Fernglas für Anfänger - Qualitätsunterschiede? Konkrete Tipps?

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Strapinski

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Hallo,

ich habe mich in letzter Zeit etwas intensiver mit der Himmelsbeobachtung beschäftigt, was so viel heißt wie: ich habe angefangen die Bücher, die sich mehr und mehr bei mir zu diesem Thema angesammelt haben, auch wirklich zu lesen.

Entsprechend bin ich auf die Idee gekommen, mir ein Fernglas zu kaufen. Und nachdem ich ein bisschen dazu gelesen und geschaut habe, weiß ich zwar ungefähr was ich möchte, nämlich ein "Porro"-Astronomie-Fernglas 7x50. Aber ich bin etwas überfordert mit der Auswahl. Es werden zwar immer wieder ein paar Marken genannt, aber das hilft mir nur in so weit, als dass ich dadurch weiß, dass das Discounter-Fernglas wahrscheinlich eher nicht zu gebrauchen ist.

Aber selbst bei den bekannten Marken gibt es ja von deutlich unter 100€ bis Ende offen eigentlich alles. Mir fällt es wirklich schwer zu beurteilen, wie groß die Qualitätsunterschiede da sind und ob ein gewisser Preis wirklich in Korrelation zur Qualität steht bzw. was bei höheren Preisen besser und für mich als Anfänger "nötig" ist.

So sehe ich bei astroshop.de zum Beispiel das 7x50 Cometron von Celestron für 70€ (bei Amazon derzeit sogar nur 40€). Celestron wird in Büchern, Videos etc. immer wieder als empfehlenswerte Marke genannt. Aber der Preis erscheint mir sehr gering?! Von der gleichen Marke erscheint im nächsten Jahr offenbar ein neues bzw. überarbeitetes Fernglas: SkyMaster Pro ED 7x50 für ca. 320€. Und ich habe keine Ahnung, wie viel besser das wäre. Gleiches gilt für Ferngläser anderer Marken.

Lange Rede, kurzer Sinn: habt ihr allgemeine Empfehlungen ("Mindestens X Euro, sonst ist es Schrott!") oder Hinweise, was bei teureren Ferngläsern besser ist. Oder ebenfalls hilfreich: einen konkreten Kauftipp, mit dem ich als absoluter Beginner ein schönes Erlebnis habe (Preisrahmen bis max. 300€)?

Liebe Grüße und Danke für eure Zeit,
Stephan
 
Hallo Stephan!

7x50 (AP 7mm) ist eher was für wirklich dunklen "Landhimmel" und junge Augen ;-). Es würde auch nur etwas mehr an flächigen Objekten zeigen.
Schwache Sterne saufen im aufgehellten Himmel ab, so das ein 10x50 (AP 5mm) wohl die bessere Wahl ist.
Überhaupt sind 10x50 Gläser der oft empfohlene Kompromiss, von Vergrößerung und Lichtstärke.
Im unteren Preisbereich, sind die Nikon Gläser (Siehe Links!) eine gute Wahl! Das 8x42 (AP 5,25mm) hat darüber hinaus noch ein großes Sehfeld von140m / 1000m!
Zu hochpreisigen Gläsern, werden Dir sicher noch andere User etwas schreiben.

VG,
Michael


 
Zuletzt bearbeitet:
Ich hatte das Nikon Action 7x50 mal vor den Augen: nicht schlecht in diesem Preissegment (link zufällig aus Google ausgewählt):

Bedenken sollte man, dass ein 7x50 einen sehr dunklen Himmel braucht, um seine Vorteile auszuspielen.
Bei hellerem Himmel ist ein 8x40 oder 8x42 eher besser.

Oder noch besser insgesamt ist ein 10x50. Hier kann man mit Gebrauchtkauf schon in eine hohe Liga einsteigen: Carl Zeiss Jena Jenoptem 10x50W.
Gute Exemplare kosten (z. B. bei Kleinanzeigen) +200 EUR; es lohnt sich aber sehr...!

(siehe auch Post Nr. 2)
 
Ich hab bei Ferngläsern die Erfahrung gemacht, das "you get what you pay for" von 30€ bis 3000€ anwendbar ist.
Klar, das korreliert nicht linear, die letzten Prozente des technisch machbaren sind halt immer die Teuersten, aber der Grundsatz der Aussage bleibt bestehen.
Ich persönlich bin seit bald einem Jahrzehnt in der 400€ Klasse sehr zufrieden.
Ist für mich der Preis-Leistungs Sweet Spot. Aber das mögen Andere durchaus anders sehen.

