Lohnt der Umbau?

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Janice

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Hallo ihr Lieben ... ich möchte mich erst einmal kurz vorstellen, da es dafür hier kein separates Forum zu geben scheint. Ich heiße Janice, bin 31 Jahre alt und wohne im Speyerer Umland. Ich habe vor einigen Tagen ein günstiges, großes 145/550 Laser-Objektiv erstanden und mich sogleich an den Bau eines Teleskops gemacht. Eigentlich ungewöhnlich ... aber ich interessiere mich doch schon seit frühster Kindheit für Astronomie und den Bau von Teleskopen und habe es bisher nicht geschafft eines mein eigen nennen zu dürfen. Eigentlich wollte ich immer einen bezahlbaren kleine Reflektor (Mak) kaufen, aber die Unsummen für ein brauchbares Teleskop haben mich immer abgeschreckt - auch hatte ich dann immer Angst die Katze im Sack zu kaufen. Nun denn ... also baue ich mir eines zusammen.

Link zur Grafik: http://zavx.com/1.jpg

Doch nun zu den drei Problemen, die ich nicht bewerkstelligen kann. Vielleicht hat jemand von euch eine Idee.

Problem 1: Ich habe einen sehr soliden Aluminiumtubus und über einen temporären, kollimationsfähigen Aufbau ein (normfreies) Testokular angeschraubt. Die Bohrung für die Okulare im Tubus ist etwa 4cm im Durchmesser - also könnte ich für die finale Version 1,25" Objektive einplanen. Jedoch bin ich nicht sicher, dass diese für ein 145mm Objektiv überhaupt vom Gesichtsfeld her die richtige Lösung sind. Daher meine Frage: Lohnt sich der (für mich sehr große) Aufwand, dass Loch zu vergrößern, damit ich 2" Okulare aufnehmen kann?
Die Tubenrückwand ist etwa 1cm dick und gerade der massivste Part des ganzen Tubus. Hier ein Loch dieser Größe anzubringen ist daher nicht ganz einfach. Was meint ihr? Es gibt glaube ich auch Adapter von 1,25" auf 2" .. das wäre natürlich eine einfachere Option - aber ich weiß überhaupt nicht, ob das dann vom Strahlengang etwas bringt?

Link zur Grafik: http://zavx.com/2.jpg

Problem 2: Nicht lachen :) Aber wie bekomme ich die Ecken am Tubus "abgeschliffen"?? Der Tubus selbst besteht zwar nur aus dünnem, innen "mattierten" Alu-Blech - aber die Rückplatte und die Objektivaufnahme sind jeweils ca. 1cm dick und "eckig". Ich würde gern die Ecken absägen oder abschleifen, aber mit der Hand ist das schlicht unmöglich. Könnte man sowas mit einer "Flex" machen? Falls, ja, kann man sowas ausleihen?

Problem 3: Der Tubus selbst ist innen mit einer speziellen Mattierung versehen, die ich mit Sicherheit nicht weiter verbessern kann. Allerdings ist an meiner Tauschutzkappe Optimierungsbedarf gegeben :) Ich habe natürlich zwei Probleme: 1, den großen Objetivdurchmesser und 2, die Ecken am Tubus. Ich habe mir (wie auf den Bildern zu sehen) eine Kappe aus PVC selbst gebastelt und mit schwarzem Matt-Lack lackiert. Leider hat dieser immer noch eine Restreflektion. Daher meine Frage: Gibt es speziellen Spühlack den man zum beschichten nehmen könnte?

Danke ... das Teleskop funktioniert schon jetzt so gut, dass ich wirklich gern den Aufbau weiter treiben möchte - um am Ende auch einen wirklich schicken Refraktor auf dem Balkon stehen zu haben. Vielleicht kann mir jemand bei den Problemen weiterhelfen. Vor allem das erste ist im Moment am dringensten, da ich keine richtigen Okulare besitze und diese eben kaufen muss. Soweit ich sehe wäre es preiswerter, wenn ich vorher entscheide in welche Richtung ich das Teleskop ausbaue ... Testen kann ich es daher auch nicht vorher.

LG Janice
 
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Hi Janice - willkommen an Bord!

ähm - es gibt in der Tat ein Mitgliederbord zum Vorstellen - recht weit unten in der Forenliste ;)

zunächst mal Gückwunsch zu Deinem interessanten Gerät! DAS hat wohl kaum ein anderer.

