16 Zoll für den fortgeschrittenen Anfänger

Matthias B

Neues Mitglied
Liebes Forum

Ich wende mich erstmals an Euch und würde mich über Meinungen, Erfahrungen und Ratschläge freuen. Ich habe eine Reihe Fragen, vielleicht könnt Ihr mir weiterhelfen.

Nach einem knappen Jahrzehnt mit einem 200mm Galaxy Dobson trage ich mich mit dem Gedanken, innerhalb der nächsten 1-2 Jahre ein größeres Dobson im Bereich von 400 mm anzuschaffen, ehe die Augen nicht mehr richtig können. Preislich spare ich lieber etwas länger, um mich nicht über irgendwelche Kompromisse zu ärgern. Welche Anbieter könnt Ihr empfehlen? Ich habe eine ganze Zeit mit sumerian optics geliebäugelt, aber die sind ja jetzt wohl erstmal nicht zu kaufen. Ein kompakt verstau- und transportierbares Gerät wäre super, um das Teleskop auch mal in den Urlaub an dunklere Orte mitnehmen zu können. Das 200 mm Dobson war aufgrund des Tubus dafür immer zu gross.

Mit welchen bauartbedingten Nachteilen muss ich bei einem 400 mm Dobson mit Gitterrohren im Vergleich zu einem Tubus rechnen (außer Größe und Gewicht)? Wackelt das die ganze Zeit beim Nachführen? Ist der Zusammenbau in der Dunkelheit sehr kritisch? Ist das Justieren unendlich fummelig?

Ich wohne in Dänemark. Ich glaube nicht, dass ich ein Gerät vorab ausprobieren kann. Nahe an Kopenhagen ist die Lichtverschmutzung eher hoch, an meinem bevorzugten Standort komme ich auf Bortle 4; längere Fahrten nachts möchte ich aus Sicherheitsgründen nicht. Werde ich trotzdem von der höheren Öffnung profitieren?

Ich bevorzuge die geringeren Vergrösserungen, allerdings ist bei 400 mm die Minimalvergrösserung mit knapp 60x schon sehr hoch. Sprechen Gründe dagegen, unter die Minimalvergrößerung zu gehen, sofern man die Okulare hat? Man verliert vielleicht etwas Öffnung, aber davon hat man bei 400 mm ja reichlich...? Lässt sich das wahre erzielbare Gesichtsfeld durch einen Reducer erweitern?

Wie wichtig ist der Strehlwert wirklich bei so grossen Optiken? Reicht nicht >0.85?

Ich habe nie verstanden, wieso größere Optiken mehr vom Himmel begrenzt werden sollen als kleinere. Sicherlich ist das so gemeint, dass man das Potential grösserer Optiken oft nicht ausschöpfen kann, aber dass das Bild in grösseren Optiken schlechter bei ungünstigem Himmel ist?

Und zum Komakorrektor, um den ich wohl nicht herumkommen werde: ich habe schon einiges dazu gelesen, wann ich den brauche. Aber WIE braucht man den eigentlich? In den OAZ einschrauben und vergessen? Meine Okulare sind übrigens aus der ES 82er Serie.

Habt Ihr noch andere Anregungen zu diesem Thema?

Im Voraus schon mal vielen Dank!

Beste Grüße

Matthias
 
Gebrauchter Selbstbau oder spacewalk telescope

Wackelt das die ganze Zeit beim Nachführen?
Nicht wenn er gut konstruiert ist und nicht zu leicht. super leichte haben teils das Problem es ist ne Abwägung beim Design zwischen Stabilität und Gewicht. Mein 414mm wiegt 34kg der ist sehr stabil. Hab aber zumbeispiel nen 500mm mit 24kg erlebt, der war an der Grenze zum wackeln.

Werde ich trotzdem von der höheren Öffnung profitieren?
Denk an eines, mit einem größeren Teleskop hast du bei selber Vergrößerung eine höhere austritspupille

Und zum Komakorrektor, um den ich wohl nicht herumkommen werde: ich habe schon einiges dazu gelesen, wann ich den brauche
Da sind die Meinungen unterschiedlich ich arbeite ohne bei f4,5 ist net viel arbeite aber auch mit Televue und Morpheus.

