener Sterntest unter guten Seeingbedingungen ohne Korrektor/Flattener (setzt natürlich spezifisches know how voraus).
3) Überprüfung des Justagezustandes des gesamten Geräts bzw. der Linsen zueinander mit geeigneten Tools/Tests
4) Geeignete Testbedingungen (lokales/übergeordnetes Seeing)
5) Entspanntes Öffnungsverhältnis
6) Qualitativ hochwertige Gläser des Objektivs

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Johann,

die modernen, fertigen “Flatfield” APOs mit eingebautem Reducer/Flattner sind meist auch nur klassische Zwei- oder Dreilinser mit einem zusätzlichen Element, dass eben fest verbaut ist. Das macht keinen wesentlichen Unterschied zu konventionellen Konstruktionen, bei denen der Reducer oder Flattner ein eigenständiges Element ist. Letzteres ermöglicht die freie Wahl dieses Elements. Ein sehr gutes Korrekturelement kann aber auch schnell mal über 1000€ kosten.
Nachteil der klassischen Konstruktion ist das Adaptergewusel und das einstellen der korrekten Abstände.

Im Unterschied dazu gibt es mehrlinsige Designs in Richtung Petzval z.b. der Televue NP oder auch 6 oder sogar 8 Linsenkonstruktionen. Das ist zwar sehr aufwendig und teuer aber bringt die beste Leistung hinsichtlich Farbkorrektur, Feldschärfe und Homogenität des Bildfeldes. Nachteile neben den hohen Kosten sind oft geringer Backfokus und Justageprobleme sollte das mal notwendig werden.

Wie überall gilt: you get what you pay for.
Und das gilt auch für die gesamte Imagetrain von der ersten bis zur letzten Linse + Chip.

cs Alex
 
Hallo Johann,

wenn du sicher gehen möchtest bleibt dir am Ende nichts anderes übrig, als das gesamte Gerät auf seine Eigenschaften (siehe oben) selbst (am besten vor einem Kauf) zu überprüfen und für gut zu befinden. Falls das dann deinen Ansprüchen evtl. nicht genügt hilft auch der beste Korrektor nicht, optische/mechanische Defizite auszugleichen.

Viele Grüße
Werner
 
Zusatz:

Man kann natürlich Schritt für Schritt vorgehen, bzw. den individuell wichtigsten Punkt als erstes abklopfen. Falls man recht hohe Ansprüche hat, wäre es beispielsweise nicht sehr zielführend, sich mit einem Objektiv zu befassen, welches auf der Prüfbank laut Interferogramm mühsam knapp 0,8 Strehl erreicht.

Gruß
Werner
 
Hallo,
die Farbfehler-Bilder sehen fast aus, als wäre hier vielleicht Atmospärische Brechung am Werk gewesen, also sprich, irgendwas in Horizontnähe (< 30° Alt) aufgenommen ? Verdächtig, wenn der Fehler im gesamten Bild in die gleiche Richtung weist.
Ist der Fehler auch in Zenith-Nähe da ?
CS
Jürgen
 
Hallo,
die Farbfehler-Bilder sehen fast aus, als wäre hier vielleicht Atmospärische Brechung am Werk gewesen, also sprich, irgendwas in Horizontnähe (< 30° Alt) aufgenommen ? Verdächtig, wenn der Fehler im gesamten Bild in die gleiche Richtung weist.
Ist der Fehler auch in Zenith-Nähe da ?
CS
Jürgen
Hallo Jürgen,

das Bild wurde praktisch im Zenit aufgenommen: M31. Aber auch am künstlichen Stern sehe ich den gleichen Fehler.

Dieses Modell des Teleskops scheint für einen solchen Ganzbild-Farbquerfehler anfällig zu sein. Auf Astrobin sieht man Fotos, die mit diesem Teleskop aufgenommen wurden und einen solchen Farbquerfehler oder noch schlimmer aufweisen. Der Händler hat mir versichert, dass die neueren Exemplare den Fehler nicht mehr haben. Mein Exemplar hat den Fehler doch. Bin jetzt gespannt, ob der Händler es schafft, den Fehler zu korrigieren.
 
Hallo Johann,
ok, ja, das sollte in der Tat nicht sein. Bin da immer sehr pragmatisch und denke immer erstmal an die einfachsten Fehlermöglichkeiten.
Ja, dann viel Erfolg. Bin mal gespannt, was da rauskommt.
CS
Jürgen
 
Die dunkle Einschnürung im Sternhalo kann von einer zu strammen Justageschraube stammen.
Ansonsten ist ein übers ganze Feld gleichgerichteter Farbquerfehler ein reines Justageproblem. Ob das nun von Verkippung odwr Zentrierung stammt, kann man aus der Entfernung nicht sagen.
Was mich dabei wurmt, ist, dass weder Zentrierkoma noch das kleinste Anzeichen von Asti vorhanden ist. Es vleivt also die Restwahrscheinlochkeit, dass eine der Linsen einen Keilfehler hat. In diesem Falle ist es nicht korrigierbar.