Zu Problem 1:

Du hast da ein enormes Öffnungsverhältnis von f/3,8!! Das bedeutet potentiell riesige Gesichtsfelder am Himmel, ich rate jetzt mal maximal so um die 4 Grad - allerdings brauchst Du um dieses zu erreichen, tatsächlich 2"-Okulare und somit einen entsprechenden Anschluss. Adapter von 1 1/4 auf 2" sind bei Öffnungsverhältnissen um f/10 vielleicht hier und da sinnvoll, aber gewiss nicht bei "schnellen" Teleskopen wie Deinem f/4er: Damit beschneidest Du tatsächlich Dein mögliches Sehfeld.
Es stellt sich aber durchaus die Frage, ob Deine Objektivlinse nicht zu viel Verzerrung am Rand liefert, sodass ein so großes Sehfeld ggf. nicht nutzbar ist - immerhin hast Du es ja zweckentfremdet verbaut ;) Richtig gute Okulare könnten das u . U. ausgleichen, müßtest Du testen. Ich denke aber, dass in jedem Fall ein 2"Okular sinn macht, muss ja nicht gleich eine Brennweite sein, die das Sehfeld voll ausreizt. Es genügt ja ein Okular zur Not, welches Deiner Austrittspupille gerecht wird - bei 6 mm Pupillenöffnung wärst Du bei einem 24 mm Okular. Das würde gegenüber einem längerbrennweitigen Okular schon mal etwas vom unscharfen bzw. verzerrten Rand beschneiden und hast trotzdem noch mehr Sehfeld als mit jedem 1,25er Okular.

Zu Problem 2:

Es gibt sicherlich einen Metallbaubetrieb bei Dir in der Nähe, der für einen Kaffeekassenbetrag mal kurz ne kleine Säge anwirft. Per Flex weiß ich nicht-kenn ich mich nicht aus. Unter Umständen reicht sogar eine einfach Hand-Metallsäge, dürfte aber zu anstrengend sein und wird auch nicht so gerade. unmöglich ist das eigentlich nicht nach dem Bild zu urteilen. Wichtig ist es selbstverständlich, die scharfen Schnittkanten dann später abzuschleifen ( das geht sehr einfach mit einer kleinen Metallfeile aus dem Baumarkt - sonst sehr hohe Verletzungsgefahr!

Zu Problem 3:

Es gibt neuerdings wirklich eine Sprühfarbe, die selbst dunkler ist, als schwarzes Fließ, wie es sonst im Selbstbau gern genommen wird. Ich komme aber gerade nicht drauf, wo es die gibt und wie die hieß - aber 100%ig weiß das hier jemand...

Schöne Grüße und Viel Erfolg,
Norman
 
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Hallo Janice,

du schreibst, dass das Teleskop jetzt schon gut funktioniert.
Dazu wüsste ich gerne Näheres.
Was für ein Okular verwendest Du (Brennweite, Okulartyp, pp)?
Wie sehen die Sterne damit aus, in der Bildfeldmitte und am Rand?
Wie weit liegt der Fokus hinter dem Abschlussdeckel mit dem Loch? Wenn der Weg weit genug ist, passt ein Zenitspiegel dazwischen, eventuell sogar in 2" und dann wird das Teil richtig interessant für Dich, weil sehr gut für das nutzbar, was es sicher am Besten kann, Deepsky und Weitfeld.

Die "Kosmetik" ist in den Griff zu kriegen und wenn Du die Taukappe mit Veloursfolie auskleidest, hast Du gegen Streulicht schon sehr viel getan.

Auf jeden Fall ist Dein Projekt spannend und die Weiterverfolgung lohnt sich bestimmt für Dich.

Gruß und CS
*entfernt*
 
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Hallo Norman

Danke für die schnelle Antwort. Ich werde jetzt gleich noch einmal nach dem Vorstellungs-Forum schauen und das ganz schnell nachholen.

