Das erste Telekop, aber welches?

Gerald (der Neue)

Neues Mitglied
Liebes Forum,

ich möchte mir ein Teleskop zulegen. Bin schon viel rumgesurft, finde die Kaufentscheidung als Anfänger aber trotzdem schwierig. Vielleicht könnt Ihr mich mich Eurer Erfahrung unterstützen.
Ich versuche mein Projekt nachstehend möglichst gut zu beschreiben. Falls wichtige Angaben fehlen gerne nachfragen, habe wahrscheinlich nicht die Expertise um alles richtig zu erfassen.

1. Motivation
Wir waren letztes Jahr in Namibia. Der Sternenhimmel in der Wüste (Bortle Scala 1,0) war so toll, daß ich angefangen habe mich für mehr zu interessieren.
Ich möchte aber den Himmel betrachten, ohne ein Wissenschaft daraus zu machen. Also Aufbauzeit etc. soll in einem vernünftigen Verhältnis zur Beobachtungszeit stehen.

2. Zeit
Ich bin voll berufstätig, habe Familie und noch andere Hobbies. Somit werde ich vermutlich auch bei gutem Wetter im Schnitt nicht öfter als 2x im Monat für mehr als eine Stunde in den Himmel sehen.

3. Aussichtspunkt
Laut Light Solution Map: https://lightpollutionmap.app/de/ ist meine Wohnort mit 4,4 Bortle bewertet. Wenn Nachts die Beleuchtung abgeschaltet ist, und die Bedingungen sonst auch sehr gut sind kann man hier Andromeda mit dem bloßen Auge sehen. Sollte also reichen. Um es noch dunkler zu haben muss ich ca. 35 min fahren. Weiter -in einen ausgewiesenen Sternenpark- wäre die Ausnahme. So 1x im Jahr.
Ich werde also häufig von zu Haus schauen. Trotzdem muss das Teil mobil sein. Heißt in mein Auto (Mercedes E-Klasse Kombi) passen und von einer Person tragbar sein:

4. Verwendung
80% beobachten, 20% fotografieren. Habe eine Sony mit Vollformat Chip
Natürlich auch Mond oder Saturn, stelle ich mir auf Dauer aber eintönig vor. Daher vermute ich hauptsächlich Deep Sky.

5. Qualität
Ich möchte nicht das Geld zum Fenster rauswerfen, bin aber ein Fan von ordentlicher Qualität, an der man jahrelang Freude hat. Das bin ich auch bereit zu bezahlen.

6. Budget
Für das komplette Set (Teleskop, Okular, Stativ, parallaktische Montierung, GoTo) wollte ich zwischen 2.000€ und 5.000€ investieren.

Zusammenfassung:
  • Einsatzhäufigkeit 1-3x im Monat
  • "Schneller“ Einsatz soll möglich sein
  • Gerät muss mobil sein
  • 80% Auge / 20% Foto
  • Budget 2.000 - 5000€
Nicht ganz so wichtig: Ich würde gerne in einer bequemen Position durchschauen können.

Alles bisschen geschätzt, weil ich ja noch nicht aktiv bin. Ich nehme gerne Eure Anregungen entgegen wenn o.g. keinen Sinn ergibt.

Mein Fragen:
Welche Bauart ist für mein Anliegen geeignet. Newton, Apo-Refraktor oder Cassegrain?
Welche Öffnung sollte ich mindestens verwenden?
Welchen Brennweitenbereich würdet Ihr empfehlen?

Im Auge hatte ich:
  • Vixen. Teleskop N 130/650 R130Sf Advanced Polaris AP-SM Starbook One. 1.769€
  • Celestron. Teleskop N 200/1000 Advanced VX 8" AVX GoTo. 1.949€
  • SkyWatcher, Apochromatischer Refraktor AP 150/1200 EvoStar ED EQ6R GoTo. 4.190€
  • Celestron, Schmidt-Cassegrain Teleskop SC 203/2032 EdgeHD 800 CGX GoTo. 4.999€
(Alle von der Astroshop Seite)

Weite Vorschläge willkommen!

Bin gespannt, schon mal herzlichen Dank :-)

Gerald
 
Hallo Gerald.

Sehr gut, du hast dir schon viel überlegt welche Voraussetzungen du hast, Informationen über Gerätschaften gesammelt usw.

Weil ich bei den Interessen "visuelle" und auch "fotografische" Nutzung bzw. Mobilität / Spontanität, bei gleichzeitig eingeschränktem zeitlichen Spielraum einige Spannungsfelder sehe, wäre es sinnvoll dass du dir einen Eindruck vom praktischen Umgang und dem unterschiedlichen (zeitlichen) Aufwand verschafftst, den die Systeme erfordern.

Dadurch könntest du selber besser einschätzen was zu deinen Wünschen passt bzw. was schwierig unter einen Hut zu bekommen ist.

Deshalb wäre mein erster Vorschlag doch eine Sternwarte, einen Astro Verein oder Gleichgesinnte in deiner Nähe zu suchen um "Life" die Geräte und die Unterschiede zu erleben.

Grundsätzlich würde ich für spontanes Beobachten leichte, manuell zu bedienende Teleskope und Montierungen im Vorteil sehen.
Für die Fotografie braucht es halt motorisiertes Equipment, Stromversorgung usw. und dadurch mehr Gewicht zu transportieren, und zeitlichen Aufwand .... letztendlich auch mehr Themen zum Einarbeiten.

