"Wieviel" sieht man mit 90 mm am Stadtrand? | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

"Wieviel" sieht man mit 90 mm am Stadtrand?

aths

Mitglied
Werden Planetenbeobachtungen durch Lichtverschmutzung stark beeinträchtigt?

Ist Neptun mit einem 90/1000-Refraktor schon als Scheibchen erkennbar?

Lassen sich die großen Jupitermonde (z.B. anhand der Farbe) unterscheiden?

Welche Deep Sky Objekte lassen sich trotz Stadtnähe mit einem 90 mm Refraktor noch sehen?

Ist ein 90-mm-Refraktor am Planeten einem 114-er Newton überlegen?

(Alle Fragen gehen von einer stabilen parallaktischen Monitierung aus, konkret von der Great Polaris Montierung mit Alu-Stativ.)
 
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**DONOTDELETE**

Hallo aths,

Schau doch mal bei den Autoren der Bilder (Bilderdatenbank auf Startseite) unter Frank Specht nach, der macht seine Bilder aus Oldenburg heraus. Da kannst Du am besten sehen, was mit 90mm geht. Uranus hat er ja auf jeden Fall erwischt.

Grüße,
Christoph
 

tomlicha

Mitglied
Hi,

im Takahashi FS60C (60mm) sind die Planeten bereits fantastisch! Die Stadt macht den Planeten relative wenig aus.

Ich halte 114mm Newton prinzipiell für zu klein. Die Relation von Fang-/Hauptspiegel und Spinne ist zu schlecht. Unter 6 Zoll würde ich einen Refraktor vorziehen. Ab 6 Zoll dann aber definitiv einen Spiegel. Schon wegen der Kosten.
 

aths

Mitglied
Mit meinem Quelle-Billig-Teleskop (60/700) leckte ich zwar Blut, was Planeten angeht, aber habe sie nicht als "fantastisch" in Erinnerung. Jupiter zeigte z.B. nur 2 Bänder, und die waren verdammt unscharf. Saturn zeigte den Ring, aber ohne Teilung und der Planet an sich war auch ohne jede Details. Mit meinem nächten (= 1. "richtigem") Teleskop möchte ich die Planeten etwas "unter die Lupe nehmen", dazu braucht man wohl schon mindestens 90 mm denke ich. (Ich möchte nicht nur die Planeten sehen, sondern auch "auf" die Planeten, also Details erkennen können <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />)
 

Lots

Mitglied
Hallo aths,

auf meiner Homepage findest du unter Meine Beobachtungsberichte eine ganze Menge an Beobachtungserfahrungen was du mit 90mm (habe einen 90mm Vixen M Refraktor) sehen kannst.

Neptun ist bei gutem Seeing, was in der Stadt jedoch meist weniger gut ist als auf dem Lande, ab ca. 150x besser 200x als bläuliches Scheibchen zu erkennen. Als Deep Sky kann ich dir offene Haufen sowie helle PN empfehlen. Galaxien und Kugelsternaufen sind weniger gut zu beobachten, da die nötige Grenzhelligekit einfach nicht erreicht wird.

Gruß

Lots
 

aths

Mitglied
Da gibts ja eine Menge zu stöbern - das kann einige Tage dauern <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> Was schon beim groben Drüberblick zu bemerken war, ist dass auch ein "nur" 90 mm Gerät offenbar viel Freude bereiten kann.
 

cuwohler

Mitglied
Hallo nochmal aths,

wenn Du die Planeten intensiv beobachten und auch viel Detail sehen willst, rate ich Dir zu einem Gerät >4"! Selbst mit einem 4" Apo kann man kaum über 200fach beobachten, das Bild wird für die Datailerkennung, z.B. auf Jupiter, zu dunkel. Gerade bei der Jupiterbeobachtung habe ich gute Erfahrungen mit 120er und 150er achromatischen Refraktoren sowie einem 8" Dobson-Newton sammeln können. Einen Eindruck dessen, was man mit 4" bis 8" sehen kann, findest Du auf meiner AstroPage CUWohler unter AstroDraw.

Gruß
Cai-Uso
 

aths

Mitglied
Hi, ja, ich interessiere mich im Moment vor allem für diesen 90-er Refraktor und alternativ mit dem 200-mm VMC-Spiegel von Vixen, der wohl auch am Planeten eine bessere Figur macht als ein preislich vergleichbares Refraktor-Komplettsystem.

 

Harald_M

Mitglied
Hallo aths,

ich habe irgendwo im Internet über das vmc200 gelesen, dass es für Planeten nicht so gut geeignet sein soll, da die Fangspiegelabschattung vergeichsweise groß sein soll (großer Fangspiegel). Ebenfalls sind die Fangspiegelstreben ziemlich dick.

