Astro-Einstieg von Balkon & Garten

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Venatus

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Hallo,

nach unzählig gelesenen Webseiten und Foreneinträgen schwirrt mir der Kopf. Es gibt ja Unmengen von Meinungen und Informationen. Einen Einstieg hätte ich mir leichter vorgestellt.

Ich suche ein passendes Set up für meinen Einsteig in die Astronomie. Daher vorweg meine Rahmenbedingungen. Auf Grund von Familien- und Jobsituation fehlt mir schlichtweg die Zeit, um in den nächsten 1-2 Jahren regelhaft an "dunkle" Beobachtungspätze zu fahren - daher suche ich eine Lösung, mit der ich von Balkon und Garten aus, die Astronomie und Equipment kennenlernen kann.

Ich bin Ende 30, Brillenträger, Großstadt-Randbewohner mit Süd-Balkon von ca. 2,0 x 2,0 m. Die letzten Wochen übe ich mit Augen, Fernglas und Astrokarte den Nachthimmel kennenzulernen. Im nächsten Schritt würde ich gerne folgendes mit einem Teleskop erreichen.

a) Den Aufbau in kürzester Zeit "daheim". Justage traue ich mir mit etwas Übung durchaus zu, weswegen das kein K.O. Kriterium sein muss. Geringes Gewicht und schneller Aufbau wären Top.
b) Zunächst rein visuelle Beobachtung, also keine Astrofotografie. Um Lichtverschmutzung komme ich jedoch nicht herum.
c) Gelegentlich gut sichtbare Objekte wie Mond, Jupiter oder andere Planeten vergrößern - schön scharfe Konturen bei hoher Auflösung und sind mir da lieb. Vermeiden möchte möchte ich auf wacklige Bilder (Montierung) und zu engen Tunnelblick (Okular).
d) Den Nachthimmel auf angenehme und einfache erkunden und mich zu Status Quo (Auge & Fernglas) an tollen Objektkonstellationen erfreuen... ich glaube, der Kreis hier, würde es Spechteln nennen. Hier würde ich an Okular und Co. gerne die Möglichkeiten mit hohem Eigengesichtsfeld nutzen.

Die Kriterien sind der Priorität nach geordnet.

In 1-2 Jahren, wenn sich meine persönlichen Rahmenbedingungen ändern, würde ich gerne die Möglichkeiten von dunklen Nachthimmeln mehr erschließen. Hier würde ich dann auch in weiteres Equipement investieren, zwecks Beobachtung von Deep-Sky-Objekten. Daher wäre es für mich hoch interessant, möglichst viel Zubehör weiter verwenden zu können, so z.B. Okulare, Filter, usw.. Bis dahin habe ich sicherlich auch mehr Praxiserfahrung, um mir selbst den Bedarf gezielter aufzeigen zu können.

Mein finanzielles Limit für den weiteren Einstieg in die Astronomie würde ich auf 1.000 Euro festlegen, in Summe für Tubus, Montierung, Okulare, Filter und weiteres Zubehör, wie z.B. Telrad und warme Unterhosen :smiley47:

In meinen ersten Recherchen habe ich ermittelt, dass ich neben dem Tubus auch eine geeignete Montierung benötige. Ein Übersichtsokular brauche ich auch, für Planetenvergrößerung vermutlich mindestens 2 Okulare, von OIII und Graufiltern habe ich gelesen. Schwer verdaulich sind da tolle Webbeiträge zur Austittspulille... weswegen ich den "Profis" hier mal mein Alter + Brille als Rahmenbedingung mitgeben wollte.

Den Einsteigerecken von Sven Wiensteins, Bernd Leitenberger und diverser Foren habe ich mich bereits gewidmet. Seither bin ich hin und her gerissen, zwischen einfach loslegen und Suchen nach der Lösung für meine Rahmenbedingungen. Ich neige zu letzterem, auch wenn dies zu leichter Überforderung bezüglich des Wissens zu Optik & Co. führt.

Was ich nun sehr hilfreich fände, wären konkrete Empfehlungen für ein Einsteiger-Set up, speziell für meine o.g. Parameter.

Für alle Hinweise und Antworten möchte ich mich im Voraus bedanken. Auch dafür, welche Hardware man i.d.R. auch gebraucht kaufen könnte und worauf ich als Laie dabei achten sollte.

CS und viele Grüße,
Olaf
 
Hallo Olaf,

also ich würde dir ein Newton Teleskop mit parallaktischer Montierung empfehlen. Am besten mit Goto, damit Du nicht zu viel Zeit brauchst zum Objektsuchen. Ich würde ein 6 oder 8" Newton empfehlen- am besten f/5 oder f/6. Das würde dann sowohl fürs Beobachten als auch später wenn Du willst für Astrofotografie passen.

Hatte (oder besser habe noch- verkaufs aber jetzt) praktisch das gleiche im Garten. Ich bin auch nie wo hin gefahren damit.
Ich hab eine Betonsäule im Garten dazu gemacht. Da war dann die Montierung drauf und ich hatte in ca 30 min alles aufgebaut und justiert, und solange daurt eh der Temperaturausgleich auch.

Schöne Grüße,
Klaus
 
Für 1000€ bekommt man dann aber nix "gescheites" bzw. kann es später nicht erweitern.

EQ5 und 8 Zoll geht sicher noch visuell, mit Goto reichen aber 1000€ auch nicht bei Neukauf. Was größeres bekommt man später auch nich aufgesattelt da es mit dem 8 Zoll schon ausgereizt ist, zumindest was den Newton angeht.

Und EQ3 mit Goto und 6 Zoll steckt man halt auch fest, keine erweiterbarkeit weil auch schon an der Grenze des sinnvollen.

Bliebe nur ne EQ mit Motoren und 8 Zoll Newton.
Damit wären die 1000€ auch so gut wie ausgereizt.

Gruss
alffrommars
 
Hallo Olaf,
wie vor kuzem geschrieben bin ich mit einer NEQ5 und einem 6" F/5 GSO-Newton gestartet und würde diese Kombination jederzeit empfehlen. Ich habe gleich die Foto-Version mit Koma-Korrektor genommen, da mein primärer Antrieb die Fotografie ist.

