Peinlicher Reinigungsfehler -brauche Rat.

LouisBD

Neues Mitglied
Der Sinn dieses Beitrags ist, ich suche eine Einschätzung wie verratzt ich bin und was ich zur Schadensbegrenzung tun sollte bzw ob das nötig ist. Den Erfahrenen Leuten hier wird sicher das Gesicht entgleisen, und Neulinge könnten meinen Fall als schlechtes Beispiel meiden. Also hallo erstmal. Ich hätte zuerst fragen sollen, bin aber aus verschiedenen Gründen einfach nicht darauf gekommen. Einfach nur die Gebrauchsanweisung BIS ZUM ENDE zu lesen hätte ja schon geholfen.

Hab das Gute Stück gebraucht erstanden. Hab mich vom Verkäufer einweisen lassen, auch einen Großteil des Manuals gelesen. Bin los, hab ne super Saturn-Nacht gehabt, trotz Starsense sogar manuell erfolgreich gewesen, die Kamera wollte in der Nacht inkognito bleiben.
Jetzt war Tau auf dem Teleskop und ich hab ihn mit original Baader Mikrofasertuch vorsichtig abgewischt. Schon gesehen, dass sich da paar Schlieren jetzt bilden, vorgenommen das mitgelieferte Baader Optical Wonder nachher zur Beseitigung zu verwenden.
Nächster Tag: Gesagt getan. Nun hatten sich damit farbige Muster eingestellt, wie wenn Silber-Besteck beschlägt. Da bin ich dann das erste Mal stutzig geworden, hab gegoogelt ob das normal ist, hab einige Tipps zur Beseitigung eben solcher Schlieren gelesen und allgemein zur Reinigung, musste nun schon feststellen, dass ich von vornherein die Finger von dem Tau hätte lassen sollen.

Nun nochmal wesentlich vorsichtiger nachgearbeitet, Vor Allem jetzt auch unter Beachtung von Partikeln, die Kratzen könnten. Auch erfolgreich gewesen, nur sah ich jetzt die Folgen der ersten Zwei fehlgeleiteten Manöver. Ein deutlicher Kratzer(nahe dem FL), ein zweiter nicht so tiefer, aber länglicher Kratzer (beim AS von CASSEGRAIN) und ein Punkt der nicht ganz aussieht wie ein Kratzer, aber von der Art wie er spiegelt, dem deutlichen Kratzer sehr ähnlich ist.

Würdet ihr mir denn zustimmen, dass es Kratzer sind, wenn ja, würden erste Recherchen ergeben, dass es bei Beobachtungen aufgrund der relativen Winzigkeit im Vergleich zur gesamten Fläche wahrscheinlich gar nicht auffällt...
Gibt es hier ein Risiko, dass der kleine Schaden an der Beschichtung sich ausdehnt?
Wie beuge ich dem bestmöglich vor?

Dass sich der (potenzielle) Wiederverkaufswert des OTA dadurch deutlich schmälern dürfte ist mir auch bewusst. Aber dafür hab ich es mir nicht angeschafft. Ich werde es regelmäßig benutzen.
Naja, das Kind ist in den Brunnen gefallen...
Aber andere Kinder kann man noch retten.

Anbei noch die mitgekauften Okulare, Ersterem nehme ich an, sind meine Wimpern zu nahe gekommen, kann mir die Schlieren sonst nicht erklären. Muss ich da ran, weil das potenzielle Fett die Beschichtung zerfrisst, oder lass ich es in Ruhe?

Zweiteres hat n kreisförmigen Fleck oder Rückstand? Selbe Frage.

Freue mich über Rückmeldungen zu diesem unerfreulichen Thema
 

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Hier die Okulare
 

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Hallo,

bei den Okularen würde ich mir gar keine Gedanken machen, die sehen nach Gebrauch halt so aus. Hat optisch keinerlei Auswirkungen.
Meine Okulare und auch die Schmidtplatten von meinen Celestrons (habe jeweils ein C5, C6 und ein C8) reinige ich bei Bedarf (also so gut wie nie) mit einer Mischung aus Isopropanol und destilliertem Wasser und wische es mit Linsenpapier trocken. Kostet pro Liter 1/100 von Optical Wonder. So, wie ich das schon seit 50 Jahren auch mit allen meinen Fotoobjektiven mache. Die Linsenpapiere natürlich nur einmal verwenden.

