Jupiter 03.09.2011 - DMK 21 AU618 first light

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marioweigand

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Hallo zusammen,

anbei meine ersten Bilder mit der neuen DMK 21 AU618.
Die Luft war letzte Nacht ziemlich ruhig und Jupiter war im Bino echt toll!

04:42 MESZ

Link zur Grafik: http://www.skytrip.de/jupiter/jupiter2011-09-03-4a.jpg



04:44 MESZ

Link zur Grafik: http://www.skytrip.de/jupiter/jupiter2011-09-03-3a.jpg


04:58 MESZ

Link zur Grafik: http://www.skytrip.de/jupiter/jupiter2011-09-03-4a.jpg


Und noch eine Übersicht mit den Jupitermonden.

Link zur Grafik: http://www.skytrip.de/jupiter/jupiter2011-09-03-2c.jpg

50%

100%



Viele Grüße,

Mario
 
:respekt2: x 10^9

Mit Strukturen auf den Monden :augenrubbel:
Ich habe selten eine so tolle Aufnahme gesehen, wenn überhaupt! Ist echt super geworden.

LG
Janina
 
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Hallo Mario,
dein C14 macht einen guten Job, erstaunlich gute Sicht in Offenbach gewesen.
Warum ist Jup nur in der Mitte detailiert und fällt zum Rand hin so stark ab?
Liegt das an avistack?
Hast du nach dem stacken die Auflösung nochmal interpoliert?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Mario
Hier befinden wir uns definitiv im Anflug auf Jupiter.
Grandiose Aufnahmen.
Kann nur davon träumen, ist aber ein schöner Traum.
Wie war das Seeing und du verwendest den Baader FFC, auf was für eine Brennweite kommst du da.
LG
Peter
 
Hallo Mario,

was soll man dazu noch sagen. Ich glaub' wir müssen uns alle keine Sorgen machen wenn Hubble mal in Rente geht, wir haben ja noch Dein C14 :)

Kannst Du vielleicht noch kurz Deine ersten Eindrücke zur neuen DMK geben? Ich spiele auch mit dem Gedanken, mir eine zuzulegen...

Noch viel Erfolg für die künftigen Unternehmungen (hoffe, ich komme auch bald mal wieder dazu).

Klaren Himmel,

Frank
 
Hi Mario !!

Ganz großes Kino - spitzen Bild - super Optik

Gruß
uli :/
 
Hallo,

vielen Dank für eure netten Kommentare! :)

@ Peter (Zyklop): Naja, das ist doch normal.
Zum einen hat hat man die zum Rand hin stärker werdende perspektivische Verkürzung.
Zudem schaut man da ja auf Wolkengebilde und bei längerem
Lichtweg (zum Rand zunehmend) durch die Atmosphäre ist der Blick sicherlich auch weniger klar.
Ja, auf 150% nachvergrößert.

@ astropeter: Ich schätze das Seeing auf 8-9/10.
Es gab noch ein leichtes Flimmern, aber keine starken
Verzerrungen. Ca. 11000 mm.

@ Frank: Die höhere Empfindlichkeit ist schon spürbar.
Ich hatte für R und G 1/30s und ca. 65% Gain.
Nur B brauchte etwas mehr, da hatte ich dann ~90% Gain.
Ansonsten alles wie gewohnt bei TIS.


Viele Grüße,

Mario


 
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Hallo Mario,

die Bilder gefallen auch mir sehr. Du hast die Bilder um 150 % vergrößert. Werden dann mehr Details sichtbar oder wozu dient die Nachvergrößerung? Mit welcher Software hast Du es gemacht? Welche Erfahrungen hast Du mit dem Baader FFC an Planeten gewonnen? Gibt es einen vergleich mit anderen Brennweitenverlängerungs-Hilfen? Die Planeten-Spezialisten hier im Forum nutzen ja für Ihre tollen Bilder überwiegend den FFC. Anscheinent ist für hochauflösende Planeten-Bilder der Baader FFC sehr gut geeignet.