Mit einem 6"-Newton hast Du bei der Montierung noch genug Luft, um mit der Astrofotografie zu beginnen. 8" auf einer NEQ5 geht nur visuell, fotografieren ist meiner Meinung nach zu wackelig.

Refraktoren mit ähnlicher Lichtstärke sind typischerweise deutlich teurer, zumindest wenn Du später damit fotografieren willst.

Als Okulare habe ich mit den HR Planetary von Teleskop-Service begonnen: 25mm, 8mm und 5mm.

Auch Dir der Rat: kein Teleskop zu haben finde ich deutlich schlechter als eines, das sich später als nicht ganz optimal rausstellt.

VG
Wolfgang
 
Hallo Olaf,

nochmals zum Preis: Um 1000 Euro neu kommst sicher nicht sehr weit. Ich würd aber am Anfang überlegen ob es nicht Sinn macht gebraucht zu kaufen. Dann kannst mal testen ob es "Dein" Hobby ist und wenn nicht verkaufst es weiter. Ich hab auch meine erste und zweite Ausrüstung gebraucht gekauft bis ich zum ersten mal eine neue Montierung und ein neues Teleskop gekauft hab.
Gebraucht wäre 8" Newton mit Montierung auch möglich um 1000 Euro denk ich.

Schöne Grüße,
Klaus
 
Hallo Olaf,

meine persönliche Empfehlung wäre ein 8 bzw. 10 Zoll Dobson, weil dieser Deinen Kriterien gut erfüllt. Später kannst Du den Dobson auf eine Plattform stellen und hättest eine Nachführung. Filter wie UHC o. OIII solltest Du in 2 Zoll kaufen, weil diese später auch in einen Filterschieber passen. Bei den Okularen gilt: bei einem Teleskoptreffen oder nahen Sternwarte selber durchschauen und entsprechend entscheiden. Vielleicht wohnt ein Forumsmitglied in Deiner nähe und ist bereit Dich zu unterstützen.
Ich bin auch Brillenträger und setze diese am Okular ab, weil ich am OAZ meine Fehlsichtigkeit ausgleiche.
Viele Grüsse
*entfernt*
 
Hi Olaf,

Du suchst was zum schnellen Aufbau, bist zunächst visuell unterwegs und hast zwar keine Zeit, optimale Beobachtungsbedingungen zu realisieren, aber 1000 EUR. Damit kann man durchaus was machen denke ich.

Wegen Dieser Randbedingungen: Fotoambitionen hinten anstellen, möglichst viel Öffnung wegen Balkon/Garten für wenig Geld, mindesten 8 Zoll, besser 10, falls finanziell möglich und nicht zu schwer auch 12", am besten gebraucht, kein elektronischer Schnickschnack. Und wenn Du nach 1-2 Jahren weisst was für Dich gut ist mit möglichst wenig Verlust wieder verkaufen.

Ich würde nen China-Dobson und Hyperion-Okulare empfehlen.

Warum?

Die gutgemeinte Empfehlung, gleich am Anfang für später richtig zu kaufen wird mit 1000EUR nicht funktionieren glaub ich. Mit Fotografie schon gleich gar nicht.

Ich seh grad, dass bei den Skywatcher Dobsons schon ein 30mm Erfle in 2" dabei ist und ein 9mm Superplössl. Die Okus werden nicht der Brüller sein. Insbesondere das 30mm wird am Rand recht verzogen abbilden. Vielleicht reichts Dir aber am Anfang. Noch ein 13mm und ein 5mm Hyperion dazu, zusätzlich Telrad oder Riegel Quickfinder dazu nen Laser oder ein Concenter Justierokular dazu. Deep Sky Reiseatlas und Rotlichtlampe noch und los geht's.
Hyperions bieten schon einiges an Leistung und haben bereits ein angenehmes Feld. Besser wird recht schnell recht teuer werden, besonders beim Übersichtsokular ;).
(Vermutlich sind die neueren APM/Skywatcher/Celstron-Okus mit 68° gleich gute/schlechte Alternativen zu den Hyperions, kenne ich selbst aber nicht).
Filter: ja, wenns Geld reicht. Am besten Astronomik UHC in 2". Das wäre vielleicht sogar ein Kandidat für längere Zeit :)

Grüßlis

Klaus



 
Hi Olaf,

streich bei b) doch die Anmerkung "zunächst". Sich diese Option offenlassen zu wollen ist nicht nur teuer, sondern auch unsinnig: falls man sich für visuelle und fotografische Astronomie interessiert, holt man sich dafür 2 Geräte. Ausnahme bildet Planeten/Sonnen/Mondfotografie - dazu verwendet man andere Kameras bzw. Aufnahmetechniken, die mit jeder (motorisierten) Montierung klappen.

Probleme bereitet mir aber vor allem dein Himmel - am Stadtwald ganz im Süden ist er erstaunil 'ok', aber nach Norden bekommst Du spätestens ab der Achse Zeil/Zoo einen rotbraunen Matsch mit sehr sehr wenigen Sternen. Eichsterne findet man darin gerade noch, genügend Sterne zum Aufsuchen aber kaum. Die Beobachtung im niederenbis mittleren Vergrößerungsbereich - Filter vorausgesetzt - geht gerade so; Genuss sieht anders aus.

Ist zufällig schon ein kleines Fernglas vorhanden? Damit könnte man überprüfen, ob man per Starhopping ans Ziel kommt, ob GoTo meistens doch der Retter wäre oder ob man es gleich lassen sollte.
Davon hängt dann auch maßgeblich die Wahl des Teleskopsystems ab.

cs
Jürgen
 
Hallo,

zunächst ein mal vielen Dank für Eure bisherigen Hinweise. Ich lese da schon einige "klare" Tendenzen raus. Gerne fasse ich es mal aus meinem Verständnis zusammen - bitte korrigiert mich, falls ich etwas nicht richtig darstelle.

Eines vorweg. Ich habe gar kein Interesse an Astrofotografie, auch nicht später. Da hatte ich mich wohl falsch ausgedrückt.