Ich benutze ein Okular mit einem Durchmesser von knapp 4cm. Andere Linsen ohne Fassung wurden auch probiert. Wie gesagt: Einfach zum Testen. Ich hatte eigentlich Befürchtungen, dass ich einen großen Farbwerfer bekomme, aber war sehr überrascht. Vor allem nachdem ich die Linsen kollimiert habe war der Farbsaum nur noch bei sehr, sehr hellen Ojekten (zB. Mond) am Rand bemerkbar. Aber nicht weiter störend. Trotz des üblen Wetters konnte ich einige helle Sterne wie Arcturus und Deneb anpeilen und bin trotz der üblen Test"okulare" schon mal ganz glücklich mit der Auflösung. Das Bild ist klar, nicht verzehrt und wie gesagt ist der Blickwinkel bei f(ok)=25mm wirklich überwältigend. Halte ich jedoch am Rand des Objektives etwas vor die Linse, dann wird das Bild im Okular nicht sofort dunkler. Will heißen: Ich vermute ein Teil des Strahlenganges scheint nach dem Brennpunkt nicht mehr durchs Okular(loch) zu passen. Ich wußte jetzt nicht ob es am schlechten Okular liegt, oder eben an dem Durchmesser der Okularbohrung. Im Hinterkopf hatte ich dann auch irgendwie den Rat bei großen Objektiven auf 2" Okulare zu wechseln.

Zur Vergrößerung. Ich erkenne nachts auf dem Kirchturm in 800m Entfernung die Stundenstrichlein. Dieses Objekt dient mir dann auch immer zum testen. Mit f(ok)=25mm ... das solle dann eine Vergrößerung von ca. 22 sein bekomme ich fast schon zu viel Licht ins Auge. Die alte Linse mit 10mm liefert immer noch ein scharfes Bild aber ich habe Probleme dass ich nicht mit den Wimpern das Okular erwische.

Meine Idee war jetzt ein günstiges Zoom-Okular 8mm-25mm + Barlow. Dann könnte ich erst einmal besser testen und dann mit etwas Erfahrung auf eine richtige Okularsammlung setzen.

Jetzt werde ich mal sehen ob ich eine Metallwerkstatt hier finde. Du hast Recht: Sägen (2x 15cm) war schrecklich anstrengend :) Ich hoffe mal sie können mir dann auch das Loch fürs Okular vergrößern. Ich gebe euch bescheid.

Vielleicht kennt noch jemand den Namen vom Lack?

LG
Janice

 
Hallo Günter ...

Im Moment nutze ich ein schraubbares, zweckentfremdetes Okular mit einer Sammellinse mit ca. f=25mm. Das Ergebnis ist scharf und ich würde sagen: knackig :) Ich finde nur es fehlt wie oben beschrieben etwas vom Strahlengang. Wahrscheinlich ist das Loch am Okular einfach zu klein. Auch ist es definitiv zu hell bei diesem Okular. Eine andere Linse (einfache Sammelinse) hat ca. f=15mm, eine andere f=10mm. Das Bild bei 10mm finde ich angenehm hell aber das Okular ist wirklich Müll. Auch ist dann der Abstand zwischen Auge und Linse irgendwie viel zu klein. Aber wie gesagt: Ich besitzt kein richtiges Teleskop-Okular! Also keine Apo-Linsen etc. Daher ist das also nur mit Vorsicht zu genießen. Ich weiß eben nicht wirklich was ich mit einem guten Okular erreichen kann. Daher dann auch erstmal die Fragen von wegen 2" oder nicht. ICh bin ja fast umgefallen als ich die Preise gesehen habe.


Die Sterne sind rund und das Licht ist scharf. Schaue ich jedoch schief ins Okular (einfach Linse!) zeigt sich ein Farbfehler. Ein(e) Coma sehe ich nicht. Bei hellen Objekten wie Laternen gehen aber so Streustrahlen vom Objekt weg. Weiß nicht wie man das nennt. Aber vielleicht sollte ich micht mit den Ergebnissen wirklich erst melden, wenn ich ein richtiges Okular hier habe und der Himmel mal aufzieht. Zudem habe ich hier auch noch eine Menge Streulicht auf dem Balkon. Die Taukappe ist ein PVC Blumenkübel. Ich hatte schon im Baumarkt aufgeben, als ich noch schnell nach schönen Pflanzen schauen wollte :) Wo bekomme ich die Velourfolie her, wie bekomme ich sie in den Kübel bei der Größe? Lackwäre mir lieber ... also vielleicht kennt doch noch jemand einen geeigneten Sprühlack.