VG Hermann
 
Hallo Gerald,

willkommen hier.
Wenn möglich und vorhanden, schau einmal in deiner Nähe nach einer Möglichkeit bei einem ortsnahen Sternenclub/Verein durch die verschiedenen Geräte zu beobachten. Dann wirst du die Unterschiede unter Anleitung von den Kollegen erklärt bekommen und die Lernkurve wird steil nach oben gehen. Ein Gerät bei der Vorstellung deiner Investition will zuvor richtig eingeordnet werden.

MEIN Rat, sofern nachhaltig das Hobby betrieben werden soll = klein aber fein, optisch wie mechanisch.
 
Hallo Gerald,

80% beobachten, 20% fotografieren. Habe eine Sony mit Vollformat Chip
Da würde ich gleich zweigleisig fahren, also 2 Teleskope in Betracht ziehen.
Für die Deepsky Fotografie ein kleines Teleskop z.B. einen kleinen Apo. Da reicht dann auch eine günstigere / leichtere Montierung.

Für die visuelle Beobachtung dann vielleicht einen 10" F5 Dobson.
Mit einer EQ-Plattform (Anleitungen zum Selbstbau sind im Internet reichlich vorhanden / oder halt als Kaufversion ) wären auch Planeten & Mond Aufnahmen möglich. Dazu dann eine kleine Astrokamera.

Wäre mit dem Budget wohl alles möglich.

Gruß,
Holger
 
Hallo Gerald,

willkommen im Forum.

Ich schließe mich meinen Vorschreibern an.

Nur bei den Händlern rumstöbern und schauen ob was in mein Budget passt, wird nichts bringen
So wie es scheint, bist Du noch nicht praktisch mit einem Teleskop in Berührung gekommen.
Kannst uns ja mal berichten, in wie weit Du Dich mit der Materie schon beschäftigt hast.
Was wie, warum, wofür, ... ... ... welche Montierung, welches Teleskop, welche Okulare, evtl. Kamera, usw..

Da liegt es wirklich sehr nahe, sich die Dinge mal live und in Farbe anzuschauen, um fürs erste ein Gefühl zu bekommen wie groß, klein, schwer, leicht, transportabel, usw. usw. das Equipment werden kann und auch ist.
Was für den einen schwer an Gewicht ist, ist für den anderen leicht und transportabel. Was für den eine kompliziert im Aufbau ist für den nächsten ein Klacks.

Ebenso würde ich, wie Holger @komposer , auch dazu tendieren zweigleisig zu fahren. Auch wenn Fotografie nur zu ca. 20% (bis jetzt) in betracht kommt.
Visuell und Fotografie unterscheiden sich doch in den Anforderungen und schlägt auch unterschiedlich im Geldbeutel zu buche.

Der von Dir erwähnte Zeitfaktor spielt auch eine Rolle.
Das mit der Einsatzfähigkeit von ein bis drei mal im Monat kann schwer ins Auge gehen. Ohne mich jetzt auf Zahlen bei der Häufigkeit fest zu nageln.
Gestern auf heute und vorgestern auf gestern waren seit mehreren Wochen die ersten Möglichkeiten mal wieder das Equipment auf zu bauen.

P.S.
Tja, und dann turnte der Vollmond am Himmel rum. Nicht ganz so prickelnd.

OK, mir als Rentner ist das relativ wurscht. Wenn nicht heute oder morgen, dann eben in zwei Wochen oder Monaten. Ich habe die Zeit mir das einzurichten. Kann am nächsten Tag ausschlafen. Mein Equipment muss nicht innerhalb einer viertel Stunde stehen. ... ... ...

Also die Ratschläge von oben beherzigen.
Sich einlesen, einarbeiten was, wie, warum ... ... ...

Hier im Forum wird Dir hundert prozentig geholfen.
Gehe es mit Geduld und Ruhe an, die Sterne und Planeten sind aller Voraussicht nach noch länger da.

In diesem Sinne :coffee: :teleskop:
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Gerald (der Neue),

ich hatte meinen Einstieg vor etwa vier Monaten und war damals in einer ähnlichen Situation. Meine Erfahrung reicht nicht aus, um deine Fragen zu beantworten. Was ich aber sagen kann, welche Dinge mir zumindest nicht gesagt wurden, als ich damals auf der Suche war.

Vielleicht kurz zusammengefaßt:
  • Prinzipiell muß man sich entscheiden, will man mit einem Linsen- oder Spiegelteleskop beobachten, wenn man wirklich nur ein Teleskop haben will. Ich würde eher nicht mit komplexeren Geräten wie einem Schmidt-Cassegrain beginnen. Wofür man sich entscheidet, ist vielleicht mehr eine Geschmacksfrage als eine Frage, was mit dem Gerät machbar ist, es ist also nicht soo entscheidend. Ich glaube, diese Entscheidung muß man wirklich selber treffen, da sie ansonsten auch leicht polarisiert.
  • Refraktoren, auch APO-Refraktoren (wenn auch viel geringer), haben Physik-bedingt einen Farb-Abbildungsfehler, den man bei der Sternabbildung je nach Setup erkennen kann. Der einen stört's, den anderen nicht, ein dritter sieht es nicht.
  • Newtons erzeugen wegen der Fangspiegelspinne kreuzförmige Beugungsstreifen an hellen Vordergrundsternen. Ich finde Gefallen daran, und für mich gehört das zu einem Astro-Foto dazu. Die Länge der Beugungsstreifen ist auch ein Maß für die scheinbare Helligkeit.
  • Wenn man optisch aber auch mit der Kamera beobachten will, achtet man einfach beim Kauf des Teleskops darauf, daß beides möglich ist. Mit einem Foto-Newton kann man z.B. natürlich beides: er ist ein wenig stabiler gebaut und hat einen stärkeren und größeren Okularauszug. Mit einem Adapter kann man auch ein normales Okular anschliessen.
  • Wenn es auf die Zeit ankommt: größere Teleskope sind nicht nur schwerer, sie brauchen auch länger zum Auskühlen, das gilt für alle Teleskoparten. Ein nicht ausgekühltes Teleskop bildet schlechter ab. Gerade die geschlossenen Konstruktionen sind hier sehr im Nachteil, wie z.B. Schmidt-Cassegrain.
  • Man beginnt mit der Auswahl des Teleskops, und sucht erst danach die Montierung dafür aus. Will man auch Fotographieren, muß man auch das Gewicht der Kamera nebst aller Adapter, Bildkorrektor-Optiken, Filter eventuell Autofokus und dergleichen mitrechnen. Nimmt lieber etwas, das mehr Gewicht tragen kann, und ist skeptisch gegenüber den Angaben, die die Hersteller machen, und traut sich, das Teleskop von dem einen Hersteller, und die Montierung von einem anderen zu kaufen.
Gruß, (der nicht mehr ganz so neue)
Andreas
 