Der Tipp zur optischen Bauart geht tendenziell zum Newton. Ein Dobson hätte bisherigen Recherchen eher für "dunkle Umgebung und Deep Sky" als geeignet verstanden. Den Praxistipps hier aber entnehme ich, dass ich auch auf dem Balkon einen Newton (Dobson) für meine Ansprüche (Planeten und andere lichttstarke Objekte) nutzen könnte. Gibt es für meine Rahmenbedingungen eine Empfehlung zwischen 6 oder 8 Zoll, z.B. wegen Gewicht oder weil es bei den Lichtbedingungen völlig egal ist?

Bei der Montierung lese ich heraus, dass ich auf das Gewicht der Tubus + Zubehör achten sollte. Go to wäre eine Option, aber im Budget nicht wirklich drin (Neuware). Wäre diese Montierung auch eine Emfehlung, wenn Fotografie kein Teil der Anforderung wäre? Bei Dobson ist die Rockerbox eher Belastungsunkritisch...?

Die Hyperionokulare hatte ich in einem Blog auch schon gelesen. Ist hier um die 70° das in meinem Budget maximale bzw. machbare? Da ich perspektivisch einen Dobson für denkbar halte (mehr Zeit, auch für Fahrten ins Dunkle und Deep Sky) würde ich auf 2" setzen, wo es möglich ist - um diese Komponenten mit zu nutzen. Gibt es bei Preis-Leistungs-Überlegungen eine Empfehlung für Planeten... ich hatte irgendwo mal gelesen, dass für bestimmte Zwecke sogar die "einfachsten" Qualitätsstufen ("Ortho") völlig ausreichend wären.

Ein gänzlich neuer Gedanke kam mir bei dem Hinweis, dass eine Beobachtung auch ohne Brille machbar sei. Ist es bei mittlerer Kurzsichtigkeit völlig egal, ob ich mit oder ohne Brille durch Okular/ Teleskop schaue?

Noch eine Frage zu Okularen. Kann man eigentlich jedes Okular auf jedem Teleskop benutzen - mal vorausgesetzt, die Größe 1,25" bzw. 2" ist am OAZ gleich? Gemeint ist, dass ein hochwertiges Okular z.B. für mittlere Vergrößerungen auch bei Gerätewechsel weiter verwendet werden können.

Wenn ich also alle bisherigen Hinweise zusammenfüge...
* ein Einstieg mit 1.000 Euro sind kanpp bemessen, aber machbar (wow)
* Newton auf parallaktischer Montierung (EQ irgendwas, je nach Gewicht)
* Filter in 2" OIII oder UHC
* Okulare nach Hyperion schauen, sinnvolle Staffelung für Einstieg umfassen 5mm, 13mm und 30mm für Übersichtsokular


Letzte und ernst gemeinte Frage, wobei ich keine Glaubensdiskussion auslösen möchte. Warum findet man in der Bucht und anderen Verkaufsplattformen so Unmengen von fast neuen Dobsons, wenn diese doch so oft als Einsteigergerät empfohlen werden?

Vielen Dank für Eure Unterstützung und beste Grüße,
Olaf
 
Hallo Jürgen,

hatte deine Antwort erst gesehen, als ich meine angesendet hatte.

Das "zunächst" ist gestrichen, weil nur visuell und kein Foto gemeint war.

Ich wohne im Norden, eher an der Grenze zu HG. Es gab zuletzt durchaus Nächte, in denen ich relativ viele Sterne sehen konnte. Mit bloßem Auge und mit Fernglas konnte ich Jupiter, Sirius, Rigel, Zwillinge und Richtung Westen/ Norden sogar Cassiopaia sehen. {ich hoffe, dass diese Sterne/ Sternbilder waren, zumindest bilde ich es mir ein.}

CS
Olaf
 
Hi
konkrete Empfehlung, check das mit dem Himmel nochmal.
Im RMG grade in FFM ist der Himmel so hell, dass Du schon mit wenigen KM fahren einiges gewinnen kannst.
Wenn es unbedingt jetzt sein muss mit dem Gerät, dann rege ich an, Dir das anzuschauen:
- Skytee-Montierung
- Leuchtpunktsucher, wie Baader Skysurfer u.ä.
- 6" f/5 Newton von z.B. GSO., Celestron oder Skywatcher
- Karkosachka oder ein kleinerer Atlas des Himmels

Bis dahin sind wir bei ca. 700 EUMEL

Der Rest dann für Okulare, Alukoffer, RoteLmape ( Fahhradrücklicht) etc.
CS
 
Hallo Olaf,

ohne Interesse an der Fotografie, also nur für visuelle Beobachtungen, läuft auch auf einem Balkon und auch bei vordergründigem Hauptinteresse an Mond und Planeten alles auf einen Dobson zu.
Da wiederum ist ein 8" f/6 Fernostdobson vom Preis-/Leistungsverhältnis her wirklich unerreicht und Du kannst zunächst mal sogar unterhalb deines Budgethöchstrahmens bleiben.
Mehr Geld ausgeben geht natürlich immer, verspricht auch eventuell mehr Seherlebnis, aber was tust Du wenn nach einigen langen Teleskopnächten das warme Bett doch mehr zieht als das Teleskop, zumal die Kombi aus Beruf und Familie tagsüber recht fordernd sein kann.
Ich habe einige Hinweise, teils mit weiterführenden Links zusammengetragen, wie

Zubehör zum 8" f/6 Dobson

für einen erfolgreichen Start aussehen kann und befasse mich weiterhin auch noch mit der Justierung als (nach meinem Dafürhalten)

ersten Voraussetzung für einen guten Newton

und dabei auch mit einem sehr guten Tool um zu einem sehr guten Justageergebnis zu kommen.
In dieses Thema muss man sich irgendwnn als Newtonbesitzer reinfinden, anleitungen gibt es reichlich.
Fürs Erste und fürs Grobe halte ich an einem f/6 Newtons diese

Justieranleitung ohne Hilfsmittel

für völlig ausreichend.

Gruß
*entfernt*
 
Guten Abend noch mal,

Danke auch an Antares und Günther, die Links sind schon beim Überfliegen hilfreich.