Sternfreundlicher Gruß
Günther
 
Hallo Günther,

> Werden dann mehr Details sichtbar oder wozu dient die Nachvergrößerung?

Die Nachvergrößerung ist im Grunde Unsinn, gefällt mir momentan jedoch irgendwie.
Es bringt natürlich nichts Neues zum Vorschein, jedoch empfinde ich das Betrachten feiner Details als angenehmer.
Gerade so in 50-100 cm Distanz zum Monitor.
Fitswork habe ich dazu verwendet.

> Welche Erfahrungen hast Du mit dem Baader FFC an Planeten gewonnen?

Bisher eigentlich nur gute, die Bildqualität scheint immer optimal zu sein, egal welchen Faktor man wählt.
Und man ist halt flexibel. Bei Barlows kann man zwar auch ein wenig variieren,
jedoch nicht in dem Maße bei guter Bildqualität.

> Gibt es einen vergleich mit anderen Brennweitenverlängerungs-Hilfen?

Fällt mir spontan nichts konkretes ein.
Zumindest nicht mit dem FFC, Barlow-Vergleiche gibt es jedenfalls.

Viele Grüße,

Mario


 
Ich hätte auch nochmal eine Frage :-)

Ich nutze Avistack am liebsten.
Was ich aber vermisse ist eine Subpixel-Genauigkeit wie bei Giotto. Ich vermute das Ergebnis ist dann besser wie eine Nachvergrößerung. Oder kann man das irgendwie einstellen?



 
Hallo Mario,

auch wenn die Aufnahmen in ihrer Größe imposant erscheinen, bin ich doch aufgrund eigener Analysen und Erfahrungen i.S. Jupiterfotografie von Deinen hier gezeigten Ergebnissen nicht sehr überzeugt.

Ich vermute nämlich, dass Du bei der Aufnahme im Hinblick auf das hohe Auflösungsvermögen Deines 14"-Teleskops und auf die von Dir als recht gut beurteilten Sichtbedingungen mit zu langen Belichtungszeiten gearbeitet hast. Feine Oberflächendetails können dabei bereits deutlich in Rotationsrichtung verwischt werden.

Um die Bewegungsgeschwindigkit der Jupiteroberfläche im Verhältnis zu "punktförmigen" Oberflächenmerkmalen zu demonstrieren, hatte ich schon einmal vor längerer Zeit eine Jupiter-Animation mit Zeitabständen von jeweils einer Minute gepostet (drittes Bild von oben). Mit Hilfe einer Referenzmarke (Papierstreifen) kann man leicht erkennen, dass sich die Oberfläche in Äquatornähe etwa um den Durchmesser eines der dort sichtbaren punktförmigen Oberflächenmerkmale verschiebt. Wenn man solch ein Merkmal angemessen abbilden will, muss man mit dem gesamten Abbildungsvorgang innerhalb von deutlich weniger als einer Minute fertig sein.

Als "Eckbilder" für die gemorphte Animation habe ich Monochromaufnahmen verwendet, die jeweils 30 s belichtet worden waren. Wenn man eine vergleichbare Bildauflösung in Rotationsrichtung mit RGB-Filtertechnik anstrebt, müsste man alle drei Farbauszüge innerhalb von 30 s aufnehmen. Da das in der Praxis kaum hinzubekommen ist, hatte ich an der zitierten Stelle eine "Farbsynchronisation" mittels gemorphter Zwischenbilder vorgeschlagen.

Da Du ja an dem Morgen eine ganze Reihe von Videos in einigermaßen engen Zeitabständen aufgenommen hast, besteht für Dich vielleicht die Möglichkeit, aus dem vorhandenen Material mittels verkürzter Videoclips und gemorphter Zwischenbilder noch ein farbsynchronisiertes Endresultat mit höherer Detailauflösung herauszuarbeiten?