Lieber Hermann, Damenique, Holger und Mathias,

danke für die schnellen Rückmeldungen!
Ja , Euer Rat macht total viel Sinn erst mal durch verschiedene Geräte zu schauen.
Ich habe genau Null Erfahrung mit dem Thema, nur mal auf einer Sternwarte durchgeschaut, aber das kann man ja nicht wirklich vergleichen.
Auch hatte ich den Eindruck, dass sich fotografieren und beobachten nur schwer unter einen Hut bringen lassen.
Wenn ich mich nur auf beobachten beschränken, dann wäre wohl ein APO mit manueller Nachführung ausreichend, was auch ganz schön Geld spart.
Reicht da 100mm Öffnung? Welche Brennweite wählt man dann?

Ist Deep Sky nur zum beobachten überhaupt sinnvoll? Ich war mal auf Island Nordlichter fotografieren. Die Bilder sind toll, die Beobachtung war eher mau. Das Auge kann halt kein Licht über Zeit sammeln wie ein Sensor.

Schönes Wochenende!
Gerald
 
Dir auch Danke Andreas!
Die Auswahl scheint tatsächlich nicht einfach zu sein. Na wenn eine Bauart (Newton, APO...) das beste für alles wäre gäbe es auch nur die. Und ich habe gelesen das viele "ernsthafte" Sterngucker einen Refraktor UND einen Reflektor besitzen. Ist nicht mein Ziel, aber in jedem Fall kann ich nur mit einem starten. Weiß jemand ein gutes Geschäft in BaWü, wo man sich beraten lassen kann?

Clear Sky's
Gerald
 
Hallo Gerald,

fange mit einem Seestar s50 an (mobiler und schneller aufgebaut geht's nicht, was die Anfänge der Astrofotografie angeht). Der neue EQ-Mode erlaubt zusätzlich eine saubere Nachführung für längere Sessions mit einem Objekt. Das wären dann mit gutem Stativ und Kopf ca. 1000 EUR.

Während der (schnell aufgebaut!) bereits Photonen sammelt (bei Bortle 4 ist 1h reine Belichtungszeit meist ausreichend per Objekt) könntest Du z.B. mit einem (noch im Auto gut transportierbaren) 10 Zoll Flextube Dobson am Himmel spazierensehen. Für den Dobson dann erstmal 900 - 1600 EUR (GOTO Variante).

Mit diesen so gemachten Erfahrungen kannst Du Deine Ansprüche, speziell was die Steigerung der Qualität in der Astrofotografie angeht, dann immer noch "kameragerecht" z.B. mit einem ASKAR PHQ Apo auf einer Montierung der EQ6-Klasse erweitern. Dann sind die 5000 EUR eher eine Untergrenze ...

Viele weitere, gute Ratschläge wurden ja schon zuvor gemacht.

Gruß,
Peter
 
2. Zeit
Ich bin voll berufstätig, habe Familie und noch andere Hobbies. Somit werde ich vermutlich auch bei gutem Wetter im Schnitt nicht öfter als 2x im Monat für mehr als eine Stunde in den Himmel sehen.
(...)
Zusammenfassung:
  • Einsatzhäufigkeit 1-3x im Monat
  • "Schneller“ Einsatz soll möglich sein
  • Gerät muss mobil sein
  • 80% Auge / 20% Foto
  • Budget 2.000 - 5000€
Nicht ganz so wichtig: Ich würde gerne in einer bequemen Position durchschauen können.

Alles bisschen geschätzt, weil ich ja noch nicht aktiv bin. Ich nehme gerne Eure Anregungen entgegen wenn o.g. keinen Sinn ergibt.

Mein Fragen:
Welche Bauart ist für mein Anliegen geeignet. Newton, Apo-Refraktor oder Cassegrain?
Welche Öffnung sollte ich mindestens verwenden?
Welchen Brennweitenbereich würdet Ihr empfehlen?

Hallo Gerald!

Zunächst einmal. Du hast Deine Anforderungen sehr sehr gut beschrieben. Das richtige Erkennen der eigenen Bedürfnisse ist schon fast die halbe Miete.

Wie Du teilweise schon selbst festgestellt hast, gibt es auf dem Markt auch meines Wissens kein Teleskop, dass alle Deine Anforderungen erfüllt.

