3D Druck von Astro-Zubehoer?

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silver

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Hi in die Runde :)

Bitte um Vergebung, wenn das Thema schon "durch" ist, aber ich komme (als Neuling) mit der Suchfunktion auf keinen gruenen Zweig.

Hat jemand von Euch Erfahrung mit eigenem 3D Drucker oder mit Druckdienstleistern und moechte erzaehlen?

Ich befinde mich in einer auswegslosen Lage. :D
Mit eigentlich kaum Budget will ich unbedingt
a) einen Binoviewer haben, den ich an mein Samyang/Walimex/Bower 500/6.3 Spiegelobjektiv anschliesse (oder einen 90mm Mak)
oder
b) ein Fernglas oder Binoscope haben, das wechselbare 1.25" Okulare und Filter-Gewinde ermoeglicht.

Sowohl bei a) als auch bei b), genauer beim Binoscope mit 2x 60mm Celestron Travelscope ist die Grossanschaffung gefolgt von einer Einkaufliste von unverzichtbaren"Klein"-teilen, die gut und gerne noch mal so viel kosten oder noch mehr, wie die Grossanschaffung.

Nach Monaten, in denen ich meinen Wunsch im Herzen und auf Google bewegte, wollte ich vorgestern endlich und abschliessend den Wunsch begraben und mir ein anderes Hobby suchen, das weniger Frustration verspricht.

Dann kam ich mir die Idee des 3D Druckens.

Materialkosten, wenn der 3D Printer mal da ist, 20€ pro 1kg! Unschlagbar!

Allerdings kostet ein DIY Drucker Kit immernoch um 200€ - und wer kann mir versprechen, dass ich es auch noch hinkriege, die Druckvorlagen zu gestalten?
Hab noch nie mit OpenSCAD oder 123D Design gearbeitet.
Auf Thingiverse.com gibt es Plaene fuer ein kleines bisschen aehnliche Teile wie ich sie fuer mein a) oder b) braeuchte.

Wenn ich einen Plan, den ich dort gefunden hatte, anpasse und erweitere, um mir bspw. die notwendige Rohrschelle mit Feinjustierschrauben (analog einer Sucherschelle) fuer das 60mm Binoscope zu entwerfen schaffe,
und den 3D Druck bei Trinckle.com in Auftrag gebe, sind es auch wieder ~55 €, die ich bezahlen muesste,
obwohl die Materialkosten einklich nur ca. 5€ waeren.
(Mal abgesehen vom Trinkgeld fuer den Designer des Thingiverse-Teils.)

So weit meine vielen Gedanken zu 3D Drucken.

Habt eine schoene Woche!
Annette
 
Hallo Annette,

ja, ich habe einen solchen Drucker (allerdings bißchen teurer als 200€) und schon das eine oder andere Kleinteil gedruckt. Meist allerdings Endkappen, Staubschutz, kleine Halter oder ähnliches, größtest Projekt war eine komplette Steuereinheit mit Schaltkasten.. Es gibt halt ein paar Probleme zu beachten:

- Die minimale Strukturgröße ist beschränkt. Die üblichen Feingewinde lassen sich so nicht herstellen.

- ignoriert man obiges, halten die Adapter möglicherweise trotzdem, durch die ungenau Passform kommt es aber zu Materialabrieb, den möchtest du wohl eher nicht im Innern deines Refraktors haben.

- die Materialfestigkeit ist zwar recht gut, aber eine Prismenschiene, an die ich meinen Tak schraube, würde ich wohl eher nicht herstellen wollen.

- die Hitzebeständigkeit ist sehr eingeschränkt. Ein schwarzes Teil in der Sonne kann schnell erwärmt werden und wird dann instabil oder verformt sich. Das fängt bei PLA bereits bei 50°C an, unter Belastung noch früher. ABS ist temperaturstabiler, lässt sich nach meinen Erfahrungen aber nicht so präzise drucken. Viele andere Materialien wie XT und was es alles gibt, haben ebenfalls ihre Probleme.

- Bei der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung musst du die Anschaffung und Nutzungsdauer/Reparaturen des Druckers einrechnen. Auch ein ganz erhebliches Potential an Fehldrucken. Entweder durch Probleme beim Druck oder eben bei der Konstruktion. Mir ist es immer wieder passiert, dass konstruktive Mängel erst nach dem Druck offensichtlich wurden. Deswegen sind die Druckanbieter auch so teuer. Nicht zu vergessen, der Stromverbrauch ist recht hoch und der Druck dauert lange.