LG
Olli
 
Oder noch besser insgesamt ist ein 10x50. Hier kann man mit Gebrauchtkauf schon in eine hohe Liga einsteigen: Carl Zeiss Jena Jenoptem 10x50W.
Gute Exemplare kosten (z. B. bei Kleinanzeigen) +200 EUR; es lohnt sich aber sehr...!

Das kann ich bestätigen!
Man muss aber ein gut erhaltenes Exemplar erwischen.
Es gibt wohl auch Händler, welche solche überprüften und gegebenenfalls erneuerte CZJ Gläser anbieten!
Dann aber bevorzugt ein 10x50W. Es hat sogar ein weiteres Sehfeld als das 7x50!
 
Hallo Stephan.

Zusätzlich zum Sammeln von Informationen und praktischen Tips, würde ich empfehlen verschiedene Gläser bei einem Händler auszuprobieren.
Augenabstand, Einblickverhalten usw. werden von Benutzern unterschiedlich empfunden....
Ähnlich wie beim Okularkauf hilft da nur selber ausprobieren.

VG Hermann
 
Hallo Stephan,

in Beug auf das 7x50 muss ich mich den Vorrednern anschließen. 7mm Austrittspupille kann man in Bezug auf die erreichbare Grenzgröße nur unter wirklich dunklem Himmel ausnutzen; bei hellerem Himmel saufen die Objekte ab. Da ist ein 10x50 besser. Das 10x50 hat in der Regel auch kein kleineres echtes Gesichtsfeld als das 7x50, weil sonst bei dem die Prismen sehr groß sein müssten (unwirtschaftlich und zu schwer).

Es gilt aber auch zu bedenken, dass z.B. für mich 10fache Vergrößerung am Himmel praktisch nicht mehr ruhig zu halten ist. Die körpereigene Wackelei wird halt mit vergrößert. Zum schnellen Blick verwende ich regelmäßig: Vision King 5x25 (riesiges Gesichtsfeld), 7x35 Weitwinkel (Apollo Optik/ Tento aus der UdSSR, bringt bei etwas hellerem Himmel genau so viel Licht wie das 7x50, hat aber 10° Gesichtsfeld am Himmel und ist klein und handlich), 8x40 Weitwinkel (Apollo Optik 1970er, hat fast so viel Gesichtsfeld wie die 7x35 bringt aber deutlich mehr Licht). Größere Ferngläser verwende ich auch, dann aber nur mit Stativ oder meinem selbstgebauten Zweibein.
Von den genannten Ferngläsern habe ich nur den Vision King als Neugerät erworben, den Rest habe ich auf Flohmärten günstig gekauft. Dort kann man sich die Sachen ansehen und sie in die Hand nehmen. Für die erste Überprüfung auf Durchsicht, Mechanik und Justierung habe ich eine Routine und so bisher Fehlkäufe vermieden. Das kann man lernen oder man nimmt sich erst mal jemand wirklich kundigen mit.

Viel Glück bei der Fernglas Findung und CS Gerhard
 
Hallo Stephan,

erstmal Willkommen an Bord... :)

Ich weiß jetzt nicht warum es unbedingt ein Porro-Fernglas sein muss, damit schränkst Du Deine Suche ein da der Dachkantmarkt viel größer ist.

Zu bedenken ist auch, Ferngläser sind feinoptische Instrumente, im besten Fall sind die Komponenten aufeinander abgestimmt und das möglichst mit Qualitätskontrolle, dass gibt es nicht für 70,- Euro!
Häufig kommen solche Ferngläser dejustert an oder haben sonstige Bildfeldfehler wie Versatz etc. und selbst wenn Du ein "gutes" erwischt, die Qualität bei 70,- Euro dürfte sehr suboptimal sein.

Ich würde an Deiner Stelle Richtung 8x42 gehen, die Vergrößerung ist am Himmel noch händelbar, bei 10x haben viele schon Probleme, außerdem ist das Gesichtsfeld größer und die AP. mit 5,25 ausreichen groß.

Bist Du Brillenträger?

Andreas
 
Hallo Stephan und willkommen,

Ich nutze seit einigen Jahren ein 8x42 von Omegon. Damit hat man schon eine schöne Übersicht am Himmel und es macht auch tagsüber bei Wanderung in den Bergen Spaß, da es nicht schwer ist.