Zitat von marioweigand:
AviStack bietet das leider nicht, ich hätte auch gerne eine Drizzle-Funktion. Theoretisch sollte es ein wenig besser sein.
Die Drizzle-Funktion gibt es auch bei Registax und AutoStakkert. Die würde aber kaum Vorteile bringen, solange die Bildauflösung erkennbar durch die Bewegungsunschärfe beeinträchtigt ist.

Gruß, Jan
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Jan,

Da Du ja an dem Morgen eine ganze Reihe von Videos in einigermaßen engen Zeitabständen aufgenommen hast, besteht für Dich vielleicht die Möglichkeit, aus dem vorhandenen Material mittels verkürzter Videoclips und gemorphter Zwischenbilder noch ein farbsynchronisiertes Endresultat mit höherer Detailauflösung herauszuarbeiten?

bitte sehr :)

Link zur Grafik: http://www.skytrip.de/temp/vergleich.jpg

Ich hatte ja eigentlich schon letztes Jahr vor,
das mal zu probieren, jedoch kein Glück mehr mit dem Wetter gehabt.
Leider habe ich die Videos nicht in der richtigen Reihenfolge aufgenommen,
eigentlich wollte ich dafür eine RGBGR-Sequenz verwenden.
Hier war es nun GBRGB.

Naja, aber dennoch sieht man eine geringfügige Verbesserung.
Beim nächsten Mal denke ich daran.

Viele Grüße,

Mario
 
Hallo Jan,

noch etwas zu

Die Drizzle-Funktion gibt es auch bei Registax und AutoStakkert. Die würde aber kaum Vorteile bringen, solange die Bildauflösung erkennbar durch die Bewegungsunschärfe beeinträchtigt ist.

Vergiss nicht, dass dies durch die feine Abdeckung mit vielen Referenzpunkt in AviStack kompensiert wird!
Eine Rotationsunschärfe ist den einzelnen Kanälen daher nicht anzumerken (30s, 900 Bilder).
Die Rotation ist daher nur als Differenz zwischen einzelnen Farbsequenzen zu sehen.
Und hier kommt das Morphing dann ins Spiel, um auch das auszugleichen.


Viele Grüße,

Mario
 
Zitat von marioweigand:
Donnerwetter - das kam ja wie aus der Pistole geschossen! Dann hast Du offenbar - falls nicht jemand anders schon zuvor auf die Idee gekommen war - als erster das Verfahren in die Tat umgesetzt. Dafür bin ich Dir sehr dankbar, auch wenn das Ergebnis im Vergleich mit dem klassischen RGB an dieser Stelle nur marginale Vorteile gebracht hat. Dann war wohl das Seeing bei der Aufnahme doch nicht so überragend wie es sich für ein C14 gehört. Möglicherweise würde ein Beschnitt der Videos auf 15 s = 450 Frames noch eine geringfügige Verbesserung bringen.

Zitat von marioweigand:
Ich hatte ja eigentlich schon letztes Jahr vor, das mal zu probieren, jedoch kein Glück mehr mit dem Wetter gehabt.
Genauso ging es mir bis heute.

Zitat von marioweigand:
Leider habe ich die Videos nicht in der richtigen Reihenfolge aufgenommen, eigentlich wollte ich dafür eine RGBGR-Sequenz verwenden. Hier war es nun GBRGB.
RGBGR finde ich sehr interessant, weil ja der Blauauszug für das Morphen weniger geeignet erscheint. Auf die Idee war ich noch nicht gekommen.

Wegen der meist guten Qualität hatte ich selbst inzwischen auf Rot als Zeitreferenz (ggf. zusätzlich auch als Luminanz-Signal) gesetzt und wollte dann entweder über BGRGB für Einzelaufnahmen oder fortlaufend über BRGRBRGR... mit asymmetrischen Morphintervallen synchronisieren. Die letztgenannte Folge bietet bei schwankenden Sichtbedingungen eine höhere Wahrscheinlichkeit, gute Luminanzbilder zu erwischen, und erscheint auch als Grundlage für Animationen naheliegender.

