Das etwas andere Planeten-Teleskop von Lazzarotti

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Arno_Imig

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Hallo zusammen,

diese Dall-Kirkhams von von Lazzarotti Optics machen echt was her.

http://www.unitronitalia.it/gladio.htm

Link zur Grafik: http://www.unitronitalia.it/gladio/Gladius%20315-250%20CF%20oblique.jpg

Ich hatte vor 3 Jahren schon mal nach Erfahrungen zu diesem Teleskop gefragt. Da gab es aber keine.

Ich kenne diese Firma nicht. Da habe ich erst mal kein vertrauen zu und es gehen einem viele Fragen durch den Kopf.

- mech. stabilietät
- justierstabilietät
- wie justiere ich das Teleskop überhaupt
- empfindlich bei Lokalen Seeing ( Körperwärme )
- Spiegelqualität, Strehl, Spiegelglätte, u.s.w.
- Streulicht...?
- Binotauglich ( Glasweg...? )
- f/25 ist schon extrem

Was mir an dem Lazzarotti als reines Planetenteleskop besonder gefällt:

- keine Spikes wegen der "curved spider"
- nur 20% Obstruktion
- Strehl > 94%
- nur 8 kg Gewicht, kurze Bauweise( kleine Montierung )
- sehr günstiges Einblickverhalten, wie beim SC von hinten
- Reisetauglich weil zerlegbar
- offene Bauweise
- Hauptspiegel fest, 2" Baader STEELTRACK
- im vergleich zum Apo günstig ( 3980.- EUR bei 10" )

Link zur Grafik: http://www.unitronitalia.it/gladio/gladio2small.jpg

Link zur Grafik: http://www.unitronitalia.it/gladio/Forli%2011.jpg
Wenn das Teleskop hält was es verspricht währe es echt klasse.

Wer hat denn schon mal durch so ein Teleskop geschaut?

Was haltet ihr von so einem Teleskop für Planeten?


Bis bald..

CS

Arno
_
 
Es gibt optical Design und Design (Formgebung)
Die Formgebung ist gut gelungen.

Leider ist die mechanische Stabilität nicht so gelungen.

Arnaud Kranenburg (ich kenne ihn, denn ich habe einige Zusatzoptiken für Ihn und den Gladius gerechnet) aus Vlaardingen (NL) hat so ein Teil und wurde in Deutschlang getestet. Es gibt einen Bericht auf eines der benachbarten Foren.

Harrie
 
Hallo Arno,

Dall Kirkham zeichnet sich von den Cassegrain- Typen durch extreme Justierempindlichkeit aus. Da kann ich mir bis zum Beweis des Gegenteils nicht vorstellen dass dieses Stangensystem hinreichend lagestabil ist.


Gruß Kurt
 
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Ich hatte bisher eigentlich immer gehört, daß CDKs gerade nicht besonders justageempfindlich sind, u.a. weil der Sekundärspiegel sphärisch ist. Kann man Dein Argument irgendwo nachlesen?
 
Ein Dall-Kirkham muß perfekt justiert sein

Tach,

Kann man Dein Argument irgendwo nachlesen?

ja, kann man. In fast jedem Buch über Optik, zum Beispiel im
"Telecope Optics" von Harrie Rutten und Martin van Venroij.
Zur Not, wenn Bücher nicht vorhanden sind (obwohl der Trend
in vielen Haushalten zum Zweitbuch geht) , kann man aber auch
eine Optikrechnung durchführen.


Hallo Arno,

Im Ernst:
Ein Dall-Kirkham hat ein extrem kleines beugungsbegrenztes Feld.
Schon kleine Verbiegung des Tubus bzw Tubusäquivalentes
fürht dazu daß das Teleskop nicht mehr beugungsbegrenzt
abbilden kann, selbst wenn die Optik für Strehl 0.94 gut ist.
Ich würde die Warnungen von Harrie (Optikfachmann) und Kurt
(begnadeter Selbstbauer und Teleskoptester) ernst nehmen.

Herrr Lazarotti sollte dem Teil einen Volltubus oder einen
konventionellen Gitterrohrtubus spendieren.

