Alternativen zu Rotationsschellen

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Oliver_Schulz

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Hallo Sternfreunde,

der nächste Astrourlaub ist gebucht und bis dahin möchte ich meine Ausrüstung noch etwas optimieren. Unter anderem geht es darum, für die visuelle Beobachtung das Drehen meines 10“-Newtons in den Rohrschellen zu erleichtern, um bequemer an den OAZ zu kommen. Natürlich gibt es dafür spezielle Rotationsrohrschellen, die aber auch entsprechend kosten! Bei meinen kleineren Newtons habe ich mir damit beholfen, dass ich eine dritte Rohrschelle als Widerlager montiert habe, damit der Tubus beim Öffnen der eigentlichen Schellen nicht nach unten durchrutscht. Das hat bei den kleineren Newtons bis 8“ auch ganz gut funktioniert. Der 10“ bringt aber soviel Masse (und damit Reibung) mit, dass man ordentlich Kraft aufwenden muss, um ihn überhaupt drehen zu können. Und diese Kraft überträgt sich natürlich irgendwie auch auf die Montierung. Meine Überlegung ist nun, irgendwie diesen Reibungswiderstand zu verringern, damit er sich leichter drehen lässt. Ließe sich das vielleicht dadurch erreichen, dass man den Tubus an den Stellen, wo er in den Rohrschellen aufliegt, mit Teflonklebebändern umklebt? Auch gibt es da spezielle „Gleitbänder“, die einen besonders niedrigen Reibungskoeffizienten haben sollen.
Bei Amazon gibt dazu ja eine riesige Auswahl, zum Beispiel das hier:

https://www.amazon.de/HOEREV-Polyet...61bd34&pd_rd_wg=nbO3m&pd_rd_i=B012F0ND3S&th=1

Da die Rohrschellen innen mit Velours beklebt sind, was sicher auch nicht besonders gleitfähig ist, müssten diese vielleicht auch mit einem solchen Band umwickelt werden.
Nun möchte ich mal in die Runde fragen, ob dieses Unternehmen erfolgversprechend ist. Vielleicht hat jemand sowas schon einmal probiert und kann sagen, welche Klebebänder (oder andere Materialien) sich dafür eignen.

Besten Dank im Voraus und viele Grüße
Oliver
 
Hallo Oliver,
Ich habe die 3. Rohrschelle mit kleinen Teflonstücken von der 2. Rohrschelle getrennt. Damit gelingt die Rotation auf jeden Fall leichter, aber so richtig zufrieden war ich damit auch nicht. Ich muss allerdings auch einen 12er damit drehen....
CS
Ralf
 
Hallo Ralf,

stimmt, das könnte ich auch noch versuchen, aber ich befürchte, dass das noch nicht reichen wird.

Danke und noch einen schönen Abend!
Oliver
 
Ich bin bei der Suche nach etwas Vergleichbarem immer wieder über diese oder vergleichbare Lösungen gestolpert. Im Prinzip 2, 3 oder 4 Schellen, kleine Kugellager oder Walzen als Laufunterstützung und ein Fixiermechanismus. Oberhalb und unterhalb der Schellen jeweils zu den Enden angebracht kann der Tubus nicht mal mehr weg. Über die Klemmspannung regelst Du dann die Leichtgängigkeit.
Man braucht aber bissle Cojones einfach so den schönen Newton anzubohren für die Rollen. Obendrein sind dann drinnen wieder Störkonturen an den Tubusinnenwänden.
Vielleicht ist es eine Inspiration

CS, Ralf
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Ralf,
fürs Visuelle ist das eine pfiffige Idee! Aber für die Fotografie wird man dann alles wieder zurückbauen müssen.
Aber vielleicht sollte man das voneinander trennen...

Danke und vG Oliver
 
Auch fotografisch sollte das an sich kein Problem sein. Grundsätzlich. Balancing wird schwierig, wenn sowohl fotografische, als auch visuelle Nutzung vorgesehen sind.