LG
Olli
 
Die dunkle Einschnürung im Sternhalo kann von einer zu strammen Justageschraube stammen.
Ansonsten ist ein übers ganze Feld gleichgerichteter Farbquerfehler ein reines Justageproblem. Ob das nun von Verkippung odwr Zentrierung stammt, kann man aus der Entfernung nicht sagen.
Was mich dabei wurmt, ist, dass weder Zentrierkoma noch das kleinste Anzeichen von Asti vorhanden ist. Es vleivt also die Restwahrscheinlochkeit, dass eine der Linsen einen Keilfehler hat. In diesem Falle ist es nicht korrigierbar.

LG
Olli
Hallo Olli,

interessanterweise zeigt der Farbquerfehler und der dunkle Schatten in ungefähr die gleiche Richtung. Ich habe auch schon an verspannte Optik gedacht. Ich weiß aber nicht, ob der Farbquerfehler durch eine verspannte Optik verursacht sein kann.

Ich habe versucht, mit Hilfe eines K-Stern einen Sterntest zu machen. Die Ringe sehen weiter weg vom Fokus konzentrisch und auch rund aus. Es kann sein, dass in Richtung der Dunkelschatten eine kaum sichtbare Abflachung vorliegt. In der Nähe des Fokus kann meine Kamera die Ringe nicht mehr auflösen. Allerdings scheinen da die Ringe nicht mehr rund und mglw auch nicht mehr konzentrisch zu sein. Vllcht liegt doch leichtes Koma und/oder Astigmatismus vor.

Inside-Focus sieht man innen dunkle Flecken. Outside-Focus werden die dunklen Flecken zu hellen Flecken invertiert. Leider weiß ich nicht, was das bedeutet.

Das Teleskop ist seit einer Woche beim Handler. Mal sehen, ob der Farb-Fehler korrigiert wird.
 

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Weiter weg vom Fokus sehen die Ringe immer gut aus, genau so werden ja gern Fehler in Sterntests kaschiert. Idealerweise geht man so 3 Ringe raus.
Ein Sterntest und ein Ronchisterntest jeweils einmal RGB Split und Vollspektrum gibt erste Aufschlüsse, Ronchi am besten mit 2 Balken und genau im Fokus, wo das Ronchi quasi ein Foucault wird, aber ein ordentliches I-Gramm kann das nicht wirklich ersetzen.
Hast du eigentlich mal mit einem Cheshire geschaut, ob überhaupt alles sauber winklich und zentrisch auf Achse liegt?
Vllt ist der Korrektor ja nur gegen das Objektiv seitloch verschoben.

LG
Olli
 
Weiter weg vom Fokus sehen die Ringe immer gut aus, genau so werden ja gern Fehler in Sterntests kaschiert. Idealerweise geht man so 3 Ringe raus.
Ein Sterntest und ein Ronchisterntest jeweils einmal RGB Split und Vollspektrum gibt erste Aufschlüsse, Ronchi am besten mit 2 Balken und genau im Fokus, wo das Ronchi quasi ein Foucault wird, aber ein ordentliches I-Gramm kann das nicht wirklich ersetzen.
Hast du eigentlich mal mit einem Cheshire geschaut, ob überhaupt alles sauber winklich und zentrisch auf Achse liegt?
Vllt ist der Korrektor ja nur gegen das Objektiv seitloch verschoben.

LG
Olli
Das Teleskop bietet leider nur an, Kameras per M48-Gewinde anzuschließen. Ich habe leider keinen Adapter, um Cheshire zu klemmen. Deswegen konnte ich diesen Test nicht machen. Cheshire und Ronchi hätte ich. Wenn das Teleskop zurück ist, muss ich den Adapter organisieren.

Viele Grüße,
Johann
 
Der Händler hat mir versichert, dass die neueren Exemplare den Fehler nicht mehr haben. Mein Exemplar hat den Fehler doch. Bin jetzt gespannt, ob der Händler es schafft, den Fehler zu korrigieren.
Du hast doch ein neues gekauft, warum schickt dir der Händler dann ein altes wenn er nach eigener Aussage die fehlerfreien schon auf Lager hat? Umtausch, fertig, aus.
 