@Antares: Ich habe grade mal den Himmel abgesucht und fast alle vorhin aufgezählten Sterne kann ich sehen. Sehr viel mehr ist drum rum nicht zu erspähen, auch weil grade Wolken umherziehen. Ob das Eichsterne sind, weiß ich nicht. Wenn ich nach etwas Speziellem schauen sollte, bitte erklären... da ich = absoluter Anfänger ;-)

@Günther: Sind für mich "klassisches" Newton und Dobson gleichermaßen geeignet. Hier bezogen auf die Rüstzeit und Größe. Ne Erhöhung für die Rockerbox wegen Balkonbrüstung, kann ich bauen.

Was mir noch helfen würde, wären Antworten auf meine offenen Fragen.
Ansonsten würde ich mal beginnen mir konkrete Produkte und Zusammenstellungen zu suchen. Damit würde ich dann wieder in diese illustre Runde kommen.

CS und gute Nacht,
Olaf
 
Hallo Olaf,

bei mittlerer Kurz oder Weitsichtigkeit lässt sich die Fehlsichtigkeit ohne Probleme am Okularauszug ausgleichen, du kannst die Brille am Okular absetzen. Ich hänge sie mir an eine Kordel, zum Aufsuchen brauche ich sie schon.

Am günstigsten kommt der Acht Zoll Dobson, damit geht sowohl Planeten als auch Widefield gut. Auf dem Balkon musst du den eventuell auf ein kleines stabiles Tischlein stellen. Ich mach das auch manchmal, so richtig begeistert bin ich davon aber andererseits nicht.

Als Alternative zu den genannten Optionen wäre noch ein Celestron C6 bzw deren modernere Varianten überlegenswert. Mit Goto neu um 1200 EUR zu haben. Ist aber nicht ganz so ein Allroundtalent wie der Dobson oder auch die bereits vorgeschlagenen Newtons, weil Widefield hier nicht mit ganz so viel Feld möglich ist. Dafür wesentlich kompakter und am Planeten oder anderen Objekten für hohe Vergrößerungen ähnlich leistungsfähig wie ein 150mm Newton.

Ist zum Teil auch Geschmacksache für welches System man sich entscheidet. Ich mag es gut und günstig und mit wenig Technik. Dass das manuelle Aufsuchen mal dauert oder gelegentlich nicht klappt ist mir egal. Aber jeder Jeck ist halt anders.

CU
Klaus
 
Hallo Olaf,

vor kurzem stand ich wie du jetzt auch vor den vielen Fragen, und habe mir dann ein 10" Dobson zugelegt, ohne Goto. Als Brillenträger beobachte ich ohne Brille. Beobachtet wird in meinem Garten etwas südlich von dir (zwischen F und DA). Ich empfehle dir wie von Antares bereits angemerkt deinen Himmel zu checken (Grenzgröße FST, schau dir auch mal die Bortle-Skala an). Ohne Leitsterne wirst du mit einem Leuchtpunktsucher z. B. nicht viel finden (M3 z. B.). Zu beobachten wird dann bei dir sein: Offene Sternhaufen, Kugelsternhaufen. Einige Planetarische Nebel. Einige Galaxien. Große Nebel (ausser Orion) wohl eher nicht ohne Filter. Natürlich die großen Planeten und der Mond. In Skychart kannst du deinen Horizont eintragen und schauen, was du sehen kannst/könntest. Habe mir den Karkoschka und den Deep-Sky Reiseatlas (mit Telrad) zugelegt und kann es nur empfehlen.

Zu deinen Fragen:

Beim Dobson handelt es sich um ein Newton Teleskop in einer Rockerbox. Vorteil: Günstigste Montierung, dein Geld kann in die Optik investiert werden. Schau mal, was gute Montierungen (EQ3 aufwärts) kosten. Zu dem Thema kannst du bei den Deep-Sky Brothers (Seite von Antares) nachschauen, da gibt es eine Tabelle welche Montierung welche Optik "vernünftig" trägt. Für mein 10" Dobson etwa EQ6 aufwärts. Da ist die Montierung teurer als mein Teleskop.

Für dich zu überlegen ist dabei wie dein Balkon beschaffen ist. Wenn mein 10" Dobson waagerecht ausgerichtet wird, ist die Öffnung auf Kniehöhe, vermutlich deutlich tiefer als die Brüstung. Du müßtest also mal deine Situation prüfen, ab welcher Höhe bei dir der Himmel anfängt. Meine Erfarung ist ausserdem, das ich in meinem Garten nicht unter 20° beobachten möchte wegen Lichtverschmutztung, Lufttrübung usw..

Zu den Okularen: Ja, Okulare kann man weiterverwenden. Unterschiedliche Brennweiten ergeben aber unterschiedliche Vergrößerungen und APs, und einfachere Okulare harmonieren wohl nicht immer mit schnellen Teleskopen (Öffnungsverhältnis). Dabei geht es aber wohl eher um die Randabbildung.

Ich habe (habe damals auch die von dir genannten Seiten gelesen) folgende Okulare im Einsatz: 30mm Erfle (mitgeliefert), 20, 9 & 6mm 66° (Goldkante), 9mm Plössl (mitgeliefert). In Kombination mit einer 2x Barlow (eher selten im Einsatz). Die 3 Goldkanten haben weniger gekostet als ein Hyperion. Ich will erstmal Erfahrung sammeln und schauen, ob ich dabei bleibe, dann werde ich eventuell auch in teurere Okulare investieren. 2"-Okulare machen nur Sinn bei längeren Brennweiten, abhängig vom GF. So ab 20mm, je nach Okular und Teleskop. Schau mal bei den Deep-Sky Brothers auf der Seite. Orthos sind ja für die Hochvergrösserung gedacht, beim Dobson bevorzuge ich aber ein größeres GF für weniger nachschubsen. Kannst du dir in Stellarium anschauen mit der Okularsimulation. Da sieht man, wie das Objekt durchs Okular läuft. Mit meinem 6mm ungefähr 1 Minute; mit einem Ortho 40 Sekunden? Und 6mm ist noch nicht die Maximalvergrösserung!

