NoiseXterminator von Russel Croman - Zeitenwende?

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pete_xl

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Guten Morgen allerseits!

Russel Croman hat es wieder getan! Nach dem GradientXterminator und dem StarXterminator hat er jetzt sein neues Plugin NoiseXterminator in einer Beta-Version vorgestellt. Es ist momentan nur als Plugin für PixInsight verfügbar, eine Plugin-Version für Photoshop ist angekündigt. Auf anderen Kanälen (z. B. auf Cloudy Nights) laufen bereits intensive Diskussionen zu der neuen Software. Das Feed Back der Tester ist überwiegend sehr positiv.

Erste eigene Tests lieferten phänomenale Ergebnisse. In diesem Beispiel möchte ich einen engen Ausschnitt von NGC 4631 zeigen, der mit den Standardeinstellungen gerechnet wurde:

1651726823253.png


Mit meinen Testaufnahmen erzielte NoiseXt erstaunlich gute Ergebnisse ohne die sonst üblich Schärfeverluste. Das Rauschen wird komplett entfernt, wenn man den "Detail" Regler in Ruhe lässt, erzeugt es keine Artefakte. Man ist versucht, wieder etwas Rauschen hinzuzufügen, weil das Ergebnis so ungewohnt glatt ist. Das Entrauschen der hohen Frequenzen funktioniert so gut, dass man sich zukünftig noch mehr Mühe mit der Gradientenentfernung geben muss ;). Schraubt man mit dem Detailregler die Deconvolution zu hoch, führt das zu dunkeln Ringen an den Sternen und zu Überschärfungen an hellen Objekten und Kanten.

Meiner Meinung nach ist NoiseXt ein ähnlicher Game Changer wir zuvor starnet++, das schon lange vor dem StarXterminator zu neuen Bildbearbeitungsmethoden und in letzter Konsequenz zu einer drastischen Steigerung der Ergebnisqualität in weiten Teilen der Community geführt hat. Das Plugin setzt neue Standards und es wird für alle Astrofotografen schwer sein, darauf zu verzichten. Da die Software nur als Plugin für PixInsight und Photoshop angekündigt ist, mag sie viele Nutzer anderer Programme dazu bewegen umzusteigen.

Ich bin gespannt auf Eure Meinung zu dem neuen Tool!

CS und viele Grüße
Peter
 
Ich denke, auch wenn bzw gerade weil hier eine KI am Werk ist - am Ende kommt es darauf an, was die KI in dem Bild sieht. Das wird sie interpretieren, und in diesem Falle auch in gewissen Maße ergänzen. Aber auch wenn sie noch so schlau ist, die benötigt Informationen. Fehlen diese, muss sie raten...
Auf jeden Fall spannend, und logisch. Ich werde das sicher bald ausprobieren, gerade weil es als Plugin erhältlich ist!
Wann kommt endlich das Verzogene-unscharfe-Sterne-mit-chromatischen-Höfen-wieder-rund-rechen - Plugin?

CS Hoschie
 
Hallo,

das ist einerseits erstaunlich und faszinierend, aber andererseits auch ein weiterer Grund, warum Astrofotografie (fast) uninteressant für mich geworden ist.
Der nächste Schritt wird sein, daß ein Platesolver ermittelt, um was für ein Objekt es sich handelt und dann eine KI die optimalen Änderungsschritte aus einer Datenbank ermittelt, um aus jedem Mist ein optimales Bild zu machen. Die Bilder , die man im Netz sieht, sind dann so gut, wie die Software die der "Fotograf" beherrscht und sich leistet.
Das werde ich nicht aufhalten können und ich werde damit wohl auch herumspielen. Aber befriedigend ist das für mich nicht.

Gruß

*entfernt*
 
Ich denke, auch wenn bzw gerade weil hier eine KI am Werk ist - am Ende kommt es darauf an, was die KI in dem Bild sieht. Das wird sie interpretieren, und in diesem Falle auch in gewissen Maße ergänzen. Aber auch wenn sie noch so schlau ist, die benötigt Informationen. Fehlen diese, muss sie raten...
Auf jeden Fall spannend, und logisch. Ich werde das sicher bald ausprobieren, gerade weil es als Plugin erhältlich ist!
Wann kommt endlich das Verzogene-unscharfe-Sterne-mit-chromatischen-Höfen-wieder-rund-rechen - Plugin?