Mit einer langen 3" Prismenschiene schafft man sich noch etwas Freiheit beim Balancing.
 
Hallo Oliver,

bei meinem 12" habe ich einen Teflon-Streifen am Tubus befestigt:

35.jpg


Gruß
Andreas
 
Hallo Andreas,

danke für's Zeigen! Erleichtert der Teflonstreifen das Drehen tatsächlich schon? Meine Vermutung ist ja, dass der größte Teil der Reibung zwischen Tubus und Rohrschellen entsteht.
 
Hallo Oliver,

wenn es denn notwendig ist, dann würde ich über eine dritte Rohrschelle nachdenken. Mit einer Führung fest an den Tubus geschraubt ist man nicht mehr flexibel beim Austarieren, wenn man mal die Okularseitige die Ausrüstung ändert. Das Gewicht einer dritten Rohrschelle würde mich allerdings stören.
Warum braucht man das überhaupt? Wenn die Ausrichtung des Tubus nicht passt, schwenke ich in die Waagerechte und öffne die Rohrschellen. Dann wird verschoben und gedreht und zurückgeschwenkt. Rohschellen vorm Hochschwenken natürlich wieder anziehen, sonst rutscht der Tubus durch.
Der Vorgang ist in kurzer Zeit erledigt.

Gruß und CS
Thomas
 
Hallo Thomas,
eine dritte Rohrschelle habe ich schon dran, die soll eben das Durchrutschen des Tubus' verhindern, wenn man die anderen Schellen lockert. In die Waagerechte bringen und neu austarieren ist für mich keine Option. Dazu müsste ich ja die Achsklemmungen lösen und dann wäre jedesmal das Alignment futsch. Ich nehme an, du hast eine Montierung mit Encodern? Ich denke, ich werde es erstmal mit Gleitbändern und Teflonstreifen versuchen. Das ist auch der am wenigsten "invasive" Eingriff.
Ich werde dann berichten, ob's von Erfolg gekrönt ist.

Viele Grüße
Oliver
 
Hallo Oliver,
ich habe das so gelößt:
runterscrollen bist zu meiner Antwort.

Genau das Problem hatte ich auch,wenn man den Tubus dreht stimmte das Alignment nicht mehr.
Ich habe auch Teflon in die Schellen geklebt,funktioniert sehr gut.
Bei ebay, heißt selbstklebendes PTFE Band

Es kann aber passieren das dadurch der Tubus zerkratzt.
Ich habe dann auf den Tubus breites Tesaband geklebt,war keine gute Idee,als ich das Tesaband mal erneuern wollte hab ich dann gleich die
Farbe mit abgezogen.
Die haben die Farbe ohne Grundierung auf den Tubus lakiert.

CS,Heiko
 
Hallo Heiko,

ja, so habe ich mir das vorgestellt. Ich würde aber auch den Tubus an den Stellen, wo die Rohrschellen auch mit diesem Teflonband umkleben. Da die alle als sehr abriebfest beworben werden, hoffe ich, dass man die nicht (oft) wechseln muss.

Viele Grüße
Oliver
 
Hallo Oliver,

Erleichtert der Teflonstreifen das Drehen tatsächlich schon?
Durch den Teflonstreifen rutscht der Tubus nicht nach hinten durch. Das Teflon hilft hier vielleicht die Reibung gering zu halten. Es hätte wohl auch ein Metallstreifen getan. Der Vorteil vom Teflon ist aber noch das Biegen, man kann das gut an die Rundung des Tubus anpassen.

Die Innenseite der Rohschellen sind mit Velour beklebt. Auf dem Carbontubus gleitest das eigentlich ganz gut. Ein größeres Problem ist, dass der Tubus nicht perfekt rund ist, etwa 1-2mm Abweichung hat.

Was die Drehung enorm erleichtert, sind die beiden Griffe am Tubusende.