Gruß, Karsten (begnadeter Dilletant auf vielen Gebieten)
 
Hallo zzzip,
Ich hatte bisher eigentlich immer gehört, daß CDKs gerade nicht besonders justageempfindlich sind, u.a. weil der Sekundärspiegel sphärisch ist. Kann man Dein Argument irgendwo nachlesen?

leider falsch. Der spär. FS und der ell. HS sind technich leichter hersrtellbar als für ein klassisches Cassegrain. Das isses mit den Vorteilen. Es gibt z. B. das Programm "Winspot". Damit kann man den Strahlengang sowie die Spots in Fokus und auch im Bildfeld u. a. für alle beliebigen Cassegrains darstellen. Da kommt eben für Dall Kirkham ein sehr besch... kleines nutzbares Bildfeld heraus.

Gruß Kurt
 
Danke Kurt,

für die reinen DKs mag das beugungsbegrenzte Bildfeld sehr klein sein, aber CDK Designs sind ja gerade sehr beliebt, vor allem wegen ihrer guten Qualität über große Bildfelder.

Aber auch für die reinen DKs erschließt sich mir nicht ganz, was ein kleines Bildfeld mit Justageempfindlichkeit zu tun hat. Der sphärische Sekundärspiegel hat keine optische Achse, die mit der des Hauptspiegels zusammengebracht werden muß, wie bei anderen Cassegrains. Es reicht aus, wenn er mittig auf der Achse des Hauptspiegels liegt. Das ist eine Fehlerquelle weniger und sollte eigentlich ein Vorteil sein, oder?

P.S.: Jetzt habe ich auch die Quelle für die Behauptung wiedergefunden: http://www.telescope-optics.net/dall_kirkham_telescope.htm
 
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Hallo zzzip???,

wie Karsten schon schrieb finden sich zb. in Harries Buch S.72/73 die Spots verschiedenner Cassegrain Systeme, ein Dall-Kirkham hat bei gleicher Auslegung tatsächlich ei sehr kleines Beugungsbegrentztes Feld viel kleiner als das eines klassischen Cassegrains.

Allerding möchte ich betonen bei gleicher Auslegung!
Lazzarotti Optics hat hier ein ein vergleichsweise entspanntes System mit einem f/4 Hauptspiegel.
Die Spots finden sich ja auf der HP.

Link zur Grafik: http://www.unitronitalia.it/gladio/spotdiagram.jpg

Man muss allerdings sehen das hier nur 0,1° Feldwinkel betrachtet werden.
Trotzdem sieht das gar nicht so schlimm im Feld aus wenn man das mal mit einem Newton vergleicht.
Hier ein 315mm f/5 Newton mit ebenfalls 0,1° Feldwinkel.
 

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Es ist also auf keinen Fall schlimmer wie bei diesem Newton, im Gegenteil.
Man sollte immer die Auslegung mit betrachten und nicht pauschal sagen ein Dall-Kirkham ist besonders justierempfindlich auch wenn es welche mit f/2 HS gibt die tatsächlich sehr zickig sind.

Eigentlich hätte ich jetzt wie Karsten einfach aus den Spots im Feld auf die Justageempfindlichkeit geschlossen.
Nun hab ich aber trotzdem die Sache noch mal mit Oslo überprüft und erstaunliches festgestellt.
Obwohl ein DK wesentlich schlechter im Feld ist wie ein klassischer Cassegrain nehmen sich beide bezüglich Justageempfindlichkeit fast nichts.
Hier die Ausgangslage, Verlängerungsfaktor des Sekundärspiegels ist jeweils 2
Bild1 200 f/10 DK
Bild2 200 f/10 Cassegrain

 

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Hier ist der Sekundärspiegel um 0,2° gekippt.
Bild 3 DK Sp 0,2° gekippt
Bild 4 Cassegrain Sp 0,2° gekippt.

Wie man sieht ist der Spot auf der Achse praktisch identisch zwischen DK und klassischem Cassegrain.
Wer mit den Spots nicht so viel anfangen kann, die 0,2° kippung des Sekundärspiegels verschlechtert den Strehl beider Systeme auf jeweils 0,88.
Meiner Meinung nach liegt das tatsächlich an der erheblichen Retusche des Sekundärspiegels beim klassischen Cassegrain.
Was sagst Du dazu Harrie?

Grüße Gerd
 

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Hallo zzzip,

...Aber auch für die reinen DKs erschließt sich mir nicht ganz, wa....s ein kleines Bildfeld mit Justageempfindlichkeit zu tun hat. Der

Korrekt meine ich kleines Bidfeld ohne Fehlerwahrnehmung, selbstwveständlicgh immer gleiche Auslegung vorausgesetzt. Nicht korrekte Justierung heißt doch nichst anderes als dass die Mitte des Okulargbildfeldes nicht mit der Mitte des Teleskopbildfeldes zusammemfällt. Bei gleicher Dejustierung siehr mam dann eben beim DK erheblich mehr Koma als bein klassischen Cassegrain. Das zeigen doch auch Gerds Spotdiagramme recht deutlich.

