Suche Okular für Planetenbeobachtung

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manuel_schuster

Neues Mitglied
Hallo,
zuerst muss ich Euch mitteilen, dass ich neu hier und auch im Thema Astronomie bin. Habe das Hobby jüngst für mich entdeckt.

Im Moment habe ich einen 130/920er Newton-Teleskop mit zwei 1.25er Okularen (10x und 25x).

Für die Mondbeobachtung ist das schon sehr gut (werde mir wohl noch einen entspr. Mondfilter zulegen; evtl. Tipps von Euch?).

Nun möchte ich gerne meine Aussicht etwas erweitern und will mir dafür ein neues Okular holen.

Da ich neu im Thema bin, benötige ich Eure Hilfe. Welches Okular ist empfehlenswert? Max. Vergrößerung müsste wohl 260-fach sein. Oder ist es besser eine Barlow-Linse zu holen?

Vielen Dank schon einmal im Voraus.

Viele Grüße Manuel
 
Hi Manuel,

Welcome on board! Du meinst wohl die Okulare 10mm (92x) und 25mm (37x) oder?! Um dir gleich mal Flausen auszutreiben 260x ist theoretisch die Max-Vergrößerung aber praktisch dürfte bei 200x bei dir Schluss sein. Ein gutes Preis-Leistungsverhältnis haben die Planetary HR Okulare und Varianten davon. Da würde ich mir das 5mm (184x) besorgen.

Gruß
Lots
 
Hi Lots,
danke für Deine Antwort!

Japp, hast natürlich Recht, ich meine 10mm und 25mm Okulare. Werde mir die von Dir genannten Okulare einmal anschauen. Findest Du es sinnvoller ein Okular zu kaufen oder eine Barlow-Linse?

Gruß
Manuel
 
Hi Manuel.

Schau Dir mal diese beiden Seiten an:

*entfernt*.de Zoomokulare
Meinungen zu *entfernt*


Worum es geht?

Durch einen speziellen Mechanismus werden (bestimmte) Okulare, wie z.B. auch die Planetary Okulare so umgebaut, dass man mit einem einzigen Okular verschiedene Brennweiten abdecken kann.

So kann beispielsweise das Planetary Okular mit 7mm Brennweite so umgebaut werden, dass es die Brennweiten 6,9mm bis 3,2mm anbietet.


Die Vorteile liegen auf der Hand:

Kostengünstig können mehrere Vergrößerungsstufen mit nur einem Okular samt Zusatzsystem abgedeckt werden.

Außerdem ist die Nutzung eines einzelnen Okulares komfortabler gegenüber der Nutzung verschiedener Okulare im verfügbaren Brennweitenbereich, da ein Okularwechsel zugunsten eines Schiebemechanismus am "Zoomokular" entfällt.
So ist es wohl bequem möglich, die als optimal empfundene Vergrößerung, die ein Himmelsobjekt bzw. die Himmelsqualität an einem Beobachtungsabend zulässt anzusteuern.

Das Preis-/Leistungsverhältnis erscheint vorteilhaft.


Nachteil der Planetary Okulare:

Das Gesichtsfeld liegt bei circa 60°. Man sieht also beim Blick durch ein Planetary Okular weniger auf einen Streich, als würde man durch ein Ultraweitwinkel-Okular der gleichen Brennweite schauen. Daraus resultiert dann, dass Planeten oder andere Objekte die man durch das Okular anschaut wesentlich schneller aus dem sichtbaren Feld wandern bzw. sich bewegen und man deshalb öfters nachführen muss.
Allerdings ist hierbei erneut das Preis-/Leistungsverhältnis zu beachten. Man kann halt von einem verhältnismäßig günstigen Okular nicht alles erwarten, sollte jedoch auf die Nachteile hinweisen.

Mir selbst liegen keine Erfahrungen mit den *entfernt*-Zoomsets vor, es sind jedoch wie oben verlinkt jede Menge Meinungen bereits in den Foren verfügbar, die meines Wissens durchweg äußerst positiv ausfallen.