Austrittspupille solltest du mal nachlesen. Grob gesagt definiert die Pupillenöffnung deines Auges die AP des Okulars (die AP sollte durch die Pupillenöffnung passen). Je dunkler die Umgebung desto größer die Öffnung deiner Pupille, maximal aber 8mm (in der Jugend). Eine Aussage ist, das die AP ungefähr der Lichstärke der schwächsten zu sehenden Sterne ist (FST). Auf deinem Balkon 4 mag? Dann AP max. 4mm. Wie berechnen? Das Öffnungsverhältnis (Durchmesser / Brennweite) hilft dir. Mein 10" Dobson hat f/5. Daraus folgt: Okularbrennweite durch 5 = AP. Wären dann 20mm Okularbrennweite für 4mm AP.

Auch ich hatte überlegt ein 8" Dobson zu kaufen, fand dann aber für mich den 10" Dobson insgesamt günstiger.

Grüße und CS,

Martin
 
Hallo Olaf,

eine offene Frage ist dem "Überfliegen" der Links geschuldet, dieser Link
http://www.home.uni-osnabrueck.de/ahaenel/aol/lightpol.html
hilft bei der Bestimmung der Himmelsqualität
ist in meinem Link zum Zubehör enthalten, weil die Himmelsqualität entscheidend für die Auswahl des ersten Übersichts-/Aufsuchokulars ist.

Mit den "klassichen" Newtons meinst Du sicherlich parallaktisch montierte Newtons.
Das brauchst Du nicht, wenn Du nicht langzeitbelichtend fotografierst und visuell kostet es grob gesagt, bei gleichem Preis zum Dobson deutlich Öffnung.
Hinzu kommt, dass am Newton (ohne Rotationsschellen) der Einblich ins Okular bei parrallaktischer aufstellung schon mal unangenehm, weil schlcht erreichbar werden kann.

Da sind azimutale Montierungen (einer Rockerbox/Holzkiste ist eine azimutale Monti) visuell besser.
Das gibts natürlich mit Stativ (Armin/Antares schägt so was vor). Geht auch mit Motorisierung und GoTo für jede Gewichtsklasse und jeden Geldbeutel.

Die Brüstungshöhen am Balkon werden häufig überschätzt. Ein massiver Unterbau muss nicht besonders hoch sein und es kommt auch auf den Abstand zum Geländer an. Tief am Horizont hast Du eh meistens zu viel Aufhellung durch Störlicht und das Licht muss auch einen viel weiteren Weg durch unseren Dreck zurücklegen.
Mein Balkon ist 100 cm breit und der Selbstbau Dobs ist ein 6-Zöller, der aber genau so lang ist wie ein originaler 8" f/6 Chinadobs.
Link zur Grafik: http://vangestel.de/astrozoom/images/simplelists/neu/img_0957.jpg
Was da im OAZ steckt ist ein

Binoansatz

Wenn man damit klar kommt, ist das für Mond und Planeten unheimlich spannend. Das nur für später, falls das Hobby verfängt.
Sinnvoll Geld loswerden ist dann kein Problem und macht Spass. Am Anfang sinnlos Geld verprassen kann ärgerlich werden.
als mach es Schritt für Schritt. Mit einer Grundausstattung loslegen, Spass haben und dann erst weiter sehen, also einge Erfahrungen und erkannte Bedürfnisse in die künftigen Kaufentscheidungen einbauen.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
ich muss ehrlich sagen, mir wird etwas Angst, wenn ich hier was von 10" Dobsons lese! Der passt zwar auf den Balkon, aber wo soll Olaf hin? Und wer holt ihn vom Bürgersteig, wenn er versucht hat, dem Okular über die Balkonbrüstung zu folgen??
Ich habe selber einen Balkon mit 2mx1,5m - das ist extrem beengt - und im ungünstigsten Fall muss man, wenn man z.B. vom Ost auf den Westhimmel wechseln möchte, das Teleskop in die andere Ecke umräumen...
Eine sehr gut brauchbare Lösung hat Antares genannt - nen schicken 6"/f5-Newton auf ner azimutalen Montierung und fertig - im einfachstem Falle ne Pipemount aus dem Baumarkt.
Und im optimalen Fall, ersetzt man ein oder zwei Stativbeine durch kurze Schraubklemmen und montiert diese an der Balkonbrüstung - das schafft nochmal Bewegungsfreiheit auf dem Balkon. Nen Blumenkasten als Okularablage umfunktioniert - spart auch Platz.
Und nen kleiner 6"-Newton ist auch später noch nen schönes mobiles Teleskop.

vG Ronald
 
Hallo Roland,
Wer sich auf einem Balkon mit 2 x 2 Metern mit einem üblichen 8 bis 10 Zoll Dobson in Absturzgefahr bringt, sollte die Balkontüre zumauen.
Nein, er sollte sie zumauen lassen, denn er würde sich vermutlich mit den Steinen erschlagen oder im Mörtelkübel ertrinken.
Wenn da natürlich noch eine große Ratansitzgruppe und ein Spanferkelgrill stehen wird es eng.
Auch zu eng für kleinere Rohre mit ausladendem Stativ.
Ich traue aber jemandem der die Fläche nennt zu, das er so etwas kalkulieren kann.

Gruß
*entfernt*
 
Servus,

wenns _nur_ Balkon wird wäre ne Montierung tatsächlich zu ueberlegen. Es war ja auch garten erwaehnt. Check vielleicht vorher deinen Platz mit nem Besenstiel ab wieviel Bewegungsfreiheit du hast. Ohne not würde ich nicht auf ein 6zoll Röhrchen gehen. Grad bei ungünstigen Verhältnissen zählt oeffnung - meine Erfahrung einfach.

cu

klaus
 
Hallo Olaf,

deiner Schilderung nach, das du Jupiter, Zwillinge, Orion und Cassiopeia siehst, ist deine Blickrichtung aber eher westlich?

Zur Beurteilung der Himmelsqualität gibt es mehrere Methoden: FST und Bortle-Skala. FST heißt, du versuchst anhand der Magnitude der gerade noch sichtbaren Sterne die Qualität zu bestimmen. Bortle-Skala einfach mal googlen.

Schau mal, ob du M45, die Plejaden siehst. Dann schau mal, ob du M44, Bienenkorb oder Krippe, sehen kannst. Dabei kannst du auch gleich versuchen, das Sternbild Krebs (eher unauffällig) zu erkennen . Östlich wäre dann auffälliger der Löwe zu finden. Wenn nicht, nimm einen Sternatlas und schau, welche Sterne du im Sternbild Zwillinge erkennen kannst.