Gruß Kurt

 
Moin zusammen,

die zweite Baustelle, die mir bei der Ausführung nicht gefällt: Einblick am hinteren Ende des Teleskops, bei Blick nach schräg oben Teleskop vor mir, schräg über mir. Wie lange kann ich beim spechteln die Luft anhalten???
Im Ernst, die ganzen sehr offenen Gitternewtons sind schon sehr Atemempfindlich. Durch das mechanische und optische Design dürfte das hier noch viel schlimmer sein.

Sternfreundliche Grüße,

Gottfried
 
für die reinen DKs mag das beugungsbegrenzte Bildfeld sehr klein sein, aber CDK Designs sind ja gerade sehr beliebt,
vor allem wegen ihrer guten Qualität über große Bildfelder

Wobei "CDK" für Corrected Dall-Kirkham steht. Solche werden ja seit kurzem von PlaneWave angeboten (z.B. 12.5" Astrograph mit f/8).
Mit einem Linsendublett im Blendrohr wird Koma und Bildfeldwölbung für Anwendungen mit großen Chips wie Kodak KAF-16803 korrigiert.
Haupt- und Sekundärspiegel sind elliptisch bzw. sphärisch, wie beim originalen DK. Im Gegensatz zum SC Design ist jedoch der Spiegelabstand
kritisch und muss innerhalb von 1 mm genau eingehalten werden. Der Backfokus ist also fixiert und liegt beim 12.5" Modell bei 7.25".

Wer Näheres dazu lesen will: es gibt einen Testreport von Dennis di Cicco im November Heft von S&T:

S&T Test Report: PlaneWave's 12.5" CDK Astrograph

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
Hallo Kurt,

Bei gleicher Dejustierung siehr mam dann eben beim DK erheblich mehr Koma als bein klassischen Cassegrain. Das zeigen doch auch Gerds Spotdiagramme recht deutlich.

sorry aber da muss ich wiedersprechen, die Spots der dejustierten Systeme sind in meinem letzten Beitrag.
Das ist ja gerade das erstaunliche das der DK hier nicht empfindlicher wie ein klassischer Cassegrain reagiert.
Ich hoffe Harrie sagt diesbezüglich hier auch noch mal was.

Man muss denke ich unterscheiden ob hier der Sekundärspiegel eine aktive optische Komponente wie bei allen Cassegrain Systemen ist oder nur der Auslenkung des Strahlenganges wie beim Newton dient.
Eine Dejustage eines Newton bedeutet schlicht das ich nicht mehr auf der Achse sondern im Feld beobachte und deshalb kann ich anhand der Feldabbildung auch sagen wie sich die Dejustage auswirkt.

Ist der Sekundärspiegel eine aktive optische Komponente geht das nicht mehr so simpel.
Hier hat die Stellung wesentlichen Einfluss auch auf die Abbildung auf der Achse.
Das siehst Du ja beim Schiefspiegler.
Zb. der anastigmatische Kutter hier werden ja durch gezieltes verkippen des SP sogar Fehler auf der Achse korrigiert, es gibt eine Stellung wo ich die Koma vollständig korrigieren kann und eine wo ich den Asti vollständig korrigieren kann, leider keine wo beides passt aber das weist Du ja.
Das funktioniert aber nur solange der SP eine aktive Komponente bleibt das heißt einen Radius hat, sei er auch sehr groß, sobald er plan und damit passiv ist hast Du einfach nur noch die sehr heftige Off Axis Koma durch das kippen des HS aber keine Korrekturmöglichkeit mehr.


