Sonnenspektrum mit Staranalyser 200 und Stecknadel

TorstenHansen

Aktives Mitglied
Hallo,

heute habe ich mal wieder ein Sonnenspektrum mit einer Stecknadel probiert.
Das Bild unten zeigt die Phasen der Entstehung und ein mit vspec erstelltes Farbspektrum (das geht nur mit Wellenlängenkalibrierung, d.h. der Spektralfaden unten im Bild ist, wie die Farben dort, künstlich erzeugt). Das Spektrum unten im Bild ist in autostakkert!4 geschärft, was ich normalerweise nicht praktiziere! Hier war mir Effekt zum Zeigen der Möglichkeiten der einfachen Anordnung aber wichtiger.
Das Spektrum in der Bildmitte ist ein 100%-Ausschnitt aus dem Originalbild.

Originalauflösung: http://www.aau.telebus.de/Ver_7/user/Torsten_Hansen/Sonne20260426/Sonnenspektrum20260426.jpg

Sonnenspektrum20260426.jpg


Grüße
Torsten
 
Hallo nochmal,

ich hab das heute auch mal versucht und bin happy, dass es auf Anhieb geklappt hat.

Leider war der Star Analyser nicht ganz korrekt ausgerichtet und ich schaff es auch nicht über die ganze Länge des Spektrums einen schönen Fokus zu bekommen.
Außerdem streut auf der ganzen Terrasse irgendetwas Weißes (meistens Outdoorteppiche) ins Bild. Habe schlussendlich mit einem schwarzen T-Shirt unter der Nadel ganz gute Ergebnisse bekommen.
Habe die Schieflage mit Slant weitestgehend eleminieren können.
Für den ersten Versuch lass ich das so durchgehen, ich hoffe du auch ;)


1785265282085.png


1785265582746.png


Danke auf alle Fälle für die Inspiration :)

Liebe Grüße
Philipp
 
Hallo Ihr Zwei,

da versuche ich grade meine Sommergrippe wieder los zu werden, da stellt Ihr so was hoch Infektiöses hier rein... Klasse, muss ich auch probieren :-).

Viele Grüße, CS und mehr von sowas ;-),
Reinhard
 
Hallo Torsten,

sehr beeindruckend. Wie bekommst du das Spektrum so schön aufgefächert, fährst du etwas mit der Nachführung?
CS Frank
Moin Frank,

Links im Bild sieht man die gesamte Nadel, die vertikale Auffächerung kommt durch die Länge der Nadel.

Die unterschiedliche Intensität der Spektren hängt dann mit der lokalen Oberfläche der Nadel zusammen.

CS
Alexander
 
Hallo Thorsten und Philip,

coole Idee, dünner Stecknadel-Reflektor anstatt dünner Spalt-Durchgang. :y:

Wie habt ihr den 1,25" Staranalyzer vorne vor dem Fotoobjektiv befestigt, dass ja typischer Weise ein fotografisches Filtergewinde hat, z.B. M50, M52 oder M55?

Gruß
 
Hallo zusammen,

vielen Dank für Euer Interesse an meinem Beitrag.
Die Idee mit der Stecknadel ist natürlich nicht neu. Sie bietet die Möglichkeit mit kleinem Aufwand eine beachtliche Auflösung zu erzielen, wie die getrennten Linien des Mg-Tripletts und des Na-Dubletts (Abstand der beiden Linien immerhin nur knapp unter 0,60 Nanometer) demonstrieren. Zur Erläuterung bzw. Veranschaulichung habe ich nochmal ein Bild erstellt mit vor dem Objektiv montiertem Gitter im Vergleich zu Aufnahme der Stecknadel ohne Gitter vor dem Objektiv. Die Steine der Terrasse als Unterlage sind zur Orientierung gut zu erkennen. Die Stecknadel liegt einfach am Boden und es findet keinerlei Bewegung statt.

SpektrumStecknadelTerrasse20260730B6146mit6149A2MP90p.jpg


Für die Montage des Staranalysers benutze ich eine T2-Filterhalterung von Baader in die ein 1-1/4-Zoll Filter eingeschraubt werden kann. Der Staranalyser hat ein passendes Gewinde. Dieser Filterhalter ist an einen alten Digitaladapter (ich glaube für afokale Fotografie an Hyperionokularen) angeschraubt, welcher wiederum an einem Reduzieradapter für Fotofilter angebracht ist. Das benutzte Fotoobjektiv (150 mm Asahi Pentax Altglas) besitzt eine 49 mm Objektivfiltergewinde. Das war damals wohl ein beliebtes Maß an Fotoobjektiven; ich habe einige Objektive verschiedenster Brennweiten mit einem solchen Gewinde.

SpektrenStecknadel20260730AdapterP7308953A2MP.jpg


Zur Anschauung noch die Anordnung an einem 135 mm Objektiv, an Kamera angeschlossen.

StAn200b2120392k.jpg


Gut, ich hoffe das war verständlich erklärt.

Viele Grüße,
Torsten
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Thorsten,
von der Nadelmethode habe ich noch nicht gehört. Klasse!
Wenn man eine angeleuchtete Kugeloberfläche für Beugungsmuster verwenden kann, warum nicht die Fläche einer Nadel als Spaltersatz. Tolle Idee

Insulinnadeln wären schön klein und deren Oberfläche bestimmt sehr homogen. Beim Spalt sind es ja die kleine Verunreinigungen im Spalt, die die dunklen waagerechten Linien verursachen.

Welchen Spaltspektrografen hast Du für das letze Foto verwendet? Das ist eine wunderschön aufgelöste Aufnahme.

Viele Grüße Frank
 
Hallo Frank,

ich danke Dir für Deine Rückmeldung.
Vielen Dank auch für den Optimierungsvorschlag; dem werde ich mal nachgehen.
Teil der Auswertung ist eine Komprimierung eines Ausschnitts des Spektrums auf ein Pixel Höhe. Dabei wird es vermutlich kaum eine Rolle spielen, wie viele Dunkelbereiche dabei enthalten sind (ist Spekulation), da bei einem Pixel Höhe dann das gesamte Signal im Streifen "zusammengepresst" wird. Danach findet eine Aufweitung statt, im Beispiel unten auf einen 200 Pixel hohen Streifen, der normal belichtet aussieht (siehe unbearbeitetes Rohspektrum unten). Dieser Streifen wird als Bild (bmp oder fits) in vspec geladen und analysiert.

Spektralstreifen Rohspektrum aus 15 Einzelbildern:
SonnenspektrumStecknadel20260426B3400bis3415Rohstreifen.jpg


Der Spaltspektrograf war ein LHires III, bestückt mit einem 2400 Linien pro Millimeter Gitter und einem 15 Mikrometer weiten Spalt (so wie es im Bild oben rechts vermerkt ist).

Viele Grüße,
Torsten
 
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