LG
Janice


Hier mal noch die Bilder vom Okular(auszug) ... also wirklich: Nichts professionelles :) Das Endergebniss soll natürlich ein richtiges Okular beinhalten. Der Auszug wird ein elektonisch gesteuerter Crayford. Ich bastle schon ... aber brauche erstmal richtige Okulare.

Link zur Grafik: http://zavx.com/3.jpg Link zur Grafik: http://zavx.com/4.jpg Link zur Grafik: http://zavx.com/5.jpg
 
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Hi Janice,

abgefahrenes Gerät! :respekt:

Wegen der Platten könntest Du mal bei einer Schlosserei oder ähnlichem Betrieb in Deiner Nähe fragen, freie KFZ Werkstätten/ Bosch-Dienste ( möglichst "alte" Betriebe) sind teilweise auch erstaunlich gut ausgestattet... fragen kostet nix und schlecht gedreht sieht allemale besser aus als mit der Flex. Sollte nicht viel kosten...

Der Haken an der Sache: Okulare die an F3,8 gut abbilden sind dünn gesäht und teuer! bei 145 mm Öffnung könntest Du das Teil probehalber auf eine kleinere Öffnung abblenden, schrittweise probieren ob die Abbildung besser wird. vielleicht in 15mm Schritten mit Ringen aus dünner schwarzer Pappe.

Berichte mal weiter!

Viele Grüße Felix

 
Hallo Felix

Ja, da habe ich auch schon in Angriff genommen. Also das Abblenden meine ich. ich habe mir aus Pappe ein paar Schablonen gebaut. Aber langfristig wäre das ja Verschwendung, oder? Du sagst aber, dass es geeignete Okulare gibt. Welche denn? Vielleicht kann ich da bei ebay mal ein Auge darauf haben. Im Besonderen muss es doch Okulare geben, die man bei f < 10mm noch benutzen kann, ohne dass mir mein Mascara an der Linse klebt.

PS: Ich habe übrigens 2 solche Optiken + Tuben erstanden :) Wenn meines fertig ist, dann ist der zweite vielleicht auch gegen ein Okular zu tauschen *lacht*

LG
Janice

 
Hallo Janice,

f3,8 bezieht sich auf das Öffnungsverhältnis des Objektives, nicht auf die Brennweite des Okulares. Es ist das Verhältnis von Öffnung zu Brennweite, also 550mm:145mm=3,8
Naja, es gibt Nagler... http://www.teleskop-express.de/shop/index.php?manufacturers_id=22&XTCsid=b25f5933a6aa7693ba3346930f691326 etwas runterscrollen :pfeif: die sind für extrem schnelle Optiken gerechnet. Wenn Du das Objektiv etwas ablendest wird es Unkritischer, bei 110mm Öffnung hättest Du f5, das ist noch relativ anspruchsvoll was Okulare angeht aber weniger schlimm als f3,8.

Viele Grüße Felix
 
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Hallo Felix

Ja, ich weiß. f <10mm bezog sich unabhängig davon auf eine Eigenschaft die wünschenswert wäre. Egal ob ich abblende oder nicht. Ich muss einfach zu nah an die Linse heran und dass ist sehr unbequem. Oder greift man dann lieber auf eine Barlow zurück und nimmt ein längerbrennweitiges Okular?


Ohhhhhha .... die sind ja wirklich teuer! Sag mal, ich muss also primär auf das Gesichtsfeld der Okulare achten? Verstehe ich das richtig? Normale Plössl haben doch auch keine 80° gell?

Im Moment regnet es. Ich muss also mit den Blendversuchen noch etwas warten

LG
Janice
 
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Günter,

Wetters wegen kann ich wohl auch heute kein Foto von den Sternen machen. Ich habe mal einfach meine alte Digitalkamera hinter das Okular gehalten und den Kirchturm in 750m Entfernung geknipst. Leider wird das Bild mit der Kamera nicht richtig scharf und irgendwie "verrauscht". Auch der kleine Farbrand am Dach liegt nur daran, dass ich die Kamera nicht richtig gerade gehalten habe. Mit dem Auge sieht man es nicht und das Bild ist in echt auch richtig scharf :)

Foto: http://zavx.com/6.jpg

Belichtung 1/250 bei f8 um ca. 19:30

LG Janice

... Sterne reiche ich nach ... sofern sich sowas mit Digicam ohne Halterung machen läßt.
 