Zur Feldabbildung des DK möchte ich noch folgendes sagen.
Im Gegensatz zum klassischen Cassegrain reagiert der DK bei sehr schnellem HS mit heftiger Koma im Feld.
Das relativiert sich aber sehr schnell je langsammer der HS wird
Wer mal in Harries Buch auf Seite 73 schaut kann das den Spots dort entnehmen.
Vergleiche ich dort das DK mit einem f/2,5 HS und das Cassegrain mit f/2,5HS (jeweils die N10 M4) ist der Unterschied im Feld dramatisch, die Spots des DK für 20 und 30mm Off Axis haben dort gar keinen Patz mehr.
Vergleiche ich die Beiden Systeme mit f/5HS (jeweils N10 M2) ist der Unterschied wesentlich kleiner siehe auch meine Spots Bild 1 und 2

Ein DK kann also sehr wohl gut beherrschbar sein und eine brauchbare Feldabbildung haben.
Diese ist deutlich besser wie bei einem Newton mit vergleichbarem Öffnungsverhältnis des HS.
Es werden ja auch große f/5 oder gar noch schnellere Newton sogar an Einsteiger empfohlen ein DK wie das Gladius hat da merklich weniger Koma im Feld wie ein vergleichbarer f/5 Newton.
Ich finde Das optische Konzept des Gladius absolut spitze.
Allerdings bin ich von der mechanische Ausführung nicht gerade begeistert, hier hätte ich mir eine vernünftige Gitterkonstruktion gewünscht und der HS müsste schon wegen dem Tau wesentlich besser geschützt sein.

Grüße Gerd
 
Zitat von Gerd_Duering:
Allerdings bin ich von der mechanische Ausführung nicht gerade begeistert, hier hätte ich mir eine vernünftige Gitterkonstruktion gewünscht und der HS müsste schon wegen dem Tau wesentlich besser geschützt sein.
Hallo Gerd,

die Sache mit dem Tau sehe ich etwas anders. Darüber haben wir in einem parallel laufenden Thread anhand von Beobachtungen an einem - wie beim Lazzarotti - völlig offenen System gerade sehr ausführlich diskutiert.

Gruß, Jan
 
Hallo Gottfried,

die zweite Baustelle, die mir bei der Ausführung nicht gefällt: Einblick am hinteren Ende des Teleskops,

gerade das ist es was mir bei einem Cassegrain System egal welcher Spielart besonders gut gefällt.
Ein Planetenteleskop sollte Parallaktisch montiert sein, hier habe ich bei einem Cassegrain einen sehr bequemen Einblick und das besonders schöne der ändert sich nicht sonderlich von Zenit zu Horizontbeobachtung weil der Schwerpunkt und damit der Drehpunkt nahe dem OAZ liegt.
Gerade beim Gladius ohne Volltubus ist das besonders günstig.

Es war übrigens zumindest früher nicht unüblich auch einen Cassegrain mit offener Spiegelzelle so wie beim Newton zu bauen damit der HS eben schneller auskühlen kann.

@Jan

die Sache mit dem Tau sehe ich etwas anders. Darüber haben wir in einem parallel laufenden Thread anhand von Beobachtungen an einem - wie beim Lazzarotti - völlig offenen System gerade sehr ausführlich diskutiert.

Eigene Erfahrungen hab ich mit einem so offenem System nicht bezüglich Tau, meine Überlegung war da eher theoretisch.
Wenn es praktisch anders sein sollte wäre das natürlich schön.

Grüße Gerd
 
Hallo Gerd,

sorry, der Dall-Kirkham hat ein extrem kleines beugungsbegrenztes Bildfeld.
Er zeigt schon leicht neben der optischen Achse deutlich Koma
im Übersichtsokular und bei leichter Dejustage kann man das Bild
leider ganz vergessen. Ich habe mit einem 180mm Takahashi Mewlon
beobachtet, darauf beziehe ich mich. Mit einem f/5 Hauptspiegel
sieht die Sache etwas besser aus, aber die Koma entspricht ziemlich
genau der die man in einem f/5 Newton finden würde.

Dafür wird die zentrale Obstruktion bei einem f/5 Hauptspiegel
und 2x brennweitenverlängerung durch den Fangspiegel unerfreulich groß.


Beim Orion ODK handelt es sich um einen Dall-Kirkham mit einem
mehrlinsigen Korrektor, der ist dann sehr gut auskorrigiert.

CS,Karsten
 
Hallo Karsten,

Ich habe mit einem 180mm Takahashi Mewlon
beobachtet, darauf beziehe ich mich.

ich möchte auch gar nicht bezweifeln das der Mewlon mit einem f/3 HS im Feld schnell nachlässt, das deckt sich auch mit den Spots.
Ich hab extra mal einen gerechnet siehe Anhang.
Zu einem DK mit f/5 HS liegen aber Welten dazwischen.

Ein DK mit f/5 HS ist im Feld wesentlich besser wie ein f/5 Newton!
Das sagt zumindest die Theorie.
Siehe Anhang.
Einen f/5 Newton empfiehlst Du ja sogar dem Anfänger wenn es mehr wie 8Zoll sein soll.