So viel mal auf die schnelle. Wenn du ein konkretes Teil mal testen willst, kann ich dir gerne mal was drucken.

Gruß

Daniel
 
Hallo Anette,
Daniel hat schon das wichtigste gesagt. Vielleicht noch ein paar Anmerkungen.
Ich habe einen K8200, das ist imho der günstigste Einstieg als Bausatz ca. 450€. Darunter wäre es schon grenzwertig schlecht.
Die Teile, speziell PLA (ABS geht mit billigen Druckern eher nicht) sind weit weg von genauen Passungen. Eine Steckhülse etc. geht sicherlich, aber das würde ich nur als Prototyp verwenden.
Hochwertigere Drucker (dann mit ABS) können schon reproduzierbar genau arbeiten, aber für deinen (einmaligen) Anwendungsfall ist das übertrieben.
Dazu kommt: Mit so einem Bausatz und ohne die 3D CAD Software zu kennen, ist die Einstiegshürde _sehr_ hoch. Das dauert einige Zeit da richtig gute Ergebnisse zu bekommen.

Ich würde für soetwas folgendes vorschlagen: Mach mal eine Zeichnung was du dir genau vorstellst und poste es hier. Es gibt auch einige Metallbauer hier, die soetwas ggf. für einen änhlichen Preis aus richtigem Material herstellen können :)

PS: Hobby aufgeben ist auch keine Lösung ;)

Vg
Torsten

PPS: 55€ für so ein RP Teil finde ich ok, auch wenn ich nicht weiss wie es aussieht.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Danke für die Ergänzung, kann ich nur unterschreiben. Ich habe einen Ultimaker 2 Extended+. Die nachgemessene Abweichung von der Vorlage liegt damit unter 0,1mm (Maßhaltigkeit ist gemeint, nicht die Layerhöhe). Es gibt halt viele Hürden und davon immer wieder neue. Ist ein bißchen wie der nackte Einstieg in die Astrofotografie. Und gleich noch eine Parallele: Auch beim 3D-Druck kann man viele Probleme (nur) mit Geld beseitigen. Grundsätzlich gilt es, Überhänge möglichst schon in der Konstruktion zu vermeiden. Geht zwar, sieht aber nicht schön aus. Ein guter Druck ist spiegelglatt, nicht zu vergleichen mit den Fotos, die man teils so im Netz findet, wo man noch die Plastikstränge sieht. Aber "lohnen" wird sich ein Kauf wirtschaftlich nicht, so viel kannst du gar nicht drucken und fehlerfrei konstruieren. Ich nutze Sketchup. Ist kostenlos und recht leicht zu lernen. Hat natürlich Grenzen, aber "bessere" Software zu finanzierbaren Preisen habe ich bislang nicht gefunden - oder kam mit der Bedienung nicht klar...
 
Ihr seid toll! Danke fuer Euren Input.

der gedanke, selbst einen 3D drucker zu kaufen, ging durchaus auch in die richtung, danach dann durch druckauftraege die anschaffungskosten peu a peu amortisiert zu kriegen.... ein neues hobby...
ich bin computer-maessig sehr fit; die einarbeitung in software ist nicht umoeglich, bloss zeitaufwendig.

dass es fuer meine Binoscope-Klemme ABS sein muss, verstehe ich dann jetzt auch. danke schoen.

ich beobachte jedoch auch eine ungesunde verbissenheit bei mir, die sich nicht durch absehbaren nutzen, absehbare freude am spechteln, rechtfertigen laesst.
es ist laecherlich, wie wenig zeit ich in den vergangenen 2 jahren im himmel verbracht habe - und es ist laecherlich, wie permanent der wolkenbezug ist. seit 2 monaten in rostock habe ich nur 1x kurz das 7x50 in den haenden gehabt und aus dem fenster geguckt.
fuer astrophotografie mit meinem Nanotracker haben die kurzen wolkenfreien (und daemmerungslosen) zeitfenster ueberhaupt nicht gereicht.
oder es war mir in dem kurzen moment einfach zu unbequem, mich im dunkeln aufs fahrrad zu setzen und an den strand zu fahren.

