20er Dobson

Hallo Felix,
Starsence und EQ-Plattform sind quasi die preiswerte Alternative eine große Öffnung nachzuführen.
Je nach Plattform kommt man mit Starsence aber auch auf +/-700-800€.

An den Komfort und den Funktionsumfang einer AZ-GoTo Montierung kommt diese Kombination jedoch nicht heran.
Allein die Ausrichtung bei hoher Vergrößerung mit den 4 Richtungstasten der Handsteuerung schaffen meiner Meinung nach Welten im Kompfort und Anwendung zwischen diesen Montierungsarten.

Hier habe ich mal meine Erfahrungen mit diesen Montierungen niedergeschrieben.
Beitrag im Thema "Nachführung Dobson" Nachführung Dobson
LG
 
Hallo Quanten,

ich beobachte gerne ohne Nachführung mit großen Dobsons, die müssen aber butterweich nachzuschubsen sein und dazu Weitwinkelolulare.

Wenn ich etwas zeichne oder messe ist es dann aber bequemer eine einfache Plattform zu haben.

Wenn ich Planeten fotorafiere ist mir eine einfache Plattform viel zu unpraktisch, da ist die 2 achsen gesteuerte Plattform extrem komfortabel.
CS Mije
 
Hallo Mike,

was meinst du mit "2 achsen gesteuerte Plattform", wo liegt der Unterschied zu einer normalen EQ-Plattform? Stehe gerade ein wenig auf dem Schlauch :)

Danke vorab und viele Grüße

René
 
Hi René,
Eine einfache Plattforn bewegt sich nur um ihre virtuelle Polachse, wenn diese nicht exakt ausgerichtet ist, wandert das Objekt im Okular/ Bildschirm von der Mitte weg, um es zurückzubringen, musst du dann den Dobson selbst um seine Höhen oder Azimutachse drehen, das ist gerade bei den winzigen Sensoren sehr nervig.

Bei einer zweifachen gesteuerten Plattform befindet sich unter einem der Auflagepunkte des Dobsons noch eine motorisch verstellbare Schraube. Alles ist funkferngesteuert. Du hast also dein Auge am Okular oder Bildschirm und in der Hand ein kleines längliches, ergonomisch geformtes Ei mit vier Tasten, für links,rechts, rauf runter. Damit steuerst du kabellos den Dobson.

Was allerdings fehlt ist ein Rad zum einstellen des gewünschten Seeings, daran arbeiten sie noch....

CS Mike
 
Moin,

aus meiner Sicht macht ein großer Dobson (hatte schon bis 20") Sinn, wenn der Himmel stimmt. Ergo, dunkel und möglichst seeingarm. Wenn man dann die Möglichkeit hat, den aufzubauen und stehen lassen zu können - Match!

Hat man nen Wursthimmel und/oder müsste dazu noch irgendwo rauskarjuckeln, um halbwegs gute Bedingungen zu haben, ändert sich das schon wieder: man sieht zwar auch in der Stadt mit mehr Öffnung etwas "tiefer", aber ob sich der Mehraufwand (meist kommt dann ja auch noch Auf- und Abbau dazu) lohnt? Und bei mehr Öffnung bekommt dann der Himmel diese "wunderbar" schmutzig braungraue Hintergrundverfärbung - und vom meist vorhandenen Seeing muss man dann ja garnicht erst sprechen. Da relativieren sich die Zugewinne der größeren Öffnung dann meist wieder recht schnell ...

Und fürs mal eben schnell rausgucken - im Zeitalter nicht enden wollenden Tiefdruck-Nervs - macht zumindest ein Gitterrohrdobbi wenig Sinn. Da ist dann eine China-Dose (die es bis max 12" gibt) eher sinnig: Die stellste auch mal eben auf den Balkon und gut is´.

Aber "Lifting Astro", so wie sich mir das darstellt, ("Danke schon mal für die Antworten. Als Zusatz muss ich sagen dass ich unter Bortle 2 in den österreichischen Alpen lebe und das Ding nicht transportieren müsste"), macht so ein dicker Eimer bei Dir schon Sinn ... as more as better. Feuer frei ;-)