Auch ein 20x80 Astro Fernglas habe ich vor langer Zeit erstanden, dies war mit 140 Euro sehr günstig, das spiegelt sich leider auch bei der Bildqualität wieder. Trotzdem ist es nett damit die Ringe des Saturn zu erkennen. Natürlich nur auf dem Stativ (so steht es auch nur auf dem Balkon).

Mein Tipp wäre ebenfalls die 300€ Preisklasse für deine Zwecke. Ansonsten kommt nur schnell der Wunsch nach mehr.

Klare Nächste

Sebastian
 
Was vmtl. allen 7x50 (neben den schon genannten Anwendungsrestriktionen hinsichtlich AP) gemein ist, wäre das auffällig geringe scheinbare Feld - und das verhindert u.U. das immersive Eintauchen in den Sternenhimmel. Bedingt ist es duch die Prismengrößen, welche eben in Standgehäuse passen müssen. Mein gar nicht so schlechtes Fujinon SX2 bringt da auch 'nur' 49,5°, das ist erweitertes Feld eines Plössl. Und das liegt nicht an den Okularen, die haben einen generösen AP-Abstand, und dazu noch ein Flatfield. Allerdings wird wie schon erwähnt, das Ruhighalten bei 10x schon schwer(er), so dass dann wiederum mit einem entsprechenden Unterbau gegengesteuert werden muss. Entprechende Porro lassen sich m.E. besser halten, als die schmaleren Dachkanten, welche ich wiederum beim Orni-Einsatz bevorzuge; dort ist auch fast ausschließlich Dk vertreten, wenige brauchare Nikon-Porros sind noch erhältlich.

So ab 60° sGF ist es ein schönes Sehen, mein 10x Canon hat 59,5°, damit (und mit der Stabilisierung) kann man in der Sommermilchstraße schon abtauchen, ohne den Rand störend zu bemerken; allerdings ist es auch fast randscharf (ca. 95%), was das 'Randproblem' entschärft.

Fazit: solange man nicht in wirklich dunklen Gegenden beobachtet (oder ein Nikon WX hat), würde ich die beschrieben Argumente 'gegen' 7x50 durchaus ernst nehmen. Gerade beim Sternenhimmel wäre für mich neben dem Feld die Randschärfe ein auschlaggebendes Kriterium, was sich natürlich auch im Anschaffungspreis niederschlägt. Bei Tagbeobachtungen sind die Randbereiche nicht so entscheidend, aber natürlich beachtenswert.

csm
 
Hallo Stephan,

ich habe das APM ED 7x 50. Das Fernglas ist zu groß und zu schwer für seine Klasse und daher nutze ich dieses Fernglas nur mit einem Gitzo Stativ und einem Videoneiger. Ich habe es mir mal gebraucht gekauft von jemand der in der Nähe einer Stadt gelebt hat und der konnte dieses Glas nicht gut nutzen, da der Nachthimmel zu hell war. Hier wo ich lebe, ist es sehr dunkel und ich nutze das APM 7x50 hauptsächlich um mir Teile von Sternbilder anzuschauen oder um M31 schneller zu finden. Das Bild und die Schärfe ist beim APM ED 7x50 wirklich gut und das sieht man auch am Mond. Aber ein schweres Glas, das man nicht lange ohne Stativ halten kann, ohne das die Sterne dann Kometen werden.

Besten Gruß

Holger
 
Zunächst einmal Danke für die vielen Antworten.

Meinen Augen hätte ich mit 39 Jahren vielleicht noch eine 7mm-Öffnung zugetraut - ohne das recherchiert zu haben, geschweige denn beim Arzt gewesen zu sein. Aber dass eine AP von 7mm keinen Vorteil bei nicht ganz dunklen Himmel bringt, war mir nicht klar. Ich wohne nämlich tatsächlich eher städtisch, wenn Klagenfurt wohl auch eher zu einer der kleineren Städte zählt und zumindest drum herum recht dunkle Flecken auf der Landkarte hat. Aber wirklich dunkel ist es hier natürlich nicht. Also Danke für die Hinweise!