Dafür wird die zentrale Obstruktion bei einem f/5 Hauptspiegel
und 2x Brennweitenverlängerung durch den Fangspiegel unerfreulich groß.

Richtig nur ist es beim DK völlig unsinnig lediglich auf 2x Brennweitenverlängerrung zu gehen.
Was soll das bringen, das nutzbare Feld ist sowieso klein und es soll ein Planetenspezialist werden.
Dann kann man auch konsequent sein und so wie beim Gladius auf f/25 gehen was bei dem f/4 HS einen Verlängerungsfaktor von 6,25 bedeutet.
So lässt sich die Obstruktion auf unter 20% Drücken!!!
Die Feldabbildung ist besser wie die eines f/5 Newton, Strehl bei 0,2° Feldwinkel
200 f/5 Newton………..0,23
200 f/25 DK…………...0,37
Ich hab das alles extra durchgerechnet, Spots siehe Anhang.


Grüße Gerd
 

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Hallo Gerd,

Ein DK mit f/5 HS ist im Feld wesentlich besser wie ein f/5 Newton!
Das sagt zumindest die Theorie.

das sehe ich anders.
Ein Newton mit f/5 und ein Dall-Kirkham mit f/5 sind im Feld
in etwa gleich schlecht.

Einen f/5 Newton empfiehlst Du ja sogar dem Anfänger wenn es mehr wie 8Zoll sein soll.

Ja, da mache ich, denn es gibt dazu keine Alternative,
wenn das Teleskop bei großer Öffnung bezahlbar und transportabel
bleiben soll.

Den Newton kann man bei Bedarf mit Mitteln von der Stange
(Komakorrektor) für größere Felder tauglich machen.

Richtig nur ist es beim DK völlig unsinnig lediglich auf 2x Brennweitenverlängerrung zu gehen.

Dann solltest du nicht einen f/5 x 2 DK vorstellen, sondern einen sinnigen f/4 x 5 DK

Die Feldabbildung ist besser wie die eines f/5 Newton, Strehl bei 0,2° Feldwinkel
200 f/5 Newton………..0,23
200 f/25 DK…………...0,37

Der Unteerschied ist doch marginal, beide sind im Feld
vergleichbar schlecht.

Der Unterschied:
Ein 8"f/5 Newton im Volltubus kann wenigstens die Kollimation halten.
Bei einem 8"f/25 DK mit Stange will ich das erstmal mit meinen
eigenen Augen sehen bevor ich das glaube.

Ein 8"f/25 DK wäre ein richtig nettes Teleskop für die Planetenbeobachtung.
Vorausgesetzt die Streulichtabschirmung wäre gut und vorausgesetzt
die Kollimation wäre nicht kageabhängig. Aber:

Wenn Dekollimation auftritt ist der DK auch auf der Achse
ganz schnell unter aller [zensiert].


Und genau darum geht es den kritischen Stimmen zum Lazarotti-DK.

Bei den Newtons gibt es in jügster Zeit übrigens auch Bestrebungen
die optische Leistung nachhaltig zu verringern:
1) man baut unsinnige nicht-gekreuzte "Gitter"-Tuben
--> Förderung der Dekollimation
2) man verklebt die Hauptspiegel auf ihren Hautspiegelfasungen(!)
--> Förderung vonn Verspannung

CS,Karsten
 
Zitat von KaStern:
Ein 8"f/5 Newton im Volltubus kann wenigstens die Kollimation halten. Bei einem 8"f/25 DK mit Stange will ich das erstmal mit meinen eigenen Augen sehen bevor ich das glaube.
Hallo Karsten,

es geht auch mit Stange, wenn diese ein ausreichend hohes "Flächenträgheitsmoment" besitzt, wie z.B. das 60x40x1,5 Stahlrohr meines offenen Schüsseteleskops. Da bleibt der Laserstrahl des Kollimators in allen Lagen im oder am Rand vom Loch.

Die Lazzarotti-Konstruktion mit zwei dünnen Stangen kann nach meiner Einschätzung zumindest keine ausreichende Verwindungssteifigkeit besitzen. Vermutlich muss man deshalb nach jeder Neuausrichtung des Teleskops justieren. Vielleicht kann jemand aus eigener Erfahrung mit dem Instrument etwas zur Lageabhängigkeit der Justierung sagen?