Greetzles Hannes
 
Liebäugle derzeit mit dem stargate 500p von skywatcher, insbesondere da dieser mit dem asiair zusammen das platesolving übernehmen könnte und ich mir die lästige suche von Objekten sparen könnte.
Hallo Peter,

das ist prinzipiell der richtige Ansatz und die richtige Überlegung. Aber damit es so "vollautomatisch" funktioniert, wie Du es Dir vermutlich vorstellst und wünscht, ist da noch die Hürde und vor allem der zeitliche Aufwand des Alignment der Montierung dazwischen. Und es fehlt Dir noch eine Kamera ( im Fokus ) und die Stromversorgung für Kamera und ASIAIR. Und mit der Kamera im OAZ musst Du erst überhaupt in den Fokus kommen können, das ist bei Newtons, die für optische Beobachtungen ausgelegt sind, überhaupt nicht immer serienmäßig Bauart bedingt gegeben. Sollte es überhaupt möglich sein, mit der Kamera im OAZ in den Fokus zukommen, dann musst Du das aber auch erst machen. Also Kamera in den OAZ und den OAZ so einstellen, dass die Kamera überhaupt scharf sehen kann. Dann kann ASIAIR ein Platesolving ausführen. Hilft Dir aber auch nicht wirklich weiter, denn .....

.... eine Skywatcher und auch Celestron AltAZ Goto Montierung setzt zwingend voraus, bevor die überhaupt irgendetwas tut, dass Du mindestens ein Alignment an einem, zwei oder drei Sternen machst. Ohne ein Alignment führt eine Montierung nicht einmal nach. Das bedeutet, sie bleibt nach dem Einschalten an der Stelle stehen, wohin Du mit den Pfeiltasten auf der Handsteuerung gefahren bist und die Sterne wandern weiter. Erst nach einem abgeschlossenen Alignment kann eine AltAZ-Montierung technisch gesehen überhaupt eine Nachführung ausführen ... und erst dann nach einem erfolgreichen Platesolving könnte die Montierung mit einem Goto dorthin fahren, wohin Du sie haben willst.

Unabhängig, wie Du den Skywatcher 500p technisch ergänzt und ausbaust, an einem händischen Alignment an einem, zwei oder drei Sternen nach dem Einschalten kommst Du in keinem Fall vorbei.

Außer ... wenn es wirklich vollautomatisch sein soll, dann müsstest Du den Skywatcher 500p mit dem Celestron Starsense für Skywatcher ergänzen, falls das zusammen funktioniert. Celestron Starsense für Skywatcher besteht aus einer eigenen Starsense Kamera, einem eigenen Starsense Handkontroller und einer speziell für Skywtacher Montierungen nötigen Interfacebox. Dann startest Du nach dem Einschalten, das vollautomatische Alignment am Starsense Handkontroller. Das dauert ca. zwei Minuten und dann kannst Du jedes Objekt per Auswahlmenü am Handkontroller treffsicher anfahren.

Oder wie schon von @Kusifu vorgeschlagen, Celestron Starsense Explorer APP für's Smartphone, ohne Goto, ohne Nachführung, aber mit Zielführung am Smartphone.
Hast du schonmal von star sense explorer gehört.

Ich selbst habe einen 10" Newton auf Dobson mit EQ-Plattform ( = Nachführung für 60 bis 70 Minuten, aber auch EQ muss zu Beginn eingenordet werden ) und Starsense Explorer mit Samsung S9. Das ist für visuelle Beobachtungen der perfekte Kompromiss zwischen Vollautomatismus mit voller Pulle Elektronik und Datentechnik und möglichst einfach, unkompliziert und schnell am Start. Aber die APP tut nicht auf allen Smartphones sinnvolles.

starsense-halter-01.jpg


rossone-02-1000.jpg


Ansonsten für EAA habe ich ein extra Setup mit Skywatcher AZ-EQ5 und Celestron Starsense Kamera. Vollautomatisch! Aber da ist ein 8" Newton das größte, was noch die Montierung kann und ich jemals schleppen können wollen möchte.

Servus - MünchenBeiNacht - Ewald
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi,

kleine Ergänzung zur tollen Erklärung von Ewald. Bei meiner Skywatcher kann man auch gleich mit PS zB über SharpCap syncen.

Gruß
Peter
 
Hallo Peter,

das ist prinzipiell der richtige Ansatz und die richtige Überlegung. Aber damit es so "vollautomatisch" funktioniert, wie Du es Dir vermutlich vorstellst und wünscht, ist da noch die Hürde und vor allem der zeitliche Aufwand des Alignment der Montierung dazwischen. Und es fehlt Dir noch eine Kamera ( im Fokus ) und die Stromversorgung für Kamera und ASIAIR. Und mit der Kamera im OAZ musst Du erst überhaupt in den Fokus kommen können, das ist bei Newtons, die für optische Beobachtungen ausgelegt sind, überhaupt nicht immer serienmäßig Bauart bedingt gegeben. Sollte es überhaupt möglich sein, mit der Kamera im OAZ in den Fokus zukommen, dann musst Du das aber auch erst machen. Also Kamera in den OAZ und den OAZ so einstellen, dass die Kamera überhaupt scharf sehen kann. Dann kann ASIAIR ein Platesolving ausführen. Hilft Dir aber auch nicht wirklich weiter, denn .....