Bei 10x50 bin ich aus dem Grund skeptisch, den @Schmitti genannt hat: ich bezweifel, dass ich es für einen längeren Zeitraum so ruhig halten kann, dass mich kein Gewackel nervt. Wenn ich Gelegenheit habe, es auszuprobieren, werde ich das tun. Bis dahin tendiere ich dann aktuell doch eher zu 7x35 oder 8x40 bzw. 8x42.

Ein Gebrauchtkauf traue ich mir nicht zu. Vor allem nicht, wenn es um dreistellige Beträge geht. Ich kann einfach nicht beurteilen, ob das Glas gut oder schlecht ist. Ich habe null Erfahrung und Vergleichswerte. Und ich kenne auch niemanden, der mir da hilfreich zu Seite stehen könnte. Wenn es ein gebrauchtes Glas von einem seriösen Händler ist, wäre das was anderes. Überhaupt ist ein Vor-Ort-Händler sicher eine gute Idee. Allerdings ist mein Budget durchaus begrenzt und die höheren Preise (auch wenn sie gerechtfertigt sind) und die eingeschränkte Auswahl an Produkten würden schon schwer wiegen gegenüber dem Vorteil einer kompetenten Fachberatung (wenn ich sie denn bekomme, garantiert ist ja auch das nicht - und wie gesagt: ich kann es nicht beurteilen).

Grundsätzlich habe ich auch nichts gegen Dachkant-Ferngläser. Ich habe nur immer wieder gelesen, dass die wegen ihres Aufbaus grundsätzlich teurer sind und daraus geschlossen, dass es für das gleiche Geld bei Porro-Ferngläsern bessere Qualität gibt.

Und ja, ich bin Brillenträger bzw. habe Kontaktlinsen. Allerdings was die Dioptrien betrifft im überschaubaren Bereich. Auf einem Auge 0 beim anderen 2,75 (minus, glaube ich).

Übrigens finde ich das von @Manne super formuliert. Besser als ich es in meinem ersten Post ausdrücken konnte, was genau ich eigentlich will. Nämlich im Sternenhimmel abtauchen, also Immersion. Klar will ich dann auch konkrete Objekte und Regionen anschauen, wie es technisch mit dem Gerät dann möglich ist. Vor allem will ich aber den Himmel besser kennenlernen und genießen. :)

Ich werde mich mit dem neuen Input dann noch mal durch diverse Shops wühlen, mit dem Sehfeld auseinandersetzen (davon habe ich bisher kaum etwas bzw. quasi nichts gelesen) und auch mal schlau machen, ob es in der Gegen um Klagenfurt Fachhändler mit größerer Auswahl gibt und euch dann gerne noch weiter nerven. ;)
 
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Wenn man einmal etwas "richtiges" kauft, spart man letztlich ein Leben lang:

APM 8x56 Magnesium ED Apo Fernglas mit Stickstoff-Füllung

Etwas teurer als geplant...neu vom Händler mit Garantie.
mE braucht man keine "Beratung" vom "Fachhändler" vor Ort, welcher meistens ohnehin keine Ahnung von Astronomie hat...
(habe keine Verbindung zu APM; im Gegenteil...:confused:)
 
Ok, AP ist auch 7mm :). Aber die größere Öffnung...
Basis meiner Überlegung: Auf CN wurde das Docter Nobilem 8x56B als das zweitbeste freihändige Astro-FG überhaupt deklariert (mal dort suchen...)
Das Docter Nobilem 8x56B ist nur noch gebraucht und relativ teuer erhältlich, und es hat keine ED-Gläser.
Das APM 8x56 könnte sogar eine Verbesserung sein...auch wg. seines größeren Gesichtsfelds...
(Ich werde es ev. bestellen/kaufen; ist erst ab Ende Januar 2024 verfügbar)
 
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Docter Nobilem 8x56B als das zweitbeste Astro-FG überhaupt deklariert
Kann ja sein. Aber unter welchen Bedingungen fand der Test statt?
Und es spielt eh in einer ganz anderen Liga!
Soweit ich es verstanden habe, ist auch sein Budget begrenzt. Man müsste nun wissen was er investieren Möchte.
Ich habe selbst neben dem Zeiss 10x50, DDoptics 10x34, 10x26, Nikon 10x42 auch das Nikon 8x42.
Ich denke letzteres wäre für ihn einen Versuch wert!
Wer auf absolute Farbreinheit und Randschärfe Wert legt, wird wohl auch im Bereich um die 300,-Euro nicht
das passende FG finden.