Gruß, Jan
 
Hallo Gerd,

sorry aber da muss ich wiedersprechen, die Spots der dejustierten Systeme sind in meinem letzten Beitrag.
Das ist ja gerade das erstaunliche das der DK hier nicht empfindlicher wie ein klassischer Cassegrain reagiert...
hab mir mal erlaubt aus Deinen Bildern etwas zusammenzuschneiden. Erklär mir doch bitte wieso die sehr deutlich mehr erkennbare Koma des DK nicht schlimmer ist als die des klassischen Cassegrain und damit das nutzbare Feld nicht ensprechend reduziert. Sonst versteh ich nämlich nix mehr ?)

Gruß Kurt

Edit: Wie passt Deine Aussage zu dem 2. Bild oder bin ich im falschen Film :erschreck:
 

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Hallo Karsten,

das sehe ich anders.
Ein Newton mit f/5 und ein Dall-Kirkham mit f/5 sind im Feld
in etwa gleich schlecht.

Ja beide sind nicht berauschend aber beim Newton beschwert sich kaum einer die sind alle super nur der DK ist im Feld schlecht.
Hier wird mit zweierlei Maß gemessen.

Den Newton kann man bei Bedarf mit Mitteln von der Stange
(Komakorrektor) für größere Felder tauglich machen.

Das geht selbstverständlich auch beim DK.

Dann solltest du nicht einen f/5 x 2 DK vorstellen, sondern einen sinnigen f/4 x 5 DK

Kein Problem, Design siehe Anhang.
Ein schneller Entwürf ohne Anspruch eines Ideals.
Die konische Konstante des HS beträgt -0,7696.
Durchmesser FS für 0,2° Feldwinkel = rund 35mm 100% ausgeleuchtetes Feld = 45,6mm
Abstand HS FS ….800mm
Abstand FS Fokus …..1000mm
Backfokus …………….200mm
Strehl bei 0,2° Feldwinkel…………..0,64
Das entsprich etwa einem 200 f/7 Newton der hat bei diesem Feldwinkel
Strehl………..0,678
Dein 200 f/6 hat hier lediglich Strehl 0,49
Dieser DK hat also eine deutlich bessere Feldabbildung wie Dein Silberdobby.
Er ist deutlich kürzer
Lediglich die Obstruktion ist etwas höher aber das müsste man natürlich mit Deinem 100% ausgeleuchtetem Feldwinkel vergleichen.
Wie groß ist der bzw. wie groß ist das 100% ausgeleuchtete Feld?

Ein 8"f/5 Newton im Volltubus kann wenigstens die Kollimation halten.
Bei einem 8"f/25 DK mit Stange will ich das erstmal mit meinen
eigenen Augen sehen bevor ich das glaube.

Ein 8"f/25 DK wäre ein richtig nettes Teleskop für die Planetenbeobachtung.
Vorausgesetzt die Streulichtabschirmung wäre gut und vorausgesetzt
die Kollimation wäre nicht kageabhängig.

Hier sind wir doch einer Meinung, die Mechanische Ausführung des Gladius hab ich ja schon kritisiert.

Wenn Dekollimation auftritt ist der DK auch auf der Achse
ganz schnell unter aller [zensiert].

Das ist relativ und hängt stark von dessen Auslegung ab.
Ein DK ist wesentlich unkritischer als ein Newton mit gleichem Öffnungsverhältnis des HS!!!

Grüße Gerd
 

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Hallo Kurt,

wie kritisch die Justage eines DK ist hängt stark vom Öffnungsverhältnis des HS ab.
Wenn Dier Winspot lieber ist gerne.
Siehe Anhang.

hab mir mal erlaubt aus Deinen Bildern etwas zusammenzuschneiden. Erklär mir doch bitte wieso die sehr deutlich mehr erkennbare Koma des DK nicht schlimmer ist als die des klassischen Cassegrain und damit das nutzbare Feld nicht ensprechend reduziert.

Das hatte ich eigentlich schon getan.

Man muss denke ich unterscheiden ob hier der Sekundärspiegel eine aktive optische Komponente wie bei allen Cassegrain Systemen ist oder nur der Auslenkung des Strahlenganges wie beim Newton dient.
Eine Dejustage eines Newton bedeutet schlicht das ich nicht mehr auf der Achse sondern im Feld beobachte und deshalb kann ich anhand der Feldabbildung auch sagen wie sich die Dejustage auswirkt.

