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Zum vorhandenen C8 ein zusätzlicher Refraktor?

j_tinerfenio

Mitglied
Hallo,

ich habe derzeit bereits ein C8 mit guter Optik und eine passende Okularpalette (Radian 6; Pentax XW 7/10/14; LVW 22; Meade QX 36; Meade SP 56).

Ich überlege jetzt, zusätzlich einen Refraktor anzuschaffen. Ich erhoffe mir davon bessere Ergebnisse am Planeten. Ist das realistisch? Was darf ich erwarten? Ich möchte den Refraktor auf das C8 schnallen und hatte mir ein Limit von ca. 1.200 Euronen gesteckt. Da würde der Pentax 75 SDHF z.B. gerade reinpassen. Was haltet Ihr von diesem Gerät? Gibts auch Alternativen, vielleicht sogar preiswertere? Ich benutze meine Geräte fast ausschliesslich visuell.

Ich danke Euch für Eure Vorschläge/Meinungen/Empfehlungen.

Gruss
Joachim
 

Ehemaliger Benutzer (6068)

Hallo Jaochim,

es steht nicht zu erwarten, dass Du mit dem kleinen Refraktor am Planeten bessere Ergebnisse
erzielst.
Zeigt Dein C 8 eine für dieses Gerät normale Leistung, so müsste ein ebenso normaler 6-7" Apo her.

So ein kleiner Refraktor bietet bei geringen Vergrößerungen mehr Feld als das C 8, wobei man sich
da auch einen nicht farbreinen aber guten Richfielder etwas größerer Öffnung mit größerem F vorstellen könnte.

CS
*entfernt*
 

Sven_Wienstein

Mitglied
Hi Joachim,

das kann für 1200 Euro nichts werden, ich war mal zugegen, als ein sauber justiertes C8 bei nicht mal optimalen Seeing einen 130er Starfire (ED 2-Linser) geputzt hat.
Wenn Du das SC am Planeten nicht in den Griff bekommst, könntest Du Dir überlegen, einen 8" f/6 oder gar einen 8" f/8 Newton für Planetenbeobachtung zu optimieren, also Spiegel aus besserem Material, am besten mit Prüfprotokoll, kleinerer Fangspiegel und flacherer Okularauszug, Velours-Auskleidung, Tubus-Isolierung und aktive Belüftung.
An erster Stelle die aktive Belüftung und danach die geringere Obstruktion werden die Haupt-Punkte sein, die eine bessere Planetenleistung gegenüber einem gut eingestellten C8 möglich machen.

Achso, und dann wäre noch anzumerken, dass die XW zwar am Planeten auch sehr gut sind, aber spezielle Planetenokulare sind noch besser. Die Pentaxe legen dabei die Messlatte aber ziemlich hoch, mit Kasai Classic und Kasai HC kann man die nicht toppen, da müssen schon Monos oder ein Pentax XO (XO gibts nicht in passender Brennweite) ran. Das bringt zwar das letzte Quäntchen, aber das ist nicht viel.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Joachim,

das ist genau mein Thema!

Ich hatte bis vor kurzem noch einen 3" "APO" mit dem ich mir ein besseres Planeten beobachten versprochen habe. Musste aber feststellen das bei 160fach einfach Schluss ist. Dann wird das Bild dunkel und fängt an Flau zu werden.

Wie Sven so schön sagt: Die Physik lässt sich nicht belügen, oder so ähnlich ;-)

Jetzt habe ich einen 8" SC mit Velours-Auskleidung und feiner Justierung. Bis 400fach habe ich bei gutem seeing super Details an Planeten (Speers-Zoom oder Kasai Classic). Ein "riesiger" Saturn, der mich fast erschreckt hat, als das das erste mal gesehen habe!

Zusätzlich für Grossfeld habe ich einen 5" f/6,5 mit dem ich auch sehr gute Erfahrung bis 205fach an Planeten habe!!!

Wenn ich mal astronomisch "Erwachsen" werde, hole ich mir einen 8" f/15 FH oder vergleichbaren APO, aber bin noch nicht reif für min. 3,5K€!

Glaube nun für mich das Optimum gefunden zu haben!