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Hallo Janice,

der Farbfehler ist ja, wie bei f/3,8 zu erwarten, wirklich grauenvoll. Ich besitze selbst einen 70/300er-Richie mit f/4,3 und schon dort ist das sekundäre Spektrum recht ausgeprägt, spätestens bei Vergrößerungen jenseits von 30-fach. Wenn ich mal höher vergrößern muss, blende ich deswegen sets einfach ein wenig ab. Das ist auch für dich empfehlenswert! Ansonsten bezweifle ich, dass du ein wirklich scharfes Bild bekommst, wenn du ein wenig mehr vergrößerst als 20-fach oder so. Mit nem UWA hättest du dann aber immerhin vier Grad Feld, wirklich enorm ;-) ALlerdings ist die AP von etwa 7,5 dann schon sehr grenzwertig.

Was die Okulare angeht liegt das Problem darin, dass einfache Plössls für so schnelle Geräte ungeeignet sind, das nutzbare Feld wird sehr klein. Deswegen solltest du, um die volle Öffnung zu nutzen, in hochwertige Okulare investieren. Allerdings kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass dies viel bringen wird. Je größer die Frontlinse eines Achromaten (wenn es einer ist) desto langsamer muss das Öffnungsverhältnis sein umd einigermaßen Farbreinheit zu erreichen. Während bei 100 mm schon f/10 (besser f/15) ordentliche Ergebnisse liefert, sollten es bei 150 mm schon wenigstens f/20 sein. Deswegen sehe ich schwarz...

Gruß und CS,
Marcel
 
Hallo Marcel ...

Der Farbfehler ist vor allem davon abhängig, wie man ins Okular schaut und wie die Optik kollimiert ist. Seit ich über die Stellschrauben den Auszug fixieren kann und mit einem Laser eingemessen habe ist der Fehler bei mir im Auge wirklich gering. Nur mit der Kamera ist es eben schwierig, weil ich sie mit der Hand vors Okular halte und nicht irgendwie festgeschraubt habe. Ist eine Lumix Digicam und ich wüsste auch nicht ob es Sinn macht dafür einen Adapter zu bauen. Aber wie gesagt: Bei 22 - 55 fach ist die Farbe am Auge eigentlich ganz ok sofern ich nicht auf wirklich helle Dinge wie Lampen oder Mond schaue. Jetzt kommt aber dazu, dass das Okular eine simple Sammellinse ist. Da wird wohl auch noch mal ein Farbfehler dazukommen. Ich werde jetzt bei Astroshop zwei richtige Okulare bestellen. In jedem Fall noch ein Zoomokular damit ich die optimalen Werte herausfinden kann.

Abgeblendet habe ich heute zum ersten mal. Ich habe einfach aus Karton mir einige Schablonen geschnitten. Dabei ist mir auch etwas aufgefallen. Wenn ich eine Schablone habe die zu klein ist und damit das Objektiv so abdecke, dass nur noch eine 1cm Sichel an der Seite offen ist, dann sehe ich trotzdem noch ein korrektes - wenn auch dunkles - Bild im Okular. Also scheint mein Strahlengang soweit doch ok zu sein. Die Probleme oben scheinen also wirklich von meinem selfmade Sammellinse-Okular zu kommen ;) Ansonsten war das mit dem Abblenden wirklich eine gute Idee. Vor allem am Tag / Dämmerung wird das Licht am Auge erträglicher. Was dann irgendwie einen besseren Kontrast gibt.

Ich werde einfach mal einwenig herumbasteln. Wenn sich da was mit einem 50 Euro Okular verbessert, dann kann ich ja auch mehr investieren. Ist ja nicht weggeworfen wenn's nichts bringt.

LG
Janice
 
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Hi,

ich glaube nicht, dass es sich hier um einen Achromaten handelt. Dieses Teil ist aus einem Bewölkungsmesssystem, wie es an Flughäfen zum Einsatz kommt, daher gibt es auch noch ein zweites davon (ein Sender, ein Empfänger).
Die Messung erfolgt per Laser, wie bereits oben erwähnt (Laser-Objektiv). Ich gehe daher davon aus, dass es sich um eine einfache Linse als Objektiv handelt. Ein Laser hat ja nur eine "Farbe", man muss also eigentlich nicht korrigieren.
Vermute mal, das Teil ist bei eBay gekauft - da habe ich die schon öfter mal gesehen.