Zitat von marioweigand:
Vergiss nicht, dass dies durch die feine Abdeckung mit vielen Referenzpunkt in AviStack kompensiert wird! Eine Rotationsunschärfe ist den einzelnen Kanälen daher nicht anzumerken (30s, 900 Bilder). Die Rotation ist daher nur als Differenz zwischen einzelnen Farbsequenzen zu sehen. Und hier kommt das Morphing dann ins Spiel, um auch das auszugleichen.
Diese Erklärungen erscheinen mir sehr zutreffend. Gerade in den letzten Tagen wollte ich schon eine ältere Diskussion zu dem Thema aufwärmen, weil auch mir inzwischen klar geworden war, warum Avistack im Zentrum des Planeten eine bessere Durchzeichnung liefert als AutoStakkert.

Der Grund für die bessere Schärfe im Zentrum scheint tatsächlich - wie Du m.E. ganz richtig bemerkst - darin zu liegen, dass AviStack "schnipselweise" stackt, während AutoStakert eine "integrale" Zentrierung benutzt. Dafür bietet aber AutoStakkert - wie meine oben zitierte Vergleichsanimation zeigt - eine bessere Durchzeichnung in den Randbereichen.

Die geringere Durchzeichnung bei AutoStakkert im Zentrum der Planetenscheibe können wir somit naheliegenderweise als Bewegungsunschärfe identifizieren. Demnach macht sich diese bereits bei Aufnahmen von 30 s bemerkbar, wenn man sie nicht durch zonenweises Stacken (AviStack) ausgleicht.

Vielleicht werde ich hierzu aus meinem Bildmaterial vom 2. September vorigen Jahres noch eine ergänzende Vergleichsanimation zusammenstellen, in welcher ich einmal die zentralen 50% der Bilder eines Videos und zum anderen jedes zweite Bild desselben Videos in gleicher Weise mit AutoStakkert und Fitswork bearbeite.

Glückwunsch jedenfalls zu Deinem "experimentellen" Beitrag mit den begleitenden Überlegungen zum Verständnis der Vorgänge.

Gruß, Jan
 
Hallo Jan,

Möglicherweise würde ein Beschnitt der Videos auf 15 s = 450 Frames noch eine geringfügige Verbesserung bringen.
Das bezweifle ich, denn wie gesagt ist die Rotationsunschärfe dank
AviStack meiner Meinung nach kein großes Problem.
Ich bin überzeugt, in den einzelnen Kanälen keine Probleme dadurch zu haben, trotz 30 Sekunden.
Das mache ich an einem Vergleich der Strukturbreite in den
einzelnen Summenbildern mit der Differenz zwischen zwei Kanälen fest.


Dann war wohl das Seeing bei der Aufnahme doch nicht so überragend wie es sich für ein C14 gehört.
Mag sein, dass es noch einen Ticken besser geht, aber ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. :)


RGBGR finde ich sehr interessant, weil ja der Blauauszug für das Morphen weniger geeignet erscheint. Auf die Idee war ich noch nicht gekommen.

Wegen der meist guten Qualität hatte ich selbst inzwischen auf Rot als Zeitreferenz (ggf. zusätzlich auch als Luminanz-Signal) gesetzt und wollte dann entweder über BGRGB für Einzelaufnahmen oder fortlaufend über BRGRBRGR... mit asymmetrischen Morphintervallen synchronisieren. Die letztgenannte Folge bietet bei schwankenden Sichtbedingungen eine höhere Wahrscheinlichkeit, gute Luminanzbilder zu erwischen, und erscheint auch als Grundlage für Animationen naheliegender.
Hm, also ich will schon versuchen R und G gleichstark einfließen zu lassen, weil die grünen Summenbilder sehr überzeugend waren.


...mit asymmetrischen Morphintervallen synchronisieren.
Das habe ich hier zwangsweise auch gemacht.
Ich habe dabei visuell ermittelt, welche Morphingstufe am besten passt.