CS Hoschie
Die KI ist laut RC ausschließlich auf Astrofotos trainiert und nicht "ergänzend". Ich will das aber nicht für andere beurteilen, dass muss jeder für selber entscheiden. Allerdings finde ich die Artefakte, die von Usern durch Überschärfen, falsche Gradientenbehandlung, wilde chromatische Aberrationen, Fehlfarben und bunte Ringe an Sternen, laienhaftes Clone-Stamp etc. viel schlimmer als Artefakte auf Pixelebene, die eine ratende KI erzeugt. Wenn sie mehr "I" hat, als der Benutzer ist das für mich Ok :ROFLMAO:.

CS Peter
 
...das ist einerseits erstaunlich und faszinierend, aber andererseits auch ein weiterer Grund, warum Astrofotografie (fast) uninteressant für mich geworden ist....
Hallo Heiko,

das kann man auch umgekehrt sehen. Mein Motto war immer, an die Grenzen des für mich Machbaren zu gehen. Diese Grenzen wurden für mich z. B. durch starnet und jetzt vielleicht noch einmal durch NoiseXt einfach erweitert und dahinter wartet wieder einen neue Herausforderung.

Der nächste Schritt wird sein, daß ein Platesolver ermittelt, um was für ein Objekt es sich handelt und dann eine KI die optimalen Änderungsschritte aus einer Datenbank ermittelt, um aus jedem Mist ein optimales Bild zu machen. Die Bilder , die man im Netz sieht, sind dann so gut, wie die Software die der "Fotograf" beherrscht und sich leistet.
Das werde ich nicht aufhalten können und ich werde damit wohl auch herumspielen. Aber befriedigend ist das für mich nicht.
Es ist, wie im wahren Leben auch, eine Aufgabe und Funktion der Communities, mit dem Neuen umzugehen und die Standards zu setzen.

VG Peter
 
Hallo,
ein weiterer Grund, warum Astrofotografie (fast) uninteressant für mich geworden ist.
Hallo,
jeder kann es sehen wie er will. Es gibt noch genug andere Baustellen die man fertigstellen muss bevor man ein wirklich gutes Bild erhält.
Ich persönlich finde solche Tools als echte Bereicherung des Workflows.

Zum NoiseXterminator selbst, ein großartiges Tool, die Ergebnisse sind wirklich sehr gut. Der Preis ist nicht ohne, aber man erhält auch ein Werkzeug das Zeit spart und echt gute Ergebnisse liefert.

Gruß aus Bayern,
Dieter
 
Hallo,
hat das schon mal jemand mit dem Topaz DeNoise verglichen?
 
Hallo zusammen!

Shawn Nielsen hat das Plugin neulich in einem Video vorgestellt und war ebenfalls begeistert von den Ergebnissen. Ich selber habe es noch nicht probiert, hatte aber den Eindruck, als würde es in den mittleren Helligkeitsbereichen wo sich so halbviel Rauschen herumtreibt dann doch Details wegbügeln. Aber das kann sehr wohl an der Youtube-Kompression gelegen haben. Es ist in jedem Falle beeindruckend, finde ich.
Was bei dem Verfahren erraten oder ergänzt wird ist eigentlich nur heraus zu bekommen, wenn man ein gutes Bild künstlich soweit verrauscht, dass Details im Rauschen untergehen. Das verrauschte Bild müsste man dann mit dem Plugin wieder entrauschen und dann sieht man vermutlich am ehesten, wie viel Realität auf dem Altar der Rauschfreiheit geopfert wurde.
Bereits jetzt entstehen aber - behaupte ich jetzt mal - in der deutlichen Mehrheit der gezeigten Astrofotos durch exzessive Schärfung und andere Verfahren falsche Details.