Zur Planung noch als Vorschlag:

- Höhenverstellbare Sitzgelegenheit
- Ablage (Tisch) für Okulare, Lampen, Kataloge (könnte aber eng werden auf dem Balkon)

Im übrigen ist ein Dobson schnell aufgebaut: Rockerbox auf den Balkon stellen, Tubus holen und in die Rockerbox stellen. Fertig. Wo willst du dein Teleskop aufbewahren? Weil die Schlepperei dann, wenn Treppen oder enge Türen ins Spiel kommen, eventuell doch nerven kann und dann ein kleines leichtes Teleskop besser ist, als das große was zu schwer ist und im Keller bleibt.

Filter werden dir nur bei bestimmten Nebeln helfen, bei Sternhaufen und Galaxien nicht. Und Galaxien sind in der Regel lichtschwach.

Als Vorschlag für den Stadtbeobachter: https://www.astroleague.org/al/obsclubs/urban/urbanld.html

Grüße und CS,

Martin


 
Hallo Ronald,

meinen 10" stelle ich im Garten auf eine 2x2m Campingdecke, falls mal was runterfällt. Das Teleskop selber hat aufgestellt einen Radius von 1,6m, zur Brüstung wären dann noch 20cm Platz bei mittiger Aufstellung. Da ich davon ausgehe, das Richtung Balkontüre / Hauswand nicht beobachtet wird, könnte man das Teleskop noch in diese Richtung verschieben. Ein 8" wird ähnlich groß sein, weil gleiche Rohrlänge.

Bei Nichtbenutzung schwenke ich den Dobson in die Zenitstellung und kann mich drumherum bewegen.
Über ein voll ausgefahrenes Stativ könnte man stolpern, das darauf befindliche Rohr ist dann auch eher im Weg wenn man sich bewegen will.

Was mir jetzt aber doch zu denken gibt ist dein Vorschlag den Tubus mit Rohrschellen an der Brüstung zu befestigen, der Dreh-Mittelpunkt ist also auf der Brüstung und der (Newton-)OAZ in der Regel dann dort wo du Olaf nicht haben wolltest? Das würde ich nur mit einem Refraktor bzw. einem Schmidt-Cassegrain machen.

Grüße und CS,

Martin
 
Hallo Roland,
wenn ich eine Montierung am Geländer befestige, dann wären nur noch Refraktoren, Schiefspiegel oder RC/MC/SC sinnvoll - bei 1000 Euro kaum realisierbar.
VG
*entfernt*
 
Hallo Martin,

mein Balkon geht schon Richtung Süden. Allerdings kann ich mit etwas links und rechts spähen sowie aus anderen Zimmern, auch mehr vom Himmel sehen

Habe jetzt mal die Hinweise zur Magnitude verfolgt und werde bei nächster Gelegenheit eine Einschätzung geben können. Hierzu gefragt... zählt hier nur Beobachtung mit bloßem Auge?

------------------
Zur Diskussion bezüglich meiner Sicherheit bin ich grade zwischen Schmunzeln und Sorge hin und her gerissen ;-)

Aber im Ernst. Vielen Dank für den facettenreichen und hilfreichen Dialog. Tolles Forum - als gefühlter Zwischenstand.

CS
Olaf
 
Hallo Olaf,

Ich finde für den Einstieg einen 8-Zoll Dobson am besten, noch transportabel, nicht zu teuer und schon brauchbar. Viele bauen sich die Geräte auch selber.
Frage doch mal bei Astro-Optik Martini an, ob er etwas im Angebot hat, möglichst mit selbstgeschliffenem Spiegel, vielleicht kann er auch einen Bausatz schicken.
Für etwas Beobachtungspraxis wäre eine Sternwarte in der Nähe ganz günstig; die Objekte sehen durchs Teleskop schwächer aus als auf Fotos. Man erkennt sie oft nur schemenhaft durchs Okular, obwohl man eine deutliche Struktur erwartet. Und ein dunkler Nachthimmel ist sehr viel wert, aber auch in Stadtnähe kann mit Einschränkungen noch beobachtet werden.

Viele Grüße,

Andreas
 
Hallo Olaf,

die Grenzgröße / Magnitude bestimmst du mit dem freien Auge, auch mit indirektem Sehen. Google mal nach der Fachgruppe Deep Sky und schau dir deren Deep Sky Liste an, dort finde ich es sehr gut erklärt. Alternativ die Bortle-Skala, interessant was man als Stadtmensch alles nicht sieht (Zodiakallicht?, Regionen der Milchstrasse werfen Schatten?).

Die Grenzgröße bestimmt dann auch, wieviel mehr ein Teleskop zeigen kann.

Grüße und CS,

Martin
 
Hi Olaf
Zitat von Venatus:
...mein Balkon geht schon Richtung Süden. Allerdings kann ich mit etwas links und rechts spähen...
damit sind parallaktisch montierte Teleskope (wie erwartet) nicht wirklich nutzbar - zum Einrichten benötigt man freie Sicht auf Polaris, vzw. auch Kochab. Also nach Norden. Klar, visuell könnte man das auch grob irgendwie hinbekommen etc. - aber bei Nachteilen wie Schlepperei, Kosten und bei Newtons noch den zu drehenden Tubus kann ich in dem Konzept selbst als bekennender 'Parallaktiker' nichtmal Vorteile erkennen.

Zitat von Venatus:
...sowie aus anderen Zimmern, auch mehr vom Himmel sehen...
Bei geschlossenen Fenstern hat man einige unvergütete unpolierte Glas-Luft Flächen, bei geöffneten Fenstern übelstes lokales seeing... man kann also mal kurz mit einem einfachen Ferlglas rausschauen, aber Beobachtungen, selbst mit dem bloßen Auge, sind nicht wirklich möglich.