Ich hoffe, dass ich da jetzt nicht das vmc200 mit einem anderen Gerät verwechsele, Du kannst das ja aber mal gezielt überprüfen.
 

aths

Mitglied
Von der hohen Obstruktion und den dicken (5 mm) Streben habe ich auch schon gelesen. Soweit ich das mitbekommen habe, reißt die deutlich größere Öffnung die Abschattungsnachteile aber wieder raus, zumindest mit einer 90-er Linse verglichen. Allerdings ließe sich bei einer Entscheidung für ein 90-er Refraktor auch wieder jede Menge Geld sparen, was sich später in Zubehör anlegen ließe...
 

Harald_M

Mitglied
Hallo aths,

was hälst Du von einem Skywatcher Refraktor 120/1000mm auf einer Vixen GP?
Auf der Montierung könntest Du dann später auch das VMC200 verwenden.
 

aths

Mitglied
Die Serienstreung der Skywatcher-Teleskope soll relativ hoch sein, habe ich mir sagen lassen. Bei einem Fraunhofer Achromat soll der Farbfehler bei f/8,3 und höheren Vergrößerungen schon recht deutlich zu sehen sein.
 

Harald_M

Mitglied
Gegen den Farbfehler soll das "Minus-Violett"-Filter (Interferenzfilter) von Sirius sehr gut wirken.
Ansonsten: Meiner Meinung nach ist ein kleiner Farbfehler besser als eine kleine (90mm) Öffnung.

Ich will Dich aber zu nix überreden! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />

P.S.: Gegen die Serienstreuung hilft ein Ronchi-Test (50 Euro) beim Teleskop-Service. Damit ist man zumindest vor einer "Gurke" sicher.
 
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fmeier

Mitglied
Hallo!
>Werden Planetenbeobachtungen durch Lichtverschmutzung stark beeinträchtigt?
Das kommt auf die Stärke der Lichtverschmutzung an.Wird man von allen Seiten durch Scheinwerfer geblendet,dann schon.Allgemein macht ein wenig Licht bei den Großen Planeten nicht soviel aus wie bei einer 13m Galaxie.
>Ist Neptun...schon als Scheibchen sichtbar.
Diese Frage ist meiner Meinung nach für die Teleskopauswahl völlig belanglos,denn ob winziges Scheibchen oder Punkt,Oberflächeneinzelheiten sind sowieso mit Amateurgeräten kaum auszumachen.
Farbunterschiede bei Jpitermonden sind mir bis jetzt nie aufgefallen, lediglich die Helligkeit gibt gewisse Anhaltspunkte.
Stadtnähe ist ein dehnbarer Begriff.Das kann zwischen ordentlichen Bedingungen und kaum brauchbar schwanken,je nachdem ob die Straßenbeleuchtung sehr hell ist,die Hauptlichtglocke im Süden oder Norden liegt,ein hell erleuchtetes Gewerbegebiet nebenan ist, eine Lichtabschirmung vorhanden ist usw.Hier kann man von Ferne nichts Genaues sagen.Generell gilt, je dunkler der Himmel desto besser.Hier 5km vom Stadtzentrum können z.B.fast alle Deep Sky Objekte aus dem Messierkatalog und einige NGC Objekte auch mit kleinem Gerät gesehen werden.
>Ist ein 90mm Refraktor am Planeten einem 114mm Newton überlegen?
Ob Refraktor oder Reflektor, wichtig ist in erster Linie die Güte der Optik.Beide können je nach dem sowohl ein gutes als auch ein mießes Bild am Planeten bieten.
Ich würde mal versuchen einen erfahrenen Sternfreund in Deiner Nähe zum Probegucken aufsuchen.Denn nur wenn man mal durch ein Teleskop gesehen hat,kann man sich eine Vorstellung davon machen, was dieses überhaupt leisten kann.Sonst bleibt es bei rein theoretischen Erwägungen.
 

widato

Mitglied
Hallo Aths!
Meine "Scherbe", 90/1000 Meade-Refraktor den ich auch vom Stadtrand Wiesbaden benutze mit starker Lichtverschmutzung in SO-Richtung zeigt Uranus noch als Scheibchen, Neptun nur mit viel Wohlwollen, die Jupitermonde nicht mehr als farbige Scheibchen, grosse und helle planetarische Nebel M1, M27, M57 gut, dann hörts aber auch bald auf. Ist in etwa mit meiner Russentonne 100/1000 Rubinar vergleichbar (manchmal ist die Eine manchmal das Andere besser) und dürfte auch mit einem 114/900 vergleichbar sein.
Wenn ich auf Planeten gehe, schlepp ich meinen Mak-Newton raus-da sind dann Welten dazwischen. Da kommt auch mein 150/1200 Refraktor nicht mit!
Andererseits ist ein 90/1000 Refraktor schon ein schönes Teil. Vor dreissig Jahren hätte man sich die Finger danach abgeschlekt...
Sternklare Nächte
Berthold von WIDATO
 

Mainzelmann

Mitglied
Willst Du zeichnen oder fotografieren?

