Sh2-173, der Phantom der Oper Nebel, mit der Lichtenknecker Flatfieldcamera

DietSky

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Hallo!

Nach längerer Zeit und einigen Optimierungsarbeiten, kam wieder einmal meine 40 Jahre alte Lichtenknecker Flatfieldcamera 4,0/760mm zum Einsatz. Ich habe noch einmal mechanische Veränderungen an der Hauptspiegelfassung vorgenommen und das Instrument mit dem OCAL gewissenhaft kollimiert. Nun bin ich mit der Abbildung und der Fokusstabilität recht zufrieden.

Ziel war für einen erneuten Test Sh2-173, ein Emissionsnebel im Sternbild Kassiopeia. Sein markantes Erscheinungsbild, welches an die Maske in besagter Oper erinnert, gab im wohl den Trivialnamen „Phantom der Oper Nebel“.

Witterungsbedingt hat es vier Nächte gebraucht, um genügend Belichtungszeit zu sammeln.
Insgesamt wurden es 7h15m, aufgeteilt in RGB und HOO mit einem Dual Narrow Band Filter an der QHY268C.

Man sieht nur sehr selten Aufnahmen mit diesem Instrument, was ich als ein bisschen schade empfinde. War es doch seinerzeit eines der besten fotografischen Instrumente auf dem Amateurmarkt.

Ich hoffe es gefällt und freue mich auf eure Kommentare.

CS Dietmar


1. HOO-RGB

Sh2-173_HOO-RGB_klein.jpg



2. H-alpha starless

Sh2-173_Ha_Starless.jpg



3. größere Ansicht


Aufnahmedaten:
Instrument: Lichtenknecker Flatfieldcamera 4,0/760mm
Guiding: William Optics Guidescope, QHY5III-200M
Filter: Player One UV-IR-Cut; Askar Color Magic D1
Belichtungszeiten: RGB: 1h30m; Ha/OIII: 5h45m
Gesamtbelichtungszeit: 7h15m
Aufnahmezeitraum: 23.09.- 04.10.2026
 
Hallo Dietmar,

wunderschön! Jetzt lichtenkneckert es gerade im Forum ;) .

Spaß beiseite, wenn ich mir Deine Sternabbildung anschaue und z.B. mit Deiner Aufnahme von Sh2-224 vergleiche, dann ist das Ergebnis jetzt Welten besser.

Viele Grüße,
Georg
 
Moin Dietmar,
freut mich, dass du deine Lichtenknecker auf Vordermann gebracht hast!
Die Abbildung ist aber auch beim Sh2-224 nicht schlecht… gefällt mir auch von der Form und Farbe besser als die „olle“ Opernmaske und schließlich repariert der RC-BXT auch so einiges ;).
Die älteren, seinerzeit hervorragenden Optiken haben idR nicht die Spotsize, für die aktuell kleinen Pixel auf den Sensoren. Für „Chemischen Film“ reichten da idR 25mü aus, moderne Linsen/Korrektoren überbieten sich neuerdings mit <3mü…
Gratulation zum Ergebnis und herzliche Grüße
Thomas
 
Hallo Dietmar,

eine beeindruckende Aufnahme und zugleich ein schöner Beleg dafür,
was in deiner ehrwürdigen Lichtenknecker noch steckt!
Die Optimierungsarbeiten haben sich offensichtlich gelohnt,
denn Schärfe und Detailreichtum können sich wirklich sehen lassen.
Besonders gefällt mir auch die harmonische Farbgebung.

Grüße und CS
Karsten
 
Hallo Dietmar,

kann mich nur anschließen. Tolle Bildkomposition und Farbgebung. Beeindruckend das du das Instrument, korrigier mich, aus einer Zeit wo an dezidierte, moderne CMOS Kamera noch nicht zu denken war, auf ein gutes Zusammenspiel mit der aktuellen Technik gehoben hast.

War dafür viel Umbau nötig?