Zitat von Venatus:
Habe jetzt mal die Hinweise zur Magnitude verfolgt und werde bei nächster Gelegenheit eine Einschätzung geben können. Hierzu gefragt... zählt hier nur Beobachtung mit bloßem Auge?
Ja, da zählt das bloße Auge. Mein Tipp mit dem Ferngla war nur dazu da vorab abzuklären, ob sich ein Sucher verwenden lässt. Deiner Beschreibung nach sollte das aber kein Problem sein.
Mit der Abschätzung deiner visuellen Grenzgröße lässt sich nebenbei mehr sagen, als eben nur ein Faktor der Himmelsqualität. Neben anderen Faktoren hängt davon ab, welches Aufsuchokular benötigt wird und ein wenig auch, welche Sucherkombination.

Kurz noch zum Teleskop selbst:
Der schon erwähnte 8" Newton als Dobson wird wohl recht gut dahinpassen, ggfs. nachgebessert mit EQ-Plattform. Bang/Buck ist da kaum zu schlagen.
Das Konzept liegt aber nicht jedem, daher eine Alternative:
5" Newton mit Alt/Az GoTo-Montierung. Das fast schon gegenteilige Konzept liegt auch nicht jedem und zeigt für mehr Geld auch noch weniger -ist meines Erachtens aber ebenfalls recht universell und Einsteigertauglich.
Was zu dir passt, kannst nur Du selbst herausfinden, am besten praktisch. Davon hängt dann auch der ganze "Rest" ab, wie Okulare, Filter, Sucher....

Als Trockenschwimmübung und auch für später zum Planen kannst Du dir schonmal kostenlos Stellarium runterladen - damit lassen sich zumindest verschiedene Gesichtsfelder simulieren und auch, wie schnell ein Objekt durchläuft, wenn man nicht nachführt.

cs
Jürgen

 
Hallo zusammen,

jetzt habe ich endlich mal wieder freien Nachthimmel und vor allem Zeit zur Recherche gehabt.

Mit dem von Günther angegeben Link (uni-osnabrück) konnte ich gestern eine Magnitude von ca. 5 bis 5,5 ermitteln. Wenn ich nun die Ausführungen richtig verstanden habe, würde damit "sinnvolle" Brennweite für Okulare auf meinem Balkon bei ca. 30-33 mm liegen --> richtig? Annahme hierbei wäre ein Dobson 200/1200.

Nehme ich nun dieses Teleskop als Planungsbasis, würden sich in der Grundausstattung also Okulare in folgender Staffelung anbieten: 6mm - 9mm - 14mm - 20mm - 30mm. Wobei ein 30mm ERFLE als Kaufbeigabe dabei befinden würde.

Nun noch Fragen zu den Okularen.

1) Was sind neben Gewinde (2"), sichtbaren Gesichtsfeld (z.B. 82° oder 100°) weitere Faktoren, die aus visuellen Gründen beim Kauf relevant sein könnten. Gerade mit Blick auf spätere gestiegene Ansprüche.

2) Gibt es aus der o.g. Staffelung für Planeten im (Hoch-)Vergrößerungsbereich eine häufigere Nutzung von bspw. dem 6mm oder 9mm? Hintergrund ist, dass ich vielleicht nur eines davon als höherwertiges kaufen möchte (z.B. 100°), ohne dass ich die Lücke zur nächsten vorhandenen Brennweite zu schmerzhaft spüre.

3) Die unter 2) angedachte Lücke würde ich durch das 20 mm Lunt plus Düring Barlow kompensieren wollen. Ich verstehe den Barloweffekt bisher so, dass er aus dem 20 mm dann ein 10 mm Okular zaubern würde. Liege ich da in meiner vereinfachten Ansicht richtig?

4) Wie bewertet ihr aus den Perspektiven "Einstieg" und euren subjektiven/ objektiven "gestiegenen Ansprüchen durch Praxiserfahrung" folgende Okulare:
- 6 mm {Fujiyama HD-Ortho 6mm}
- 9 mm {ES 100° N2 9 mm}
- 14 mm {Speers Waler 13,4mm}
- 20 mm {Lunt Engineering HDC 20 mm 100°}
- 30 mm {TS-Optics WA32 ERFLE}
Dabei auch die Frage, ob diese Okulare zu meinen Rahmenbedingungen Dobson f/6, Balkon, 5 mag, ... passen.

5) Gibt es für die Objektive unter 3) aus Eurer Sicht Alternativen, die für weniger Geld ähnlich oder gleich gute Qualität bieten?

Mittlerweile bin ich in meinen Preiskalkulationen für eine Erstausstattung schon deutlich über den angedachten 1.000 Euro. Habt ihr diesbezüglich eine Einschätzung für mich, wie z.B.

- das ist normal und lohnt sich, bleibe ruhig bei dem gesteckten Limit von 1.000 Euro
- mach mal ne Anspruchsstufe niedriger, du verrennst dich da in was
- mit nem Limit von 1.500 Euro machste alles richtig, und bekommst bei Aufgabe des Hobby die Teile auch wieder gut verkauft


Wie gehabt schon im Vorfeld vielen Dank für Eure weiteren Hinweise, Anregungen und Antworten.

CS Olaf
 
Hallo Olaf,

was den Wiederverkaufswert angeht, würde ich sagen dass man die meisten Sachen die einigermaßen taugen für 50-70 Prozent des Neupreises gebraucht los bekommt.

Wenn du 1500 investierst ist die Wahrscheinlichkeit hoch dass bei Wiederverkauf 500 auf der Strecke bleiben. Viel Geld, wenn man bedenkt dass dafür auf dem Gebrauchtmarkt schonmal 12 Zöller den Besitzer wechseln.


CU Klaus
 
Hi Olaf,

meinen Rat bzgl. okulare kennst du ja schon ;)

Wenn du unbedingt jetzt schon Geld ausgeben wills kann ich folgendes empfehlen: lass den 100° Stickstoff schnickschnack weg und das 20mm auch: ist ne Zwischenstufe die eher selten zum Einsatz kommt. Nimm dafür ein 9er und ein 5er nagler. Wenn noch mehr Kohle uebrig ist: leg 200 flockem drauf und Tausch das erfle gegen ein 27er panoptik. DANN hast was im okularkoffer :super:. Naemlich 3 Spitzenokus die bis auf die feldgroesse und die maximale ap lange zeit begeistern werden. Warum hier schon wieder orthos fuer den dobson empfohlen werden ... Für mich nicht nachvollziehbar: Gibt ja noch viel mehr für hohe Vergrößerung als die letzten kleinen planetenfitzel. M13 z.b. bei höchster Vergrößerung mit grossen Feld - yesss. :cool:

CS

klaus
 
Hallo Olaf,

sehr schön.
Die von dir ermittelte Grenzgröße zeigt ersten, dass du an Deinem Standort sehr brauchbare Bedingungen vorfindest und dass das 30er Beilageokular mit 2" Steck gut dazu passt, also zur Aufsuche und für die Übersicht gut gesetzt ist.