Die Bilder , die man im Netz sieht, sind dann so gut, wie die Software die der "Fotograf" beherrscht und sich leistet.
Das ist nicht von der Hand zu weisen. Ich meine aber doch, dass auch in Zukunft handwerklich korrekte, sorgfältig und mit Geduld erstellte Aufnahmen besonders von diesen Plugins profitieren können. Es wird zwar zunehmend einfacher, eindrucksvolle Fotos geben, die von relativen Laien erstellt wurden, aber bislang heben sich die wirklich guten Aufnahmen immer noch deutlich ab, finde ich.
Aber es stimmt: Schon jetzt sieht man so manche Fotografen, die aber hauptsächlich durch extremes Hochziehen der Farbsättigung und glattbügeln ihrer Bilder mit Topaz Denoise auffallen. Davon sind viele Betrachter sehr beeindruckt.

Ich mache Fotos, weil es mir Spaß macht. Wie Andere zu ihren Fotos kommen, ist mir in der Sternwarte eigentlich egal.

Gruß
Sebastian
 
Hallo,
hat das schon mal jemand mit dem Topaz DeNoise verglichen?
Beim Einsatz von TD erfolgt immer auch eine Deconvolution, die an punktförmigen/kleinen, hellen Objekten zu Problemen führt. Das ist bei NoiseXt nicht der Fall bzw. kann durch passende Einstellungen verhindert werden, wie es aussieht. Anders als TD ist NoiseXt daher auch mit Sternen im Bild einsetzbar. Die Qualität eigentliche Rauschentfernung im Hintergrund liegt nach meinen bisherigen Tests auf einem ähnlichen Niveau.
 
Also Alternative zum künstlichen Verrauschen könnte man ja mal einen oder ein paar Subs entrauschen, und sie mit dem kompletten Stack vergleichen.

LG Michael
 
Hi,
...
Der nächste Schritt wird sein, daß ein Platesolver ermittelt, um was für ein Objekt es sich handelt und dann eine KI die optimalen Änderungsschritte aus einer Datenbank ermittelt, um aus jedem Mist ein optimales Bild zu machen. Die Bilder , die man im Netz sieht, sind dann so gut, wie die Software die der "Fotograf" beherrscht und sich leistet.
das hatte ich mir schon länger überlegt.
Man kann per Plate-Solving einfach die genauen Koordinaten ermitteln und dann das Bild mit Daten aus irgendeinem Katalog "enhancen".
Das wird kommen und mich wundert, dass das noch niemand realisiert hat.

Das ist ein logischer Schritt und wenn ich in Astrofotografie SW involviert wäre, würde ich diesen Weg gehen, so "unmoralisch" das sein mag. ;)
Dann spielt eigentlich das Equipment nur noch eine untergeordnete Rolle.

Deswegen in letzter Konsequenz zurück zur visuellen Beobachtung und der Freude daran oder vielleicht auch live EAA (wobei man es da auch einsetzen könnte ;) ).

Aber zurück zum NoiseXTerminator.
Verstehe ich das richtig es werden nicht die klassischen Noise Algorithmen (Tief-, Hochpass, was weiss ich) angewendet, sonder durch KI und damit Muster-Erkennung das Bild verändert?

Gruß
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
...Ich meine aber doch, dass auch in Zukunft handwerklich korrekte, sorgfältig und mit Geduld erstellte Aufnahmen besonders von diesen Plugins profitieren können. Es wird zwar zunehmend einfacher, eindrucksvolle Fotos geben, die von relativen Laien erstellt wurden, aber bislang heben sich die wirklich guten Aufnahmen immer noch deutlich ab, finde ich....
Da sehe ich auch so. Klar wird es in dem Sinne einfacher, dass "schlechtere" Bilder dann besser aussehen. Das gilt aber für die ganze Bandbreite, weil nämlich "gute" Bilder noch besser werden dürften und sich der Standard insgesamt nach oben schiebt. Das passiert doch ständig, man vergleiche nur auf Astrobin den Qualitätsdurchschnitt der Fotos aus aus der "vor-ASI-Zeit" (2014 oder so) mit dem Standard von heute.