Auf Grundlage der obigen Zitate komme ich beim Celestron Origin Smart Home Observatory raus. Leider habe ich selbst keins und kann deshalb hinsichtlich Erfahrungen nur auf Herrn Besos verweisen.

https://www.amazon.com/-/de/dp/B0CRRXX4SJ/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=ÅMÅŽÕÑ&crid=2J3TJ66WO5K1I&dib=eyJ2IjoiMSJ9.KRv2apGqtBYXAn2ftcaiGQ5hRglNywYrj5PH4P1PFB8Q30hG72wP_ypaVNXYZlsbGTx2sM6xVY4wQHTMmVneRY5SZ8jlq0Jp5aQAl85usWmWqfDiwbx6DtqsZ9NQR5Vduh4yV1h5Q7GmAY2_FgLOZ0sdOKnA5S9_w5ZxATS-tLKjosZQ_f6tdYs0qjBzo5qaZazzw8gMbooPMHpN0wMLP3Kn8QEFzv4dw-qN-jLjWnI.AqbyhCrwPBILJ-LeiFbsODZYOSqQaoJITwWLjpJkyLQ&dib_tag=se&keywords=Celestron+origin&qid=1754734908&s=electronics&sprefix=celestron+origin,electronics-intl-ship,536&sr=1-1

Mit etwas googeln nach "celestron origin home observatory euro" bekommt es auch für 4,5 k, womit es dann gerade noch im Budget wäre.
Z.B.

Hinsichtlich Deiner Fragen nach Öffnungsdurchmesser usw. Ein smartes Teleskop stackt hunderte bis tausende Bilder zusammen. Der einfache, sonst einschlägige Vergleich von Öffnungsdurchmesser geht bei einem smarten Teleskop deshalb zum Teil fehl.

Wenn Dein Zeitrahmen wirklich so knapp ist, Deine Qualitätsanforderungen sehr hoch und Du 5k problemlos stemmen kannst, dann würde ich das smarte Celestron Origin nehmen.

Das ist meiner Kenntnis nach zur Zeit auch das einzige smarte Teleskop in dieser Qualitäts- und Leistungsklasse. Man bezahlt aber natürlich auch die Marke Celestron mit.

Gruß und viel Erfolg
 
Zuletzt bearbeitet:
Moin Gerald,

Ich habe vor ungefähr 23 Jahren mit der Astronomie angefangen.
Ich habe mich einem Astroverein angeschlossen und ca. 1 Jahr zugehört.
Bei gemeinsamen Beobachtungen konnte ich durch viele verschiedene Teleskope schauen.
Den ersten Schritt zur Beobachtung habe ich mit einem Fernglas (montierte auf einem Fotostativ) gemacht.
So lernte ich die Orientierung am Himmel.
Ja und dann hatte ich die Gelegenheit eine 10 Zoll Meade SC zu erwerben.
Was soll ich sagen: Ich war überfordert. Zu groß. Die Orietierung war ganz schwierig.
Der Schritt war wohl zu groß.
Ich hab es verkauft und mir ein kleines Pentax 75/500 gekauft.
So konnte ich mich langsam herablassend.
Zwischenzeitlich habe ich diverse Teleskope ausprobiert - viele Wieder verkauft.
Heute habe ich nur noch ein Linsenteleskop 140/980 und beobachte den Mond und die Sonne (beides wird auch nach mehr als 10 Jahren NICHT langweilig)
Mit meinen diversen Canon Kameras mach ich Aufnahmen von Planetenkonstellationen.
Damit bin ich äußerst zufrieden.
Hat halt lange gedauert bis ich das Richtige gefunden habe. Zuviel ist manchmal zuviel.
Ich wünsche dir gutes gelingen.
Markus
 
Hallo Gerald,

Wenn ich mich nur auf beobachten beschränken, dann wäre wohl ein APO mit manueller Nachführung ausreichend, was auch ganz schön Geld spart.
Reicht da 100mm Öffnung? Welche Brennweite wählt man dann?
Den kleinen Apo hätte ich eher für die Fotografie bevorzugt.
Wenn du erst einmal nur visuell starten möchtest, was ich für durchaus sinnvoll halte, würde ich eher auf den 10" F5 Dobson gehen.
Der Aufbau ist ganz einfach: Rockerbox hinstellen, Tubus einhängen, loslegen.
Transport geht auch noch gut. Box in den Kofferraum, Tubus auf den Rücksitz. Habe ich selbst aber noch nicht gemacht, ich beobachte nur zu Hause im Garten.

Die Lagerung solltest du da vorher bedenken. Ich habe es mir ganz einfach gemacht. Rockerbox und Tubus befinden sich in der Garage.
So ist das Teleskop immer fast auf Außentemperatur und damit sofort einsatzbereit.

Den 12" Tubus lagere ich im Lieferkarton auf einem halbhohen Schränkchen. so muss ich mich nicht einmal bücken wenn ich den Tubus ein paar Meter in den Garten trage.:D
12er-dobson-c.jpg


Wie sind denn da die Möglichkeiten bei dir vor Ort ?

Gruß,
Holger
 
Toll - vielen Dank für den lehrreichen Input!
Dann fasse ich Runde 1 mal so zusammen:
Ich muss es etwas ruhiger angehen lassen und nicht Equipment kaufen welches einem Anfänger mehr Frust als Spaß einbringt.

Die Idee mit dem Celestron Origin (oder auch Seestar s50) ist ein neuer Ansatz, und wahrscheinlich mit wenig Erfahrung möglich. Ich weiß nur nicht ob sich das dann so anfühlt wie wenn ich tolle Bilder von Deep Sky Objekten im Internet anschaue, denn hier macht die Elektronik alles und ich betrachte dann das fertige Bild. Wahrscheinlich eher nicht mein Ding, aber DANKE! Euch für den Vorschlag!