Clare Skies
Felix
 
Ciao Matthias,

Ein gut gebauter (!) Gitterdob in 16" hat keine Einschränkungen für dich. Es ist aber schon ein recht GROSSES Vieh, das man vom Transportumfang auf keinen Fall unterschätzen sollte !!!

Mit Justierlaser hast du ihn in 5min justiert. Beugungsbegrenzter Spiegel reicht i.a.

Teleskope, die sehr auf Leichtbau getunt sind, haben öfter Gleichgewichtsprobleme (schwere Okulare, z.B. das ES30mm).

Wenn Du das ES82° 30mm hast, bekommst Du in einem 16" f/4 max 1.5° Feldgrösse. DAS ist das Hauptproblem, d.h. beim Finden von Objekten. Man muss StarHopping wirklich gut können ! Evtl. Noch einen RACI Finder und Telrad dazu.

Reducer benutzt an Dob Newtons praktisch niemand, bzw. Ist nicht praktikabel. Wenn das Finden Probleme macht, dann weniger Brennweite --> d.h. auch weniger Öffnung (immer alles in f/4). 12"...14" wären deutlich handhabbarer, und die Feldgrösse direkt mit der kürzeren Brennweite auch grösser. 12/16 Faktor in der Öffnung, macht den gleichen Faktor in der Brennweite und den inversen Wert 16/12 in der Feldgrösse, also max 2°. Man sollte beachten, das die Anzahl der Objekte die man im Feld sieht quadratisch mit den Felddurchmesser geht (Feldfläche), also bekommt man in 12" (16/12)**2 mal mehr Objekte zum Starhoppen, also 1.7 mal mehr, was eine deutliche Erleichterung ist.

Komakorrektor braucht man nicht unbedingt an f/4. Ich beobachte seit VIELEN Jahren komplett OHNE KK mit 20" f/4, ES82° 30mm und Nagler Okulare.

Viel bedeutender als grosse Öffnung ist guter/dunkler Himmel. Ich würde daher die Öffnung handhabbarer gestalten (Transport und Feldgrösse) und vermehrt Budget ins Reisen stecken ! Wo ist guter Himmel ? LPM
Bedenke am Meer ist u.U. zwar der Himmel dunkel aber die Transparenz schlecht (Wasserdampf in Atmosphäre). Besser also höher hinaus !

Weitere Infos, evtl. auch hier
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Lg,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Matthias,

mir ging es ähnlich. Hatte einen 8" Dobson und habe mir zum Studienabschluss einen 16" Dobson von Spacewalk Telescopes geleistet. Ich habe es nie bereut!
20200815_100913.jpg

Wichtig war mir, dass ich zum Beobachten sicher am Boden stehen kann und keine Leiter oder Trittstufe brauche. Zu oft habe ich schon erlebt, dass Kollegen mit großen Dobsons nächtlich von der Leiter gefallen sind.
Genau das haben die Spacewalk-Dobsons. Niedrige Einblickshöhe!

Er ist mit 26kg Gesamtgewicht, Spiegelzelle mit Spiegel alleine hat 15kg, noch recht leicht, dabei aber sehr stabil.
Man kann ihn einfach transportieren - man hat die Spiegelbox, 4 V-förmige Stangenpaare, 2 Höhenräder und den Hut mit Okularauszug (den man nochmal zerlegen könnte). Ich bringe ihn komplett in den Kofferraum des Autos.
20200706_215340.jpg


Zu deinen Fragen:

- Baubedingte Nachteile gibt es kaum/nicht. Man sollte sich aber eine Stoffsocke zum drüberziehen zulegen, damit kein Streulicht auf den Spiegel fällt.
Aufbau 1-3-2021.jpg

- Es wackelt nichts.

- Lässt sich viel genauer und weicher nachführen als mein 8" Dobson.

- Mit etwas Übung ist der Aufbau auch in der Nacht (mit Stirnlampe) in 5-10min erledigt.

- Justage des Spiegels erfolgt mit großen Sterngriffschrauben von oben und ist sehr problemlos.

- Auch von Zuhause (Bortle 5) sehe ich mit dem 16-Zöller um ein vielfaches mehr als mit dem 8-Zöller. Also ja, es lohnt sich.

