Wieder mal ein Neuer User

johahal

Mitglied
Hallo,

seit Anfang dieses Jahres bin ich ein "stiller" Beobachter dieses Forums.

Ich muß sagen, dass es sich hier um ein Forum mit hohem Niveau handelt und dass man sehr viel lernt. :super:

Aber nun genug "eingeschleimt", hier mein Anliegen:

Da ich nun schon seit 40 Jahren den Himmel beobachte,
habe ich mich entschlossen das Fernglas wegzulegen und ein Teleskop zu kaufen. Von einer Bekannten habe ich ein
Meade Venus 76/700 geschenkt bekommen aber ich muss ehrlich sagen das mich das Ding nicht hinter dem Ofen hervorlocken kann.

Am Anfang habe ich mich für ein >Intelli Scope 12< begeistert aber ich wohne in der Stadt und um einen dunklen Himmel zu haben muss ich schon eine
Stunde mit dem Auto fahren und das Teleskop ist ja nicht gerade handlich.

Also habe ich weiter gesucht und das >Celestron Advanced C6-NGT< entdeckt zumal man damit ja auch Astrofotografie betreiben kann,
denn das will ich in ferner Zukunft auch mal probieren.

Doch eines Tages entdeckte ich das .......Trommelwirbel.......>Meade ETX 125<

Also habe ich gespart was das Zeug hält und jetzt wo ich den Tausender habe
kreuzt bei Astroshop ein Angebot auf, welches mich sehr reizt und worüber ich gern mal die Meinung von anderen hören möchte.

Es handelt sich um das >Celestron CPC 800< welches um 1005 Euro im Preis gesenkt ist und wo es noch einen "Frühbucher-Bonus" gibt.

http://www.astroshop.de/teleskope/celestron/cpc-serie/celestron-cpc-800

Ist dieses Gerät für einen Anfänger wie mich zu "Überdimensioniert" und was ist sinnvoller Zubehör für 100 Euro. Für mich wäre dies sicher ein Sonnenfilter.

Es grüsst joerg
 

Nasus

Mitglied
Hi Joerg

Bevor die Pferde scheu werden:
"jetzt wo ich den Tausender habe" ---> das CPC 800 kostet um die 2000€, zzgl. Okulare und Stromversorgung und allerlei Kleinkram.

Schlecht ist das Gerät sicher nicht, auch nicht überdimensioniert, aber einige der Alternativen würde ich mir schon durch den Kopf gehen lassen:
- C6 oder C8 mit Einarmgabel (da könnte auch mal ein anderes Teleskop drauf, leichter, günstiger, aber weniger Luxus und fotografisch wohl weniger geeignet)[andererseits ist da die Preisdifferenz schon sehr auf der Seite des CPC]
- (fast) alle Teleskope, wenn zwischen Auto und Haus/Beobachtungsplatz keine zu große Strecke liegt

CS
Jürgen
 

Felix42

Mitglied
Hallo Joerg,

ich denke daß ein Teleskop dieser Öffnung für Anfänger nicht überdimensioniert ist, da es auch dem weniger geübten Beobachter sehr viele schwache Objekte zeigen kann. Anders sieht es da mit kleinen Geräten aus, durch die geringere Lichtsammelleistung ist es schwieriger schwache = dunkle Objekte zu finden bzw. Details zu erkennen. Ein großer Vorteil ist das Öffnungsverhältnis: bei f10 ist man nicht gezwungen extrem teure Okulare zu kaufen. Das heißt das was das Teleskop in der Anschaffung mehr kostet kannst Du beim Okularkauf sparen. Außerdem lassen sich mit Okularen relativ langer Brennweite schon recht hohe Vergrößerungen bei einem angenehmen Einblickverhalten erreichen.
Ob eine azimutale Montierung unabhängig davon ob es sich um eine Einarmgabel oder eine Zweiarmgabel handelt nicht eh nur für kurze Belichtungszeiten geeignet ist kann ich nicht sagen. Oder läßt sich die Bildfeldrotation bei der Bildbearbeitung wegbearbeiten? Habe von Astrophotographie nicht wirklich Ahnung...
Ansonsten wenn Du ernsthaft die Absicht hast zu photographieren ist eine Parallaktische Montierung evtl. die bessere Wahl. Aber dazu sollen sich Leute äußern die sich damit auskennen.