Wahrscheinlich werde ich mit beobachten beginnen, und auch mal zu einem Sternenpark fahren um die Geräte zu vergleichen
Ich habe seit einer Woche auch noch ein Spektiv mit 30 Vergrößerung und 80mm Durchmesser. Vielleicht stelle ich das mal auf mein Fotostativ. (Das habe ich nicht gekauft sondern -leider- geerbt, ist also für keinen speziellen Zweck angeschafft sondern einfach da.)
Habe zuvor natürlich auch mal mit einen 8x56 Fernglas in den Nachthimmel geschaut. Mann sieht zwar viel mehr als mit bloßem Auge aber es wackelt einfach zu arg. Daher die Idee mit dem Teleskop.

Ich fahre jetzt erst mal grillen bei dem Wetter, an der Stelle noch mal ganz herzlichen Dank für Eure Unterstützung!
Gerald
 
Hallo Gerald.

Zu deinen Fragen:

" Wenn ich mich nur auf beobachten beschränken, dann wäre wohl ein APO mit manueller Nachführung ausreichend, was auch ganz schön Geld spart.
Reicht da 100mm Öffnung? Welche Brennweite wählt man dann?

Ist Deep Sky nur zum beobachten überhaupt sinnvoll? "


Sowohl Deep Sky Objekte als auch unser Sonnensystem machen Spass sie visuell zu beobachten.
Lichtschwächere Objekte wie die äußeren Planeten, oder Galaxien, Planetarische Nebel, Sternhaufen usw. profitieren zum Teil von einer größeren Teleskop Öffnung.... d.h. sie sind besser erkennbar und mehr Details werden sichtbar je größer die Öffnung ist.

Um dafür ein Gefühl zu entwickeln, was ist in welcher Öffnung zu erkennen, hilft einerseits bei Beobachtungsmöglichkeiten unterschiedliche Öffnungen auszuprobieren, und andererseits sich mit den Objekten auseinanderzusetzen ...
Z.B.
20250809_132001.jpg


20250809_132611.jpg


20250809_131925.jpg


Zumindest im Verein versuche ich den Einsteigern diese Zusammenhänge zu vermitteln.

Erst mit ein wenig Erfahrung an den Teleskopen (Umgang, Aufwand usw ), und dem eigenen Beobachten (was sehe ich in kleinen bzw. größeren Öffnungen ...) werden für sie Entscheidungskriterien verständlicher.

Auch das Sehfeld abhängig von der Teleskop Brennweite, das Öffnungsverhältnis, Austrittspupille und Vergrößerung im Zusammenhang mit der Sichtbarkeit von Objekten mit geringer Flächenhelligkeit , eventuell behindert durch Himmels-Aufhellung oder noch nicht vollständig erreichte Dunkelheit haben hier Einfluss.

Mit diesen Erkenntnissen geht man dann an die Auswahl eines Teleskops (Type, Brennweite, Öffnung / Größe, welche Objekte man beobachten möchte ..... ).

Einen Aspekt hatte ich noch nicht angeführt:
Zum Beobachten braucht man auch noch Okulare !
D.h. auch dafür sollte noch ein Teil des Ersparten reserviert werden!

VG Hermann
 
Die Idee mit dem Celestron Origin (oder auch Seestar s50) ist ein neuer Ansatz, und wahrscheinlich mit wenig Erfahrung möglich. Ich weiß nur nicht ob sich das dann so anfühlt wie wenn ich tolle Bilder von Deep Sky Objekten im Internet anschaue, denn hier macht die Elektronik alles und ich betrachte dann das fertige Bild. Wahrscheinlich eher nicht mein Ding, aber DANKE! Euch für den Vorschlag!
Es fühlt sich besser an - denn Du kannst bei beiden Systemen bereits die Entstehung des Bildes*) mitverfolgen! Idealerweise über Tablet - aber auch mit etwas Internethilfe an Deinem PC-Bildschirm!

Das Wichtigste: Du hast von Anfang an (insbesondere beim einfacher aufstellbaren Seestar) Erfolgs- anstatt Frustmomente. Es gilt NICHT NUR Schlechtwetterperioden zu überstehen ;-)

Gruß,
Peter

*) und lernst dabei viel über die Wirkung der Atmosphäre und Lichtverschmutzung
 
Hallo Gerald,
schnell heißt klein und leicht. Z.B. 80mm f/6 Apo.
DSC08507.JPG
Wenn ich mich nur auf beobachten beschränken, dann wäre wohl ein APO mit manueller Nachführung ausreichend, was auch ganz schön Geld spart.
Reicht da 100mm Öffnung? Welche Brennweite wählt man dann?
100mm zeigen etwas mehr als 80mm, ist aber nicht die Welt. Dafür wiegt der 100er aber doppelt so viel wie der 80er. Brennweite ist zweitranig. Je kürzer die Brennweite ist, um so mehr wahres Gesichtsfeld am Himmel hast du. Je länger die Brennweite, um so höher sind die Anforderungen für die Montierung. Mit dem 80mm f/6 hast du ein gutes Weitfeldgerät auf dem du aufbauen kannst. Wie andere schon geschrieben haben, ein 2. Teleskop wird wahrscheinlich folgen. Die Eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht.

Gruß Uwe
 
Dann fasse ich Runde 1 mal so zusammen:
Ich muss es etwas ruhiger angehen lassen und nicht Equipment kaufen welches einem Anfänger mehr Frust als Spaß einbringt.
:y:

Bitte auch beachten, auch wenn es "nur" visuell für dern Anfang sein soll spielt auch das hier
Zum Beobachten braucht man auch noch Okulare !
mit hinein.
Ohne Okulare ist ein Teleskop ziemlich sinn befreit. Außer man hängt direkt eine Kamera an das Teleskop.
Meist sind ein oder zwei Okulare dabei, mit denen man schon mal durchstarten kann. Auf Dauer werden die Dir sehr wahrscheinlich nicht reichen.