- Ich gehe regelmäßig auf etwa 55fache Vergrößerung (31mm TeleVue Nagler) und finde das super. Weniger Vergrößerung (ich hab auch ein 55mm Plössl) bringt nicht wirklich etwas, da das Sichtfeld damit nicht größer wird als mit dem 31mm Nagler.
Besser funktioniert da schon der Antares 0,7fach Reducer, auch wenn damit die Sternabbildung am Rand nicht mehr all zu schön ist.

- Ich hab meinen Spiegel messen lassen. Strehl 0,95! Und ich bemerke auf Teleskoptreffen schon, dass mein 16" Dobson kontrastreicher/schärfer abbildet als viele andere dieser Größe. Also würde ich sagen ja, die hohen Strehl bringen etwas.

- Ja, bei schlechten Bedingungen ist der Unterschied zwischen 8" und 16" nicht so groß wie bei guten Bedingungen. Daher sieht man die wahren Stärken des großen Dobsons erst bei guten Bedingungen - dann aber ist er herrlich.

- Komakorrektor ist, gerade bei den schnelleren großen Dobsons, fast ein Muss. Sonst ist die Sternenabbildung etwa im äußeren Drittel des Sichtfeldes gar nicht schön.
Ich hab meinen Paracorr II fast immer drin - also fast nach dem Motto "Im Okularauszug stecken lassen und vergessen". Nur bei sehr hohen Vergrößerungen, z.B. an Planeten, ist er verzichtbar.

20200706_213251.jpg

Auch ich beobachte eher bei niedrigen Vergrößerungen, aber bei sehr gutem Seeing sind Planeten bei Vergrößerungen jenseits von 500fach auch unglaublich.
Hier noch ein Beispiel von Saturn im letzten Jahr bei gutem, aber nicht Top-Seeing.
Saturn 16'' 27-10-22.jpg


Der Schritt zum 16" Dobson war bei mir eine der besten Entscheidungen meines Hobbys.

Grüße, Mario
 
Du kannst auch Deine Schlussfolgerungen daraus und weiteren Überlegungen posten, dann bekommst Du weiter Kommentare. dazu. Ein 16" Kauf ist kein Pappenstiel, ist also gut wenn man früh Feedback bekommt, wenn man sich noch nicht 'verrannt' hat... ;)
Good luck !
lg, Peter
 
Gern!
Erstmal freue ich mich, dass die Antworten so ausführlich und von Leuten, die in einer ähnlichen Situation waren. Die Entscheidung eine solche doch stolze Summe nur für ein Hobby in die Hand zu nehmen muss sich richtig anfühlen, und Aussagen wie:
Der Schritt zum 16" Dobson war bei mir eine der besten Entscheidungen meines Hobbys.
helfen sehr dabei. Ein kleineres Teleskop als Zwischenstufe wäre sicherlich vernüftig, aber wie eingangs erwähnt, wären dann in 10 Jahren die Augen wahrscheinlich nimmer so gut wie sie es im Moment noch sind. Also now or never.

Ich werde wohl bei spacewalk anklopfen. Mal schauen was meine Frau im Gegenzug dafür haben will =).

Gebrauchte Teleskope sind sicher günstiger, allerdings ist mir die gute Beratung vor und nach dem Kauf den Aufpreis wert. Ich bin froh zu lesen, dass Ihr mit Wackeln keine Probleme habt und die Teleskope sich gut aufbauen und justieren lassen. Nichts ist blöder, als sich zur Beobachtungsnacht zwingen zu müssen, weil man dann doch keinen Bock hat, das klobige Mistding rumzuschleppen und ne halbe Ewigkeit daran rumzupfriemeln. Das ES 82 30 mm ist aber in der Tat ein schweres Ding, da brauch ich auch beim 8 Zöller schon Gegengewichte.

Ich werde schauen ob mich Koma stört und mir dann ggf. noch einen passenden Komakorrektor holen.

