100° Okular vs. Abbe orthos an Uranus und Neptun

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Ruppi

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Hallo,

ich habe nun den visuellen Eindruck, den ich bei Top seeing von ca. 0,5" an meinem 16" ES Dobson bei Uranus und Neptun mit ES 100° 5,5,mm vs. 5 mm Kokusai Kohki /Fujiyama HD ortho, bzw. Baader classic ortho 6mm hatte am PC nachgebaut. Die Bilder sind keine Astrofotos, sondern an PC nachgebaute Bilder, um den Eindruck des gesehenen wiederzugeben.

Zwischen den beiden Orthos bestand im visuellen Eindruck kein erkennbarer Qualitätsunterschied, außer der etwas höheren Vergrößerung im 5mm, die daher ein wenig mehr Details herausbrachte.

Auf Uranus konnte ich im 100° keine Details erkennen, der Farbeindruck war außerdem in Richtung organge, gelblich verschoben.
Im 6mm BCO kam Uranus sofort viel knackiger, klar türkis und schärfer heraus, heller und viel schärfer abgegrenzt. Der Himmel war auch deutlich schwärzer und das Bild wirkte irgendwie viel plastischer. Außerdem konnte ich dann Andeutungen von Bänderung erkennen, die im 100° nicht zu sehen waren. Mit dem 5mm waren diese noch ein klein wenig besser zu erkennen, keine prominenten Strukturen, aber eben zarte Andeutungen.

Hier erst mal der Eindruck von Uranus im 100° 5,5mm ES:
Link zur Grafik: http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/uranuseswm0kzodi5c.png

Dann der Eindruck in den Orthos:
Link zur Grafik: http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/uranusortho20rftc1zao.png

Bei Neptun war der Unterschied zw. 100° ES und ortho ähnlich, also deutlich und klar zugunsten der Orthos. Bänderung konnte ich keine erkennen, aber im 5mm ortho waren Andeutungen von Strukturen zu erkennen, die sogar kontrastreicher waren als bei Uranus. Im 100° war davon nichts zu erkennen.
Triton war im 100° gerade so erkennbar, in den Orthos stach er einem hingegen förmlich ins Auge.

Zunächst wieder ES 100° 5,5mm:
Link zur Grafik: http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/neptunvisuell6ckrhj1zb3.png

Dann der Eindruck in den Orthos:
Link zur Grafik: http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/neptunvisuelle7462l01pd.png

Ich habe zwar leider kein Ethos Okular zur Hand, verschiedene Vergleichstest (z.B. derjenige von Sven Wienstein) haben aber ergeben, dass zw. ES 100° und Ethos fast kein erkennbarer Unterschied besteht. das Ergebnis dürfte sich also übertragen lassen.

Man kann also allen visuellen beobachtern nur raten, für die Planetenbeobachtung einmal Abbe Orthos zu versuchen. Viele werden erstaunt sein, was so ein angeblich veralteter Okulartyp, der zudem noch handlich und preisgünstig ist, an exzellenter optischer Leistung gewinnbringend bieten kann.

VG
Michael
 
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Hi Michael,

stark ! :)

Es hat ja auch niemand behauptet, dass Orthos nix taugen, sondern Du hast kolportiert dass an Pluto das ES um 30% abfällt.

Viele Planetenbeobachter schwören auf Orthos - vermutlich nicht umsonst. Ich würde nur gerne verstehen woher der Abfall des ES/Nagler-whatever-Widefield kommt. Dass es an der Anzahl der Linsen liegt ist in meinen Augen sehr unplausibel.

Grüßlis

Klaus
 
Das kommt sehr plastisch rüber, danke für die "Beweisfotos" :-)

Was mich mal interessieren würde - ICS schreibt auf der Homepage über die Nagler VI (2,5 mm - 3,5 mm - 5 mm ...), dass diese eine derartige Schärfe zeigten, so dass sie von ihnen auch bevorzugt für die Planetenbeobachtung eingesetzt werden. Gut, die spielen mit über 300 € in einer anderen Liga, aber das ES 5,5 ja auch. Ob das Nagler mit 7 Linsen da eher wie dein Ortho abbilden kann im Vergleich zu den weitwinkligen ES?