Wahrscheinlich werde ich mit beobachten beginnen, und auch mal zu einem Sternenpark fahren um die Geräte zu vergleichen
sicher lich nicht der verkehrteste Ansatz in das Hobby beobachtende Astronomie einzusteigen.

Was diese Smart-Scopes an geht, kann man geteilter Ansicht sein. Da muss man sich seine eigene Meinung bilden, ohne dogmatisch zu werden, oder missionieren zu wollen.
Was diese Smart-Scopes können, haben sich einige hier im Forum, bevor diese Teile sich auf dem Markt durchgesetzt haben, selbst zusammen gestellt.
Das ganze nennt sich EAA oder Live-Stacking.
Was den Aufwand beim selbst zusammen stellen betrifft, ist dieser in der Grundausstattung geringer, als in der klassischen Astrofotografie.
Mit dieser Art der Bildablichtung kannst Du der Lichtverschmutzung in einem gewissen Rahmen ein Schnippchen schlagen.

Mir hat es seiner Zeit viel Spaß gemacht, mir mein EAA-System selbst zusammen zu stellen. Hat einiges an Erfahrung, Wissen und Zusammenhänge verstehen, wie welche Komponenten miteinander zusammen arbeiten.

Bei den fix und fertig Systemen ist es bei den meisten so, dass man wirklich nur noch einen Knopf bedienen muss. Ist eben Hersteller- und Modellabhängig.

Letztendlich muss man da auch selbst eine Entscheidung treffen.

Wir hier können Dir nur aufweisen was, wie, warum, ... ... ... funktioniert oder auch nicht. Welche Zusammenhänge bestehen und ... ... ...
Entscheiden musst Du, Erfahrungen sammeln kannst nur Du, Wissen aneignen kannst auch nur Du.

Gruß
Mathias
 
Hallo und Willkommen

Du hast schon mal gute Gedanken gemacht und auch viele wertvolle Tipps bekommen.

- Geh es langsam an. Beobachten will erlernt werden und Fotografie will 10x erlernt werden.

- Du schreibst u.a. dass Du nicht weißt, wie es sich anfühlt. Wir können dir das nicht sagen. Das kannst nur Du herausfinden durch probieren.
Das gilt auch für die Erwartungen und den Abgleich mit der Realität. Wir können nicht einordnen, ob Deine Erwartungen erfüllt werden.
Es gibt nicht nur unterschiedliche Teleskope, sondern auch Okulare und Bedingungen.
Daher unbedingt in Sternwarten, Clubs etc. Probe kucken und das mehrfach und Deine Erlebnisse einordnen.

- Zu Hause kucken aber auch Transport. Das können 2 völlig verschiedene Schuhe sein. Nehmen wir aus den Setideen mal so einen 8"f/5 Newton mit Goto und Co. als Bsp. Das wiegt zusammen ca: Tubus mit Schellen etc ca 11 Kilo, Montierung EQ6 19 Kilo plus ca 9 Kilo das Stativ und in dem Fall 12-14 Kilo Gegengewichte. Stromversorgung 3 4 Kilo, Okularkoffer mit Inhalt sagen wir mal 8 Kilo plus Stuhl, Kartenmaterial, Verpflegung, Rote Lampe. Für manche ist das mobil, für andere nur in der ersten Begeisterung, für andere nicht oder nicht mehr. Was bist Du für einer? ;)

- Goto ja/nein - oft ein Diskussionspunkt. Ich sage für eine Sternwarte ist das fein, aber sonst braucht man es nicht. Anfänger tun sich oft dennoch schwer damit und man lernt den Himmel nicht kennen. Für Foto braucht man es auch nicht. Es ist womöglich nice to have aber nicht mehr.

- Budget ist super. Damit kannst Du wertiges, richtig gutes Zeug kaufen. Da visuell von Dir zu 80 % genannt werden, werden Okulare und Filter einen erheblichen Teil des Budgets verbrauchen. 1-2 K EURO kann das leicht kosten. Highend bei den heutigen Wahnsinnspreisen werden da schnell 6 bis 10 k draus.

- Spektiv - damit kannst Du sicher mal starten und das Beobachten und die Orientierung üben. Nebenbei gibt es auch erste Erfahrungen und Objekt kennen zu lernen. Messierkatalog wäre ein Ziel, neben Mond.

- Shops - in Stuttgart gibt es Fernrohrland und in Augsburg ICS. Beide machen sehr gute Beratung. Desweiteren gibt es noch mehr Händler in D, Händler die in puncto Beratung oft besser sind als Deine bisherige Informationsquelle. Dort wird mitunter viel beworben, was man eher nicht empfehlen würde.

CS
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Gerald,

Ich möchte hier einen etwas anderen Ansatz vorschlagen und zunächst die Montierung thematisieren. Wenn Du visuell und fotografisch unterwegs sein möchtest, bietet sich eine Montierung an, die EQ uns Alt/Az Einstellungen ermöglicht. Ungeachtet der neuen Strain Wave Montierungen halte ich die Skywatcher AZ-EQ6 Pro samt zugehörigem Stativ hierfür ideal geeignet. Die Montierung steht super stabil und sie führt auch sehr gut nach. Viele der Strain Wave Montierungen kommen ohne Stativ und die dazu angebotenen Stative sind für mein Empfinden oft unterdimensioniert. Viele Strain Wave Besitzer schauen sich dann nach einer stabilen Säule um, die auch nicht gerade preiswert ist.