Ist der Sekundärspiegel eine aktive optische Komponente geht das nicht mehr so simpel.
Hier hat die Stellung wesentlichen Einfluss auch auf die Abbildung auf der Achse.
Das siehst Du ja beim Schiefspiegler.
Zb. der anastigmatische Kutter hier werden ja durch gezieltes verkippen des SP sogar Fehler auf der Achse korrigiert, es gibt eine Stellung wo ich die Koma vollständig korrigieren kann und eine wo ich den Asti vollständig korrigieren kann, leider keine wo beides passt aber das weist Du ja.
Das funktioniert aber nur solange der SP eine aktive Komponente bleibt das heißt einen Radius hat, sei er auch sehr groß, sobald er plan und damit passiv ist hast Du einfach nur noch die sehr heftige Off Axis Koma durch das kippen des HS aber keine Korrekturmöglichkeit mehr.
Grüße Gerd
 

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hallo Leute,

bei aller Theorie, hat jemand von Euch schon mal ernsthaft Planeten oder Mond visuell an öffenen Teleskopen betrieben ?

Arno:
>Was haltet ihr von so einem Teleskop für Planeten?<

Wenn ich so ein Gerät hätte und mir vorstelle: an einem schönen klaren Januarabend Jupiter in den Zwillingen stehend halb gebeugt, verkrampft unter so einem offenen Scope zu beobachten kann es doch nichts werden ?).

Der Körper strahlt die Wärme nach oben ab, die zieht dann sofort in den frei liegenden Strahlengang, un dann ... ?
Ende der Aktion :augenrubbel:.

Gut wenn da nur ne Kamera drann baumeln soll und in 3m Abstand der PC samt User steht mag es wohl gehen, aber
bei aller Liebe , der kreativen ATM Szene gegenüber, aber solche Geräte sind für mich nicht mehr als obskure Blickfänge auf Messeständen ...

Gruß
Christian




 
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Hallo Gerd,

Vielen Dank für Deine Geduld. Wenn wir uns nicht vertan haben, dann werden wohl bei Deinem Beispel mit 8" F/10 beide Systeme annähern gleich schlecht abschneiden. Bei meinem Beispiel mit 10" f/25 fällt dagegen das DK deutlich schlechter aus. Jetzt müsste man noch genauer die Auslegungsdaten des Dall-Kirkhams von Lazzarotti Optics kennen. Vielleicht muß ich danach sagen ich nehme alles zurück und behaupte dasd Gegenteil :blush:.

...Ist der Sekundärspiegel eine aktive optische Komponente geht das nicht mehr so simpel...

richtig, aber ob man den FS "tiltet" oder nur die Oku-Mitte neben die opt. Achse justiert bringt es im Falle DK und Cassi mehr oder weniger deutlich Koma.

Gruß Kurt
 
Hallo Christian,

hallo Leute,

bei aller Theorie, hat jemand von Euch schon mal ernsthaft Planeten oder Mond visuell an öffenen Teleskopen betrieben ?
ja, hab ich, z B. mit meinem 9" Kutter. Der ist als "Langbrenner" noch ziemlich real un praktisch. Details siehe http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=102469&SearchTerms=komatisch
und Anhang.
Der Beobachter sitzt hier weit genug weg schräg hinter den Hauptspiegel und kann deshalb gar nicht so mächtig stark strahlen dass es stört.

Daneben hab ich noch einen 12" f/15 echt- Cassegrain in Gitterrohrbauweise. Siehe auch
http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=14251&SearchTerms=Opiskop
Bei dem stören deutlich sichtbar Luftschlieren, die von der FS-Zelle sowie vom Blendrohr unvermeibar durch des Strahlengang ziehen. Diese bilden sich insbesondere bei windarmen Wetter wg. der unterkühlten Luft an den Oberflächen der gennanten Bauteile. Die Unterkühlung wird durch die IR- Abstrahlung der Flächen dauerhaft aufrechterhalten. Aus diesem Grunde ist die Gitterrohrbauweise nicht mehr mein Favorit für derartige Cassis. Dagegen waren die Ausführungen in 12" und 10" im Iso- Tubus mit Zwangsbelüftung vieeeel besser. Die gibt es aber bisher nirgends zu kaufen.