Wenn Du vom Stadtrand aus beobachten willst, deutet das auf "zuhause" hin. Dann ist Auskühlzeit weniger ein Problem und wenn Du keine "richtige" Anforderung an Nachführung hast, könntest Du auch mal über ein Dobson nachdenken.

Meint der
 

HeikoW

Mitglied
Hallo,

das VMC hat einen Fangspiegeldurchmesser von etwa 75 mm. Das ist
zugegebenermaßen recht viel. Nach P.Zmek entspricht der 'effektive
Kontrast Durchmesser' (bei 20% Kontrast) einem obstruktionsfreien
Teleskop mit 125 mm Öffnung, also einem 5" (APO). Habe früher ein
80 mm F15 Vixen hauptsächlich zur Planetenbeobachtung benutzt.
Ein 90 mm F11(?) dürfte da nicht so viel mehr zeigen. Im Vergleich
dazu (80mm) zeigt das VMC erheblich mehr am Planeten, nicht zuletzt
auch Dank der recht guten Vixen Optik.

Gruss

Heiko
 

Harald_M

Mitglied
Warum hat das vmc200 eigentlich einen so grossen Fangspiegel und so dicke Streben? Hat sich Vixen dabei was gedacht oder fällt das unter die Kategorie "Fehlkonstruktion"?
 

Oliver_Rieck

Mitglied
Hallo Berthold und aths !

Ich beobachte nicht vom Stadt- sondern vom Dorfrand aus. Allerdings direkt unter einer Straßenlampe !
Mit meinem 80/1200mm Vixen-Refraktor sehe ich Uranus eindeutig als Scheibchen, sogar in Farbe. Neptun macht nicht so viel her: Im Vergleich zu den umgebenden Sternchen sieht Neptun irgendwie anders aus, mit Wohlwollen als Scheibchen.
 

HeikoW

Mitglied
Hallo,

ist halt eine 'eierlegende Wollmilchsau'. Will sagen ist ein
Kompromiss mit allen Ecken und Kanten. Visuell und fotografisch
nutzbar, für Planeten und DeepSky, für 8" auch noch leicht
transportabel. Der große Fangspiegel ist für fotografische
Zwecke notwendig (Ausleuchtung). Wegen der fehlenden Schmidtplatte
(konstruktionsbedingt nicht notwendig) sind Fangspiegelstreben
notwendig. Diese sind recht dick und stabil aber warum ?
Keine Ahnung. Haben mich allerdings auch noch nicht gestört.
Der offene Tubus hat allerdings den Vorteil, daß er recht
schnell auskühlt (30 .. 45 min)

Gruss

Heiko
 

Burkhard

Mitglied
Hallo Widato,
hab auch so einen Explorer. Hab erst gestern bei ~100x den Mond damit beobachtet ... violetter Schimmer am Rand im 9,7mm Okular nur blickweise zu sehen. Ist schon ein schönes scharfzeichnendes Teil und so stabil. Will es demnächst als Leitrohr benutzen... siehe hier http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/showthreaded.php?Cat=&Board=montierung&Number=758&page=0&view=collapsed&sb=5&o=&vc=1

Ich habe noch einen 8" SC gar kein vergleich aber so ein Refraktörchen braucht wirklich nicht schüchtern zu sein <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Die beiden Komponenten in der Leier (2,4 und 2,9 "?) trennt er bei 100x locker und schulbuchmäßig.

und jetzt an Aths gerichtet. Ein dunkler Himmel ist immer besser. Also wenn's geht auch mal rausfahren. Es lohnt sich wirklich. Im übrigen ... der trennt geht zum Zweitteleskop <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> . Durch meine Arbeiten am Stativ und an der Adapterplatte für meine Montierung hatte ich mein schüchtern in der Ecke stehendes 90mm Teil wieder entdeckt ... und schätzen gelernt.
Gruß Burkhard

coolbfg@web.de
 

widato

Mitglied
Hallo aths!
Intes Micro MN76 -einen 7zöller also deutlich mehr als 90 mm aber auch mit 90mm sieht man viel...
Sternklare Nächte
Berthold
 
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