Grüße,
Alex
 
Hallo Leute,

herzlichen Dank für Eure netten Kommentare und die Likes zu meiner Aufnahme mit dem Lichtenknecker Oldie!

... wenn ich mir Deine Sternabbildung anschaue und z.B. mit Deiner Aufnahme von Sh2-224 vergleiche, dann ist das Ergebnis jetzt Welten besser.
Hallo Georg,
beide Massnahmen, die Mechanik der Hauptspiegelfassung und die Kollimation haben ihre Wirkung gezeigt.


Die älteren, seinerzeit hervorragenden Optiken haben idR nicht die Spotsize, für die aktuell kleinen Pixel auf den Sensoren. Für „Chemischen Film“ reichten da idR 25mü aus, moderne Linsen/Korrektoren überbieten sich neuerdings mit <3mü…

Hallo Thomas,
das ist im Prinzip richtig. Die Anforderungen waren damals für den Einsatz mit Filmemulsionen bei weitem nicht so hoch.
Dennoch waren die Lichtenknecker Flatfieldkameras nahezu beugungsbegrenzt über das gesamte Bildfeld.
Ich habe in einer technischen Dokumentation von Dipl.-Ing. Wolfgang Paech: "Die Flatfieldkamera von Dieter Lichtenknecker", folgende Spotdiagramme gefunden:
(Ich hoffe, ich darf diese Abbildung hier zeigen)

Spotsize FFC.jpg



eine beeindruckende Aufnahme und zugleich ein schöner Beleg dafür,
was in deiner ehrwürdigen Lichtenknecker noch steckt!
Die Optimierungsarbeiten haben sich offensichtlich gelohnt,
denn Schärfe und Detailreichtum können sich wirklich sehen lassen.
Besonders gefällt mir auch die harmonische Farbgebung.

Hallo Karsten,
ich finde auch, das diese Instrumente auch Heute noch zu guten Leistungen fähig sind. Schade, das sie Irgendwo verstauben!


Beeindruckend das du das Instrument, korrigier mich, aus einer Zeit wo an dezidierte, moderne CMOS Kamera noch nicht zu denken war, auf ein gutes Zusammenspiel mit der aktuellen Technik gehoben hast.

War dafür viel Umbau nötig?

Hallo Alex,
von der optischen Qualität her waren sie für die damaligen Zeiten eigentlich "überdimensioniert". Die Auflösung des Instruments konnte auf Filmmaterial nicht genutzt werden. Die modernen Bildsensoren reizen diese jedoch voll aus und zeigen aber auch unbarmherzig jeden Fehler, so auch die Unzulänglichkeiten in der Konstruktion der Hauptspiegelfassung. Diese war, nach meiner Auffassung, sehr schlecht gelöst und führte entweder zu Spiegelshift oder Verspannung. Es entstand punktuell Druck auf den oberen Spiegelrand, was sehr schnell zu dreieckigen Sternen führte. Auf Film hat man das damals kaum wahrnehmen können. Hier musste ich eine bessere Lösung finden.

Desweiteren habe ich dem Instrument einen flachbauenden Motorfocuser verpasst, da ich damit remote arbeiten wollte. Der manuelle Fokustrieb innerhalb des Tubus ist denkbar ungeeignet. Er bewegt den Fangspiegel in Richtung der optischen Achse, ist aber dermassen schwergängig, das man beim Fokussieren sehr leicht die Fangspinne verdreht und danach Doppelspikes bekommen kann.
Der Focuser, obwohl er sehr flach gebaut ist, hat mir dennoch einen großen Teil des sehr knapp bemessenen Backfokus genommen und so war kein Platz mehr für ein Filterrad und einen Offaxisguider. Dies ist dann auch der Grund für den Einsatz einer OSC und einem kleinen Guidescope.