Ein Mikrofasertuch geht gar nicht, da weiß man überhaupt nicht, welche Eigenschaften es hat („Mikrofaser“ ist kein irgendwie definierter Begriff), und es können sich auch rauhe Staub- und Sandkörnchen drin festsetzen, mit denen man Kratzer in die optische Oberfläche macht.

Was bei Dir passiert ist, kann ich auf den Fotos nicht erkennen. Möglicherweise sind das keine Kratzer, sondern nur Wischspuren, die nach dem Trocknen der Reinigungsflüssigkeit übrig geblieben sind. Jedenfalls würde ich mir deswegen auch keine großen Gedanken machen, eine Auswirkung auf die Optik wird das kaum haben.

Und über den Wiederverkaufswert der Optik würde ich mir auch keine Gedanken machen, wenn ich sie gerademal eine Nacht verwendet habe. Die sieht nach längerem Gebrauch ganz anders aus.

Was den Tau angeht: Wenn ich weiter beobachten will, wische ich ihn mit einem frisch aus der Packung gezogenen Papiertaschentuch ab, ohne dabei Druck auszuüben. Hat meinen Fernrohren bisher nicht geschadet.

Viele Grüße
Maximilian
 
Hallo Louis,

ich fang mal mit dem Einfachen an. Okulare und Filter erst sanft abpinseln und dann mit der anderen Seite des Lenspen reingen.

Auf deinem Teleskop sehe ich viel Staub, der schadet nicht. Versuch ihn mit einem Blasebalg abzublasen.
Auf dem dritten Bild, wo du ein ? gemacht hast, könnte ein Kratzer sein. Falls dem so ist, kannst du nichts machen. Wirst du beim Beobachten nicht merken.

Falls es die gelingt, Linsenputzpapier - ja, gibt's und ist schwer zu bekommen - zu kaufen kannst du einzelne Stellen mit destilliertem Wasser benetzen und mit dem Papier seeehr sanft drüberfahren.

Gruß Uwe
 
Hallo,
Falls es die gelingt, Linsenputzpapier - ja, gibt's und ist schwer zu bekommen -...

Nein, das ist nicht schwer zu bekommen. Gibt es hier beim freundlichen Fotohändler um die Ecke (ja, wir haben noch einen :) ) oder alternativ bei praktisch allen Fotoversendern, inkl. Amazon. Z.B. hier: Hama Optikpapier (1 Heft, 30 Blatt) - Foto Erhardt
So eine Packung mit 30 Blättern reicht bei mir einige Jahre.

Grüße
Maximilian
 
Hi Louis,

immer erst mal ganz langsam. Ist noch nicht alles den Rhein runter. :)

Man kann ggf. auch die Schlieren wegbekommen, aber das braucht meist ein wenig Übung. Ob es sich tatsächlich um echte Kratzer handelt…da bin ich bei meinen Vorrednern…ist von hier aus nicht abschließend zu klären.

Falls man die Schmidtplatte reinigt ist es von elementarer Bedeutung, erst einmal „harte“ Partikel sehr vorsichtig zu entfernen. Das macht man im ersten Schritt mit einem starken Puster und im zweiten Schritt mit nassem (aber noch nicht triefenden) Aqua dest. Wattebausch, indem man vorsichtig abtupft und nicht reibt.

Erst in einem dritten Schritt kann man mit einer winzigen Menge Spüli + dest. Wasser + Wattebausch versuchen, die Schlieren wegzubekommen. Die letzte vorsichtige „Wässerung“ erfolgt nur noch mit Aqua dest. + Wattebausch. Etwas anhaftende Partikel kann man im Zweifel vorher auch vorsichtig mit Aceton/Isopropylalkohol/Alkohol + Wattestäbchen anlösen.

Im allerletzten Arbeitsgang kann man die optische Oberfläche nochmals anhauchen und letzte Reste/Schlieren mit Watte und entsprechend gerichteten Bewegungen vorsichtig entfernen.