Du hattest ja in dem anderen Thread geschrieben, dass die Baader Orthos (65 €) zum Einstieg gut sind. Welche Barlow kannst du dazu empfehlen, wenn man mal noch stärker vergrößern will. Kann man für den Anfang die TeleVue achromatisch 2x (130 €) oder besser die Vixen 2x APO Barlow (119 €) mit den Baader Orthos am schnellen Spiegel verwenden?

Die andere Überlegung war schon mal: ein Vixen LVW mit 65°, das laut Beschreibung auch sehr gut für die Planetenbeobachtung sein soll. Nimmt man beispielsweise ein 3,5mm-Okular, dann kommt man 218 € ja fast auf den selben Preis wie ein BCO plus Barlow und hätte mehr Gesichtsfeld. Natürlich ist eine Barlow vielseitig einsetzbar...
 
Hallo Arndt,
die LVW kann ich für Planeten nicht empfehlen, da sie das Bild recht gelblich/braun einfärben.
Die Nagler Zooms sind einen Blick wert.
 
Hallo Arndt,

ich hab auch ein ES 4,7 mm 82°. Das müsste ein Typ Nagler sein. Aber auch dieses wird an Planeten klar von den orthos geschlagen.

Leider hab ich noch keine Erfahrungen mit guten Barlows gesammelt. Allerdings genießen die Klee und dir Düring Barlow einen sehr guten Ruf.
Ich könnte mir vorstellen, dass auch die Baader Q-Barlow ganz gut ist, mit 49.- v.a. auch sehr preiswert.

Was für ein Teleskop verwendest Du denn?
 
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@Ralf: Danke für die Info. Werbetexte klingen halt immer anders....

@Michael: Ich hab mit Barlows leider auch keine Erfahrung. Ich verwende ein 12,5 Dobson mit f/5.
 
Da dürftest Du mit der Düring Barlow bestens bedient sein, die ist nämlich komakorrigierend.
 
Hi Michael,

das ist schönes Photoshop :-) Wenn der visuelle Eindruck nur immer so wär.

Ich nutze ›nur‹ einen 12" GSO Spiegel und einen 10" SC Lichtenknecker f/15 von M. Wirth, dazu sowohl besagte Baader GO als auch die Düring Barlow. Außerdem habe ich noch 5er und 7er Nagler und eine 3-fach Televue-Barlow.

Und ich kann dir bestätigen, dass meine Lieblingskombination die Düring Barlow und die beiden 18er und 12er BGO sind. Der Hintergrund ist pechschwarz und unter Gebirgshimmel (den wir im Nachbarland S-A ja manchmal fast erreichen) habe ich bei Neptun zumindest den Farbansatz.

Wer mit dem Einblick in ein Ortho zurecht kommt, sollte es versuchen. Ich liebe die kleinen Scherben :-)

Grüße. Olaf
 
Hi Olaf,

probier doch mal das 6mm Baader classic ortho (€ 65.-) ohne Barlow, oder das 5mm Kokusai Kohki /Fujiyama HD ortho ohne Barlow.
Damit müsstest Du (zumindest auf der Achse) noch mehr Kontrast und Transmission bekommen.
 
Hi Michael,

Ja, die Überlegung ist interessant. ich habe neben dem Nagler noch ein 5mm Vixen Ortho. Das ist vom Einblickverhalten unpraktischer als 12er BGO+Düring. Das Nagler ist subjektiv weicher und etwas weniger knackig.

Die BGO benutze ich mit dem 2" GWK am Maxbright auch am Newton. Beidäugig gewinnt das vor allem an Mond und den lichtstarken Gasriesen. Das ist aber immer auch ein Ritt am Rand der Fokusreserve.

Ich geben dem kurzen BCO wohl mal ne Chance.
CS
 
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Nochmal ein Nachtrag: sind die Omegon LE und die Williams Super Planetary (gibt's in 3, 6 etc. mm) den Baader Orthos in Sachen Schärfe/Kontrast ebenso unterlegen?
 
Hui,

viel technischer Kram, und ich war in Mathe/Physik echt ne Lusche...;-).

Hab die Hälfte mal schnell durchgelesen und kapiert, vielen Dank für die Links! Um den Rest kümmere ich mich später heute. Letztendlich muss ich trotzdem auch mal ausprobieren, was mir gefällt, weil ja auch noch so Sachen wie Einblick sehr persönlich sind. Danke nochmal.
 