VG
 
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Ich war auf der suche nach einem sehr guten Fernglas mit 8-facher Vergrößerung, Ich will es sowohl für astronomische als auch für terrestrische Beobachtungen nutzen, z. B. im Urlaub an der See.

Dazu habe ich folgende Ferngläser hier parallel ausprobieren können: Nikon Action 8x42 (Porro) sowie die Dachlkantgläser Bresser Pirsch 8x56, Fernglas Primax 8x56 und das DDoptic Pirschler 8x56.

Platz 4:

Das Nikon-Glas habe ich schon seit Jahren, es hat um die 120 EUR gekostet. Es ist das leichteste Glas, aber die Transmission und Kontrast sind nicht so dolle. Allerdings bietet es mit 8,2 Grad das größte Sehfeld. Ich habe ich nach Alternativen gesucht, die mehr Kontrast und Lichtstärkebieten und mir deshalb drei weitere Ferngläser bestellt.

Platz 3:

Das Bresser Pirsch 8x56 hat mich entäuscht. Tunnelblick und das dunkelste Bild mit schlechtestem Kontrast der drei Dachkant-Gläser. Aber erwartungsgemäß etwas besser als das Nikon-Glas. Ok, für 279 EUR sollte das wohl auch so sein.

Platz 2:

Deutlich kontraststärker ist das im Angebot über ALDI vertriebene Bresser Primax 8x56. Der Kontrast und die Transmission sind deutlich Besser als beim Bresser Pirsch…und das für unschlagbare 199 EUR. Es macht einen sehr soliden Eindruck und der Fokus geht butterweich. Eigentlich hätte ich dieses Fernglas behalten, wenn das Sehfeld mit 109 m auf 1000 nicht so eng wäre, Stichwort „Tunnelblick“.

Platz 1:

Ich war neugierig, wie sich das vielgelobte DDoptics Pirschler Gen. 3 mit den besonders leistungsstarken Abbe-König-Prismen machen würde. Besonders hat mich das weite Gesichtsfeld (129 m auf 1000 m) angesprochen. Ok, 520 EUR im Black-Friday-Deal ist ´ne Hausnummer, mehr als doppelt so viel wie das schon recht gute Bresser Primax. Ich war skeptisch, ob der optische Unterschied wirklich soooo gravierend ist. Und ja: Transmission und Kontrast sind noch einmal deutlich besser als beim schon sehr guten Bresser Primax. Die Randschärfe ist hervorragend. Besonders bei terrestrischen Beobachtungen in der Dämmerung wird das Bild regelrecht aufgehellt…man fragt sich, wo das Licht herkommt…und das mit einem knackigen Kontrast. Wenn ich dann im direkten Vergleich durch das Nikon-Porro-schaue…OMG…was ein flaues Bild (was mir früher natürlich nie aufgefallen ist, da ich keinen Vergleich hatte)

Ich war so begeistert, dass ich ohne zu zögern die beiden Bresser-Gläser wieder zurück geschickt habe. Das DDoptics hat sichtbar überzeugt und ist nun „mein Fernglas“.
 
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So ähnlich ging es mir damals auch mit der Fernglassuche.
Dank der Fernglasabteilung von Becker&Flöge sowie ein paar Vereinskollegen waren es allerdings ein paar mehr Ferngläser, die probiert wurden.
An Vereinsmitglieder wird auch gern mal für einige Tage zum Testen verliehen.
Geworden ist es das Eschenbach Trophy D 10x42 B ED.
Gut, 10x42 ist eine ganz andere Fernglasklasse, aber der Anwendungszweck ist bei mir auch ein anderer.
Die Moral von der Geschicht':
Man kann gar nicht oft genug betonen, wie wichtig es ist und wie viel es bringt, selbst durch zu schauen, und erst auf Basis dieser eigenen Erfahrungen zu kaufen.

LG
Olli
 
Das DDoptics hat sichtbar überzeugt und ist nun „mein Fernglas“.
Ich hatte mir das 10x34 Bestellt und kann die Qualität dieser Marke bestätigen!
Trotz der relativ geringen Öffnung von "nur" 34mm sind z.B. Plejaden, Orionnebel und Jupiter (Als kleine runde Kugel) mit vier Monden usw. ein Genuss!
Damit würde ich noch ein DDOptics z.B 8x42 oder ein 10x42, "in den Ring werfen"!
 