Gruß
Andreas
 
Hallo zusammen,

als Erstes habe ich jetzt mal den Tipp mit den Griffen auspropiert. Allerdings habe ich die (Zylinder-)Griffe nicht direkt am Tubus befestigt, sondern an den M6-Gewinden einer vierten Rohrschelle, die ich noch übrig hatte, und nun ganz am Tubusende montiert habe. So brauchte ich keine Löcher in den Tubus zu bohren. Und DAS allein erleichtert das Drehen schonmal ungemein! Vielen Dank für den Tipp! Die Schrauben in den Rohrschellengelenken der "Konterschelle" (also die, die das Durchrutschen verhindert) und ihrem Gegenüber habe ich durch entsprechende Madenschrauben ersetzt. Jetzt gucken da keine Köpfe mehr heraus.
Jetzt möchte ich noch die Reibung der beiden Rohrschellen aneinander verringern und wollte nochmal fragen, mit welchen Teflonstücken ihr die Schellen auf Distanz haltet. Ralf hat da wohl Erfahrungen...

Viele Grüße
Oliver
 
Hallo Oliver,
ich habe mir eine 3mm dicke Teflonplatte gekauft und mit einer normalen Stichsäge daraus Stücke ausgesägt, die ich zwischen die beiden Rohrschellen platziert habe. Also sehr rudimentär:-)
CS
Ralf
 
Genau eine solche. Ein wenig Kleber reicht aus. Oder einfach dazwischenlegen. Wenn mal ein Stück rausfällt, ist das auch nicht schlimm, dafür wäre es Rückstandsfrei entfernbar.
CS
Ralf
 
Bei Aldi gibt es jedes Jahr eine Antiruschmatte für den Kofferraum, die sich gut schneiden läßt und bombefest hält, ich benutze sie für alle möglichen technischen Probleme und lege sie z.B auch unter Vixenklemmen, die ich auf die Tak Rohrschelle schraube.

Gruß

Andreas
 
Silikon ist oftmals eine Alternative zu Klebern.
Grade bei glatten Gleitflächen.

Haben sie bei uns in der Firma mal benutzt, um spezielle Aluminium-riffelbleche auf glatten Nylonplatten anzubringen.
Die Nylonplatten ließen zu wenig Luft unter Feinblechtafeln, was quasi zum ansaugen durch Unterdruck führte und das gleiten über Produktionstischen verhinderte.
Der Spezialkleber für die Aluplatten war Sauteuer. Daher das Silikon.

Die Platten halten nun schon gut 5 Jahre in nem 24/7 Betrieb.

Gruß Markus
 
Hallo Markus,

mit Silikon kann man kleben?! Gott, da offenbaren sich ja schreckliche Bildungslücken ?
Ich dachte, das verwendet man nur für... na du weißt schon ...
Na dann werde ich mich mal umsehen.
Danke!

@Andreas: Dein Tipp mit der Anti-Rutsch-Matte ist sicher gut gemeint, mir erschließt sich allerdings nicht, wie das in meinem Fall weiterhelfen soll. Mein Anliegen ist ja, dass es BESSER rutscht!

Viele Grüße
Oliver
 
Hallo zusammen,

PTFE (Teflon) lässt sich nur sehr eingeschränkt bis gar nicht kleben, zumindest nicht mit technischen Mitteln.
Man müsste mal die Miesmuschel fragen, die weiß wie es geht.
Siehe auch: Hier (Seite 33 oben).
Also möglichst mechanisch befestigen.

LG & CS,
Reinhard
 
'n Abend Reinhard,

ich suche gerade nach geeigneten (Silikon-)Klebern für das Teflon stelle auch fest, dass das wohl gar nicht so einfach zu sein scheint.
Man soll das Teflon erst mit Aceton entfetten und dann Beizen in einer Natrium-Naphtalin-Lösung... Das ist mir ein bisschen zu hoch. Aber mechanisch befestigen geht halt nicht.
Also vielleicht doch die Lösung von Ralf, einfach zwischen die Rohrschellen klemmen und hoffen, dass die Teflonstücke beim Drehen nicht herausdrückt.
 