Zum kleinen Gesichtsfeld, ja, ein wesentlicher Punkt dabei sind tatsächlich meine Bedenken bzgl des Auffindens von Objekten. Allerdings - ein wesentlicher Reiz ist ja gerade, schwer zu findende Objekte dann doch noch vor die Linse zu kriegen. Mit Telrad ist das auch gar nicht so schwer (anderes Thema, die Idee des Telrad ist genial, die Ausführung ist von Preis und Qualität wirklich unterirdisch). Interessant, dass man einen Reducer am Dobson tatsächlich benutzen kann und die Welt kostet der Antares ja auch nicht.

Ein schönes Bild vom Saturn, Mario. Du hast wohl eine sehr ruhige Hand zum Nachführen :)?

Ach ja, und zum Thema Meeresluft: es kann hier schon superdiesig sein. Allerdings ist eine Beobachtungsnacht am Meer an sich schon ein (kaltes!) Erlebnis.

Vielen Dank nochmals für die freundliche Aufnahme hier ins Forum!
Eine schöne klare Nacht!
Matthias
 
Ein schönes Bild vom Saturn, Mario. Du hast wohl eine sehr ruhige Hand zum Nachführen :)?

Ich hab direkt die EQ-Plattform von Spacewalk Telescopes dazugekauft. Damit kann man bequem auch mit kleiner ROI filmen, ohne das der Planet aus dem Kamerafeld verschwindet. Und auch wenn sich der Spacewalk Dobson sehr gut manuell nachführen lässt, ist die Plattform auch visuell sehr angenehm, wenn die Objekte von selbst im Sichtfeld bleiben - besonders bei hohen Vergrößerungen.

Du hast außerdem eine PN.

Grüße, Mario
 
Ich werfe da gerne noch die Dobsons von Taurus Telescopes in den Raum. Die haben einige tolle Detaillösungen, die ich so noch nirgendwo anders gesehen habe und bieten einiges an nützlichem Zubehör. Zwei große deutsche Händler haben sie im Programm...


Gruß Horst
 
Hi,

zu den möglichen Herstellern wurde ja schon einiges geschrieben, mit Spacewalk Telescopes macht man auf jeden Fall nix falsch.

Den Punkt Einblickhöhe passend zur Körpergröße will ich nochmal unterstreichen, das macht schon einiges aus wenn man entspannt auf dem Boden der Tatsachen stehen kann.

Und den Punkt Zubehör sollte man auch nicht vernachlässigen. Ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis haben die Explore Scientific Okulare, von denen du ja schon einige hast. Okulare sind auch immer individuell und Geschmacksache. Bei der Umstellung von f6 auf f4,25 (SW Infinity) wirst du vermutlich um einige Anpassungen im Okularpark nicht umhin kommen.

Bei einem Übersichts- und Aufsuchokular sollte man auf die Größe der Austrittspupille achten. Bei f4,25 werden Okulare mit größer 30mm Brennweite (AP~7mm) schon nicht mehr die maximale Teleskopöffnung ausnutzen können. Ideal wäre eigentlich das Televue Nagler t5 in 26mm aber das gibts nur noch gebraucht. Das ES 100° Außer mit Nebelfiltern wird auch der Himmelshintergrund dann schon sehr hell, dass kommt auf die Umgebungsbedingungen am Beaobachtungsstandort an. Überhaupt Filter: bei16 Zoll ist ein UHC und ein OIII Filter schon sinnvoll einzusetzen, ebenso wie Farb- und Neutralfilter am Planeten. Gerade für Planeten würde ich dann auch irgendwann einen Korrektor gegen die Atmosphärendispersion dazu nehmen und F4 würde ich persönlich definitiv nicht auf einen Komakorrektor verzichten wollen. Mich stört Koma auch schon bei f5.
Der ES Komakorrektor ist der Preis/Leistungstipp, perfekt aber auch wahnsinnig teuer ist der Televue / Starlight SIPS. Mit Komakorrektor verlängert sich die Brennweite leicht. Das kann man aber mit mehr Okularbrennweite ausgleichen da die Austrittspupille sich ja ebenfalls ändert. Beispiel: bei 1700mm Grundbrennweite ergibt sich mit dem ES CC 1800mm (f4,5) und dem TV Paracor 1950mm (f4,9) effektive Brennweite. Entsprechend werden bei 7mm Austrittspupille 32mm bzw 34mm Okularbrennweite möglich. Eine leicht zu große Austrittspupille ist auch kein Beinbruch, die 7mm schaffen eh nicht Alle. Sind halt Richtwerte, genauso wie in die andere Richtung bei der sinnvollen Vergrößerung. Hier braucht es bei AP~1 /400x an einem 16er schon richtig gute Bedingungen, damit das noch Spaß macht. Das wäre zum Beispiel mit der komakorregierenden APM 2,7x Barlow ein 11,5mm Okular. Die Brennweite gitbs kaum also 10-12mm plus Barlow oder 4-5mm ohne Barlow sind hinreichend genau. Da würde ich nehmen was du schon hast und dann ggf. um eine passende Barlow ergänzen.