...während AutoStakert eine "integrale" Zentrierung benutzt. Dafür bietet aber AutoStakkert - wie meine oben zitierte Vergleichsanimation zeigt - eine bessere Durchzeichnung in den Randbereichen.
Das ist interessant, ich werde es nochmal überprüfen.
Kann sein, dass der Kontrast im Randbereich für eine zonale
Ausrichtung zu schlecht ist und evtl. sogar zu einer hohen Fehlerquote führt.
Daher könnte hier eine "globale" Ausrichtung im Vorteil sein.

Ich habe ohne hin noch 5 unbearbeitete RGB-Sequenzen übrig.
Mal sehen, was sich daraus machen lässt.

Viele Grüße,

Mario
 
Also wenn autostakkert am Rand bessere Ergebnisse liefert und avistack in der Mitte, dann ist doch klar was nun folgen muss ;-)
Beide Progs. müssen identisches Quellmaterial bearbeiten und am Ende werden mittels Photoshop beide Ergebnisse deckungsgleich übereinander gelegt und der jeweils bessere Bereich herausgearbeitet....bin mal gespannt wie weit man es noch treiben kann :-))
 
Hallo Leute,
pardon, dass ich mich einmische. Die Diskussion ist ja recht interessant und das Bildmaterial von Mario sehr bemerkenswert.
Avistack liefert (theoretisch) auch am Rand die besseren Ergebnisse. Das Problem ist, dass es dort kaum Strukturen finden kann, die eine Ausrichtung ermöglichen würde. Ganz typisch ist das überigens bei Sonnenaufnahmen, die bei einer Quick&Dirty-Einstellung der Programmparameter meist einen sehr matschigen Rand bekommen. Die Krümmung des Randes reicht für eine Ausrichtung nicht aus, weshalb Avistack quasi im Nebel herumstochert und als Folge "irgendwie" auszurichten versucht. Jedenfalls habe ich das so verstanden, als Michael Theunser das beim Planetentag im letzten Jahr erklärt hat. Da die anderen Programme wie Giotto oder Autostakkert nur das Planetenscheibchen als Ganzes zentrieren, kommt es dort zu keinen Randunschärftproblemen.

Abhilfe kann man wie folgt schaffen: Wenn Avistack die Referenzpunkte gesetzt hat, dann manuell die Punkte am Rand entfernen - am besten so weit in Richtung Planetenmitte vorarbeiten, bis nur noch auf strukturierten Bereichen Punkte sitzen.

Gruß Ralf
 
Zitat von marioweigand:
Mag sein, dass es noch einen Ticken besser geht, aber ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. :)
Hallo Mario,

mit den Bildern kannst Du allemal zufrieden sein, da habe ich zu dem Aufnahmedatum bislang jedenfalls nichts besseres im internationalen Angebot entdecken können.

Im Grunde genommen gefällt mir ja Deine etwas pastellfarbene Darstellung sehr gut. Andererseits verschleiert diese Darstellung aber für mein Empfinden zu sehr diese besonders vielfältige und daher sehenswerte Feinzeichnung außerhalb der Hauptbänder, die das Material ohne weiteres hergibt.

Um zu zeigen, was ich meine, habe ich mit dem "Morphed RGB" ein wenig in Fitswork probiert. Dort fiel mir zunächst auf, dass das automatische Zurechtrücken der Farblayer offenbar noch einen - wenn auch nur geringfügigen - Gewinn an Farbkontrast bringt. Danach konnte ich mit einer unscharfen Maskierung die genannten Strukturen etwas deutlicher herausarbeiten. Das sieht dann in etwas verkleinertem Maßstab (80%) so aus:

Link zur Grafik: http://www.astro-vr.de/vergleich_cr_zLayer_usmr6s15_g070_PP080s5.jpg

An der Breite des blauen Randes läßt sich das Ausmaß der nachträglichen Layer-Zentrierung ablesen.

Bitte betrachte diese kleine Studie nicht als Kritik an Deiner in ihrer feinfühligen Art sehr überzeugenden Darstellung, sondern eher als eine ergänzende Hervorhebung der Möglichkeiten Deines *entfernt*s.

Bin sehr gespannt auf die Auswertung Deiner noch unbearbeiteten Videos.