Als Teleskope empfehle ich einen APO und ein Newton Teleskop 200/1000. Für das Newton Teleskop würde ich ein Skywatcher 200PDS empfehlen. Das bietet schon ordentlich Öffnung, ist mit F5 lichtstark und Du kannst damit Deep Sky und Planeten sehr gut beobachten und auch fotografieren. Beim APO gibt es deutlich mehr Auswahl, vielleicht passt da ein Askar 103 APO.

Dazu kommen noch diverse Teile wie ein Komakorrektor und Field Flattner für den Apo.

Als Okulare für den Einstieg empfehle ich dieses Set:


Mit dieser Instrumentenwahl kommt man schon recht weit.

Viele Grüße,

Günther
 
Lieber Gerald,

herzlich Willkommen im Forum!

Mir hat es für den Einstieg und vor allem für die Orientierung am Himmel geholfen Schritt für Schritt vorzugehen.

Als erstes habe ich mir eine drehbare Sternkarte gekauft und hatte eine Weile lang Freude daran, die Sternbilder kennen zu lernen.
Dann habe ich ein paar Monate mit einem 10x50 Fernglas beobachtet und mich gefreut den Jupiter mit seinen vier hellsten Monden, die Andromedagalaxie, offene Sternhaufen und den Orionnebel zu sehen.
Es war beeindruckend, was mit dem einfachen Feldstecher schon alles ging.
Dann kam ein geborgter 70/700 Refraktor auf parallaktischer Montierung und dann habe ich mir selbst einen FH 120/1000 gekauft.

Das muss man natürlich nicht so machen, aber für mich persönlich war es genau richtig.

Ein freundlicher Astronomielehrer und Kontakt zu einer Sternwarte haben das ganze begleitet, was wirklich gut war. Insofern kann ich den Hinweis auf Sternwarten und Vereine, der hier häufiger kommt, auf jeden Fall nachvollziehen. Allerdings war für mich auch das eigene Ausprobieren, ohne dass jemand daneben steht, wichtig. Falls Du jemanden kennst, der Dir mal eine Weile ein Teleskop ausleihen kann, wäre das auf jeden Fall eine Empfehlung von mir.

Auf jeden Fall viel Freude beim Einstieg!

Felix
 
Hallo,
könnte dir den Vorschlag machen: gehe mal auf die Seite von "Bresser". Ein 80/400 mit Goto kostet EUR 190,--. Mit Goto braucht man nicht viel zu suchen. Mit TS Ransburg pflege ich schon eine 20jährige Geschäftsverbindung.....

Etwas größer wäre ein Dobson, 8", wenn du dich an der Nachschubserei nicht störst. Man kann viel Geld investieren..... zu m. W.: habe seinerzeit mit einem Bino 7x50+Eigenbau Stativ angefangen. Eine große Hilfe war das Büchlein "Welcher Stern ist das"

Gruß Günther
 
Vorschlag:
Überlege Dir (Foto fallen zu lassen und) folgendes zu besorgen:
- 100 mm ED Großfernglas mit 90Grad Einblick, ca 2.5kE (z.B. bei APM)
- Stativ und guter Videoneiger dazu, ca. 1kE
- zum schnellen Finden: PiFinder o.5 kE

Damit kann man schnell und recht intuitiv umgehen, zeigt einem aber auch mal das was man sehen will. Eher was für DSO und allgemeine Astronomie. Planeten nicht im Fokus.
Bequemen Einblick hast Du damit in jedem Fall.

Dazu den isDSA (oculum Verlag) als Himmelsatlas plus Intro Literatur.
Foto und visuell gleichzeitig klingt eher - sorry - nach Mission Impossible. 😉 Würde ich nicht empfehlen... das wird in mehrfacher Hinsicht 'unbequem'. Beides sind einzeln schon keine Selbstläufer auch mit viel Geldeinsatz. Beide zusammen ...?


good luck,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Um dem Gerald den Mund vielleicht etwas wässrig zu machen, möchte ich mal zeigen, was meiner einer so nach 4 Monaten erreicht hat. Ich hab' Leute gesehen, die da noch schneller waren, ein anderer braucht vielleicht noch etwas länger. Das hier ist mein zweites DeepSky-Foto, es ist ein EAA Live-Stack, und von daher jetzt nicht auf Qualität ausgerichtet, sondern auf mal schnell in den Himmel gucken. An dem Abend, es war der 1. August nach 22 Uhr, war der Himmer nicht so dolle, aber man hat ihn immerhin mal für ein paar Minuten gesehen, so zwischen den Wolken irgendwie, nach wochenlang schlechten Wetter. Da war keine Zeit für Polar-Alignment, ich habe Markierungen auf dem Boden für die Stativ-Beine vorbereitet, da einfach das Teleskop draufgestellt. Ich hatte auch keine Zeit für eine fällige Kollimation, und auch nicht dafür, den Guider zu starten. Ich hab' einfach geschaut, welche Objekte in dem freien Bereich zu sehen sein könnten, und das war in dem Augenblick M14. Mit Plate-Solving angefahren und einfach die Aufnahme gestartet. Und so sieht das dann aus, da werden die alten Hasen vieles meckern können - aber ich bin mit meinem Ergebnis zufrieden, es war mehr, als ich erwartet hatte:

M14 live stack 37 x 10s.png


Man kann hier noch allerlei technische Probleme erkennen, an denen ich noch arbeite. Der Gradient kommt aber wohl von den Wolken, auf den meisten Fotos war irgendwas von einer Wolke mit drauf, und der Schimmer hier kann von irgend welchen Wolkenresten stammen, hatte aber auch keinen neuen Flatframe gemacht. Es waren am Ende 37 x 10 Sekunden übrig geblieben.