Zuletzt bearbeitet:
Kann ja sein. Aber unter welchen Bedingungen fand der Test statt?
Moin,

ja sollte man berücksichtigen.

Manche Kollegen in den USA genießen halt noch einen extrem dunklen Himmel.

Ich habe ja das Swarovski SLC 8x56, also kein so schlechtes Fernglas aber unter deutschen Durchschnittshimmel einfach nicht brauchbar, da versuppt alles.
M.E. gibt es hier nur noch wenig Gegenden wo ein 8x56 wirklich sinnvoll am Himmel verwendet werden kann.
Ist halt super um bei Mondlicht noch Tiere beobachten zu können, oder eben bis tief in die Dämmerung hinein, aber für Himmel...naja.

Andreas
 
Noch was:
Hier wird ein gepflegtes Tento 7x50 angeboten (mit etwas Verhandlungsgeschick bekommt man das für +60 EUR).
Ich habe auch eins; für Orientierung am Himmel, Messier-Objekte und Tagesbeobachtungen. Sehr scharf und lichtstark, geringfügig gelbstichig.
Zum Einstieg sicher nicht falsch, selten so gut gepflegt erhältlich, bei extra low budget...:
 
Ok, AP ist auch 7mm :). Aber die größere Öffnung...
Basis meiner Überlegung: Auf CN wurde das Docter Nobilem 8x56B als das zweitbeste freihändige Astro-FG überhaupt deklariert (mal dort suchen...)
Das Docter Nobilem 8x56B ist nur noch gebraucht und relativ teuer erhältlich, und es hat keine ED-Gläser.
Das APM 8x56 könnte sogar eine Verbesserung sein...auch wg. seines größeren Gesichtsfelds...
(Ich werde es ev. bestellen/kaufen; ist erst ab Ende Januar 2024 verfügbar)
Das erwähnte 8x56 kommt bei meiner Rechnung auch (nur) auf 55°, ML und andere rechnen das generöser mit 60° (arctan x V), kjlingt ja auch schöner. Das von mir erwähnte 'immersiv' hängt natürlich auch vom Einsatz ab, ob man also das Glas 'vergessen' kann, weil nix stört. Da ist dann natürlich bei freihnad so ein Klotz schon recht auffällig, plus eben die große AP. Man sollte sich also klar positionieren, was man gucken möchte: Überblick vs. Lichtsammelleistung.

Da die Objekte ja nicht verloren gehen, würde ich mir mal die Zeit nehmen, und z.B. bei binomania stöbern, welche Gläser der Salimbeni präferiert. (Er macht viel mit Oberwerk und GPO, da muss man halt auch sehen, was hierzulande oder AT lieferbar ist (teleskope-austria auch mal fragen). Bei allem mit 10x oder mit 50mm wäre mit Unterstützung jeglicher Art anzuraten.

csm
 
Hallo Friedhelm,

es ist schön, dass du mit deinem 8x25 zufrieden bist. Mit Stephans ursprünglicher Fragestellung hat so ein Taschenglas aber sicher nichts zu tun. So was habe ich auch immer im Rucksack, falls es mal zufällig was zu sehen gibt. Wenn ich weiß, was ich beobachten will (Sterne, Vögel, Kleingetier, Museumsvitrine) nehme ich aber das jeweils geeignetere Glas mit.

CS Gerhard
 
Hallo allerseits,

ich werde zuerst eine konkrete Empfehlung geben und diese, für die interessierten, begründen.

Als Anfängerglas für die Astronomie empfehle ich ein 8x40 oder ein 10x50 Fernglas in Porroprismen-Bauweise mit Mehrschichtvergütung und BAK 4 Prismen.
Solche Ferngläser sind neu für den schmalen Taler zu haben, wir reden hier zwischen 100 bis 200€, und bieten eine gute Optische Qualität. Oftmals sind die Gläser in dieser Preisklasse schon wasserdicht oder wassergeschützt, was ein netter, wenn auch nicht zwingend notwendiger Bonus ist.