Gruß Kurt


 

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Hallo zusammen,
kürzer und diplomatischer kann man es wohl nicht ausdrücken, siehe Harri's Zitat oben:
Es gibt optical Design und Design (Formgebung)
Die Formgebung ist gut gelungen.
Ich hab mich fast hingelegt :totlach2:

Trotzdem finde ich es sehr konstruktiv, wie in so einem Thread die vielen kleinen Details, die "Für" und "Wider", sich zu einem Bild zusammensetzen.
Wie die Sache mit den Beobachter-Schlieren. Da kann man ewig über reine optische Performance sprechen, am Ende sieht's so aus wie bei Kurt's Schiefspiegler:
Der Beobachter sitzt hier weit genug weg schräg hinter den Hauptspiegel und kann deshalb gar nicht so mächtig stark strahlen dass es stört.
Kleiner aber feiner Unterschied!
Im großen Gitterrohr-Newton beobachte ich ähnliches.
Sobald man zuweit mit den Beinen druntersteht, sich zu nah anlehnt, mit den Händen zu weit in den Hut greift - aus die Maus.

Was anderes ist Jan's feiner Planetenspiegel. Abseits sitzend ist das alles kein Problem. Die dicke, mechanisch steife Ausführung ist zwar nicht italienisch schick, aber 1a Funktion hat auch gewisse Vorteile. :super:

Viele Grüße
Kai




 
Zitat von fraxinus:
Hallo Kai,

der Vergleich mit meiner Planetenschüssel ist vielleicht etwas unfair gegen Amateure, die ihre Augen gerne über längere Zeit hinweg bei entsprechender Körperhaltung und ihr Geld in wertvolle Okulare stecken. Ich beobachte selbst halt lieber entspannt und binokular am Laptop und später - noch entspannter und ohne Seeing - am PC oder unterwegs via Internet.

Aufgrund dieser "Betriebsart" entfallen für mich einige charakteristische Schwachpunkte von Amateurteleskopen, die wir hier gerade heftig diskutieren, nämlich der Tubus einschließlich des Tubus-Seeings, sowie ein Sekundärspiegel mit den entsprechenden Justageproblemen.

Angenehm und kommunikativ ist für mich darüber hinaus auch, dass andere Personen live am Geschehen teilhaben können. Bin allerdings am Ende kein so guter Kunde für Astroshops, weil ich mein Geld lieber in gute Kameras investiere ...

Dank und Gruß, Jan
 
Hallo Gerd,

Zitat von KaStern:
Den Newton kann man bei Bedarf mit Mitteln von der Stange
(Komakorrektor) für größere Felder tauglich machen.

Zitat von Gerd_Duering:
Das geht selbstverständlich auch beim DK.

eben nicht. Es gibt keine käuflich zu erwerbenden Korrektoren
für DK die man da als User einfach einsetzen könnte.

Daß der Newton in Sachen Feldabbildung schlecht ist ist bekannt.
Der DK ist sehr langbrennweitig und hat trotzdem eine schlechte
Abbildung imm Feld.

Mit dem Newton erreicht man wenigstens große Felder,
mit dem DK nicht, es sei denn man nimmt einen der Orion UK ODK
mit dem mehrlinsigen Korrektor.

Das zu 100% ausgeleuchtete FEld meines 200/1200mm muß ich
heute Abend mal errechnen.
Den verwende ich übrigens häufig mit einer der beiden 2,2x
und 2,8x komakompensierenden Klee Barlows.
Damit bleiben die Sterne dann bis zur Feldblende rund.

Ich halet es aber für wenig sinnvoll lichtstarke Newtons mit lichtschwachen DKs zu vergleichen.
Die Anwendungsgebiete unterscheiden sich teilweise sehr.

Ich würde den DK eher mit dem klassischen Cassegrain oder
einem Schiefspiegler vergleichen. Oder auch einem langen Achromaten.

Meine Skepsis bezüglich der mechanischen Stabilität des Lazaorotti-DK
bleibt bestehen. Mit einer anderen Tubuskonstruktion würde
ich
den interessant finden, zumal der Hauptspeiegl eben nicht
so lichtstark wie bei den Takahashi Mewlons ausfällt,
was zu erheblich weniger Koma im Feld führt.

CS,Karsten
 
Hallo zusammen,

vielen dank für die fülle an Infos zu diesem etwas anderem Teleskop.

In dem Folgendem Test werden eure bedenken gegen dieses Teleskops bestätigt:
http://rohr.aiax.de/hp_new/news.php

Nachtrag:
Offensichtlich wird der Link zu W.Rohr unterdrückt ???
Was soll das denn ???
Auf seine H.P findet man unter "News" den Testbericht
des GLADIUS CF 315 vom 04.04.2010

Das Teleskop ist somit für mich aus dem rennen.
Eigentlich schade..





CS

Arno
 
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