CS Dietmar
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Dietmar,

ab November läuft das "Phantom der Oper" im Musical Dome in Köln - und ich hoffe die Besucher werden dann eine ebenso tolle Aufführung zu sehen bekommen wie wir jetzt durch Dein exquisites Foto dieses gar nicht so einfach zu bearbeitenden Emissionsnebels.

VG
Stefan
www.capella-observatory.com
 
Ich habe in einer technischen Dokumentation von Dipl.-Ing. Wolfgang Paech: "Die Flatfieldkamera von Dieter Lichtenknecker", folgende Spotdiagramme gefunden:
(Ich hoffe, ich darf diese Abbildung hier zeigen)

[IMG alt="Spotsize FFC.jpg"]https://forum.astronomie.de/attachments/spotsize-ffc-jpg.579186/[/IMG]

Hallo Dietmar,

danke fürs Teilen der Informationen. Bei dem angegebenen Maßstab (0,02 mm also 20 μm) sind die Spots für die Flatfieldkamera, insbesondere der 4.0/760 ja hervorragend und das sind ja Angaben für Kleinbild- also Vollformat. Beeindruckend!

Von daher kann ich Deinen Punkt „überdimensioniert“ für die damalige Zeit gut verstehen und sehr gut nachvollziehen, so ein Instrument, wenn auch mit Aufwand, wieder zu reaktivieren.

Aus was für Material waren die Spiegel (BK7?) und der Tubus gefertigt?

Viele Grüße,
Alex
 
Hallo Dietmar,

ein sehr schönes Bild mit sehr harmonischen Farben. Es scheint gerade ein FFC Revival zu geben. Ich könnte noch einen Keller 12" Astrographen besorgen, falls jemand Interesse hat an einem Umbau :-)
CS Frank
Hallo Frank,

freut mich, das dir die Farbgebung gefällt.
Der Keller Astrograph ist sicher ein interessantes Instrument, einzig die Fokussierung ist, ähnlich wie bei der FFC, innerhalb des Tubus etwas umständlich und nur mit Aufwand zu motorisieren. Keine Ahnung, wie gut die Glasflächen des Korrektors vergütet sind und welche Halos bei hellen Sternen zu erwarten wären. Zur damaligen Zeit hatte man noch nicht so gute Breitbandvergütungen, wie sie Heute üblich sind.


ab November läuft das "Phantom der Oper" im Musical Dome in Köln - und ich hoffe die Besucher werden dann eine ebenso tolle Aufführung zu sehen bekommen wie wir jetzt durch Dein exquisites Foto dieses gar nicht so einfach zu bearbeitenden Emissionsnebels.
Hallo Stefan,
du schmeichelst mir! ;)

Aus was für Material waren die Spiegel (BK7?) und der Tubus gefertigt?
Hallo Alex,
der Spiegel ist aus Duran. Bei der großen Schwester, der FFC 3,2/940mm aus Zerodur.
Der Tubus wurde aus Hartpapier (Pertinax) gefertigt und hatte deutliche Vorteile gegenüber einem Metalltubus bezüglich Temperaturstabilität und Temperaturanpassung. Einige Geräte wurden sogar mit Invarstäben zwischen Hauptspiegelfassung und Fangspiegel ausgestattet, um diesen Abstand temperaturunabhängig zu machen. Sehr inovative Instrumente zur damaligen Zeit, wie ich finde!

CS Dietmar
 
... wenn ich mir Deine Sternabbildung anschaue und z.B. mit Deiner Aufnahme von Sh2-224 vergleiche, dann ist das Ergebnis jetzt Welten besser.
Hallo Georg,
was mir gerade noch dazu einfällt: Die von dir angesprochene Aufnahme von Sh2-224 ist noch mit meiner Monokamera und Filterrad an der FFC aufgenommen.
Damit war ich schon weit ausserhalb der optimalen und für dieses System gerechneten Fokusposition. Jetzt, mit der OSC, kann ich den Arbeitsabstand einhalten.

CS Dietmar
 
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