Hallo Johann,

aus meiner Sicht kommst du weiter, wenn du erst einmal den Korrektor wegläßt. Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob du in Kombination die Fotos erstellt hast. Zusätzliche Optiken bringen evtl. neue Fehler ins System. Die Fotos oben sind zudem etwas zu weit weg vom Fokus aufgenommen, jedoch sieht man hier schon den ein oder anderen Fehler. Die Kante ist nicht so wie sie sein sollte und die Flecken könnten Anzeichen von entsprechenden fehlerhaften Zonen sein. Wichtig bei derartigen Aufnahmen ist aber eine definitiv ausgekühlte Optik.

Gibt es denn ein aussagekräftiges Interferogramm zum Refraktor?

Wenn ich davon ausgehe, dass du gehobene Ansprüche an dein Gerät stellst und die obigen Fehler nicht durch eine zusätzliche fehlerhafte Optik mit ins System hineingebracht wurden, würde ich besser Abstand von besagter Optik nehmen. Dann besser Geld in die Hand nehmen, eine Optik mit zugesicherten mindestens 0,95 Strehl kaufen und dir das in einem validen Interferogramm zusichern lassen.

Viele Grüße
Werner
 
Ich oute mich als neugierig und würde gerne wissen, um welches Gerät es sich handelt.
Oder habe ich die Angabe übersehen?

Spricht etwas dagegen, die Type zu nennen?
Vielleicht hat ja jemand sogar genau dieses Gerät.

Grüße Markus
 
Bei "90 F/5 Flatfield Apo" kommt mWn eigentlich nur einer in Frage
 
Hallo,

klar ist doch wohl das für 2400Euros ein bis in die Ecken Farbkorregiertes im Vollformat Objektiv verlangt werden kann .

Ich habe ein 600Euro 420Q von TS wo das nicht zu sehen ist , Farbverschiebung.
LDN800-RGB-session_1-St_2b_filtered_.jpg




An meinen Spiegel ist allerdings auch rot/blau Verschiebung in zusammenhang mit einen Reducer zu sehen . Also dort ist es ganz klar die zusätzliche Linse/n

gruß Andre´
 
Du hast doch ein neues gekauft, warum schickt dir der Händler dann ein altes wenn er nach eigener Aussage die fehlerfreien schon auf Lager hat? Umtausch, fertig, aus.
Ich habe wahrscheinlich schon ein neues Exemplar. Allerdings hatte ich entweder Pech oder neuere Exemplare haben den Farbfehler doch. Der Händler hatte mir bisher nur eine Neujustage angeboten. Das Teleskop ist jetzt seit einer Woche beim Händler. Mal schauen, ob der Farbquerfehler beseitigt wird.
 
Wird wohl der selbe sein, zu dem eben ein sehr ähnliches Thema erstellt wurde?

Also der TS oder baugleiche Tecnosky.

Da habe ich leider nichts Vergleichbares aus der Ursprungsschmiede.
Hallo Markus,

ja, das ist der TSAPO 90f5Q. Mglw. verwandt mit Tecnosky AG90.

Ich habe im Vorfeld schon Fotos angeschaut und dabei festgestellt, dass die wenigen Fotos auf Astrobin für den TS als auch Tecnosky fast alle teils extremen Farbquerfehler haben. Der Händler hat mir versichert, dass die neueren Exemplare den Fehler nicht mehr haben. Mein 90F5Q hat den Fehler leider doch. Dazu noch Dunkelschatten, die mglw. auf verspannte Optik hinweisen.

Insgesamt hat mir das Teleskop schon gefallen. Mechanisch ist es meinen Skywatcher Newtons deutlich überlegen. Einzig die Taukappe ist nicht gut realisiert. Sie fährt bereits unter dem eigenen Gewicht zurück. Abgesehen von den Sternen ist die Bildqualität gut. Das Bild von M31, welches ich mit dem TS90F5Q gemacht habe, gefällt mir besser als das Bild, welches ich mit meinem Skywatcher 130PDS gemacht habe. Wenn der Händler die Probleme löst, würde ich das Teleskop behalten.

Viele Grüße,
Johann
 
Hallo,

klar ist doch wohl das für 2400Euros ein bis in die Ecken Farbkorregiertes im Vollformat Objektiv verlangt werden kann .