Nimm doppelseitiges Klebeband, das hält (fast) überall sogar auch auf PP und Teflon.

Gruß Peter
 
Das einfachste, aber halt nicht günstigste, wäre eine ausreichend große Platte um einen kompletten Ring daraus zu schneiden, der zwischen den beiden Schellen sitzt.

Oder einen Ring aus Alublech oder Holz oder PU-Hartschaumplatte (pallit, creativa).
An diesem Ring dickere Teflonstücke von hinten annieten.
Den Aluring wiederum kann man dann mit Silikon oder Doppelkleber an der der festen Durchrutschschelle verkleben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Peter,
es muss halt (auch) auf Metal halten. Aber stimmt, das wäre eine Möglichkeit. Da könnte man mit der Nagelschere immer kleine runde Stückchen abschneiden.
Dabei stellt sich eine fundamentale Frage: Würdet ihr nur eine Lage Teflon zwischen die Rohrschellen bringen oder, wie ich es eigentlich vorhabe, an beide Schellen ein Lage anbringen, damit dann Teflon auf Teflon reibt und nicht Metall auf Teflon. Die Schellen sind halt von der günstigen Sorte und daher sehr rauh und kantig und ich habe Bedenken, dass sich die Teflonschicht schnell abreibt. Ich habe halt keine Ahnung, wie stabil das ist.
 
Hallo Oliver

Teflon sollte nicht auf Teflon gleiten sondern auf Resopal-Oberflächen oder so etwas wie HPL-Platten (High Pressure Laminat). Mit Resopal beschichtete Holzplatten oder HPL-Platten gibt es in verschiedenen stärken oder als selbstklebende "Kantenstreifen". Ebony Star war auch so ein Zeug.

Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Peter,
oha, gut zu wissen! Was passiert denn, wenn Teflon auf Teflon reibt?
 
Wenn etwas gleiten soll sind in der Regel immer zwei verschiedene Materialien daran beteiligt wie gehärteter Stahl und Bronze oder eben Teflon auf Resopal. Nimmt man als Gleitpartner zwei mal das gleiche Material so neigt das zum Fressen / Kaltschweißen. Manche Materialien vertragen sich schlecht. Etwa Aluminium und HSS-Stahl ohne Laufende Schmierung frisst sich ein Fräser, Bohrer oder Gewindebohrer in sekundenschnelle fest. In Aluminium werden mehr Gewindebohrer abgerissen als in Stahl weil meistens unzureichend geschmiert wird.

Gruß Peter
 
Hallo zusammen,

hier mal ein kurzer Zwischenbericht:
Als erstes habe ich zwei Griffe an einer weiteren Rohrschelle befestigt und diese am Tubusende montiert (man beachte die beiden "Hörnchen" links und rechts).
Drehhilfe (klein).jpg


Als nächstes habe ich an der vordersten Rohrschelle zwei Kugellager befestigt, die nun die beiden Schellen auf Abstand hält und das Drehen des Tubus ungemein erleichtert!
Kugellager 1 (klein).jpg

Kugellager 2 (klein).jpg


Zusammen bringt das schon eine deutliche Erleichterung beim Drehen und damit auch eine geringere Kraft, die auf die Montierung einwirkt.
Nun könnte man noch überlegen, die Reibung zwischen dem Velours der Schelleninnenseite und dem Tubus zu verringern (z.B. mit Teflonklebeband) aber da bin ich mir gerade nicht sicher, ob das noch sein muss bzw. nochmal einen deutlichen Effekt hätte.
Vielen Dank an alle für eure Tipps und Ratschläge!

Viele Grüße
Oliver
 
Was ich zu erwähnen vergaß: Bei den sich gegenüber liegenden Seiten der ersten beiden Rohrschellen habe ich an den Gelenken die ursprünglichen Schrauben durch Madenschrauben ersetzt, so dass da keine Köpfe mehr herausragen. Über die kleinen Lücken an den Gelenken kommen die Kugellager erstaunlich gut hinweg.
 
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