> Da dürftest Du mit der Düring Barlow bestens bedient sein, die ist nämlich komakorrigierend.

Ich habe ein Düring-Barlow, der Effekt ist faszinierend. Am f/4,5-ewton alles scharf bis zum Gesichtsfeldrand.

Bitte beachtet: Der recht große ABstand Barlow-Okular muss eingehlaten werden. Es gibt eine Hülse dazu zu kaufen, welche das realisiert. Sie ist aber schwer. Ich habe zwei Verlängerungshülsen ineinadergesteckt, das gibt denselben Effekt fürs halbe Gewicht.

Der Faktor ist dann 2,7! Man kann den Faktor evrringern, indem man die Barlow näher an das Okular bringt, dann ist aber die Komakompensation schwächer. Ich habes am Stern geprüft. Also muss man mit den recht kräftigen 2,7 leben.

Das bedeutet aber, dass man langbrennweitige Okulare dahinterstecken muss. Ich habe Orthos: 25, 18, 16, 12,5, 10: gibt Vergrößerungen von 160-fach aufwärts. Das 25er Ortho bekommt man nicht überall, Lajos hat eines von Kasai.

Ich habe scharfe Augen und arbeite lieber mit weniger vergrößerten, aber scharfen Bildern. 160-fach benutze ich oft an meinem 12-Zöller, weil die Luftruhe nicht mehr hergibt. Ein guter Planetenabend erlaubt dann 180x. Noch mehr kann ich nutzbringend nur selten einsetzen.

Der vielleicht wichtigste Effekt besteht darin, dass man ohne Nachführplattform arbeiten kann, selbst ziemlich am Rand habe ich komafreies (Düring-Barlow) und unverzerrtes (Ortho) Bild. Durchlaufzeit etwa eine Minute, damit kann man viel anfangen.
 
Das klingt sehr interessant! Welche Verlängerungshülse hast du genommen? Gibt da ja allerlei unterschiedliche Längen, ohne Klemmung, mit Klemmung...bzw. für die Düring selbst gibt es ja auch dieses Adapter-Kit.
 
Hallo Michael,

Darf ich fragen, wo Dein Standort liegt?

Da ich gelegentlich das Seeing messe, bin ich bei geschätzten Angaben immer skeptisch:
---> hier
(Selbst meinen eigenen Schätzungen traue ich nur bedingt, und auch nur dann wenn ich mich zeitnah "kalibrieren" kann :smiley63:)

Seeing wird immer als Durchschnitt angegeben (wenigstens einige Sekunden!) und ich halte 0,5" für nahezu ausgeschlossen.
Was nicht heisst, dass man für Bruchteile einer Sekunde mit 16" Öffnung auch mal Standbilder zu sehen bekommt. Das passiert eben auch noch bei 1" Seeing.

Zu den Okularen:
Leider gibt es eine Serienstreung bei den günstigen Weniglinsern.
Es ist kein Geheimnis, dass diese Teile auf der Achse hervorragend abbilden können, es ist aber immer etwas Glück dabei.
Habe selbst ein paar ausgesuchte Meade Plössl (alte Japan-Serie 3000 und 4000) und die halten verdammt gut mit Ethos oder Pentax mit - wenn man bereit ist das Auge in die Knopflöcher zu pressen.
Dito bei den vergütungstechnisch erstklassigen Baader BGO.
Das war's aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten.
Vom Einblickverhalten liegt zB das relativ günstige Pentax XF 8,5mm um Welten über den Knopflöchern.

Orthos unter 10mm Brennweite sind leider in kurzer Zeit zugeschmiert und/oder zugetaut.
Und wenn man eine Barlow dazu nimmt kann man auch gleich zu einem Viel-Linser greifen... muss jeder selbst ausbrobieren.

Viele Grüße
Kai
 
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Hallo fraxinus,

das war letztes Jahr im Frühherbst, bei einer stabilen Hochdrucklage und absoluter Windstille. Beobachtet über eine große Rasenfläche hinweg, tatsächlich im eigenen Garten.

Das seeing war zunächst schon gut, wurde dann aber nach Mitternacht noch besser. Man hatte tatsächlich das Gefühl, die Luft würde stehen, bzw. wäre gar nicht mehr vorhanden.