Komme ich zur Begründung:

Warum ein 8x40 oder 10x50er Fernglas? In Deutschland haben wir keine perfekten astronomischen Verhältnisse, unsere Lichtverschmutzung ist recht hoch. Ein 7x50 Fernglas hellt das Bild toll auf, allerdings sind viele Sterne aufgrund der Lichtverschmutzung schlecht oder gar nicht sichtbar. Ein 8x40 oder ein 10x50 sind bei Lichtverschmutzung die bessere Wahl. Hier wird der Hintergrund weniger stark aufgehellt, Sterne sind besser zu sehen. Der Vorteil eines 8x40 ist, dass es etwas kleiner und leichter ist, und sich tendenziell ruhiger halten lässt. Ein 10x50 bietet dagegen etwas mehr Vergrößerung und fängt rund 40% mehr Licht ein, es sind theoretisch mehr Sterne zu sehen. Allerdings ist es schwerer, das Bild wackelt stärker, die Beobachtung wird etwas anstrengender.

Warum Porroprismen? Es gibt zwei gängige Bauweisen für ein Fernglas in unserer gewünschten Größe, einmal mit Porroprismen und einmal mit Dachkantenprismen. Bei ersteren werden die Ferngläser etwas größer und schwerer, allerdings lassen sich Porroprimenferngläser mit guten optischen Eigenschaften deutlich einfacher und damit günstiger herstellen. Damit kommen wir zu Dachkantenprismenferngläsern. Diese sind leichter und kompakter. Eine gute optische Qualität ist machbar, aber technisch aufwendiger und damit teurer. Solche Ferngläser erfordern deutlich höhere Präzision und eine bessere, phasenkorrigierte, Vergütung. Bezogen auf meine obige Preisempfehlung liegen wir hier bei rund 200€ bis 400€ für eine akzeptable optische Qualität.

Was sind BAK 4 Prismen? Sagen wir kurz, die besseren. Es gibt daneben noch BAK 7 Prismen. BAK 4 und BAK 7 bezeichnen die Glasart, erstere bieten die bessere optische Qualität. Als Leihe kann ich diese einfach dadurch unterscheiden, dass ich mir die Austrittspupille des Fernglases anschaue, ist diese kreisrund oder rautenförmig verzehrt? Bei BAK 4 Prismen ist erstes der Fall, zudem sind die Abbildungen heller und kontrastreicher als bei BAK 7 Prismen.

Wie ist das mit der Vergütung? Schaut man in die Werbung so hat jedes Fernglas ein ganz tolle Vergütung. Dennoch kann man grob in zwei Arten unterscheiden, in Einfachvergütung und Mehrschichtvergütung. Ganz grob gesagt bei einer Einfachvergütung ist ein Glas nur auf einer Seite beschichtet, bei der anderen auf beiden. Letztere führt oft (aber nicht immer) zu einer besseren optischen Qualität. Letztendlich ist auch die Qualität der Vergütung selber entscheidend, ich kann eine weniger gute auf alle Flächen aufbringen oder eine gute auf wenige Flächen, das zu unterscheiden ist nicht einfach. Hier hilft oft nur der Blick durch das Fernglas selber. Bei der oben genannten Preisempfehlung sollte eine akzeptable Optische Qualität rauskommen.

Gibt es noch etwas? Ja! Hat das Fernglas eine Tasche, Schutzkappen usw.? Es sollte ein Gurt dran sein um das Glas vor runterfallen zu sichern. Eine Tasche schützt es beim Transport und vor plötzlichen hohen Temperaturschwankungen (Feuchtigkeit durch Kondensation). Sterne schauen bei Regen funktioniert nicht wirklich gut, daher muss unser Glas nicht zwingen wasserfest sein. Aber es kann sich wie bereits erwähnt Kondenswasser am Fernglas bilden wenn ich es von kalten draußen in einen warmen Innenraum bringe, davor schützt ein Köcher oder eine gute Tasche.