Für einfach nur in den Himmel gucken aber gut genug. Hier ist Bortle 8. Komme wohl inzwischen auf etwa 200 Stunden die ich seit meinem Astronomie-Start in das Hobby gesteckt habe (optimistisch geschätzt, wohl aber noch mehr). Ich hatte Glück, und bin direkt bei dem Setup herausgekommen, das ich haben möchte.

Für den Start in die Deepsky-Beobachtung empfehle ich folgende Reihenfolge der Objekte: erst Sternhaufen, dann Galaxien und als letztes Nebel.

Gruß
Andreas

PS: Laß dich von deinen Vorgaben nicht abbringen. Ich hatte mich an meine Vorgaben gehalten, und habe es nicht bereut.
 
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Guten Abend,

ich bin vom Grillen zurück und hoffe Ihr hattet auch einen tollen Tag!
Wow, bin beeindruckt und natürlich froh über so viele Rückmeldung zu meiner Frage. Scheint ja ein echt aktives Forum zu sein.
Ich habe allen neuen Kommentare gelesen, muss aber zum Teil erst noch übersetzen was das bedeutet, da ich nicht mit allen Abkürzungen und Fachbegriffen vertraut bin.
Ich verstehe das jeder seine "Geschichte" / Erfahrung hat, es aber schwierig ist für jemand (den man nicht kennt und der selbst nur vermutet aber nicht weiß was er möchte;-) eine Top Empfehlung zu geben. Um es etwas besser eingrenzen zu können habe ich das Thema Foto ja zumindest für die Diskussion erst mal raus genommen. Bleibt das Thema beobachten.
Klar ist mir folgendes:
Mit mehr Öffnung wird das Bild heller und ich sehe mehr Sterne oder Objekte.
Mehr Brennweite ist für Sterne unwichtig, die bleiben ein Punkt, Objekte wie Planeten oder ferne Galaxien werden größer. Aber mit mehr Brennweite wird das Bild bei gleicher Öffnung auch dunkler, und mein Auge kann ja kein Licht sammeln.

Trotzdem habe ich in der bisherigen Diskussion den Eindruck das Brennweite kaum ein Thema ist. Die teureren Teleskope haben in der Regel mehr Öffnung (klar warum) aber auch mehr Brennweite. Wenn Die unwichtig wäre würde man ja zu Gunsten der Lichtstärke eher auf mehr "Tele" verzichten.
Wenn Ihr unabhängig vom Gerät, (Newton, Dobson, APO) da noch mal auf diesen Punkt eingehen könntet wäre das hilfreich.

Werde mich auch in Stuttgart mal beraten lassen, danke Antares.

Euch eine gute Nacht und ein herzliches Dankeschön
Gerald
 
Hallo Gerald,

Der Durchmesser der Öffnung korreliert direkt mit dem Auflösungsvermögen der Optik. Je größer der Durchmesser ist, desto mehr feine Details werden erkennbar.

Die Fläche der Öffnung ist für das Lichtsammelvermögen verantwortlich. Je größer die Fläche, desto dunklere Objekte können wahrgenommen werden.

Das ist der Grund, warum sich bei der Astronomie alles um die Öffnung der Optik dreht.

In der Praxis sind aber auch noch die Modularfrequenzübertragung MFT relevant. Sie sagt etwas darüber aus, wie perfekt eine Optik abbildet.

Nicht zu vernachlässigen sind dann noch die atmosphärischen Einflüsse, im Astrojargon Seeing genannt. Sie hat oft einen begrenzenden Einfluss auf die theoretisch erreichbaren Grenzgrößen.

Generell gilt, je größer die Öffnung, desto besser.

Viele Grüße,

Günther
 
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Ja, tolle Übersicht Hermann, vielen Dank!

Ich werde jetzt folgendes tun:
1. Den gesamten Verlauf inkl. Anhänge studieren um mich halbwegs in die Theorie einzuarbeiten.
2. Mich im Fernrohrland Stuttgart beraten lassen.
3. Raus finden wann ein gutes Datum ist um in den Sternenpark Schwäbische Alb zu fahren um bei netten Gleichgesinnten mal durch das Okular zu blicken.
4. In der Zwischenzeit den Himmel mit meinem 30x80 Spektiv + Fotostativ erkunden.

Euch allen ganz lieben Dank für die zahlreichen Hilfestellungen bei meiner Frage zum Teleskop!

Wenn eine Kaufentscheidung ansteht melde ich michwieder, wird sicher ne ganze Weile dauern.

Bis dahin clear sky's
Gerald
 
Hallo Gerald,
.....mehr Brennweite. Wenn Die unwichtig wäre....
fürs Auge ist sie unwichtig. Vergrößerung = Objektivbrennweite / Okularbrennweite. Da wählst also die Okulare entsprechend aus.

Es sind technische Gründe die bei der Objektivbrennweite eine Rolle spielen. Der 100mm Esprit hat 550mm Brennweite . Es gibt 100mm Öffnung auch mit 1100mm Brennweite, das ist optisch wesentlich einfacher und kostet weniger. Dafür hast du aber ein 1m langes Rohr was deutlich unhandlicher ist.

Desgleichen beim Newton. Den klassischen 8" gibt es in f/5 und f/6. Könnte man auch in f/4 oder noch weniger bauen. Ist aber schwieriger in der Herstellung und in der Justierung. Es gibt also ein technisches und finanzielles Optimum bei den Brennweiten.

Gruß Uwe
 
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