Beobachtungsnacht 24.05.2009:23:00/25.05.2009:01:34 Standort: 48°55'11 N 8°47'25 E (bei Pforzheim)
Gerät: Skywatcher 200/1000 (8") Newton mit EQ-5-Montierung. Digitalkamera Coolpix 3100.
Die kleine Wolkenschliere bei Sonnenuntergang war verschwunden und EUMETSAT zeigte mir um 23:00 einen klaren Himmel über meinem Standort an. Die Straßenlaterne und mein Laptop waren die hellsten Objekte in der Umgebung. Ich musste mich erst an den Sommernachtshimmel gewöhnen, das letzte Mal als ich mein Equipment regelmäßig aufgebaut hatte war noch Anfang des Jahres gewesen.
Laut Stellarium war Saturn im Süden aufgegangen aber eine Tanne und mehrere Häuser verdeckten die Sicht. Daher durchsuchte ich den Katalog nach weiteren interessanten Objekten. An der Deichsel des großen Wagens (großer Bär?) stieß ich auf M51, die Whirlpoolgalaxie. Ich stellte stellte mein Teleskop auf den den äußersten Stern, also das Deichselende des großen Wagens ein, indem ich über mein Leitrohr peilte. Anschließend zentrierte ich das Deichselstern (Alkaid) im Leitrohr. Schwierig so steil nach oben zu schauen, ich hätte mein Teleskop anders positionieren sollen. Alkaid war im Fokus aber keine Ahnung mit welcher Orientierung. Der Blick durch das Hauptokular bzw. durchs Leitrohr brachte mir keine bekannten Strukturen die im Katalog oder mit bloßem Auge am Himmel zu sehen waren. Also wechselte ich das Hauptokular und baute mein Deepsky-Weitwinkelokular ein. Nun hatte ich mehr Überblick und konnte mich an einem Stern in der Nähe von Alkaid und einer Dreiergruppe gegenüber orientieren. Nun begann mein erstes Starhopping: Am weiter wegstehenden Stern der Dreiergruppe orientieren und rüber zum nächsten Punkt ganz nah beim "Absteher". Geradeaus zur Zweiergruppe. Teleskop neu zentrieren auf die Zweiergruppe. Links rüber zum nächsthelleren. Wieder zum nächsthelleren. Dieser ist verzwickt, nichts brauchbares in der Nähe aber umgeben von sechs sichtbaren Sternen. Drei bilden wieder eine Gruppe auf einer Linie. Am mittleren geradeaus, dann rechts zur nächsten Zweiergruppe und links zum nächsthelleren. Nochmal vor zum nächsthelleren und scharf rechts zum Ziel. Mh nichts. Doch nach längeren konzentrieren Hingucken ein sehr dunkler verwaschener Fleck. Irgendwas war da. Okularwechsel auf eines mit mehr Vergrößerung aber weniger Öffnung. Nein nichts. Vermutlich außerhalb des Bildes. Nochmal auf Weitwinkel und genau zentrieren, nochmal zurück, wieder nichts. Weitere zwei Okulare brachten auch kein besseres Ergebnis. Wieder zurück am Deepskyokular erkenne ich eindeutig einen Fleck. Leider sehr dunkel und kaum zu entdecken.
Saturn steht jetzt am Süd-Westhimmel. Zwei Daumen darunter steht auch meine Straßenlaterne. Ich peile wieder über den Sucher auf den Punkt den ich laut Katalog und Himmelsrichtung sowie ungefährem Abstand zum Horizont als Saturn identifiziert habe. Okular mit niedriger Vergrößerungsstufe: Bingo ich sehe direkt in die Ringebene. Er ist hell und relativ klein und wie von einem Pfeil durchstochen welcher ungefähr die doppelte Länge wie der Durchmesser des Planeten hat.
Er zieht ganz schön schnell aus dem Bild und mein Teleskop ist nicht richtig auf den Polarstern ausgerichtet. Ich muss mit beiden Reglern nachführen. Ich versuche mit meiner Digitalkamera durch hinhalten an das Okular ein Foto zu machen. Es ist schwierig den Saturn im Display zu finden nicht zu verwakeln, abzudrücken und das ganze wärend den ca. 30 Sekunden die ich habe bis der Gasriese aus dem Bild gewandert ist. Ich befestige meine Fotomontierung auf dem Okular. Erst dreht alles mit. Dann setze ich die Schraubschelle weiter hinten an, nun hält es. Zwischendrin schaue ich immer wieder durchs Okular und führe nach. Endlich sitzt die Kamera, der Akku ist gut ich deaktiviere den Blitz und mache einige Fotos. Die Belichtungszeit kommt mir zu lang vor, das Planetenscheibchen verwischt. Außerdem gibt es Vibrationen beim Abdrücken. Ich konfiguriere die Kamera auf 10-Sekunden-Automatikauslösung, führe nach und nehme die Hände weg. Es wakelt nichtsmehr, leider ist der Planet zu schnell ich muss wärend dem Belichten von Hand nachführen. Das macht es nur bedingt besser. Aber die Kamera sitzt richtig gut und der Akku hält durch. Ich stelle auf Filmaufnahme und lasse den Saturn durchs Bild laufen. Vielleicht kann ich später die Einzelbilder übereinanderlegen. Ich probiere noch ein paar weitere Kameramodi aus und schieße noch einige Fotos. Als der Akku zu neige geht packe ich zusammen und genieße noch ein wenig die klare und warme Nacht in der einem nur mit T-Shirt kein bisschen kalt war. Meine Füße tun weh weil ich eine sehr unbequeme knieende Haltung einnehmen musste.
Die Sichtung der Bilder ergab einen verwackelten und verzogenen Saturn. Das lag hauptsächlich am händischen Nachführen. Ist wohl nicht so ideal für Astrofotografie. ;) Die Videos waren stark verrauscht, liegt wohl am relativ günstigen CCD-Chip. Ich sollte das nächste mal wohl besser eine Webcam anschließen und auf meinem Rechner eine geeignete Aufnahmesoftware laufen lassen.
Ihr seht also, ein Anfänger-Erfahrungsbericht, ganz ungeschönt.
Über Anmerkungen und Tipps würd ich mich sehr freuen!
Liebe Grüße,
Max