200mm Öffnung unter Vorstadtbedingungen?

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christian_loeb

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Hallo alle zusammen,
ich beabsichtige mir in absehbarer Zeit ein Newton Teleskop zuzulegen. Ich dachte da so an 150-200mm Öffnung auf Dobson-Montierung (habe mit Fotografie im Augenblick nichts im Sinn). Momentan erkunde ich den Himmel noch von meinem Balkon aus mit meinem 10x50 Dekarem. Die Bedingungen sind dort so, daß ich z.B. den Hantelnebel durchaus auf Anhieb finden kann. Ich würde mir nun gerne ein Teleskop zulegen, daß ich wenn ich mal keine Lust habe es ins Auto zu laden um an einen wirklich dunklen Standort zu fahren, auch unter diesen Bedingungen halbwegs sinnvoll einsetzen kann (wenn ich eben nur mal kurz ein bißchen kucken will). Meine Frage ist nun, ob ein 150-200mm Newton dafür überhaupt geeignet ist oder ob es nur unter wirklich dunklem Himmel Sinn macht. Hat vielleicht irgend jemand ein paar gute Tips dazu für mich parat?

Danke schon mal im voraus und
Grüße von der Ostsee an alle
Christian
 
Guten Morgen!

Also mach dir da keine Sorgen!
Auch ein 14 Zöller unter Großstadtbedingungen kann sinnvoll sein, wie ich selbst immer wieder festellen muß!
Es gilt immer die allg. Grundregel nach Fraunhofer: Öffnung ist durch nichts zu ersetzen, außer durch noch mehr Öffnung!
Gut, unter gutem Landhimmel wird ein Achtzöller wesentlich mehr zeigen, als unter Stadtbedinungen , aber egal ob auf dem Land oder in der Stadt, ein Achtzöller wird einem z.B. einem Vierzöller immer überlegen sein, solange die Qualität vergleichbar ist.

Also nur Mut! Ich bin mit meinem eigenen Achtzöller am Nordrand des Ruhrpotts stationiert und hab trotzdem meinen Spaß mit dem Gerät, auch wenn ich mittlerweile fast nur noch zum Beobachten in etwas dunklere Gegenden fahre.
Lohnen tuts sich immer!

gruß und clear skies!
André

 
Hallo Christian,

schau mal hier . Das T1T in Trebur liefert so tolle Bilder. Und wer Trebur kennt, weis das man wohl nur schwer einen "schlechteren" Beobachtungsplatz finden kann. Trebur liegt in direkter Nachbarschaft zum Frankfurter Rhein-Main-Flughafen. Heller geht kaum noch <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Du siehst, wenn 120cm funktionieren, gehts auch mit 20cm <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
 
Hallo Christian!

Da kann ich mich meinen Vorrednern nur anschliessen! 8" bringen deepskymaessig auch unter Vorstadthimmel schon eine ganze Menge zum Vorschein!

Hab ja selber auch aehnliche Bedingungen, eventuell sogar noch schlechter als Deine. Dennoch war der Sprung von meinem 5.2" (Vixen 130/720mm) zu 8" (Skywatcher 200/1000mm) schon sehr beachtlich! Und ob sich das lohnt!!!

Wunder darf man natuerlich keine erwarten, denn fuer lichtschwache Objekte braucht man einfach den dunklen Himmel! Den ersetzen auch UHC- und OIII-Filter nicht, aber die beiden Filterchen helfen ungemein unter Vorstadthimmel!

Ich komm mit meinem 8-Zoeller unter meinem aufgehellten Himmel in transparenten Naechten so richtig auf meine Kosten. Logischerweise haette man noch mehr davon, wenn man rausfahren wuerde, aber dann ist ja die Bequemlichkeit weg! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> Alles kann man nicht haben, aber vernuenftige Kompromisse fuehren schon ins Astroglueck! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Viel Spass bei der Auswahl Deines Teleskops!

Birgit

 
Habe mir auch vor kurzem einen 8" Newton gekauft (der sitzt allerdings auf einer Montierung - einer viel zu
schwachen Bresser EQ3 mit stabilem Eigenbau-Holzstativ), folgendes bisher damit gesehen (immer im Vergleich
mit 114/900er Einsteigernewton und unter mittlerem Himmel, 20km von Mannheim, Grenzhelligkeit selten über 5,
meist nur 4):
Mond: absolut Super, ganze Klasse besser als mit dem 114er, auch für Laien (Nachbarn, Kinder) "Topevent"
Planeten: Jupiter und Saturn noch nicht drin gehabt aber hohe Erwartungen (Rest kann man ja sowieso vergessen).
Nebel: mit O3 Filter gut zu sehen (selbst Nordamerika-Nebel), Hantel-Nebel formlos, Ringnebel auch nicht
viel besser als mit 114er, Lagunen-Nebel schön ganz am Horizont (nur mit O3), Triffid nicht gesehen.
Galaxien: die große Enttäuschung: Andromeda kein bißchen besser als im Fernglas, Triangulum Galaxie wieder nicht
gefunden, kleinere Galaxien immer noch nur verschwommene Fleckchen - dafür lohnt sich's wirklich nicht.
Sternhaufen: M13 aufgelöst, auch andere recht schön (aber Problem mit Sternen >7: unattraktiv dunkel)