Hier noch zwei Videos, um Dir mal den oben genannten Unterschied des Gesichtsfeldes zu verdeutlichen:

1) 5mm Brennweite Ultraweitwinkel-Okular


2) 5mm Brennweite Planetary-Okular
 
Halo Manuel,

Max. Vergrößerung müsste wohl 260-fach sein.

nein, maximale sinnvolle Vergrößerung am Planeten sollte Öffnung
des Teleskopes in mm geteilt durch 0,7mm sein. Bei 130mm Öffnung
also theoretisch 185x.
Die Regel D(mm) : 0,7 gilt aber nur für annähend perfekte Öffnung.
Der 130/920mm Newton hat einen Kugelspiegel, der Kugelspiegel
hat sphärische Aberration, bei 920mm Brennweite und 130mm Öffnung
ist diese so groß das das Teleskop nicht mehr beugungsbegrenzt
abbildet (der Strehl liegt unter 0,80) und die mximal sinnvolle
Vergrößerung am Planeten verringert. Es kann natürlich sein daß weitere (dann individuelle) Abbildungsfehler
bei deinem Teleskop vorhanden sind (schlechte Kante,
(diese kann man mit einer ringfärmigen Blende abblnden)
astigmatischer Fangspiegel, Verspannung (Verspannung kannst
du beseitigen), dazu ebentuell eine fette, vergossene Fangspiegelspinne welche auch noch ihre Spuren im Beugungsbild
des Teleskopes hinterläßt.

Ich würde dir ein 6mm Okular vorschlegen, das ergibt 153x.
Oder auch ein Zoom-Okular, damit kannst du dich an die
unter den gegebenen Umständen sinnvolle Vergrößerung herantasten.

Wenn du eine elektrische Nachführung hast kann das ein Okular
mit kleinem Eigengesichtsfeld sein, etwa ein Ortho oder Plössl.

Wenn du keine Nachführung hast würde ich dir ein Okular
mit einem etwas größerem Eigen-Geichtsfeld vorschlagen.
Recht preiswert gibt es die Planetaries, für die es bei
www.astrozoom.de ein Zoom-Set gibt.

CS,Karsten
 
Hallo zusammen,

der Sprung von 10mm auf 5mm ist sicherlich heftig. Da passen 2 Okulare (7/8mm und 5/6mm) Okulare rein. Das mit dem Kugelspiegel hatte ich nicht berücksichtigt. Dann würde auch ich eher zum 6er Planetary Okular raten. Das kommt dann bestimmt häufiger zum Einsatz.

Gruß
Lots
 
Hallo Manuel,

da meine Produkte hier angesprochen werden, der Hinweis, dass es für 1 1/4" inzwischen eine "kleine" Zoomlösung mit den Planetarys gibt.
Dein Teleskop hat keinen 2" OAZ, denke ich.
Da wäre dann ein verzoomtes 7er Planetary recht nett. auf etwa 2 mm Brennweitenspanne hättest Du die Möglichkeit, den optimalen Anblick selbst zu erkunden.

Gruß
*entfernt*
 
Hallo,
danke für Eure tollen Tips.

Ich denke, dass ein Zoomokular die interessanteste Lösung für mich ist, da ich mich dann 'ranarbeiten' kann.
Habt ihr noch Tipps für Filter? Will mir erst einmal einen Mondfilter holen und dann weiterschauen.

Gruß
Manuel
 
Hallo Manuel,

mit dem Okular liegst Du an Deinem Teleskop etwa bei 1,0 bis 0,7 mm AP, Dein bisheriges 10er Okular liefert da 1,4 mm AP.
Unter 1 mm AP kann man schon recht gut ohne Filter auskommen. Es ist aber individuell verschieden, bis wohin man sich geblendet fühlt und/oder Detailüberstrahlung unterliegt.

Eigentlich könntest Du also durch die Nutzung des Okulars selbst erkennen, ob Du ohne Filter auskommst oder doch einen ND 0,9, eventuell nur einen ND 0,6 Filter brauchst.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Manuel,

für die Filter habe ich einen Tipp. Kauf Dir einen Mondfilter um die Blendung zu reduzieren, ggf. einen variablen Polfilter. Und dann guck erstmal!
Farbfilter zur Planetenbeobachtung sind etwas, was man sehr gezielt und mit Beobachtungserfahrung nutzen muss, damit es einen Gewinn abwirft jenseits von Knallfarben im Bild. Selbst ein Filter wie der Skyglow wird von den meisten eher wegen seiner geringen Dämpfung als gut empfunden, als dass sie wirklich einen Nutzen aus der Färbung des Bildes ziehen. Dämpfen kann ein Graufilter aber eben Farbneutral.