Es muss ja nicht alles auf Einmal gekauft werden und es geht natürlich immer auch eine Nummer billiger, die Korrektoren bei f4 sind kein "Muss - ohne geht garnicht". Ich kenne aber auch Niemanden der einen Komakorrektor hatte und den dann wieder verkauft, weil er nichts gebracht hätte. Ich hab einen f3,2 da sieht die Sache anders aus, da geht auch bei hohen Vergrößerungen ohne Komakorrektur garnix.

Zum Thema Aufsuchen gibt es ja einige Möglichkeiten das technisch zu unterstützen. Vom Celestron Star Sense sind viele begeistert, digitale Teilkreise / Encoder funktionieren mit verschiedenen Systemen. Ich nutze das NEXUS DSC, das ist ehr altbacken von der Bedienung, aber funktioniert einmal richtig eingerichtet tadellos und zuverlässig.

cs Alex
 
Ich bin durchaus ein Verfechter von eher 'einfachen' und vor allem inkrementellen Ansätzen (d.h. Ausrüstungs-Umfang - besonders anfangs - nicht überladen, jedoch dennoch hohe Qualität !), im Sinne unseres Urvaters John Dobson, daher

- KK
>> Ich werde schauen ob mich Koma stört und mir dann ggf. noch einen passenden Komakorrektor holen.
Genau :y:

- Nachführplattform hätte ich in Spezialfällen brauchen können, ja, aber i.a. geht einem das Schubsen in Fleisch und Blut über, und bei eher niedrigen Vergrösserungen und UWW Okularen ist es ohnehin nicht so ein gr. Problem. Und: Schubsen hat auch Vorteile - field sweeping als Beobachtungstechnik ist da bereits 'eingebaut'.

- Socke zur Ummantelung würde ich auf jeden Fall besorgen. Einfach und effizient. Lichtverschmutzung ist überall.

- ein schlauchförmiges Hoodie zum Überziehen über Okular + Kerl. Minimale Kosten, sehr effektiv, wirkt oft sehr gut bei schwachen Objekten aber hellerer Umgebung.

- gute Emissionslinien- Filter ?! In der 16" Klasse braucht man sowas unbedingt, gerade unter nicht-optimalem Himmel.. OIII, UHC, (Hbeta), alles in 2"

- keine Neutralfilter für Mond etc, Öffnung einfach abblenden mit Pappe. Wenn es blendet vergrössert man niedrig und kann die Auflösung der gr. Öffnung im Auge gar nicht nutzen.

- Mit einem SQM-L kann man die Himmelshelligkeit messen, also beurteilen quantitativ (Vergleich mit LPM). Nicht jedoch: die Transparenz !

- Okulare ES82 sind gut auch bei f/4. Max Okularbrennweite 30mm auch bei f/4, es explodiert nichts wenn die AP leicht zu gross ist. Ansonsten die gleichen Okulare verwenden wie bei f/6, bei kleinen APs eben spätestens Schluss bei 0.5mm AP (Beugungslimit).

- auf gute (vorherige) Auskühlung achten, aber auch nicht panic'en wenn das 'Seeing' (im Teleskop oder/und extern) mal nicht passt. Die Bedeutung des Seeings für DSO Beobachtung witd oft masslos überbewertet. Seeing ist von Bedeutung für Planetendetail, feinsten Details in PNs und Beobachtungen (fast/stellarer Profile) am Detektionslimit. Bei niedriger Vergrösserung und Grossobjekten (Nebeln) ist es oft fast irrelevant (von extremen Verhältnissen mal abgesehen).