Fazit:
mittlere bis hohe Vergrößerungen für Mond usw.: ganz toll (dort aber wohl Dobson nicht so das Wahre)
Deep Sky: guter Himmel mit kleinem Teleskop bringt mehr (Urlaub in den Alpen...), das große nimmt man
dann doch nicht mit?! Hier aber der Vorteil des Dobsons bezüglich Transport, schleppen, aufbauen etc..

Gewicht, Handhabung: fange an, wieder mit dem 114/900er zu gucken (der wiegt 2,5kg, der 200er 8kg,
dasselbe nochmal für die Gegengewichte, dazu die langen Auskühlzeiten jetzt in der kalten Jahreszeit
und der "Protest" der Montierung). Fängt damit an, daß man den 114er "am Stück" mitsamt Stativ/Montierung
schultern und tragen kann, beim 200er muß man Gegengewichte, Rohr und Monti einzeln schleppen, auch
wenn's nur in den Garten oder an den 200m entfernten Feldweg ist.

Andererseits muß man das als Astrofan wohl mal gemacht haben, man kann ja nicht bloß die Hubble-Fotos
angucken, Sternbilder lernen und mit dem Fernglas beobachten (ist allerdings bei weitem das befriedigendste).
 
Grüße nach Kühlungsborn!

Öffnung macht prinzipiell immer Sinn. Ich nutze einen 200/800 GSO, am liebsten natürlich auf dunklem Acker, weitab der Stadt. Auf dem Balkon habe ich eher ein Streulichtproblem, als einen zu hellen Himmelshintergrund bei der Abbildung. Und da Du zum Dobson tendierst, ist der Ärger auch nicht so groß, wenn Du den Balkon nach wenigen Minuten wieder räumen mußt, weil doch nichts geht - im Gegensatz zum parallaktisch montierten Gerät <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Ich kann nur empfehlen, die größte Öffnung anzuschaffen, die man bezahlen kann und die man bereit ist, zu transportieren.
 
Hallo Christian,

ein zusätzlicher Aspekt noch, der in den bisherigen Postings - soweit ich sie überflogen habe - noch nicht angesprochen wurde:
Ein Dobson steht recht tief am Boden, es könnte problematisch werden, über die Balkonbrüstung zu schauen. Wenn ich meinen 10" Dobson auf dem Balkon aufstelle, muß ich das Rohr schon relativ steil stellen, um über die Brüstung schauen zu können. Dann komme ich mir allerdings mit dem weit vorgezogenen Dach ins Gehege. Sprich, mit dem Dobson kann ich vom Balkon aus nur einen recht schmalen Streifen des Himmels abgrasen. Mit meinem parallaktisch montierten TAL1 ist das schon wesentlich weniger problematisch. Deswegen beobachte ich vom Balkon eigentlich immer nur mit dem TAL1.
Ob dies bei Dir so oder ähnlich zutrifft, weiß ich nicht. Evtl. kann ein stabiles Podest helfen, auf das man den gesamten Dobson stellt.

Viele Grüße,
Meinolf
 
Hallo Christian,

ich denke über diesen Aspekt (dunkelster Himmel) solltest Du Dir nicht den Kopf zerbrechen. Selbstverständlich ist ein perfekter Himmel immer wünschenswert aber wer hat den schon? Deine Überlegung mit dem Teleskop rauf auf`s Land zu fahren, ist sehr sinnvoll. Aber auch von Deinem Balkon aus, wirst Du mit einem 8 Zöller vieles beobachten können. Wenn Du Dich für die visuelle Beobachtung entschieden hast, machst Du mit einem 8 Zoll Dobson nichts falsch. Speziell derzeit gibt es viele gute und preiswerte Geräte (um die 500 Euro) zum Beispiel das Galaxy.

Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

NightSky - Die Astrozeitschrift

Liebe Grüße und sternenklare Nächte, Christoph Lohuis.

 
Hallo alle zusammen,

wollte mich nur für die ganzen Antworten bedanken... DANKE!
Sieht aus als würde das Wetter wieder besser... ENDLICH!

Grüße aus MV
Christian
 
"Sieht aus als würde das Wetter wieder besser... ENDLICH!"

...da muß ich was nicht mitbekommen haben... Grmpf! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" />
 
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