.... eine Skywatcher und auch Celestron AltAZ Goto Montierung setzt zwingend voraus, bevor die überhaupt irgendetwas tut, dass Du mindestens ein Alignment an einem, zwei oder drei Sternen machst. Ohne ein Alignment führt eine Montierung nicht einmal nach. Das bedeutet, sie bleibt nach dem Einschalten an der Stelle stehen, wohin Du mit den Pfeiltasten auf der Handsteuerung gefahren bist und die Sterne wandern weiter. Erst nach einem abgeschlossenen Alignment kann eine AltAZ-Montierung technisch gesehen überhaupt eine Nachführung ausführen ... und erst dann nach einem erfolgreichen Platesolving könnte die Montierung mit einem Goto dorthin fahren, wohin Du sie haben willst.

Unabhängig, wie Du den Skywatcher 500p technisch ergänzt und ausbaust, an einem händischen Alignment an einem, zwei oder drei Sternen nach dem Einschalten kommst Du in keinem Fall vorbei.

Außer ... wenn es wirklich vollautomatisch sein soll, dann müsstest Du den Skywatcher 500p mit dem Celestron Starsense für Skywatcher ergänzen, falls das zusammen funktioniert. Celestron Starsense für Skywatcher besteht aus einer eigenen Starsense Kamera, einem eigenen Starsense Handkontroller und einer speziell für Skywtacher Montierungen nötigen Interfacebox. Dann startest Du nach dem Einschalten, das vollautomatische Alignment am Starsense Handkontroller. Das dauert ca. zwei Minuten und dann kannst Du jedes Objekt per Auswahlmenü am Handkontroller treffsicher anfahren.

Oder wie schon von @Kusifu vorgeschlagen, Celestron Starsense Explorer APP für's Smartphone, ohne Goto, ohne Nachführung, aber mit Zielführung am Smartphone.


Ich selbst habe einen 10" Newton auf Dobson mit EQ-Plattform ( = Nachführung für 60 bis 70 Minuten, aber auch EQ muss zu Beginn eingenordet werden ) und Starsense Explorer mit Samsung S9. Das ist für visuelle Beobachtungen der perfekte Kompromiss zwischen Vollautomatismus mit voller Pulle Elektronik und Datentechnik und möglichst einfach, unkompliziert und schnell am Start. Aber die APP tut nicht auf allen Smartphones sinnvolles.

Den Anhang 421564 betrachten

Den Anhang 421566 betrachten

Ansonsten für EAA habe ich ein extra Setup mit Skywatcher AZ-EQ5 und Celestron Starsense Kamera. Vollautomatisch! Aber da ist ein 8" Newton das größte, was noch die Montierung kann und ich jemals schleppen können wollen möchte.

Servus - MünchenBeiNacht - Ewald
Vielen lieben dank für die ausführliche erläuterung :)))
 
Ohne ein Alignment führt eine Montierung nicht einmal nach.
Hallo Ewald,
das stimmt leider nicht.
Man kann auswählen ob mit oder ohne Alignment.
Wählt man ohne Alignment, kann man ein Objekt auswählen und die Montierung richtet sich darauf aus und die Nachführung beginnt.
Man kann auch aus der Startposition zuerst das Objekt anfahren und dann das Objekt bestätigen und die Nachführung läuft.
Das ist dann zwar nicht so genau wie mit Alignment aber die Nachführung läuft.
Ich glaube man kann auch die Nachführung über den Handkontroller so starten, dass müsste ich nochmal nachsehen, ich meine jedoch das ich das auch schon mal gemacht habe.
Je genauer die Startposition ist um so genauer ist dann auch die Trefferquote ohne Alignment, fast "Telrad" genau.

Ich nutze meine Skywatcher in 90% der Fälle so, also ohne Alignment da es mir mehr um die Nachführung geht und ich die Objekte auch so mit einem WW-Okular finde.
Auch stehen meine Skywatcher auf Rollbretter da kann ich dann auch noch in Rek. leicht etwas korrigieren bzw. zentrieren.

Vergrößerungen von bis ca. 700x werden so einfach nachgeführt und wenn das Objekt nach 5-10min etwas raus läuft kann ich berührungsloß mit den Pfeiltasten wieder zentrieren.
Das reicht mir für visuelle Beobachtung und wenn ich mal etwas nicht finde, was selten vorkommt, kann ich immer noch das Goto anwerfen.