Für manche sind 200€ oder gar 400€ eine menge Geld, daher möchte ich noch abschließend meine persönlichen Erfahrungen mit Ferngläsern teilen. In der Vergangenheit hatte ich mal ein Steiner Skyhawk Fernglas, 8x42. Hier war am Himmel eine menge zu sehen, auch freihändig. Es war gut transportabel, relativ leicht, aber mit 400€ Listenpris nicht wirklich günstig. Ich besaß auch mal ein Celestron Skymaster Fernglas mit 12x70, aktuell besitze ich ein 15x70. Diese Ferngläser haben den Nachteil, dass sie recht schwer sind und am Tage nicht ein optimales Bild liefern, zudem braucht man ein Stativ. Schaut man auf den Preis, liegen diese bei gut 100€. Diese Gläser gibt es auch mit 10x60 oder 10x50 und stellen die untere Grenze dessen dar, zu dem ein Anfänger meiner Meinung nach greifen sollte. Daneben hatte ich auch mal ein 10x50 Fernglas von TS-Optics, die wassergeschützte Variante. Sie lag optisch recht nah am Steiner Skyhawk, war aber recht schwer. Nun habe ich aktuell noch ein russisches Zomz 12x40 und ein CZJ Binoktar 7x50 aus der DDR. Letztes Glas bietet die beste Bildqualität in Sachen Helligkeit, Schärfe (Bildmitte) und Kontrast. Hier übertrifft es alle anderen Ferngläser, leider habe ich hier mit dem oben genannten Problem der Lichtverschmutzung zu kämpfen. Bekommen habe ich es vor einigen Jahren auf Ebay für 80€. Hier lohnt es sich aber in Ruhe zu schauen und sich Zeit zu nehmen da die Preise deutlich schwanken. Allerdings ist CZJ nicht gleich CZJ, die Qualität der Vergütung hat sich im Laufe der Zeit deutlich verbessert. Ab 1978 mit Herstellungsnummer 4800000 wurde eine hochwertige Mehrschichtvergütung eingeführt, ein solches Glas wäre meine ganz persönliche Empfehlung. Aktuell werden die CZJ Dekarems oder Jenoptems in 10x50 zwischen 120 und 250€ auf Ebay gehandelt, achtet auf einen guten Zustand und eine Herstellungsnummer oberhalb der 4.8 Mio. Dann bekommt ihr mit etwas Glück ein Glas mit dem man lange seine Freude hat und was einem als späterer Profi weiterhin gute Dienste leistet.

Über Meinungen und Kommentare zu meinem Anfänger-Fernglas-Guide würde ich mich freuen.


Viel Grüße
Wigand
 
Zuletzt bearbeitet:
Bin seit vielen Jahren mit einem Leica Trinovid 7 x 42 BA höchst zufrieden. ( Das Leica nicht das Leiz!)

1. 6mm Austrittspupille sind ausreichend

2. Der Kontrast ist überragend und das entscheidet ob man den Kometen sieht oder eben nicht. Mein 8x63 Seeadler zeigt mir z.B. den Kometen im Grenzbereich nicht, dabei ist das ein beliebtes Jagd-Glas

3. 7-fache Vergrösserung kann man ruhiger halten. Gerade am am Sternenhimmel ist das wichtig.
Je höher die Vergrößerung desto eher tanzen die Sterne und man sieht weniger.

4. In einem Urlaub z.B. La Palma etc. ist es ein perfekter Reisebegleiter. Tags und in der Dämmerung die Tierwelt und
Nachts ein fantastischer Himmel.

5. Bei 42mm Öffnung kann man, mit etwas Geschick, 2" Filter vor dem Objektiv anbringen um z.B. O3 deutlicher hervorzuheben

6. Das Teil kostet, gebraucht (nach Weihnachten), ab ca. 350.- €, hat aber echte 30Jahre Garantie und kann ohne Probleme zum selben Preis oder höher (vor Weihnachten) wieder verkauft werden.

7. Z.B. verdirbt eine "Anfängergitarre" nur die Freude an der Musik. Ein Anfängerfernglas macht nur solange Sinn, bis man durch ein richtiges geschaut hat. Ein Wiederverkaufswert ist dabei meist nicht vorhanden. Mein Vor-Leica-Gläser habe ich verschenkt.

P.s.: Das gilt auch für z.B. ein Swarovski Habicht 7x42 das geht mit Glück sogar günstiger, ist aber ein ebenso fantastisches Glas. Einfach mal ohne Vorbehalte selber durchschaun. Die Art der Prismen sagt nichts über die Qualität von einem Fernglas aus.
Bis zum Leica hatte ich viele Ferngläser. Miteinender haben sie mehr gekostet als ein neues Trinovid.
Das hätte ich ich mir besser gleich gekauft.
 
@ Klaus85

Die Art der Prismen sagt nichts über die Qualität von einem Fernglas aus.

Jein!
Liegt einfach daran, dass BAK 4 eigentlich Standard ist und BAK 7 die absolute Billigvariante.
Letztendlich gehen wir beide in die gleiche Richtung, wir beide empfehlen persönlich ein gebrauchtes Qualitätsglas statt ein Einstiegsmodell.
 
Die Glassorte nennt sich BK7 nicht BAK7...

Gruß Horst
 
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