Ich habe ein 600Euro 420Q von TS wo das nicht zu sehen ist , Farbverschiebung.
Den Anhang 368508 betrachten



An meinen Spiegel ist allerdings auch rot/blau Verschiebung in zusammenhang mit einen Reducer zu sehen . Also dort ist es ganz klar die zusätzliche Linse/n

gruß Andre´
Hallo André,

dein deutlich günstigeres Teleskop schafft eine deutlich bessere Sternabbildung als meins. Auf deinem Bild sind die Sterne gleichmäßig rund und farbrein, so wie ich es eigentlich erwarten würde. Meins erzeugt Sterne mit Zacken, Schatten und Farbverschiebungen. Da muss ich wohl auf jeden Fall auf Nachbesserung bestehen.

Viele Grüße,
Johann
 
Hallo Johann,

aus meiner Sicht kommst du weiter, wenn du erst einmal den Korrektor wegläßt. Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob du in Kombination die Fotos erstellt hast. Zusätzliche Optiken bringen evtl. neue Fehler ins System. Die Fotos oben sind zudem etwas zu weit weg vom Fokus aufgenommen, jedoch sieht man hier schon den ein oder anderen Fehler. Die Kante ist nicht so wie sie sein sollte und die Flecken könnten Anzeichen von entsprechenden fehlerhaften Zonen sein. Wichtig bei derartigen Aufnahmen ist aber eine definitiv ausgekühlte Optik.

Gibt es denn ein aussagekräftiges Interferogramm zum Refraktor?

Wenn ich davon ausgehe, dass du gehobene Ansprüche an dein Gerät stellst und die obigen Fehler nicht durch eine zusätzliche fehlerhafte Optik mit ins System hineingebracht wurden, würde ich besser Abstand von besagter Optik nehmen. Dann besser Geld in die Hand nehmen, eine Optik mit zugesicherten mindestens 0,95 Strehl kaufen und dir das in einem validen Interferogramm zusichern lassen.

Viele Grüße
Werner
Hallo Werner,

bei diesem Teleskop ist der Korrektor fest verbaut. Man kann die Optik leider ohne Korrektor nicht testen. Ein Interferogramm gibt es auch keins.

Die Optik hat scheinbar einen Randfehler. Ich habe aus Papier eine Blendemaske gebaut, welche ich auf die Taukappe befestigt habe. Dadurch hat sich die Öffnung von 90mm auf 80mm reduziert. Die Sterntestbilder haben sich verbessert. Extrafokal wurde das Bild weniger matschig und auch die äußeren Ringe haben sich in der Helligkeit angeglichen. Die möglichen Zonen blieben aber.

Trotz des „schlechten“ Sterntests war das Testbild von Andromeda gar nicht so schlecht. Ich habe bei dem unteren Bild die Sättigung der Sterne reduziert, damit der Farbquerfehler nicht so deutlich ist.

Ich weiß nicht, was ich jetzt tun soll. Das Teleskop war sehr teuer. Die Optik scheint aber nicht so gut zu sein. Ich warte erstmal ab, ob der Händler den Farbquerfehler korrigieren kann.

Viele Grüße,
Johann
 

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Hallo Johann,

ja, das sieht deutlich besser aus. Ist natürlich ärgerlich, wenn man für einen bestimmten Preis nicht das erhält was man erwarten kann. Es gibt nicht allzuviele Marken, bei denen man auch ohne direkten Prüfnachweiß in der Regel weiß, dass man sehr gute Qualität erhält. Diese sind aber vermutlich noch teurer. Meinen 5“ Refri habe ich vor dem Kauf einem gründlichen Test unterzogen. Allerdings wußte ich schon vorher, dass er meinen Ansprüchen mehr als genügen wird (da von einem guten Freund) und zusätzlich noch mit Interferogramm ausgestattet.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Johann,

auf Astrobin finde ich 16 Bilder mit diesem Teleskop und die kommen von genau einem einzelnen Nutzer: siehe hier. Die Datenlage ist also wirklich sehr begrenzt. Deine Ansprüche kann ich gut nachvollziehen und bei den meisten Teleskopen in dieser Preisklasse bleibt es ein Glücksspiel, was Du bekommst, sofern keine gezielte Optimierung vorgenommen wurde. Ich sage hier ganz bewußt nicht Prüfung sondern Optimierung. Prüfen kann man viel, die Frage ist, nach welchen Kriterien und die werden fast nie in der Preisklasse offen gelegt. Mit fällt dazu jedoch eine Ausnahme ein. 90mm, f/5 ist ja nicht allzu weit entfernt von 100mm, f/5.5. Ich kann mit gut vorstellen, dass ein von Tommy optimierter und dokumentierter Esprit 100 passen könnte, siehe hier.