Im Übrigen deckt die Eliminierung des hochfrequenten Rauschens aber auch Defizite auf, die sonst weniger oder gar nicht auffallen. Damit meine ich niederfrequente Effekte wir Gradienten, Vignettierungen, Reflexe, "mottling" etc. In diesem Bereich werden die Anforderungen an die Qualität der Aufnahmetechnik und Bildbearbeitung zukünftig eher steigen.

CS Peter
 
...Verstehe ich das richtig es werden nicht die klassischen Noise Algorithmen (Tief-, Hochpass, was weiss ich) angewendet, sonder durch KI und damit Muster-Erkennung das Bild verändert?...
So habe ich das verstanden. Anders ist es auch nicht erklärbar, dass selbst feinste Sterne und Strukturen gut erhalten bleiben (siehe mein Beispiel oben). Hier https://www.cloudynights.com/topic/822130-noisexterminator-beta-test-support/ ist der Autor selber in der Diskussion beteiligt und gibt einige Erklärungen.
 
Also für mich hat die Astrofotografie andere Facetten: Während neben mir die Nachführung läuft und die Kamera die Photonen sammelt, genieße ich
das Quaken der Frösche, das Bellen der Füchse aus dem nahen Wald und die Fledermaus, die mich umschwirrt. Dazu der klare Sternenhimmel über mir.
Meine Gedanken springen von kosmologischen Fragen zu persönlichen Alltagserlebnissen/Problemen und wieder zurück.
Die notwendige EBV am nächsten Tag ist für mich nur notwendiges Übel, dem ich so wenig Zeit wie möglich opfere.
Ich vergleiche meine Astrofotos nicht mit denen der Anderen. Wozu? Meine tiefe Befriedigung hatte ich ja bereits in der Nacht der Aufnahme.
 
Hallo zusammen,

ich finde, die Beiträge in diesem Thread zeigen sehr schön die Bandbreite, in welcher sich Menschen mit der Astrofotografie beschäftigen. Letztlich geht es den Fotografen im Grunde doch (meist) darum, mehr zu sehen als es mit dem bloßen Blick durch das Teleskop möglich wäre. An den Kommentaren zu den, im Forum vorgestellten Bilden kann man dabei erkennen, wie weit die Geschmäcker auseinander gehen. Und das ist, meiner Meinung nach, auch gut so. Wer 'die Wahrheit™' im wissenschaftlichen Sinne sehen möchte, kann sich ja die Hubble Bilder herunterladen ;)

Persönlich finde ich jedes Werkzeug klasse, das mir hilft, aus meinen mühsam gesammelten Daten auch das herauszuholen, was drin steckt. Daher werde ich das Plugin auf jeden Fall mal testen. Danke für den Hinweis darauf.

Viele Grüße
Michael
 
Hallo,

habe mir das PlugIn auch geladen und sehr schnell testen können (weil kinderleicht zu bedienen). Mein Fazit fällt auch sehr gut aus und ich finde es macht das perfekt, was ich an Topaz Denoise kritisiert habe.
Eine Sache, die aber hier auch zwischen den Zeilen klingt, sollte man vielleicht im Hinterkopf behalten. Zeitenwende im Entrauschen von Astrofotos : Ja. Zeitenwende in der Astrofotografie: Nein.
Denn man kann die Physik nicht betrügen. Dort wo Details fehlen, sei es durch zu kurze Belichtungszeiten oder durch zu schlechte Aufnahmebedingungen, kann ein solcher Algorithmus unmöglich die realen Details hinzuerfinden. D.H. ein Entrauschen ist, und wird es immer bleiben, ein weichzeichnen. Das sieht man auch sofort sehr eindrücklich an dem Beispiel Foto auf der Seite wo man das PlugIn runterladen kann.
Solche Plugins werden, wie es Peter im weiteren Verlauf geschrieben hat, insgesamt das Niveau anheben, das tun andere Dinge aber auch. Neue Kameratechnologien, Teleskope, Montierungen. Andere neue Softwares, ein immer größeres Angebot an Informationsquellen etc. etc. etc..

Insgesamt finde ich es toll, dass mal jemand das Konzept AI + Entrauschen speziell an Astrofotos versucht hat. Die Ergebnisse sind sehr beeindruckend, so zumindest meine Meinung.