CS

Charly
 

Kalle_Wu

Mitglied
Hallo Joachim und die anderen,
vor einiger Zeit haben mich ähnliche Überlegungen zum Kauf des Vixen 100ED geführt.
Die wesentlichen Vorteile oder Ergänzungen zum C8 sind meiner mittlerweile noch bescheidenen Erfahrung (habe den Vixen erst 1 Jahr) nach:
- kürzere Brennweite = größeres Gesichtsfeld
- bei nicht so gutem Seeing aufgrund des geringeren Durchmessers ein ruhigeres, esthetisches (ich wage sogar zu sagen schärferes) Bild an Mond und Planeten
- schnellere Abkühlung, man kann also beobachten während das C8 noch auskühlt (obwohl ich eine bypassgeführte Luftführung habe die nach 15-30 Minuten den Temperaturgradienten gekillt hat)
- Meine okularseitige Ausrüstung ist bei beiden verwendbar

Natürlich dreht das gut kollimierte C8 bei gutem seeing voll auf und macht den Vixen nass. Leider ist das jedoch witterungsbedingt eher selten.

Jedenfalls hat sich bei mir der Beobachtungsspass mit dem Vixen vergrößert.

Ups, da habe doch fast vergessen zu fragen auf welcher Montierung Du die Geräte schrauben willst. Meine GP trägt beide Geräte - hintereinander - nicht gleichzeitig!

Hallo Sven, war nett Dich in der Caffeeteriea in Hückelhofen kurz kennen zu lernen!

Grüßle von
Karl Heinz
 
Hallo Karl Heinz,

da gehe ich völlig Konform. Mit dem 3"er hatte ich aber sogar wesendlich öffters gekuckt als mit meinem 5"er!

Wie hoch kannst Du mit deinem ED Vergrössern ohne einbusen, mit welchen Okularen?

CS

Charly
 

Ehemaliger Benutzer (6068)

Hallo Karl-Heinz,

ich möchte bei Deinem Punkt des ruhigeren, ästhetischeren und schärferen Bildes mit dem kleinen
Gerät einhaken.
Das ist eine immer wieder geäußerte Erfahrung.

Ich selbst bin da anhand praktischer Versuche einer etwas anderen Deutung auf der Spur, stehe
aber meines Wissens fast alleine da und Du hast zwei passende Geräte um der Sache auf
den Grund zu gehen.
Ich stelle immer wieder fest, dass mein 8" F/6 Newton häufig durch Seeingeinflüsse am Mond/Planeten
auf Vergrößerungen zw. 150 fach und 200fach begrenzt wird.
Das Bild ist dann sehr hell, Details werden überstrahlt und im Grenzbereich ist das Bild schon unruhig. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/frown.gif" alt="" />

Mit dem Einsatz eines variablen Polfilters kann ich die Helligkeit jedoch stufenlos dämpfen,
auf ein angenehmes Maß reduzieren und die Detailerkennung deutlich erhöhen. Das Bild wird,
offensichtlich ebenfalls durch die Lichtdämpfung, ruhiger und sogar die Vergrößerungsmöglichkeit
verschiebt sich geringfügig nach oben. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" />

Ich persönlich sehe das Ergebnis gleichwertig mit einem im optimalen Vergrößerungs- und AP Bereich
betriebenen kleineren Gerät, entsprechende Versuche anderer Sternenfreunde gibt es aber kaum.

Die "Bildberuhigung" kann man z.B. auch sehr schön mit engen Filtern (z.B. O III) provozieren,
ok die Farben werden dann schon etwas.... gewöhnungsbedürftig. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/erschreck.gif" alt="" />