Gruß, Jan
 
Zitat von marioweigand:
Aber ehrlich gesagt kann ich nicht erkennen, dass AutoStakkert! einen besseren Randbereich liefert.
Hallo Mario,

bei dem Material erscheint mir auch der Unterschied im Zentrum weniger deutlich als in meiner Vergleichsanimation. Meine spontane Erklärung hierzu: Die Schärfungsalgorithmen sind i.a. auf bestimmte Pixeldimensionen optimiert. Bei AutoStakkert erscheint der "Image Convolution Kernel" unmittelbar im Bearbeitungsfenster. Wenn der Abbildungskontrast zu weich ist, schwächt sich die Wirkung des Convolution-Mechanismus in entsprechendem Maße ab. Möglicherweise würde ein deutlicherer Unterschied herauskommen, wenn die Videos mit einem geringeren Abbildungsmaßstab eingegeben werden. Alternativ könnte man - zumindest in AutoStakkert - den Convolution Kernel durch die Eingabe entsprechender, d.h. in diesem Falle größerer Matrixelemente anpassen.

Gruß, Jan
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zitat von Jan_Fremerey:
mit den Bildern kannst Du allemal zufrieden sein, da habe ich zu dem Aufnahmedatum bislang jedenfalls nichts besseres im internationalen Angebot entdecken können.
Hallo Mario,

inzwischen habe ich mich nochmal weitergehend umgeschaut, und muss feststellen, dass Deine aktuellen Aufnahmen zu den ganz wenigen gehören, in denen der Anblick des Wettergeschehens auf dem Planeten nicht in unangenehmer Weise durch diese bekannten "wurmartigen" Bearbeitungsartefakte entstellt ist. Deine Aufnahmen erscheinen in dieser Beziehung vorbildlich und können insofern durchaus als Referenz betrachtet werden.

Zitat von Starhead37:
Wodurch kommen die Farben so stark hervor? Meine RGBs sind immer eher bräunlich. Das Rot kommt hier aber sehr schön rüber.
Für mein Empfinden sind die Farben Rot und Blau insgesamt ein wenig überbetont. Interessanterweise hat sich bei meinem Nachbearbeitungsversuch eine Farbverschiebung von rot nach bräunlich und insgesamt ein für mein Auge etwas ausgeglicheneres Farbspektrum allein durch die Kontrastanhebung (USM und Gamma) ergeben, d.h. ohne eine unmittelbare Farbmanipulation. Nach meiner Erfahrung bietet ein Bild dem Auge immer dann ein Höchstmaß an Farbdifferenzierung und damit auch an Detailwahrnehmung, wenn das Farbspektrum ausgeglichen ist, bzw. wenn das Bild möglichst wenig von bestimmten Farben "beherrscht" wird (s.o.).

Zitat von marioweigand:
Die Rotation ist daher nur als Differenz zwischen einzelnen Farbsequenzen zu sehen. Und hier kommt das Morphing dann ins Spiel, um auch das auszugleichen.
Um eine optimale Überlagerung der Farblayer zu erzielen, hast Du vermutlich das Fenster für die Fitswork-Funktion "Farblayer zurechtrücken" auf den Zentralbereich der Jupiterscheibe begrenzt. Damit wäre leicht erklärt, warum sich bei der von mir auf die gesamte Planetenscheibe angewandten Farbjustierung diese auffällige Verschiebung des Blau-Layers ergeben hat (s.o.). Merkwürdigerweise hatte ich trotzdem den Eindruck, dass sich der Farbkontrast mit dieser Maßnahme verbessert hätte. Bei einer erneuten Nachprüfung konnte ich das zwar nicht bestätigen, aber jedenfalls auch keine Verschlechterung feststellen.

Ich denke, dass Deine aktuellen Ergebnisse und die in diesem Zusammenhang gewonnenen Erkenntnisse uns allen bei der Weiterentwicklung der Jupiter-Fotografie helfen werden.

Dank und Gruß, Jan
 
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