Wer es ganz komfortabel haben will kann sich auch ein Starsence Modul für Skywatcher holen.
LG
 
Man kann auswählen ob mit oder ohne Alignment.
Wählt man ohne Alignment, kann man ein Objekt auswählen und die Montierung richtet sich darauf aus und die Nachführung beginnt.
Man kann auch aus der Startposition zuerst das Objekt anfahren und dann das Objekt bestätigen und die Nachführung läuft.
Das ist dann zwar nicht so genau wie mit Alignment aber die Nachführung läuft.
Ich glaube man kann auch die Nachführung über den Handkontroller so starten, dass müsste ich nochmal nachsehen, ich meine jedoch das ich das auch schon mal gemacht habe.
Je genauer die Startposition ist um so genauer ist dann auch die Trefferquote ohne Alignment, fast "Telrad" genau.
Hallo Quanten,

interessant, was Du schreibst. Ich selbst habe praktische Erfahrungen mit einer Celestron Nexstar Goto und einer Skywatcher AZ-EQ5 Goto. Mit einer Skywatcher Goto Rockerbox habe ich keine Erfahrung und es wird so sein, dass man die Goto-Rockerbox überreden kann eine Nachführung zu starten, ohne Alignment. Von meiner Einschätzung aber wird dann die Nachführung nur akzeptable funktionieren, wenn die Rockerbox penibel perfekt waagrecht in allen Lagen und Ebenen waagrecht ausgerichtet ist. ...
Je genauer die Startposition ist um so genauer ist dann auch die Trefferquote ohne Alignment, fast "Telrad" genau.
... eine Voraussetzung, die Du ja elegant und nebenbei im Nachsatz beschreibst. ;) Meine Rockerbox perfekt waagrecht auszurichten, kriege ich mit meinem 18 kg Multiplex Monstrum selbst auf dem geteerten Lieblingsbeobachtungsplatz im Nirgendwo sicher nicht hin. :beobachten: Wenn ich am Taubenberg auf der Kuhwiese stehe, schon überhaupt nicht.

Ich nutze meine Skywatcher in 90% der Fälle so, also ohne Alignment da es mir mehr um die Nachführung geht und ich die Objekte auch so mit einem WW-Okular finde.
Auch stehen meine Skywatcher auf Rollbretter da kann ich dann auch noch in Rek. leicht etwas korrigieren bzw. zentrieren.

Vergrößerungen von bis ca. 700x werden so einfach nachgeführt und wenn das Objekt nach 5-10min etwas raus läuft kann ich berührungsloß mit den Pfeiltasten wieder zentrieren.
Das reicht mir für visuelle Beobachtung und wenn ich mal etwas nicht finde, was selten vorkommt, kann ich immer noch das Goto anwerfen.
Da spricht der Praktiker und erfahrene Beobachter! Respekt! Bei uns im Verein der Münchner Volkssternwarte gibt es einen Kollegen, der hat mir bei einer gemeinsamen Beobachtung an meinem Dobson, quasi aus der Hüfte heraus in deutlich weniger als einer halben Minute den Cirrusnebel, NGC 6992 mittig ins Okular geholt. :cool: Einfach so. Quasi mit Fingerschnippen. Ich kann es nicht und bin deshalb auf elektronische und datentechnische Hilfe angewiesen. :sick: Und dafür braucht es einfach Voraussetzungen und Initialabläufe, die man, um ein möglichst gutes Ergebnis am Ende zu bekommen, einhalten muss und für die es auch immer Zeit braucht.

Wenn man nur hinstellen und einschalten will, ohne weiter darüber nachdenken zu müssen, dann kauft man sich am besten ein ZWO-Seestar Smartteleskop. :giggle:

Servus - MünchenBeiNacht - Ewald
 
Hallo Ewald,
das stimmt leider nicht.
Man kann auswählen ob mit oder ohne Alignment.
Wählt man ohne Alignment, kann man ein Objekt auswählen und die Montierung richtet sich darauf aus und die Nachführung beginnt.
Man kann auch aus der Startposition zuerst das Objekt anfahren und dann das Objekt bestätigen und die Nachführung läuft.
Das ist dann zwar nicht so genau wie mit Alignment aber die Nachführung läuft.
Das, was du (oder Skywatcher?) als "ohne Alignment" bezeichnest, bezeichnet Celestron als 1-Stern-Alignment (für Deep-Sky-Objekte bietet es das nicht an, nur für Sterne). Die Steuerung muss wissen, wo das Teleskop hinzeigt, sonst weiß eine azimutale Montierung ja nicht, wo sie hinzeigt und wie die Erde sich dreht.

Du machst also ein Alignment (halt gleich auf dein Objekt), auch wenn die Steuerung es nicht so nennt.

Beste Grüße,
Alex
 
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