Janice, meine Emfehlung wäre, kein weiteres Geld in dieses Teil zu stecken, es sei denn es geht dir rein um die mechanische Bastellei.
Wenn es dir auch um optische Qualität geht, rate ich dir preiswert einen 76/700 Newton zu ersteigern und zu optimieren. Da hast du dann wesentlich mehr von.


CS
Chris
 
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Hi Chris

Du hast Recht, ist eine Laser-Ceilograph-Optik. Mir geht es wirklich auch darum etwas Erfahrung zu sammeln. Wie schon gesagt ging ich davon aus, dass ich nur "Farbe" sehe. Dem war aber Überraschenderweise nicht so und so hat mich dann auch das Bastelfieber gepackt. Mir ist klar dass ich hier niemals einen High-End Refraktor bekomme, aber ich lerne doch eine ganze Menge und es macht Spaß. Etwaige Okulare kann ich ja später immer noch verwenden - ich bin mir sicher dass ich angetrieben von diesem Experiment irgendwann mal ein niedliches Maksutov dazu bekomme. Ich fürchte mich allerdings davor, dass er nicht richtig funktioniert, sich nicht gescheit kollimieren lässt etc. Wirklich gute Geräte sind da ja auch nicht zu bezahlen.
Ein wirklich großes Dobson-Teleskop und dergleichen sind mir einfach zu schwer ... ich hätte schon gern etwas "transportables". Und ein 76/700 wurde mir immer abgeraten, weil er zu schnell zu klein wird.

Im Moment genieße ich erstmal die Erfahrung für ein paar Euro und schaue einfach mal wo es sich hin entwickelt.

LG
Janice
 
Hallo Janice,
ich finde du machst das schon richtig - selber rumprobieren und daran Spaß haben. Wer von uns hat nicht so angefangen? ich denke zumindest die meisten. An dieser Stelle einfach mal thumbs up :super: für Deinen Spaß und Engagement in/an der Sache. Zu den Okularen und der Schmiererei von Wimpern: es gibt beiallen Okularen einen spezifischen Augenabstand, der definiert, aus welcher (Maximal-)Entfernung Du das gesamte Sehfeld überblicken kannst. Es gibt sowohl welche, bei denen Du Dein Auge direkt draufdrücken musst und solche, die das Sehfeld bequem aus einiger Entfernung zum Auge überblickbar machen. Es hängt nach meinem Empfinden auch davon ab, wie groß das scheinbare Sehfeld des Okukars ist, wie nah man heran muss, aber das führt jetzt etwas zu weit. Was ich sagen will ist, achte auf Angaben zum Augenabstand bei den von dir anvisierten Okularen - nach meinem Empfinden ist ein Wert von über 15 mm recht bequem, ab 17 richtig komfortabel - mal so aus der Hüfte geschossen...
Das mit dem Abschatten vorm Objektiv - das merkt man wirklich erst sehr spät, teilweise erst, wenn ein Astrokollege die komplette Hand davor hält...

Grüße,
Norman
 
Hallo Norman

Na, da ist der Himmel heute Nacht doch noch kurz aufgezogen. Also habe ich mich auf den Balkon gestellt und mal ein paar Versuche gemacht. Die Stern Abbildung ist wirklich sehr scharf. Nur bei Leuchtgrößen wie Arcturus hellt gleich der ganze Blickbereich deutlich auf. Das Finden der Sterne gestaltet sich bei dem großen Blickwinkel des Objetives sogar ohne Suchfernrohr sehr einfach. Mizar und Alkor waren meine nächsten Objekte der Begierde. Der Farbfehler bei Sternen dieser helligkeit ist wirklich nicht auffallend. Einige Sterne in der Nähe von Arctures haben nach Software eine Helligkeit von mag 7.5 ... mehr konnte ich jetzt auf die Schnelle nicht testen. Es war auch doch nicht wirklich richtig klar am Himmel und hier in der Stadt leuchtet es ja auch noch. Ich werde mal wenn es klar am Himmel ist auf's Feld fahren und dort mal schauen. Bis dahin habe ich vielleicht endlich mein erstes richtiges Okular :)