Eine sinnvolle endgültige/komplette Okularreihe für den 8" f/6 würde also bei Dir

42 - 30 - 20 - 14 - 9 - 6 - 4,5

Brennweite umfassen.

Was Du unter den nun bekannten Bedingungen nach meiner Erfahrung und nach Abgleich mit vielen anderen Beobachtern vorrangig brauchst um gut einzusteigen habe ich mal grün markiert.

Was man m.E. am f/6 Newton nicht von Anfang an braucht ist eine Komakorrektur. F/6 ist so eine Grenze, manche sagen auch, dass sie bei f/5 noch prima ohne auskommen, aber spätestens darunter muss man schon Abstriche machen.
Natürlich wäre eine komakorrigierende Düring Barlow eine zukunftssichere Sache aber bedenke auch, dass sie 100-120 mm Lichtweg, also eine entsprechend lange Adaption braucht und dann beispielsweise mit einem ebenfalls langen und recht schweren 100° Okular einen recht kräftigen Hebel am OAZ darstellt und das ist eben bei Dir eher eine günstige Fernostkurbel und kein Schwerlast-Präzisionsgerät.
Sicher ist das 20er Lunt ein ziemlich geniales Okular (ich habs), ich hätte es Dir unter 4-4,5er Himnel auch sofort empfohlen, aber unter Deinen Bedingungen setze ich andere Prioritäten (die Du nicht teilen musst).

Okay, kommen wir mal zu den Okularen die ich konkret empfehlen würde:

Das 30 mm Beipack-Erfle würde ich zunächst genau so lassen und schauen, wie es Dir passt.
Austausch von Beipack bringt finanziell in der Regel eh nichts.
Es gibt Besseres, aber an f/6 kann man in die Übersicht und Aufsuche durchaus damit starten und so selbst erfahren, was einen eventuell stört oder wo man höhere Ansprüche entwickelt.
Ein 31er Nagler oder ES UWA z.B. ist sicher deutlich besser, aber was ist, wenn Du bemerkst, dass Deine Ansprüche oder Dein Himmel sich eher in Richtung eines guten Okulars um 4 mm AP entwickeln und Dir das 30er Erfle zunächst mal locker reicht.

Die 20 mm würde ich aus allen schon genannten und noch folgenden Gründen also verschieben, bis eigene Erfahrungen und Wünsche einen Kauf begründen. So weitwinklig wie möglich kann dann aber schon eine gute Idee sein.

Um 14 mm Brennweite brennt es nun wirklich, denn das ist immer und an vielen Objekten ein wichtiger Bereich.
Weil das so ist, weil das sogar wenn es knifflig wird, mal Aufsuchvergrößerung sein kann, aber auch, weil es aber auch um Ausvergrößerungen stattlicher Objekte geht die mit etwas Feld drumherum einfach besser wirken, würde ich auch zu einem möglichst weitwinkligen Okular raten, so wie Du das schon andenkst.
Da gibt es auch die 100° Klasse mit Telvue-Ethos als Spitzenreiter in jeder Beziehung, aber die 82° von Nagler, Speers Waler, ES UWA und Co sind auch schon sehr ordentlich und dazu würde ich auch raten.
Die ES 82° Okulare sind wohl recht günstig und von der Bauform her so auch geeignet, mal mit einer zusätzlichen Barlow davor ausprobiert zu werden.
Wenn man das tut, käme man mit der 2,7fach Düring, die Du ja andenkst, von 14 mm auf 5,2 mm Brennweite und mit etwas kürzeren Adaptionen der Barlow geht das mindestens bis 7 mm Brennweite hoch.
Es muss aber am f/6 auch nicht unbedingt die langbauende komakorrigierende Barlow sein, zumal die Adaptionen dann nochmal Geld kosten eine normale 2fach oder die 2,2fache Baader-Hyperion Barlow tut es auch, dann halt mit anderen Werten.
Schaden tut die Komakorrektur aber keinesfalls, das beugungsbegrenzte Feld vergrößert sich, was z.B. bei Planerenbeobachtung ein Vorteil ist.

Also wäre mit so einer Barlow-Spielerei schon annähernd die grün markierte Einsteigergrundausstattung erfüllt.

Irgendwann wirst du eventuell lieber Festbrennweiten oder andere Kombinationen haben, aber das macht man dann anhand eingener Erfahrungen und Wünsche und nicht weil andere Leute meinen...!
Das könnte dann z.B. auch und gerade am Dobson eine Kombi aus Düring-Barlow und Orthos (z.B. 12 mm) sein, auch wenn manche Leute das nicht verstehen wollen.
Daran, dass das beugungsbegrenzte Feld bei damit resultierender Brennweite immer noch größer ist als mit einem 100° WW-Okular der Spitzenklasse bei gleicher Brennweite, ändert das kleine Eigengesichtsfeld des Orthos z.B. gar nichts.

6mm Okularbrennweite ohne die Barlowvariante würde ich auch noch weitwinklig besetzen, also ähnlich 14 mm.

So weit erst mal, und vergiss die Justierhilfe (Concenter) einen Peilucher (Rigel), Kartenmaterial, Rotlichtlampe pp nicht in der Kalkulation.
Bei mir kamen vor den Top-Okularen erst mal Top-Filter und da als erstes ein guter O III in 2". Ich habe nach Jahren immer noch durch ein 30er und ein 38er Erfle geschaut, hatte aber schon 4 Nebelfilter. :erschreck:
Die verschiedensten Möglichkeiten für eine 8" f/6 Dobs sinnvoll Geld auszugeben sind sehr vielfältig und verführerisch.
Ich plädiere für langsames, zielorientiertes Vorgehen.

Gruß
*entfernt*
 
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