mein "hobby" entpuppte sich in den letzten 8 monaten zu einer schaedigenden sucht. ich war nur noch im internet unterwegs, um irgendeine bezahlbare, rechtfertig-bare loesung zu finden, die mich den sternen wieder zufriedenstellend und freudvoll naeher bringt.

ich mach da jetzt n cut. ich habe fettich.

das binoscope-projekt mit den 2 60mm travelscopes koennte aber ein echter Hit in der Bino community werden.
da ist es schade drum...
 
hach. hab richtig vorfreude fuer den cold turkey!

dass noch 2 Astro-gebote auf ebay offen sind und zZ "MEINS" sagen,
egal.
ein bisschen verlust is ja immer.

jetzt bin ich sehr gespannt, was mich ueberkommen wird und mich faszinieren wird...
die komplexitaet in hobbyastronomie war fuer meinen neugierigen geist wahrscheinlich unschlagbar.
ein anti-climax, wenn ich jetzt zu haekeln beginnen wuerde - lol

ich bin jedenfalls gespannt und voller hoffnung.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
zur erklaerung vll noch:
ich habe die astronomie zu allererst betreten,
indem ich im haus die lichter ausmachte,
mein 8" newt auf goto EQ unter den arm klemmte,
das haus verliess,
ein paar meter die auffahrt runter ging
und mein abenteuer begann.
winterliche nachttemperaturen so um die 10+,
fast lichtverschmutzungsfreier NZ sternenhimmel.
auf dem 36. breitengrad mit dunkelheit um 9 uhr garantiert.

nach dem umzug dort, hatte ich zwar kein Scope mehr,
aber befand mich dafuer in noch perfekterer astro-umgebung in Fiordland.
entdeckungsreisen mit kamera und objektiv super einfach: auch hier wieder bloss nach draussen gehen und los ging's.

so war das damals, bevor ich nach deutschland kam.
natuerlich hab ich's vermisst und wollte es zurueck haben.
deshalb die wachsende verbissenheit bis hin zur google-sucht.

:)

danke euch noch mal fuer eure hilfe.

 
Mahlzeit...

und mir ein anderes Hobby suchen, das weniger Frustration verspricht .... Dann kam ich mir die Idee des 3D Druckens.

Genau so ist es :totlach2:

Man kann es nicht als Hilfsmittel für die Astronomie sehen - es ist definitiv ein neues Hobby und bringt seinen ganz eigenen Frust mit...

Ich habe mir auch einen 3D-Drucker angeschafft, um Teile für die Astronomie damit herzustellen. Das ist am Anfang total in die Hose gegangen. Im Laufe der Zeit habe ich dann gelernt, was geht und was nicht - zum Teil bin ich von beidem immer noch erstaunt.

Vieles wurde ja schon gesagt: PLA ist ganz nett für irgendwelche Figürchen, etc. - hat aber kaum Festigkeit und schmilzt ganz gerne mal in der Sonne. ABS ist da schon besser, bringt aber neue Probleme. Die Teile wölben sich durch den Abkühl-Vorgang während des Druckens an den Rändern nach oben.

Dagegen hilft nur eine hohe Heizbett-Temperatur und ein komplett geheizter (oder zumindest isolierter) Bauraum. Trotzdem sind irgendwo Grenzen.

Mit meinem neuesten Eigenbau-Drucker kann ich jetzt (zumindest theoretisch) Teile in ABS mit einem Durchmesser von max. 260mm und einer Höhe von 300mm drucken. Aber das "und" ist eigentlich falsch. Eigentlich geht nur entweder/oder - weil sowohl 260mm Durchmesser, als auch 300mm Höhe, das ist dann meistens schon wieder viel zu groß. Obwohl der Innenraum konstant auf 60°C gehalten wird - irgendwann fängt das "Warping" wieder an.

Was auch schon gesagt wurde: Überhänge sind schwierig. Bis zu einer gewissen Grenze geht es - darüber nur mit Stützstrukturen, die man später wieder irgendwie ab bekommen muss. Das ist teilweise wirklich schwierig und macht überhaupt keinen Spaß. Deshalb mache ich oft mehrere Einzelteile, die ich dann später mit einander verschraube und verklebe.