CS
*entfernt*
 

Kalle_Wu

Mitglied
Hallo Charly,
mit dem ED konnte ich noch nicht bei bestem seeing in meiner Gartensternwarte beobachten.
Ich verwende überwiegend Eudiaskopische Okulare (5, 7,5, 10, 15, 35), dann Plössels (50 und 32) und noch Kellner und 2 Orthos. Bei gutem seeing ist das 7,5er am Planeten und Mond sehr gut, beim 5er (180x) ergeben sich schon erkennbare Verluste der Detailerkennbarkeit (Saturn Cassini und Krater in Clavius), eine zartrosa Kante am Mondrand und Jupiter (bin da aber nicht so empfindlich) und natürlich der Helligkeitseinbruch.
Mit dem 6er Ortho (also bei 150x) ist der Verlust an Detailerkennbarkeit nicht erkennbar und der Helligkeitseinbruch geringer. Verwende ich eine (apochromatische) Barlow und das 10er Okular ist die Detailerkennbarkeit geringer als direkt mit dem 5er).
Aber wie gesagt, ich habe den Vixen noch nicht ausreizen können und kann ihn nur im Vergleich zu meinem FH (100x1000), meinem (guten alten) C5 und dem C8 beurteilen.
FH und C5 sind von (Farbe beim FH), Helligkeit und Detailerkennbarkeit her deutlich unterlegen. Nur das C8 konnte bislang bei Deepsky (natürlich) und Gesamtvergrößerung (seeingabhängig sehr selten) den ED toppen. Bei Vergrößerung 60 - 120x gefällt mir die Abbildung im Vixen jedoch besser als im C8.
Trotzdem habe ich den Vixen vergrößerungsmäßig bei der Mondbeobachtung schon bei 240x eingesetzt, da ist aber dann das Limit deutlich überschritten.

Vielleicht wäre mit besseren Okularen Abbildungsmäßig noch ein mehr ´drin´? Aber dann ja wohl auch im C8, was bei Vergrößerung über 180x natürlich besser ist!

es grüßt
Karl Heinz
 

Quanten

Mitglied
Hallo Joachim

Eine schlechte Planetenperformence ist, um es einmal auf die wesentlichen Punke zu reduzieren meist immer an zwei Punkten Schuld:

1. Eine geringe optische Qualität
2. Schlechtes Seeing

Natürlich gibt es noch hundert andere Gründe wie schlechte Justage, Lüfter/Temp. usw.
Kannst du jedoch mit Sicherheit alle Punkte ausschließen, dann müsstest du auch ein gutes Planetenbild in deinem C8 haben.

Deshalb kann ein kleinerer Refraktor nur eine Ergänzung sein, so wie es Karl Heinz schon beschrieben hat, oder wenn du Deep Sky Fotografie betreiben möchtest, oder in die Sonnenbeobachtung im Weißlicht/H-alpha einsteigen möchtest.

Deshalb rate ich, überprüfe mal genau dein C8.

Gruß Uwe
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

j_tinerfenio

Mitglied
Hallo,

<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" /> danke an alle, die sich beteiligt haben <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/i_respekt.gif" alt="" />.

Ich werde mir die Sache noch mal gründlich <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gutefrage.gif" alt="" /> und vielleicht eher mal die Modifikationen meines C8 in Angriff nehmen.

Danke an Euch und habt immer einen klaren Himmel!

Gruss
Joachim
 

Kalle_Wu

Mitglied
Hallo Günther,
was Du beschreibst ist das klassische Problem bei der Mondbeobachtung. Diese macht aufgrund der enormen Kontrastspanne besondere Probleme durch die Überstrahlung.

Besonders bei der Beobachtung sehr heller spots sieht man nicht, was bei geringerer Helligkeit sichtbar wäre. Es findet eine Täuschung statt und ein anderer Beobachter der Zeitgleich mit einem anderen Teleskop (selbst bei gleicher Vergrößerunge) beobachtet, kann die Beobachtung nicht unbedingt bestätigen.

Das ist auch der Grund für viele gemeldete ´Mondphänomene´ die meistens ad acta gelegt werden können wenn zeitgleiche Beobachter dieses ´Phämomen´ nicht sahen.

Erfahrene Mondbeobachter setzen dann Filter (Farb-, Neutral- und Doppelpolfilter) zur Reduzierung der Helligkeit ein. In gewissen Grenzen funktioniert auch das Abblenden der Optik durch eine geeignete Maske, da muß man halt ein wenig experimentieren.

Das vorgesagte gilt für den Mond und kann eingeschränkt auch für die Planetenbeobachtung (z.B. Details auf der Jupiteroberfläche und der Saturnringe) angenommen werden.

Kann ich aufgrund des seeings die Vergrößerungsmöglichkeit des C8 nicht ganz nutzen, so meine Erfahrung, ist die Beobachtung mit dem ´kleineren´ Refraktor bei gleicher Vergößerung günstiger.

Deshalb kann ich das von Dir gesagte bezüglich der Helligkeit nur voll unterstreichen. Und wer mit großer Öffnung die Cassiniteilung nicht sieht sollte mal ein wenig mit einer Abblendung probieren. Kann sein, dass bei etwas dunklerem Bild plötzlich sichtbar wird, was vorher hoffnungslos überstrahlt war.