P.S. Astrofotografie wird für mich immer das geilste auf der Welt sein. Mit und ohne AI :cool:

CS Frank
 
Hallo,
ich nutze auch gern neue Technologien oder Softwaretools, um zu "besseren" Ergebnisse zu kommen oder auf einem etwas leichteren Weg.
Von daher vergleiche ich auch gern meine heutigen Bildergebnisse mit denen, die ich vor Jahrzehnten erstellt habe und erfreue mich an dem Zugewinn.
Doch ich möchte es eigentlich nicht missen, die Entstehung meiner Aufnahmen draußen zu erleben. Die Positionierung des Teleskops live zu sehen, das erste Bild auf dem Monitor nach der Kontrollbelichtung, das Summen der Motoren meiner Montierung während der Nachführung und nicht zu vergessen, das Erlebnis unter dem Sternenhimmel zu sein und auch mal die Kälte zu spüren, die sich nach den vielen Stunden langsam breit macht.
Ein kompletter Remotebetrieb würde mir Vieles davon nehmen und sogesehen möchte ich auch bei der nachfolgenden Bildbearbeitung immer noch selber Hand anlegen und mir würde es keinen Spaß mehr machen, wenn alles auf Knopfdruck perfekt aus dem PC käme.


CS Dietmar
 
Also für mich hat die Astrofotografie andere Facetten: Während neben mir die Nachführung läuft und die Kamera die Photonen sammelt, genieße ich
das Quaken der Frösche, das Bellen der Füchse aus dem nahen Wald und die Fledermaus, die mich umschwirrt. Dazu der klare Sternenhimmel über mir.
Meine Gedanken springen von kosmologischen Fragen zu persönlichen Alltagserlebnissen/Problemen und wieder zurück.
Die notwendige EBV am nächsten Tag ist für mich nur notwendiges Übel, dem ich so wenig Zeit wie möglich opfere.
Ich vergleiche meine Astrofotos nicht mit denen der Anderen. Wozu? Meine tiefe Befriedigung hatte ich ja bereits in der Nacht der Aufnahme.

Hallo,
ich nutze auch gern neue Technologien oder Softwaretools, um zu "besseren" Ergebnisse zu kommen oder auf einem etwas leichteren Weg.
Von daher vergleiche ich auch gern meine heutigen Bildergebnisse mit denen, die ich vor Jahrzehnten erstellt habe und erfreue mich an dem Zugewinn.
Doch ich möchte es eigentlich nicht missen, die Entstehung meiner Aufnahmen draußen zu erleben. Die Positionierung des Teleskops live zu sehen, das erste Bild auf dem Monitor nach der Kontrollbelichtung, das Summen der Motoren meiner Montierung während der Nachführung und nicht zu vergessen, das Erlebnis unter dem Sternenhimmel zu sein und auch mal die Kälte zu spüren, die sich nach den vielen Stunden langsam breit macht.
Ein kompletter Remotebetrieb würde mir Vieles davon nehmen und sogesehen möchte ich auch bei der nachfolgenden Bildbearbeitung immer noch selber Hand anlegen und mir würde es keinen Spaß mehr machen, wenn alles auf Knopfdruck perfekt aus dem PC käme.


CS Dietmar
Hallo Hans und Dietmar,

das eine schließt ja das andere nicht aus...und es steht meines Erachtens nicht zu erwarten, dass alles auf Knopfdruck aus dem PC kommt ;)

CS Peter
 
...und es steht meines Erachtens nicht zu erwarten, dass alles auf Knopfdruck aus dem PC kommt ;)
Da wäre ich mir nicht so sicher! Es ist durchaus denkbar, das Deine Bilddaten direkt nach der Aufnahme eine Reihe von Skripten durchlaufen und binnen kürzester Zeit ein bearbeitetes Bild auf Deinem Monitor erscheint. Das machen ja heutzutage alle digitalen Kameras so und schmeißen Dir in Sekundenbruchteilen ein entwickeltes JPG raus.