Viele Grüße Felix


 

KlausTietzel

Mitglied
Hallo Joerg,

ich denke, am wichtigsten wäte jetzt mal genauer zu überlegen was Du machen willst.

Astrofotografie: Mond/Planeten oder Deep Sky mit Langzeitbelichtung?

Das ist ein großer Unterschied. Im Falle Deep Sky brauchen die Scs eine Polhöhenwiege zur sauberen Nachführung - die sind erst mal teuer und dann evtl. noch wacklig. Ausserdem haben die Scs irre Brennweite die Du am Anfang höchstwahrscheinlich gar nicht in den Griff kriegst.

Immer lesenswert zum Thema:

http://www.svenwienstein.de/HTML/einsteiger-astrofotografie.html

Zum Thema Dimensionierung: ein Teleskop ist dann für Dich überdimensioniert wenns Dus a) nicht mehr tragen kannst, b) nicht mehr ins Auto kriegst, c) nach 3mal nicht mehr tragen willst, oder d) das Teil so groß ist dass DU nicht mehr an den Auszug kommst ;)

Dass ein Anfänger kleine Öffnung braucht ist meiner Meinung nach Paukergerede aus den 70er Jahren ...

Wichtig ist: was willst Du beobachten und welchen Aufwand beim Handling willst Du treiben? Dass muss dann noch in Deine 1000EUR passen.

Falls jetzt die naheliegende Antwort kommt, eigentlich alles, dann könnte man grob sagen, dass Du mit 1000Eur 8" Öffnung sehr gut mit Zubehör finanzieren kannst, 10" mit eingen Abstrichen und 12" nur gebraucht realiseren kannst.
Die Elektronik der cpc-telekope kostet auch einiges an Geld welches auf der optischen Seite fehlt. Das könntest Du auch überlegen.

Und nochwas fällt mir ein: wenn Du erst in ferner Zukunft knippsen willst - warum willst Du Dich dann jetzt mit dieser Option einschränken (z.B. statt 12" 6" oder 8" Öffnung)?

CS

Klaus
 

johahal

Mitglied
Hallo Jürgen, hallo Felix,

danke das ihr so schnell geantwortet habt. Ich hatte 1000 Euro für ein Teleskop geplant und habe nochmal 1000 Euro gespart. Die 2000 Euro sind also da. Wie ihr merkt bin ich ein "Mathegenie".
Der Luxus ist für mich wichtig, weniger das GPS dafür aber GOTO.
Vermutlich werde ich doch das >Celestron Advanced C8-NGT< nehmen und das gesparte Geld für Zubehör verwenden.

Es grüßt Joerg
 

johahal

Mitglied
Hallo Klaus,

ich bin natürlich ganz naiv an die Astrofotografie heran gegangen und habe erst hier im Forum festgestellt, dass es eine Wissenschaft ist. Das ist mir schon aufgefallen als ich nur mal den Mond fotografieren wollte.
Wie ich schon gesagt habe ist die Advance wohl für mich die bessere Alternative.
In der nächsten Zeit werde ich mir die Teleskope mal vor Ort anschauen und mal anfassen. Ich habe kein Problem damit noch ein halbes Jahr zu warten obwohl es in den Fingern juckt :D

Es grüßt Joerg
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

Berberich

Mitglied
Hallo Jörg,

überdimensioniert ist das Gerät keineswegs.
Ich hatte damals mit dem Pendent von Meade, einem 8" LX-6, angefangen und es nicht bereut.

Einziges Manko sehe ich in der Brennweite. Da sind 2000 mm ganz schön heftig, gerade wenn es um größere Nebelobjekte geht wie ngc 7000, den Orion, Cirrus etc. - Aber das waren dann auch schon die ganz großen, die meisten Objekte sind kleiner, gerade Galaxien.