Uranus stand bei 360 facher immer noch wie ausgestanzt da, nicht eine Spur von Flimmern und Wabern. Das war wirklich ein Dauerstandbild bei 16" mit vielleicht ein bis zwei kurzen Hüpfern pro Minute.
Eine wirkliche Ausnahmenacht, von denen es pro Jahr nicht mehr als 1-2 gibt, in manchen Jahren auch gar nicht. Und da konnten die orthos richtig zeigen, was in ihnen steckt.

Aber ich kann das seeing nicht messen, nur schätzen...
 
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@Uwe: Okay, danke schön!

@Kai: "Und wenn man eine Barlow dazu nimmt kann man auch gleich zu einem Viel-Linser greifen... muss jeder selbst ausbrobieren."

Der Gedanke kam mir auch schon...
 
Naja Arndt,

die Viellinser (nicht ein einziges solches Okular!) korrigieren Dir die Newtonkoma nicht und es sind auch immer noch ein bis zwei Linsen weniger als bei den an schnellen Teleskopen funktionierenden WW-Okularen.

Das macht eine komakorrigierende Barlow und im Resultat vergrößert die Komakorrektur das beugungsbegrenzte Feld.

Eben aus solchen Gründen greifen nicht wenige Nutzer von teuren WW-Okularen zusätzlich noch zum Komakorrektor, das ist natürlich rein gar nichts für Linsenzähler.

Gruß
*entfernt*
 
Hi Günther,

ja, das stimmt wohl. Ich werde Ortho plus Barlow auf jeden Fall mal im Hinterkopf halten, will das auf jeden Fall mal ausprobieren! Die Baader Orthos sind ja recht günstig zu haben. Die Düring Barlow tut schon ein bisschen mehr weh. Hatte auch schon mal an die Baader Q-Barlow gedacht, die kostet mit 49 € die Hälfte und soll gar nicht übel sein. Mal sehen, das muss erstmal noch warten...

Danke für deine Aufklärung!
 
Hallo Arndt,

die Q-Tourret ist für den Preis nicht übel und ihr wurde hier sogar mal komakorrektur angedichtet, das ist aber Humbug.
Ich sehe gerade, dass zumindest ein "Fach"-Händler sie immer noch so absolut falsch und irreführend bewirbt:

Zitat:
Vom optischen Aufbau besitzt sie ein verkittetes Doublett (nach Carl Zeiss Barlowlinse), zudem wirkt sie komakorrigierend (wie die Konstruktion der ehemaligen Klee-Barlowlinse, nur reflexfrei). Sie ist also ideal für Newton-Teleskope geeignet.

Ja klar, die Sonne lacht im Herzen jedes Kunden,
wenn Zeiss und Klee dazu erfunden,
das Geld es zückt sich gleich viel leichter,
auch wenns ein Trick nur ist, ein seichter. :smiley64:

Am Newton, gerade mit f/5 und noch weiter geöffnet sollte es wenn, dann schon eine tatsächlich komakorrigirende Barlow sein und keine Marketingente.
Das ist dann ein Gewinn den man gegen die zusätzlichen Linsen durchaus erfolgversprechend in die Waagschale einer Entscheidung werfen kann.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Uwe und Günther,

das ist sehr spannend - denn in der Tat habe ich auch diese Info aus den Beschreibungen herausgefiltert! Und gelesen "reduziert das Newton-Koma". Gut, jetzt kann man sich über "korrgiert" und "reduziert" streiten, Dein Zitat ist da sicherlich noch irreführender.

Naja, und eigentlich ist mein Grundsatz eh: lieber gleich was Gutes... Dafür muss ich schon mal länger warten, aber alles andere bringt mir eh nur Ärger...
 
Hallo Arndt,

ich habe gerade nochmal bei anderen Anbietern geschaut und da gibt es inzwischen teilweis die abenteuerlichsten Satzkonstruktionen um noch irgendwie Komaverbesserung, Zeiss und Klee im Text zu halten. :smiley65:
Nur Baader selbst verkneift sich das nach wie vor.

Weißt Du, was für eine Luftnummer da als Komakorrektur oder Komaverbesserung verkauft wird?