Aber zu dieser Problematik kann uns sicher Sven noch einige ergänzende Hinweise geben.

Tja Günther ich sage mal ganz vorsichtig: Öffnung ist nicht immer ALLES. Oder: manchmal ist weniger MEHR.

Übrigens Dein Motto bzgl. Spiegel und Linse kann ich auch nur unterstreichen!

Ein Gruß aus der verregneten Eifel
von
Karl Heinz
 

Kalle_Wu

Mitglied
Hallo Joachim,
Deine Entscheidung das bestehende (gute) Equipment zu optimieren (Uwes Rat) finde ich sehr gut. Das Verbesserungspotenzial beim C8 ist groß. Mit
- Tubusauskleidung (oder schwärzen)
- Kantenschwärzung der Schmidtplatte
- Maßnahmen zur Shiftingminimierung (ggf. Baaderfokussierer)
- Anbau einer ausreichenden Taukappe (ggf. zzgl. Heizung)
- eine geschickte Belüftung (kalte Luft reinziehen ist nicht optimal dann kann der Spiegel absaufen)
- Isolation des Tubus
- Abschirmung des Tubus
erreicht man schon eine deutliche Steigerung besonders der Verfügbarkeit (schnellere Auskühlung, sicheres Fokussieren, Reduzierung der Tauproblematik). Das steigert den Beobachtungsspaß schon erheblich.
Wäre schön, von Deinen Erfahrungen zu lesen.

Viel Erfolg wünscht Dir dabei
Karl Heinz
 

Ehemaliger Benutzer (6068)

Haöllo Karl-Heinz,

wir zwei werden wohl keinen Streit kriegen und das finde ich sehr gut. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" />
Im vorliegenden Fall ist es z.B. sehr vernünftig, erst Mal alles aus dem C 8 rauszuholen
und sich dann sehr genau anzusehen, was noch als Ergänzung oder gar Steigerung taugt.
Mir persönlich fehlt bei größeren Spiegeln und längerer Brennweite immer die Weitfeldoption und da
kommt schon wieder das "persönlich", die "Vorliebe" ins Spiel, etwas, das bei den "harten"
Diskussionen gerne vergessen wird.
Nehme ich also das C 8 fehlem MIR mindestens 40% Beobachtungsspass und die kann ich mit
einer kleinen Linse günstig bekommen, wenn sie im Rahmen ihrer Öffnung auch noch planetentauglich
sein soll, weil mir mit dem Dickschiff oft die Mobilität und Schnelligkeit fehlt, wird es teurer.
Alles eigentlich ganz logisch, einfach und nie einer Systemdiskussion würdig.

CS
*entfernt*
 

André_Walczak

Mitglied
Hallo Joachim,

also ich habe in meinem Fuhrpark auch ein gutes C8 und eben auch nen 75er Pentax SDHF, und keine Frage der kleine Pentax ist bei der Öffnung die er hat schon ein Hammer, auch wenn ich Geräte in dieser Öffnungsklasse sonst immer als bessere Sucher bezeichne. Ungelogen hat der Pentax auch ein grandioses fotografische Potential, für dieses allein lohnt sich das Gerät schon, aber am Planeten kann man die Geräte nicht vergleichen!

Das C8 von welchem Sven in diesem Thread geschrieben hat, welches eben den 130er AP versägt hat an Jupiter, ist mein eigenes gewesen. Das C8 habe ich schon seit mittlerweile einigen Jahren und bin immer noch glücklich damit, ein tolles Teleskop! Okay, das Auskühlen dauert ein bischen, merkt man aber nur bei wirklich hohen Vergrößerungen. Hauptspiegelshifting habe ich zwar, aber das ist so minimal, dass es nur im wirklich hohen Vergrößerungsbereich sichtbar ist, würde mich das stören, würde ich einfach nen Auszug hinten dran schrauben. Probleme mit Streulicht halten sich bei mir auch in Grenzen, den ich nutze das C8 eigentlich immer mit der alten konischen Taukappe von Celestron, den diese wirkt als Öffnungsblende und hält so Streuchlicht von der Tubuswandung fern...okay eine andere Tubusinnenschwärzung würde evt. nochwas bringen...aber den Gewinn halte ich dann für sehr gering.
Mit einem ordentlichen Graufilter im Okular liefert mein C8 wirklich Planetenbilder welche Apofans wirklich nachdenklich werden lassen, den das Problem ist oftmals wirklich das feine Planetendetails im großen Spiegel oft überstrahlt werden, weil das Bild eben noch einiges heller ist als im "kleinen Linschen".