Es macht wirklich Spaß ... und an diesem Teleskop kann ich nichts wirklich kaputtmachen ;) Ich werde also einfach mal weiter basteln, das Budget weiterhin sehr klein halten und wenn ich dann mal richtig Geld ausgeben sollte, dann weiß ich wenigstens aus Erfahrung worauf ich zu achten habe. So habe ich heute eine eine Schritt-Motor-Steuerung für das Stativ gebastelt. Jetzt weiß ich wenigstens dass so was eine MENGE Strom braucht ... und starke Motoren. Jetzt ist mir auch klar dass diese Meade ETX Teleskope, die ich mir so gern anschaue, nicht wirklich viel taugen können :) Wieder was gelernt ...


LG
Janice
 
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Hallo Janice,

ich weiss jetzt nicht ob du auch Blendringe im Tubus verbaut hast. In schnellen Systemen kommt sonst sehr viel "illegales" Licht auch auf die Brennebene und nimmt Kontrast. Ich denke das drei oder vier sich zum Okular verjüngende Blendringe eine Steigerung der Abbildungsleistung bringen. Eine weitere bastlerische Tunigmassnahme aus schwarzem Karton sollte für dich kein Problem darstellen. Info dazu hier:

http://www.berfield.com/baffles.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Vignettierung

Viel Spass und CS

Michael

 
Moin Janice,

der Nagler-Hinweis war nicht so richtig ernst gemeint, konnte ich mir aber nicht verkneifen... ;) ich würde an Deiner Stelle mal hier im Biete-Bord auf ein paar günstige Okus achten, Plössls und ähnliches gibt es mit etwas Glück richtig billig, dann hast Du wenigstens Okulare die den Namen verdienen. Wenn Du da 20 oder 30 Euro investierst kannst Du schauen ab wann sich eine deutliche Verbesserung ergibt wenn Du das Objektiv außen abblendest.

Stell doch mal ein Bild des unverbauten Objektives ein, stimmt die Vermutung von Chris daß es nur eine Linse hat?

Viele Grüße Felix

 
Zitat von Janice:
So habe ich heute eine eine Schritt-Motor-Steuerung für das Stativ gebastelt.

Hi Janice,

da bin ich aber platt, wie schnell das bei Dir geht. :respekt2:
Der Strombedarf sollte sich eigentlich in Grenzen halten. Ein MT1-Motor für eine GP braucht ca. 350mA bei Goto-Betrieb.
Kannst du mal ein paar Bilder davon zeigen?


CS
Chris
 
Hallo Michael, Felix und Chris ...

Ich bin erst um 5:00 Uhr ins Bett ... daher jetzt erst wieder online. Die Nacht war recht wechselhaft, aber ab und zu gab es noch Lücken im Himmel. Es macht wirklich riesigen Spaß, da ich doch schon Fast einen Großfeld-Farbwerf-Refraktor habe :) Aber ihr habt Recht: Alle Okulare sind schlicht und einfach nur Single-Convexlinsen. Also der Name "Okular" ist nicht wirklich treffend. Ich bestelle jetzt ein paar Plössl und ein Zoomokular. Die Nagler-Okulare waren auch wirklich WEIT über meinem Budget. Der Tipp mit den Blendringen klingt interessant. Ich werde es versuchen. Ich habe tatsächlich (merke ich aber erst in dunkler Nacht) eine leichte Abdunklung (Vignettierung) am Rand. Außerdem - und das ist dramatischer - bei hellen Objekten so sternförmige Schweife ums Objekt. So wie ein typischer Lens-Flare. Aber ich denke ich weiß schon wo da das Problem liegt.

Die Motorsteuerung zeige ich euch wenn sie fertig ist. Da die parallaktische Nachführung auf einem azimutalen Stativ etwas schwierig zu programmieren ist. Ich verwende dazu im Moment eine NXT-Steuereinheit. Ich weiß, klingt blöd - aber lässt sich super mit einigen Tricks mit C++ ansteuern. Über passenden Treiber lässt sich fast jeder Motor damit ansteuern. Die Spannungsversorgung kann dann auch separat zur Steuereinheit für den gewünschten Motor bemessen werden. Da die Steuereinheit 4 Eingänge und 3 Ausgänge hat reicht es perfekt für 3 Motoren (x,y,focus) und entsprechende Sensorik. Externe Steuerung über Bluetooth und USB ist auch kinderleicht. Am Orginaltubus war sogar ein 24V Sonnen-Blendschutz integriert. Ich denke ich werde den einfach umbauen um das Objektiv per Knopfdruck abzublenden. Habe da schon eine Idee im Kopf ;)

Ich möchte per USB die Steuerung gern über das iPhone laufen lassen. Es gibt da dieses Starmap Pro mit Support der gängigen Protokolle für Meade, Celestron über Equinox 6. Aber davon bin ich nocht weit weg im Moment.