- Baffling des Teleskops checken. Alles was man im offenen OAZ sieht muss schwarz sein !

Good luck,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Matthias.

Einen Filter-Schieber (Wechsler ) möchte ich noch hinzufügen.
Der würde mir sehr fehlen wenn ich an manchen Objekten die Filterwirkung vergleichen möchte.
Jedes Mal Okular herausnehmen, Filter tauschen, und Okular reinstecken .... möchte ich nicht mehr.

Mit Komakorretor sind halt die Sternhaufen und weite Sternfelder schon um einiges schöner ;) finde ich.

VG Hermann
 
Weil wiederholt vor Leitern und Abstürzen gewarnt wurde:

1. Natürlich ist es besser auf dem Boden zu stehen, klar. Aber mit (sehr) grossen Dobsons hat man oft keine Wahl...
2.Meiner Erfahrung nach (20" f/4, also 2m hoch) ist es kein hochgradiges Problem mit so einer Leiter
UND der richtigen Steigtechnik:
STEHEN: rechts UND links auf den Tritten stehen, die Leiter zwischen die Beine 'gepetzt' --> Stabilisierung. NICHT nur auf einer Seite beidbeinig auf einer Stufe stehen. NICHT auf der obersten Stufe stehen.
STEIGEN: Hoch UND runter IMMER nur 1 Stufe, abwechselnd rechts, dann links, dann rechts, dann... Damit handelt man langsam, geordnet und bewusst und hat maximale Kontrolle, überfordert nicht den Gleichgewichtssinn. Immer so machen, nie anders --> Gewohnheit = Sicherheit.

NIE: Nachts im Dunkeln Sprungbewegungen machen - das ist natürlich asking for trouble !

Bei sowas hier empfehle ich einen schnell öffnenden Fallschirm oder Martin-Baker Schleudersitz. :LOL:

Sichere Landung allen Astro-Artisten, ;)
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Matthias,
wenn du überwiegend von zu Hause aus beobachten tust, dann kannst du dir mal die Skywatcher synscan mit goto Rockerbox ansehen.

Diese gibt es in verschiedenen Größen, haben ebenfalls sehr gute Spiegel und gleich mit goto und Nachführung.

Ich habe so ein Teleskop auf einem Rollbrett mit Kugelgelagerten Rollen, da merkt man fast nichts mehr vom Gewicht und ist in 5. Minuten Einsatzbereit.

Was mit so einem Teleskop fotografisch geht zeigt Ralf Burkart zum Beispiel hier:
LG
 
Hallo!
Dann möchte ich auch noch etwas ergänzen:

Einen Filter-Schieber (Wechsler ) möchte ich noch hinzufügen.

Der Spacewalk hat einen und der funktioniert super - kann ich nur empfehlen!
Hier unter 3.:

- Socke zur Ummantelung würde ich auf jeden Fall besorgen. Einfach und effizient. Lichtverschmutzung ist überall.
Nicht nur wegen Streulicht finde ich die Socke wichtig. Bei völlig offener Bauweise fällt schnell mal was auf den ungeschützten Spiegel.
In den letzten Jahren kam es bei mir dreimal vor, dass etwas runterfiel (einmal riss der Riemen der Stirnlampe, zweimal war es Teleskopzubehör). In allen drei fällen rutsche das Objekt dann die Socke entlang und landete im Gras. Ohne Socke wären vermutlich alle 3 Objekte direkt am Hauptspiegel gelandet und hätten diese mit hoher Sicherheit beschädigt.

Grüße, Mario

PS. Wie sind eure Erfahrungen bei Taurus mit dem Kippen?
Ich hab einen (aber einen der ersten die sie angeboten haben) Taurus Dobson auf einem Teleskoptreffen erlebt. der Neigte dazu, bei Wind und unebenem Boden immer wieder umzukippen. Ist das immer noch so oder haben die das behoben?
 
PS. Wie sind eure Erfahrungen bei Taurus mit dem Kippen?
Ich hab einen (aber einen der ersten die sie angeboten haben) Taurus Dobson auf einem Teleskoptreffen erlebt. der Neigte dazu, bei Wind und unebenem Boden immer wieder umzukippen. Ist das immer noch so oder haben die das behoben?