Das Gerät ist kompakt, leicht aufzustellen und macht eine Menge Freude. Ein fotografisches Gerät ist es nur eingeschränkt (in dieser Ausstattung). Dazu braucht man noch eine massive Polhöhenwiege, um das Gerät parallaktisch auszurichten. Damit wird das SC schon recht unhandlich. Zudem braucht man dann noch ein Leitrohr, will man focal fotografieren und nicht nur die Kamera oben auf schnallen (was ich empfehlen würde). Und dazu reicht die Tragkraft der Montierung nur eingeschränkt, wie ich aus eigener Erfahrung weiß.

Das alles ausgenommen und nur zur visuellen Beobachtung eingesetzt, ist ein SC ein ehr schönes Gerät.

CS
Winfried
 

emmuttersbach

Mitglied
Hallo Jörg,

ich habe angefangen mit einem katadioptrischen Newton 150/1400 von Revue (Quelle) und dann konnte ich ein C8 Ultima PEC gebraucht erwerben.
Das C8 ist ein tolles Gerät - sowohl visuell als auch fotografisch (die "richtige" Monti vorausgesetzt!).

Aber es gibt Einschränkungen:
Die Brennweite von 2000mm ist schon deftig. Großflächige Objekte (also größer als Monddurchmesser) lassen sich nicht so toll beobachten oder gar fotografieren. Auch werden bei dieser Brennweite gewisse Anforderungen eben an die Montierung gestellt.
Mein C8 diente deshalb für Fotos meist "nur" als Leitrohr neben der Aufnahmeoptik. Trotzdem ist ein F/10 SC für verschiedene Anwendungen eine gute Wahl:
- Planeten sind wirklich gut zu beobachten und auch zu fotografieren
- das gilt auch für Objekte mit für uns geringer sichtbarer Ausdehnung (entfernte Galaxien, Kugelsternhaufen etc - gerade auch "Messier-Objekte") - allerdings mit entsprechender Belichtungszeit und Monti (Nachführung).
- Mond und Sonne (Sonne NUR mit FILTER!!) sind sehr gut zu beobachten und zu fotografieren.

Mit einem sogenannten "Reducer" bist Du noch flexibler:
Es gibt Reducer, die reduzieren die Brennweite von SC's um x0,63 - das bedeutet, dass Du mit einer Brennweite von 2000mm x 0,63 = 1260mm arbeiten kannst. Und DAS macht dann so richtig Spaß :biggrin:
Die Lichtstärke wird höher und Du kannst auch ausgedehnten Objekten auf den Leib rücken!

Mir hat mein C8 sehr viel Freude bereitet. Ich musste es aber 2003 verkaufen - und habe mir gerade eben ein gebrauchtes "sichergestellt" :biggrin:

Die meisten Amateurastronomen nutzen 2 Geräte:
- Eins für "Erdnahe" Objekte (Mond, Sonne, Planeten) = Geräte mit ca F/10
- Eins für "Erdferne" Objekte - Deep-Sky - (Sternhaufen, Galaxien, Nebel) = Geräte mit F/4 - F/6.

Ein 8" SC ist also nicht wirklich ein "Allround"-Gerät - auch nicht wirklich mit einem Reducer. Aber Spaß macht so ein Gerät allemal!! Ganz besonders an Planeten, wie ich meine.

Soll ich Dir sagen, was ich oft gemacht habe?
Ich habe oft genug mein C8 ein C8 sein lassen, mich auf die nasse Wiese gelegt und den dunklen Himmel durch ein gutes Fernglas bestaunt - ohne Foto - einfach nur für mich.
Das war IMMER toll! - auch wenn die Wiese so richtig nass war :biggrin:

Gruß
Matthias
 

johahal

Mitglied
Hallo Winfried, hallo Matthias,
vielen Dank für Eure Hinweise. Das C8 ist mit 30kg ein ganz schöner Hammer. Da ich mitten in der Stadt wohne und erst eine Stunde Autofahrt brauche, könnte das zum Problem werden.