Wesentlich ist während der ersten Arbeitsgänge, dass nichts trocken fällt und man gleichzeitig reibt oder wischt. Andererseits darf auch nicht zu viel Flüssigkeit auf die optischen Flächen, da immer die Gefahr besteht, dass sich Nässe ins innere der Optik/Tubus bewegt.

P.S.: Mit der obigen ganz grob beschriebenen Methode habe ich u.a. die Maksutov-Platte meines früheren 12“ MN sauber und schlierenfrei bekommen, ganz ohne irgendwelche Kratzer in die optische Fläche zu reiben. Allerdings ist es unerlässlich, jeden einzelnen Arbeitsschritt äußerst konzentriert anzugehen und immer peinlich auf härtere Partikel bzw. Staub zu achten. ;)

Viele Grüße
Werner
 
Zuletzt bearbeitet:
...Ein Mikrofasertuch geht gar nicht, da weiß man überhaupt nicht, welche Eigenschaften es hat („Mikrofaser“ ist kein irgendwie definierter Begriff), und es können sich auch rauhe Staub- und Sandkörnchen drin festsetzen, mit denen man Kratzer in die optische Oberfläche macht...
Solche Aussagen mag ich besonders :rolleyes:

Ein gutes frisches Mikrofasertuch, wie sie bspw. bei Brillen und Ferngläsern dabei sind, ist bestens geeignet, um Rückstände bzw. Schlielen von Alkohol, Isopropanol und ähnlichem Zeug zu beseitigen. Dazu ist mehrmaliges anhauchen und wischen mit frischen Stellen des Tüchleins nötig. Für den C8 natürlich nicht ideal, aber bei kleineren Flächen von Okularen bis APOs geht das ganz gut. Eine wirklich saubere, schlierenfreie Glasfläche zu bekommen, ist halt ein Krampf.
 
Vorsicht! Auch ein frisches Mikrofasertuch ist im trockenen Zustand bestens dafür geeignet, permanente Kratzer in der optischen Fläche zu erzeugen. Bevor man hier reibend oder wischend unterwegs ist, müssen zwingend härtere Rückstände wie oben beschrieben erst einmal entfernt werden.

Das können auch kleine Staubpartikel mit entsprechend harten Mineralen sein. Sehen wir einmal von Diamant ab, gibt es nachgeordnet Korund, Topas oder Quarzpartikel, welche recht schöne Kratzer auf der Optik verursachen können. ;)

Viele Grüße
Werner
 
Hallo,
wie hätte ich es auf andere Art schreiben sollen? Wie ich schon sagte, es gibt keine allgemeingültige Definition für „Mikrofaser“tuch. Du kannst bei Aldi eine 5er-Packung Mikrofasertücher kaufen, die bestimmt gut geeignet sind, um Dein Waschbecken sauber zu machen, die sich mit der guten „Starbright“-Vergütung des C8 eher nicht vertragen werden.
Ein gutes frisches Mikrofasertuch, wie sie bspw. bei Brillen und Ferngläsern dabei sind, ...
Wenn man so eines hat, ist es bestimmt gut geeignet. Weil es dann nämlich ein Mikrofasertuch ist, das speziell für optische Oberflächen gemacht wurde. Das sieht man ihnen aber leider nicht mehr an, wenn sie einmal aus der Verpackung draußen sind. Und deswegen verwende ich persönlich keine Mikrofasertücher für Fernrohre.

Grüße
Maximilian
 
Ich danke allen, die hier geantwortet haben.
Ihr habt mir erstmal die Angst rausgenommen, und ich hab einfach erstmal n Gang runter geschaltet und weiter observiert, und schon viel Freude gehabt in den Mondlosen Nächten, die wir diesen Zyklus hatten. (Und auch diese Woche bei Wolkenlücken mal Momd und Jupiter bestaunt. Diese Woche will ich dann mal in die Apotheke gehen und mir Aqua und Alkohol holen, und dann in einem ruhigen Moment ( nach erneutem Anschauen von Video-Tutorials zu Linsenreinigung) in meinem anstehenden Urlaub die Fingerabdrücke/Wimpernfett von den Okularen entfernen und mich auch vorsichtig der Schmidt-Platte widmen.

Danke fürs Mutmachen und Aufklären und euch allen klaren Himmel!
 
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