Hallo Mario,

ich habe die Geschichte von Dir ja immer mal wieder gelesen und bin nach wie vor etwas erstaunt wie die das hinbekommen haben...

Ich selbst kenne das Problem auch jetzt nach fast 6 Jahren Nutzung nicht, zumindest nicht als ungewöhnliches Verhalten. Lediglich in der Anfangszeit bei recht starken Windböen (einem Wetter, was man sich normalerweise nicht antut, ich aber unbedingt das damals neue Teleskop besser kennenlernen wollte) habe ich mal vorsichtshalber die Socke nach unten gezogen, da der Wind ordentlich am Teleskop rappelte, ich etwas Angst ums neue Teleskop hatte und so nicht annährend gespannt beobachten konnte. Das hätte er aber auch an jedem anderen leichten großen Dobson mit geringem Gewicht und großer Fläche getan. Da dachte ich noch: "Meinen vorherigen 12" Volltubus hätte ich unter den Bedingungen schon gar nicht mehr nutzen können...."



Vielleicht war der Boden wirklich recht schräg und man hat (anders als ich) die unterste der 3 möglichen Aufhängungspostionen der Höhenräder gewählt und auch noch auf Gegengewichte verzichtet. Zumindest habe ich keine gescheite Erklärung und außer von Dir noch nie von einem Stabilitätsproblem der Taurus Dobson gehört oder gelesen.

Es sind echt toll durchdachte Geräte und ein durchaus erfahrener Hobbykollege war von meinem Gerät so begeistert, dass er seinen Martini Dobson verkaufen wird und sich einen Taurus geholt hat...

Gruß Horst
 
Vielen Dank für die weiteren Kommentare.
Einen guten UHC habe ich zwar schon, aber recht glücklich bin ich damit nicht geworden. Zwar werden manche Nebel damit natürlich besser sichtbar, aber für mich persönlich verliert die Ästhetik, wenn die Sterne so verblassen.
Socke ist gesetzt, schon allein als Schutz für den Spiegel. Gerade Filter fallen ja gern mal herunter mit vereisten Händen…
Der Tipp mit dem Hoodie ist prima; v.a. im eigenen Garten.
Einen schönen Samstagabend
Matthias
 
Einen guten UHC habe ich zwar schon, aber recht glücklich bin ich damit nicht geworden. Zwar werden manche Nebel damit natürlich besser sichtbar, aber für mich persönlich verliert die Ästhetik, wenn die Sterne so verblassen.

Ein OIII wirkt natürlich sogar noch viel stärker als ein UHC, aber es geht ja auch nicht nur um Ästhetik, sondern um 'Sehen oder Nicht-Sehen' (DAS ist hier die Frage ;-) ). Da muss man einen mehr 'wissenschaftlichen' Ansatz verfolgen. Z.B. braucht man wirklich SEHR guten Himmel (21.5+ mag/sq.arcsec) um am Cirrus ein paar Details zu sehen OHNE Filter. Aber mit OIII sieht man eben schon Details bei 21.0+, und man sieht Nebelteile, die man vorher gar nicht gesehen hat. Will man das sehen, oder nicht ?

Selbiges an California Ngc1499 (Hbeta) oder Nordamerika/Pelikan (OIII) und und und... Bei Scheinwerfern wie M57/M27/ M42 braucht man praktische keine Nebelfilter. Sie sind sehr flächenhell und/oder haben (nicht filter-relevante) Reflexionsanteile. Jeder Nebel ist da anders...

Mit Nebelfiltern kann man eben - auch bei medium/schlechtem Himmel - (1) seine Möglichkeiten erweitern, UND (2) man sieht ganz im Grundsatz (auch unter dunklem Himmel) Dinge, die man ohne GAR NICHT sehen konnte.

Mein Ratschlag insofern: OIII ist ein Muss !... auch wenn's ungewohnt ist. Hbeta wäre nicht schlecht, hat aber wenige prominente Objekte, wo er gut wirkt. Man kann ihn aus Kostengründen weglassen. Aber: Pferdekopf ist z.B. ein Hbeta Objekt ;-). Will man den sehen ? (Ja: dann Hbeta UND unbedingt Hoodie !)

Lg, Peter
 
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