Also das C8 ist ein feines Teil, wenns keine "krumme Optik" hat.

clear skies,
André
 

Sven_Wienstein

Mitglied
Hallo Karl Heinz,

jau, war nett in Hückelhoven, aber es waren ja leider nur ein paar Worte. Vielleicht werden's im nächsten Jahr mehr?

Ich denke, was Günther anspricht, ist sehr wichtig. Ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht, allerdings ohne den fein dosierbaren Polfilter. Stattdessen aber mit zwei Graufiltern und auch dem Skyglow, dem ich einen Großteil seiner Wirkung bei der 2005er Marsbeobachtung der leichten Dämpfung zuschreibe.
Ich glaube es wird bei der Planetenbeobachtung allgemein unterschätzt, wie wichtig die leichte Dämpfungswirkung der verschiedenen Filter ist. Mal abgesehen von speziellen Details, die nur mit bestimmten Filterfarben erkennbar werden, würde ich die Dämpfung als wichtigsten Bestandteil der Filterwirkung bei der Planetenbeobachtung nennen.

Gerade was von der Saturnbeobachtung berichtet wird, stützt immer wieder diese Gedanken. Und zwar ist Saturn von der Flächenhelligkeit ein deutlicher Ausreißer gegenüber den anderen Planeten (Uranus, Neptun mal außen vor!). Mond, Jupiter und Mars sind recht ähnlich, während Saturn fotografisch eine deutlich längere Belichtungszeit braucht. Die allgemeinen Angaben liegen so zwischen 2,5x und 10x gegenüber Jupiter. Man kann den Helligkeitsunterschied auch recht deutlich auf Bildern der Saturnbedeckung durch den Mond sehen.
Saturn ist also von sich aus schon gedämpft und kann daher auch in großen Instrumenten ganz unproblematisch bei mittlerer Vergrößerung beobachtet werden. Jupiter und Mars hingegen verzeihen da nichts und eine passende Dämpfung bringt dem Auge viel. Bei 0,7mm AP (Mars auch 0,5mm) sind sie dann durch die Vergrößerung auf eine angenehme Helligkeit abgedunkelt. Der Mond mit seinen harten Kontrasten am Terminator ist dahingegen sehr sorglos. Erst wenn man etwas abseits des Terminators auf schwache Kontraste an Verwerfungen oder unebenen Geländeformationen achtet, kann man wieder den Vorteil einer Helligkeitsdämpfung bemerken. Übrigens, auch der Bino-Ansatz leistet da ein angenehmes Stück Arbeit, denn die Lichtintensität wird ja pro Auge halbiert, und dann geht noch eine Ecke Transmission dabei drauf.

Leider probieren das alles nur sehr wenige Sternfreunde aus. Man hat den Eindruck, dass viele Besitzer von kleinen und mittleren Refraktoren mit einem Spiegelteleskop von größerer Öffnung sehr schnell fertig sind, wenn sie mal "schnellschnell" einen Planeten-Blick hineinwerfen. Daher kommt das wohl, dass Günther sich da eher als "allein dastehend" sieht.
Immerhin, es gibt derweil einige Sternfreunde, die ganz bewusst mit dem Polfilter arbeiten, um sich die Dämpfung passend einzustellen.
Vielleicht hast Du ja demnächst mal Vergleichsmöglichkeiten, nachdem Du nun aufmerksam geworden bist.