Was ich auch noch probieren möchte: Einen Sucher, der mit sein Bild über einen Spiegel in den Haupttubus legt. Ich habe hier eine kleine Kamera + winziges Display. Vielleicht könnte man das Bild über eine Kippoptik auf das Hauptokular blenden. Ich muss dass aber mal weiter durchdenken ;)

Ihr seht, das Basteln an sich macht mir schon Spaß ... da ich auch im Elektronikbereich ausgebildet bin, lässt sich das natürlich auch super mit der Astronomie verbinden. Die meisten Utensilien zum Basteln haben ich ja eh schon herumliegen. Und ich werde das ganze sicher nicht über ein 100 Euro Budget kommen lassen. Also von daher ein wochenlanger Spaß ... mehr nicht.

LG
Janice
 
Nachtrag: Schwarze Alu-Blendringe waren sogar schon original dabei. Ich hatte nur keinen Sinn in ihnen gesehen, ausgeschraubt und vergessen :) Ich werde 2 Stück einbauen, den zweiten habe ich im Innendurchmesser angepasst - mit Schwarzer Pappe verkleinert. Jetzt noch die Schrauben lackieren und fertig.


Foto mit Blitz ... daher so hell:

Link zur Grafik: http://www.zavx.com/7.jpg
 
Hi Janice,

wenn du die eckigen Metallteile noch am Tubus hast, eine Idee für einen Sucher:
Einfach aus Blech Kimme und Korn basteln und daran festschrauben. Evtl. noch mit einer regelbaren LED anstrahlen. Fertig ist der Sucher.

CS
Chris
 
Warte immer noch auf das Okular :( Die Motorsteuerung des Eigenbau-Auszuges funktioniert - aber der Auszug ist definitiv zu "wackelig". Ich werde jetzt einen anderen Auszug suchen. Die Motoren für die Achsen laufen auch - wenn auch noch nicht dahin, wo ich will ;) Nächstes Problem: Die 3 Motoren sind viel zu laut und meine Nachbarn werden sich bedanken ....


Habe in der Zwischenzeit aber ein altes Telementor Objektiv erstanden und somit ein offizielles Zweitprojekt :)

Janice

 
Hallo Janice,

lustiges Projekt. Immer schön dran bleiben, Erkenntnisgewinn ist immer drin ;-)

Ich wohne in Hockenheim, also in der Nähe. Könnte Dir ein paar Okulare zum Rumspielen leihen. Werkzeug ist auch da.

Schick mir einfach eine Nachricht.

Viele Grüße

Wolf

 
Hallo Wolf ....

Im Moment bin ich total am Telementor-Objektiv verloren: hier (unten!) ... habe allerdings das große Objektiv hier nicht weggestellt. Im Gegenteil. Ich bin jetzt einiges schlauer - und kann die deutlichen Grenzen des Objektives besser verstehen (Farbe und co) ... und mit dem neuen T-Objektiv habe ich ja nun auch einen - nicht ganz fairen - Vergleich. Aber - und da kann das T-Objektiv nicht mithalten !- ein Starwalk durch die Milchstraße mit 145mm ist schon ein Traum. Wenn ich mir irgendwann einen APO bastle, dann sicher in dieser Größe (Jaja, ich träume - bin ja auch noch nicht ganz wach ;))

Ich komme aus deiner direkten, südlichen Nachbarstadt NL ... kennt hier aber eh keiner. Leider war der Obi in Hockenheim nicht so toll für mein Bastelprojekt - aber ich ahne schon, dass machst du wieder wett ;) Denn, dein Angebot klingt toll!!! Vor allem an Okular-Brennweiten über 25-30mm und unter 8-10mm habe ich doch starkes Interesse.

Liebe Grüße
Janice


 
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