Da würde sich das ETX125 gut machen aber da hab ich so meine Zweifel, denn das wird ständig bei Ebay angeboten und es macht den Eindruck das es nicht so toll ist und die Leute es schnell wieder loswerden wollen.

Von der Astrofotografie werde ich mich wohl ganz verabschieden und mich voll und ganz der visuellen Beobachtung widmen. Das war eigentlich auch das was ich von Anfang an wollte. Nur beim anschauen der tollen Fotos hier im Forum bin ich schon ins schwärmen gekommen.

Es grüßt
Joerg


 

NGC_2024

Mitglied
Hallo Joerg,

auch wenn du unbedingt GOTO willst, würde ich mal trotzdem über einen 8-Zoll f/6 Dobson nachdenken! Das Teil kann man mit dem Auto gut transportieren und ist sehr schnell aufgebaut.

Was nützt dir ein kleines Goto-Teleskop, wenn man bei den angefahrenen Deep-Sky-Objekten nur Nebelflecken ohne Strukturen (oder gar nichts) sieht.
(Den Mond, die Sonne und die Planeten (ohne Neptun und Uranus) findet man ohne Goto viel schneller)

Nichts gegen kleine Teleskope, ich hab selber 3 Stück, aber dank der kleinen maximal erreichbaren AP bei dem ETX125 bleiben einem große Nebel (Cirrus, Nordamerika) unsichtbar (oder nur erahnbar)...
Mein 127er Mak spielt seine Stärken am Mond und im Sonnensystem aus (inkl. Sonne) während die 2 anderen kleinen Rohre eher im Deepsky einsetzbar sind.
(Wobei mit dem 114/450er Newton beides geht, das ist auch seine Berechtigung)

Gruß Norbert
 

KlausTietzel

Mitglied
Hallo Joerg,

Das C8 ist mit 30kg ein ganz schöner Hammer
Das liegt aber einfach daran, dass es diese unsägliche Kombination mit Gabelmontierung ist. Das C8 als Tubus alleine ist ein sehr leichtes Rohr: 5Kg. Mit ner normalen parallaktischen Montierung in der eq5 Klasse kommst Du selbst mit Goto fürs gleiche Geld hin, bist WESENTLICH flexibler und mußt kein Teil über 5Kg schleppen.

Wenn Du aufs visuelle aus bist: warum willst Du Dich bei einem Budget von 2000EUR mit 8" Öffnung zufriedengeben?
Das wäre ja so, als ob Du nen Golf lieber mit Ledersitzen und 75Ps nimmst anstatt mit normalen Sitzen und 130Ps - weil man halt in Ledersitzen nicht so schwitzt ...

Ich würde auch mal dran denken, ob Du für Montierung und Elektronik wirklich soviel von Deinem Budget verbraten willst. Das ist zwar bequem, wirklich NÖTIG ist es aber nicht.

Idee: mit 2000EUR kannst Du einen 12"-Dobson halbwegs vernünftig austatten. DANN siehste was. (Wenn Dus schleppen kannst/willst).

CS

Klaus
 

johahal

Mitglied
Hallo Norbert, hallo Klaus

vielen Dank für Eure Hinweise.

Mit so einem Dobson könnte ich mich anfreunden. Ich hatte ja am Anfang schon den >Intelli Scope 12< im Visier.

Was wäre eine halbwegs vernünftige Ausstattung für ein 12"-Dobson?

Gruß
Joerg


 

Astrozoom GM

Mitglied
Hallo Jörg,

die dort
http://www.svenwienstein.de/HTML/okulare_fur_den_8_zoll_dobson.html
gemachten Vorschläge 3 bis 6 sowie das Zubehör sind auch für den 12" F/5 sehr in Ordnung.
In der Übersicht muss man etwas aufpassen und nötigenfalls mit der Brennweire etwas nach unten, denn an F/5 stellt ein 35 mm Okular 7 mm AP bereit und das ist nur bei extrem dunklem Himmel und/oder für Beobachtung mit Nebelfiltern wirklich empfehlenswert.

Gruß und CS
Günther
 
Oben