Clear Skies
Sven
 

UwePilz

Mitglied
Ich stelle immer wieder fest, dass mein 8" F/6 Newton häufig durch Seeingeinflüsse am Mond/Planeten
auf Vergrößerungen zw. 150 fach und 200fach begrenzt wird.
Das Bild ist dann sehr hell, Details werden überstrahlt und im Grenzbereich ist das Bild schon unruhig. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/frown.gif" alt="" />

Mit dem Einsatz eines variablen Polfilters kann ich die Helligkeit jedoch stufenlos dämpfen,
auf ein angenehmes Maß reduzieren und die Detailerkennung deutlich erhöhen. Das Bild wird,
offensichtlich ebenfalls durch die Lichtdämpfung, ruhiger und sogar die Vergrößerungsmöglichkeit
verschiebt sich geringfügig nach oben. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" />


Günther

Ich nehme zur Lichtdämpfung gern einen Rotfilter, vor allem am Mond. Auch diese Farbe ist gewöhnungsbedürftig, aber das Bild wird wesenlich schärfer. Eventuell werden durch das enge Frequenzband Fehler der Okulare ausgeblendet.

Wie ich schon mehrmals schrieb - ein größeres Gerät brachte bei mir auch immer bessere Ergebnisse, solche Vergleiche habe ich öfter durchgeführt. Der subjektive Eindruck ist oft anders, da am kleineren gerät weniger vergrößert wird.
 

Ehemaliger Benutzer (6068)

Hallo Leute,

Sven und Uwe....mit "allein" meine ich nicht solche "altverdienten Ratgeber" wie
euch und zum Thema fällt mir aus dem Stegreif auch noch Ekkehard ein. Ganz klar ist, dass
viele meiner Tests und Versuche auf Anregungen eurerseits (z.B. HP) zurück gehen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" />

Was ich vermisse, sind Rückmeldungen auf solche Dinge, gerade von Leuten die auch noch zwei
oder drei passende Geräte am Start haben.
Ich habe "nur" zwei passende Reflektoren, Freds schöne 4" F/5 Richfieldlinse ist ein tolles, aber
hierfür ungeeignetes Beobachtungsinstrument.
Eine sehr große Anzahl von Sternenfreunden aber verfügen über kleine ED oder Apo-Refraktoren
und über 8-12" Spiegel.
Die Erfahrungen könnten also durchaus auf eine breitere Basis gestellt werden.

CS
*entfernt*

PS: Uwe....ich habe den roten Mond gesehen und Deine Einschätzung bestätigt gefunden.
Aber autsch, die Farbe ist nicht für mich. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
Grau-/Polfilter finde ich da angenehmer und sogar am Jupiter habe ich bisher noch kein Detail,
welches mir vorher(!) mit Farbfilter auffiel anschließend mit dem Polfilter nicht gesehen.
Leichter machte es der Farblilter vielfach also schon.
 

Fankhauser

Mitglied
Hallo Karl-Heinz,
Vielleicht interessiert es Dich, einmal zu hören, wie die Sache mit einem Spitzen-Apo (Tak FCT-100/640) aussieht:
Mit Tak-2,8mm-HEP (229x) gegenüber TAK-4mm-HEP (160x) keine Leistungssteigerung, aber auch noch nicht die geringste Einbusse an Detailwahrnehmung, und zwar weder an Saturn noch an Jupiter. Dennoch benutze ich instinktiv für Jupiter häufiger 160x und für Saturn häufiger 229x.
(Zum Vergleich: Mit 160x bei einigermassen guter Luftruhe jedoch an beiden Objekten ganz eindeutig mehr Detail als mit Pentax-XO-5,1mm (125x)...).
Von den 2 C8, die ich früher nacheinander hatte, zeigte eines bloss ein einziges Mal ein besseres Planetenbild, als nämlich 1975/76 Saturn hoch am Himmel stand und die Luft einmal absolut ruhig war. Das andere C8 zeigte nie mehr, nur heller.
Und mein sehr gutes Intes MC-M500 kommt wegen des schlechteren Kontrastes auch bei bester Luft (nicht einmal bei Deep Sky!) ganz an das FCT-100 heran.
Bei Weitwinkel-DeepSky ist der kurze Apo natürlich sehr überlegen. Kleine DeepSky-Objekte wie z.B.M57 zeigten die C8 ein wenig deutlicher, viele DS-Objekte wie z.B. KSTH oder offene Gasnebel GEFALLEN mir im 100er-Apo aufgrund des Kontrastes und der punktförmigen Sternabbildungen einfach besser...
Daher (sowie auf Grund meiner moderaten, jedoch leider nicht abnehmenden Rückenbeschwerden) ist das FCT-100 bei mir seit 15 Jahren Endstation. Ich brauche also GAR KEIN C8 mehr.
Gruss: beat
 
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