Wenn Du dann mit Beobachtungserfahrung dann dahin gelangst, dass Du ein bestimmtes Planetendetail bzw. einen Detailtyp benennen kannst, für den Du Dir einen passenden Filter erhoffst, dann stelle eben diese Frage. Vorher macht es keinen Sinn, einfach einen Satz bunte Farbfilter zusammenzustellen.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Bernd!

Danke für das tolle Video, ich hab mir gleich das plug in besorgt. Hab eine Frage dazu, wie kann man zwischen den okularen hin und her schalten? Momentan nimmt er einfach immer das erste.


Gruß deadlock
 
Das Gesichtsfeld liegt bei circa 60°. Man sieht also beim Blick durch ein Planetary Okular weniger auf einen Streich, als würde man durch ein Ultraweitwinkel-Okular der gleichen Brennweite schauen. Daraus resultiert dann, dass Planeten oder andere Objekte die man durch das Okular anschaut wesentlich schneller aus dem sichtbaren Feld wandern bzw. sich bewegen und man deshalb öfters nachführen muss.

Das sieht mal wieder danach aus, dass hier das scheinbare Gesichtsfeld vom Okular und das wahre Gesichtsfeld am Himmel verwechselt werden.

Das wahre Gesichtsfeld und die Durchlaufzeit (bei ausgeschalteter Nachführung) hängen für eine vorgegebene Objektivbrennweite nur von der Feldblendengröße des Okulars ab.

Zwei Okulare mit derselben Feldblendengröße, aber unterschiedlichem scheinbarem Gesichtsfeld, also z.B. 50° und 70°, zeigen am selben Teleskop denselben Himmelsausschnitt mit denselben Durchlaufzeiten.

Da läuft also auch nichts schneller oder langsamer aus dem sichtbaren Feld, auch wenn's euch vielleicht so vorkommt ...

Nichts für ungut.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
Hallo Peter,

aber ein Okular mit größerem scheinbaren Gesichtsfeld hat doch automatisch dann eine größere Feldblende bei gleicher Brenweite damit man das scheinbare Feld größer (nicht die Vergrößerung!) sieht.

Also müsste doch die Durchlaufzeit durch 70° länger sein als bei 50° und gleicher Brennweite, auch wenn das letztendlich von der Feldblende abhängt.

Oder hab ich jetzt total nen Denkfehler ?? :gutefrage:

CS
MaRKus
 
Hallo Markus,

in der Tat, solange die Okulare dieselbe Brennweite F haben, skaliert der scheinbare Gesichtsfeldwinkel SGF mit der Feldblendenöffnung FB:

SGF = 2 arctan (0.5 FB/F)

SGF = (180°/pi) FB/F

wobei die erste Formel für orthoskopische Abbildung und die zweite für winkeltreue Abbbildung (also insbesondere für Weitwinkelokulare) gilt.

Wenn wir dagegen Okulare unterschiedlicher Bauart mit gleicher Feldblende vergleichen, so haben die zwar teilweise sehr verschiedene SGF, zeigen aber dasselbe Feld am Himmel.

Allerdings haben die dann verschiedene Brennweiten. Vermutlich beruht darauf das Missverständnis ...

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
Zitat von dobson85:
Das Gesichtsfeld liegt bei circa 60°. Man sieht also beim Blick durch ein Planetary Okular weniger auf einen Streich, als würde man durch ein Ultraweitwinkel-Okular der gleichen Brennweite schauen.

Hallo Peter,

na dass muss es sein, Bernd hat oben das SGF variiert und die Brennweite gleich gelassen. Einer von den beiden Parametern muss sich ja ändern damit man die Durchlaufzeit von den Objekten im Okular erhöhen kann ;)

CS
MaRKus
 
Hallo Markus,

was Peter aufgegriffen hat war wohl, dass der Planet schneller durchläuft und er hat das bezüglich des Bildwinkels verstanden, nicht bezüglich der absoluten Zeit.
Der Planet wandert nicht schneller durch, aber das kleinere Feld wird natürlich in kürzerer Zeit durchlaufen. Da es um gleiche Brennweiten geht, ist praktisch sicher anzunehmen, dass ein Ultraweitwinkel eine größere Feldblende und somit ein größeres wahres Feld hat, als ein 60° Okukar.

Clear Skies
Sven
 
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