Ganz einfach und auch etwas vereinfacht ausgedrückt die Tatsache, dass ein Okular X mit Brennweite 20 mm eine definierte Feldgröße abbilden kann von der wiederum ein gewisser Teil zum Rand des Feldes hin Koma zeigt.
Durch Verwendung einer Barlow an diesem 20 mm Okular, z.B. mit Faktor 2 wird eine Brennweite von 10 mm erreicht.
Das sichtbare Feld schrumpft dabei ebenfalls um diesen Faktor und damit wird auch der komatöse Randbereich entsprechend kleiner, allerdings ohne seinen prozentualen Anteil am Feld an sich zu ändern.
Dies würde man selbstverständlich auch bei Verwendung eines mit dem 20 mm Okular design-baugleichen und gleichwertigen 10 mm Okulars ganz ohne Barlow so sehen.

Gruß
*entfernt*


 
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Naja weißt du,

andere Leute erzählen uns bei Abgaswerten einen vom Pferd, mich wundert da eigentlich gar nichts mehr. ;-)

Ich danke dir für deine Ausführung. Ist für Anfänger wie mich immer äußerst hilf- und aufschlussreich!
 
Es erscheint die nun geringere Koma jedoch mit doppelter Vergrößerung genauso ausgeprägt wie zuvor ....
 
Mir ist da gerade eine (wahrscheinlich peinliche Anfänger-)Frage gekommen: wenn die günstigen Orthos ein soviel knackschärferes Bild am Planeten liefern, warum soll man sich dann eigenltlich ein vieeeel teureres 100°-Okular in dieser niedrigen Brennweite zur hohen Vergrößerung kaufen?

Ist das dann einfach der Kompromiss weniger scharfes, kontrastärmeres Bild, dafür aber 100° = mehr Zeit für das Objekt im Blickfeld, bis es weg ist und angenehmerer Einblick? Oder sind die extremen Weitwinkel-Okulare mit hoher Vergrößerung (gibt ja noch kürzere, etwa 3,5 mm mit sogar 110° von TS) eher für für etwas anderes gedacht als Planeten? Keine Ahnung, Kugelsternhaufen oder feine Detailausschnitte an Galaxien/Nebeln? Oder hängt das immer mit dem Teleskopsystem zusammen?
 
Hallo Arndt,

die Frage ist keineswegs peinlich, sondern sehr berechtigt.
Allerdings bietet sie extremen Zündstoff weil jeder seinen Weg und seine Ausgaben extrem verargumentiert und verteidigt.

Ich sehe Okulare mit großen Gesichtsfeldern bei hohen Vergrößerungen an nicht nachgeführten Teleskopen extrem im Vorteil obwohl ich auch ein Ortho(Feld) bei dreihundertfach locker nachführen kann, unter anderem weil meine Dobsons gut laufen.

Ich sehe bei diesen einfachen und guten Okulardesigns in Anwendung an Teleskopen mit großem Öffnungsverhältnis (f/5 bis f/4) nur dann einen Leistungsvorteil, wenn ich ihnen mittels guter Barlow und da dann nur ein Newton in Frage kommt, setze ich auch auf Komakorrektur, ein entspannteres Öffnungsverhältnis vorgebe.
Andere Leute sehen den Leistungsabfall einerseits und den Vorteil der Komakorrektur andererseits unkritischer oder gar nicht.

Auch die Verbesserung des Augenabstands und des Komforts durch längerbrennweitige Orthos und Barlow wird von mir begrüßt, von anderen nicht bemerkt oder benötigt.

Die dicken WW-Okulare mit ihren Linsenstapeln sollen zu viel Licht schlucken und in der Summe aller Linsen auch eine zu hohe Fehlerquote und Streu-/Störlichterzeugung haben, um ähnliche Schärfe zu erreichen, wie die Orthos.
Mond und Planeten haben Licht genug und sehr gute WW-Okulare stehen den Orthos daher m.E. so wenig nach, dass man sich sehr versiert und an speziellen Objekten/Details auf die Suche nach den Unterschieden machen muss.

Okay, man braucht dann eigentlich auch noch einen Komakorrektor und ja, manchmal denke ich, die im Vergleich als deutlich sichtbar schlechter erkannte Leistung des WW-Okulars liegt schlicht an der Tatsache, dass die schwere Zuladung am OAZ die Justage des verwendeten Teleskops zerschossen hat.
Das passiert schneller als man denkt und ist mir auch schon passiert, aber Ursachenforschung ist ein schwieriges, folgekostenträchtiges und undankbares Geschäft, daher wird das häufig unterlassen.

Gruß
*entfernt*
 
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