CS Dietmar
 
Hallo Peter,
Meiner Meinung nach ist NoiseXt ein ähnlicher Game Changer wir zuvor starnet++, das schon lange vor dem StarXterminator zu neuen Bildbearbeitungsmethoden und in letzter Konsequenz zu einer drastischen Steigerung der Ergebnisqualität in weiten Teilen der Community geführt hat. Das Plugin setzt neue Standards und es wird für alle Astrofotografen schwer sein, darauf zu verzichten. Da die Software nur als Plugin für PixInsight und Photoshop angekündigt ist, mag sie viele Nutzer anderer Programme dazu bewegen umzusteigen.

Ich bin gespannt auf Eure Meinung zu dem neuen Tool!
ich hoffe, Du verstehst mich nicht falsch! Ich finde es durchaus gut, wenn es immer mal wieder neue Softwaretools gibt, die uns unsere Möglichkeiten der BV vereinfachen oder verbessern und ich bin Dir auch sehr dankbar für diesen Hinweis auf die neue Software. Man kann ja schliesslich nicht permanent den gesamten Bereich der Softwareentwicklungen im Auge behalten und freut sich, wenn man auf diesem Wege von Neuerungen erfährt.
Was das Thema Deines Threads angeht, so denke ich nicht das es eine Zeitenwende darstellen wird, aber Du hast dies ja auch mit einem Fragezeichen versehen.

CS Dietmar
 
Hallo,

zunächst sollte mein Beitrag keine Kritik sein, wie irgend jemand seine Bilder macht und bearbeitet. Jeder kann eigene Bilder machen wie er will und bei der Bearbeitung einsetzen was er will.
Vielleicht hat mich im Moment persönlich nur so etwas wie eine Sinnkrise bei der Astrofotografie gepackt. Ich denke mal 98% der Astrofotos zeigen immer die gleichen paar hundert Objekte (vielleicht nur ein paar dutzend). Die kann man natürlich versuchen immer perfekter und spektakulärer zu zeigen mit immer mehr Zeit-, Material- und Softwareaufwand. Ich bin davon auch beeindruckt - keine Frage.
Aber wenn ich in die Galerie schaue und auf einer Seite ein halbes dutzend M51 und Venüsse sehe, dann beschleicht mich so ein "Immer wieder die gleichen Säue durchs Dorf treiben .."-Gefühl. Ob die M51 beim jetzigen Stand der Tools dann noch mal etwas besser von einer KI entrauscht werden muß? - Wem es Spaß macht. Jedes einzelne Bild verdient natürlich Respekt. Aber in der Summe kann da schon ein Übersättigungsgefühl aufkommen.
Ich denke, ich werde es wie Hans halten. Einfach nur das Machen und den Moment genießen, ohne den Anpruch zu haben ein Detail in der Bildbearbeitung noch etwas besser hinzubekommen wie schon Hunderte oder Tausende vor einem. Hauptsache der ganze Prozeß macht Freude.
Wenn es den NoiseXterminator etwas günstiger gäbe, würde ich ihn sogar auch ausprobieren - aus Spaß am Machen. Aber ich sehe das auch nicht als Zeitenwende, ohne das es nicht geht. Kann man nehmen - muß man aber nicht.

Gruß

*entfernt*
 
Hammer!
Das Ergebnis sieht für mich auf den ersten Blick deutlich besser aus als das des Topaz Denoise AI

Bin sehr gespannt auf das PS Plugin. Wann kommt das?

CS, Daniel
 
@DocHighCo @DietSky
Hallo Dietmar und Heiko,

ich verstehe niemanden falsch und freue mich über das Interesse an dem Thread :)! Allerding bin ich im Büro und kann nur immer schnell mal ein paar Zeilen raushauen ;)

Den Begriff "Zeitenwende" hatte ich bewusst mit einem Fragezeichen versehen. Ich kenne das Programm ja noch gar nicht gut genug um ein endgültiges Urteil abzugeben. Aber für den Moment bin ich tief beeindruckt. Ich ziele mit der Wortwahl aber nicht allein darauf ab, dass man tatsächlich erwarten kann, dass sich das Niveau der Bilder insgesamt hebt. Das bekomme ich übrigens als Submitter bei Astrobin schon als Folge des Einsatzes von "Entsternungsprogrammen" zu sehen. Der Aufwertungseffekt liegt m. E. nicht nur in der Qualität der Rauschentfernung selber, sondern darin, dass man ein gut entrauschtes Bild viel tiefer Bearbeiten kann später an die Grenzen des Streckens etc. kommt,