CS - Oliver
 
Hallo Johann,

auf Astrobin finde ich 16 Bilder mit diesem Teleskop und die kommen von genau einem einzelnen Nutzer: siehe hier. Die Datenlage ist also wirklich sehr begrenzt. Deine Ansprüche kann ich gut nachvollziehen und bei den meisten Teleskopen in dieser Preisklasse bleibt es ein Glücksspiel, was Du bekommst, sofern keine gezielte Optimierung vorgenommen wurde. Ich sage hier ganz bewußt nicht Prüfung sondern Optimierung. Prüfen kann man viel, die Frage ist, nach welchen Kriterien und die werden fast nie in der Preisklasse offen gelegt. Mit fällt dazu jedoch eine Ausnahme ein. 90mm, f/5 ist ja nicht allzu weit entfernt von 100mm, f/5.5. Ich kann mit gut vorstellen, dass ein von Tommy optimierter und dokumentierter Esprit 100 passen könnte, siehe hier.

CS - Oliver
Hallo Oliver,

Vielen Dank für die Empfehlung.

Es gibt noch andere Bilder mit dem TSAPO90. Siehe hier: IC 1805 Herznebel

Auf dem Bild sieht man die gleichen Farbquerfehler wie bei meinem Exemplar.

Falls die Probleme mit meinem Teleskop nicht gelöst werden können, habe ich tatsächlich ein optimiertes Esprit80 ins Auge gefasst. Esprit100 wäre zu schwer für meine HEQ5.

Viele Grüße,
Johann
 
Hallo Oliver,

Vielen Dank für die Empfehlung.

Es gibt noch andere Bilder mit dem TSAPO90. Siehe hier: IC 1805 Herznebel

Auf dem Bild sieht man die gleichen Farbquerfehler wie bei meinem Exemplar.

Falls die Probleme mit meinem Teleskop nicht gelöst werden können, habe ich tatsächlich ein optimiertes Esprit80 ins Auge gefasst. Esprit100 wäre zu schwer für meine HEQ5.

Viele Grüße,
Johann
Hallo Johann,

also mal ganz ehrlich die von dir zitierten Aufnahmen in Astrobin, ohne jemanden dabei zu nahe zu treten, taugen wohl kaum als Vergleichsmaßstab oder Referenz.
Wenn du mal mit viel Geduld selbst gute Aufnahmen in Astrobin durchscannst wirst du nur bei ganz wenigen keine Farbdispersionen feststellen können. Die wurden dann mit viel Bildbearbeitungs-Aufwand wegkorrigiert oder es war tatsächlich eine perfekte Optik am Werk.
Ich würde mir jedenfalls von der Überprüfung nicht zu viel erhoffen.

Gruß,
Franz
 
Hallo Johann,

also mal ganz ehrlich die von dir zitierten Aufnahmen in Astrobin, ohne jemanden dabei zu nahe zu treten, taugen wohl kaum als Vergleichsmaßstab oder Referenz.
Wenn du mal mit viel Geduld selbst gute Aufnahmen in Astrobin durchscannst wirst du nur bei ganz wenigen keine Farbdispersionen feststellen können. Die wurden dann mit viel Bildbearbeitungs-Aufwand wegkorrigiert oder es war tatsächlich eine perfekte Optik am Werk.
Ich würde mir jedenfalls von der Überprüfung nicht zu viel erhoffen.

Gruß,
Franz
Hallo Franz,

Vielen Dank für die Rückmeldung.

Da ich aus der Newton-Welt komme, weiß ich nicht, was man bei den APOs erwarten kann. Deswegen habe ich ja gefragt, ob meine Ansprüche vllcht. zu hoch sind. Das Teleskop kostet mehr als 2000 Euro und der Händler hat farbreine Sterne versprochen. Deswegen war ich enttäuscht, dass die weißen Sterne zu Hälfte blau und zu Hälfte rot aussehen.

Meinst du, dass die meisten APOs Farbdispersionen zeigen werden? Wie schneidet dein GT71 ab? An William Optics als Alternative habe ich auch schon gedacht.

Vielen Dank!

Viele Grüße,
Johann
 
Ich habe meine ersten 10 Astrojahre auch mit Nowtons verbracht.
Mein Evostar 120 ED hat auch fast 2000€ gekostet. Der zeigt im Fokus eine schöne reinweiße Vega ohne Farbsäume, und schöne Mondkraterränder ohne bunte Ränder.
Viele Apos zeigen einen gewissen Restfarbfehler, aber nicht alle. Und ein über das ganze Bild gleichgerichteter Farbquerfehler ist wirklich ein Fertigungsfehler, lediglich ein Rotationssymmetrischer Farbquerfehler kann dem Optikdesign selbst geschuldet sein. Okulare wären da ein Paradebeispiel.

LG
Olli
 
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