Der Begriff "Zeitenwende" bezog sich aber auch auf eine mögliche andere, eher mittelbare Folge. Wenn das Programm hält, was es verspricht, sich etabliert und tatsächlich den Standard definiert, dann entsteht ein ordentlicher Druck, sich von Programmen die nicht kompatibel sind (Fitswork, Siril etc.) zu verabschieden und zu PI und PS zu wechseln. Die Kombinationen PI, Pi + Affinity, PI+PS, APP+PS werden häufiger vertreten sein als heute.

CS Peter
 
Der Begriff "Zeitenwende" bezog sich aber auch auf eine mögliche andere, eher mittelbare Folge. Wenn das Programm hält, was es verspricht, sich etabliert und tatsächlich den Standard definiert, dann entsteht ein ordentlicher Druck, sich von Programmen die nicht kompatibel sind (Fitswork, Siril etc.) zu verabschieden und zu PI und PS zu wechseln. Die Kombinationen PI, Pi + Affinity, PI+PS, APP+PS werden häufiger vertreten sein als heute.

Hallo Peter,

Voraussagen sind immer schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen. Aber es gibt ein paar Dinge, die mich an deiner Aussage zweifeln lassen.

Thema Anfänger: Anfänger tun sich schwer eine Bindung einzugehen. Darum kaufen sie keine 10.000€ Montierung oder ein 5000€ Teleskop und darum geben sie auch erstmal kein Geld aus für Software, wenn es auch Gratis Alternativen gibt. D.h. so etwas wie DSS, Siril etc. wird nie aussterben und der Markt an Anfängern ist viel größer. Was die dann erst recht nicht tun werden ist 60 USD für ein One Trick Pony ausgeben. Wenn sie die Grundlagen der Bildbearbeitung nicht beherrschen werden deren Bilder nicht besser, nur weil sie weniger rauschen.

Und auch wenn ich selber eigentlich immer sage man soll früh genug mit PixInsight anfangen, es wird nicht passieren. Diese Software wird immer größer und komplexer. So toll einige das finden, so sehr schreckt es andere ab.

Siril entwickelt sich rasend schnell und wird in Zukunft eine immer größere Rolle einnehmen. Das ist zumindest meine Meinung und vielleicht mein gewagter Blick in die Zukunft (die Zugriffszahlen z Bsp auf meine Videos zu Siril bestätigen das aber). Der Entwickler hat uns vor einer halben Stunde auf unserem Discord mal den Stand der Dinge gezeigt. Dort schreibt er, dass die Erneuerungen so zahlreich sind, dass er sie vielleicht gar nicht in ein Update packen kann.

Und dann kommt APP, kostet richtig Geld im Vergleich und die Entwicklung ist [zensiert] langsam und teilweise in die völlig falsche Richtung. Ich will ja kein Miesepeter sein, die Software wird es noch lange geben, weil sie viele verwenden und nicht wechseln wollen. Und sie ist auch sehr gut. Aber eine gesunde Entwicklung sehe ich da nicht mehr.

Das Entrauschen und dafür mehr an den Kurven ziehen wird immer einen Preis haben. Genau davon werden wir dann in Zukunft noch ein paar mehr Beispiele sehen.
Es wird sich zeigen wer dieses Werkzeug geschmackvoll einzusetzen weiß. Denn Geschmack kann man leider nicht dazu kaufen. Und ob ein PlugIn dann die ganze Astrowelt durcheinander wirbelt?

P.S. es gab zeitgleich eine VÖ einer kostenfreien OpenSource Software die das gleiche macht wie der NoiseXTerminator. Nur leider mies dokumentiert. Vielleicht kommt aber morgen schon jemand der es besser macht.

CS Frank
 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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