Was noch nicht gesagt wurde: Das Material wird ja in Schichten aufgebracht und die Haftung der einzelnen Schichten aneinander ist begrenzt. Das Ergebnis erinnert ein wenig an Holz und seine Maserung. Entlang der Maserung ist Holz quasi endlos stabil. Quer zur Maserung ebenfalls - aber nur gegen Druck. Eine Zugbelastung quer zur Maserung macht ein Holzteil schnell kaputt.
Mit den 3D-Druck-Teilen ist es ähnlich - aber nur in einer Achse. Wenn man sich einen Baum anschaut, ist die Wuchsrichtung die Z-Achse. In dieser Z-Achse kann das Holz auch Zugkräfte einstecken. In beiden anderen Achsen nur Druck.
Beim 3D-Druck ist nur die Z-Achse empfindlich gegen Zugbelastung - in beiden anderen Achsen kein Problem.

Hat man das einmal raus kann man allerdings schon sehr erstaunliche Dinge damit herstellen. Und andere - ganz simple, wie z.B. irgendwelche T2-Verschraubungen - immer noch nicht.

Ich habe z.B. schon ganze Montierungen gedruckt, die natürlich aus hunderten von Einzelteilen und zusätzlich jeder Menge Normteilen bestehen:

Link zur Grafik: http://www.watchgear.de/PictureLink/Trabbi-1906.JPG

Funktioniert hat das alles - war aber im Endeffekt auch nicht wesentlich leichter als eine gekaufte Montierung und dabei leider lange nicht so stabil.

Für kleinere Reisemontierungen ist das Material aber absolut ausreichend:

Link zur Grafik: http://www.watchgear.de/PictureLink/MLM8V4-5.jpg

Momentan baue ich an einem Okularauszug - der ist schon wirklich prima...

Aber auch bei irgendwelchen Kleinteilen habe ich schon erstaunliche Erfolge gehabt. Z.B. ein Einsatz mit EOS-Bajonett für mein SX-Filterrad. Damit kann ich endlich vernünftig mit Canon-Objektiven, CCD und Filterrad fotografieren:

Link zur Grafik: http://www.watchgear.de/PictureLink/SXWheel-Canon4.jpg

Auch ein komplettes Filterrad mit eingebautem OAG habe ich schon gebaut:

Link zur Grafik: http://www.watchgear.de/PictureLink/EOS-FiRa2.jpg

Und so weiter und so fort...


Aber: Es bleibt dabei. Es ist wirklich ein neues Hobby und nicht einfach mal ein Hilfsmittel, um bei der Astronomie Geld zu sparen.


Mit dem Geld sparen ist es ohnehin so eine Sache. Ein fertiger 3D-Drucker, mit dem man große stabile Teile drucken kann (Heizbett, isolierter Druckraum) kostet weder 200,- noch 500,- EUR, sondern eher einige Tausend. Wenn man alles komplett selbst baut (was aber schon wieder einen vorhandenen Drucker voraussetzt), kommt man mit ca. 500,- EUR hin - aber nur, wenn man die ganzen Irrwege nicht mitrechnet :mauer:

Bleibt die Frage nach den 3D-Druck-Dienstleistern...

Wenn wir über Teile sprechen, die man auf dem heimischen 3D-Drucker im FDM-Verfahren herstellen könnte, lohnt sich das wirklich nur für 1-2 Kleinteile. Die Teile sind in Fremdfertigung so derart teuer, dass sich der eigene 3D-Drucker ganz schnell amortisiert. Außerdem wird man ohne die entsprechende Erfahrung in der Konstruktion (Maserung bedenken) auch vom Dienstleister Teile bekommen, die ganz schnell den Geist aufgeben.

Man könnte aber auch über Teile sprechen, für die der eigene Drucker jeden Rahmen sprengen würde. Z.B. Metall-Teile im Laser-Sinter-Verfahren. Damit könnte man sicherlich auch stabile Verschraubungen etc. herstellen. Der Drucker dafür kostet aber schnell mal seine 30.000,- und auch wenn man die Teile drucken lässt, kosten sie schnell mal 2000,- EUR, während das gleiche Teil auf dem heimischen FDM-Drucker für 10,- EUR zu machen ist (aber leider nicht so stabil).

Also - Fazit: Der eigene Drucker als eigenes Hobby mit viel Spaß und Kreativität ist eine feine Sache. Als Hilfsmittel taugt er erst nachdem man viel Erfahrung gesammelt und sehr viel optimiert - wenn nicht komplett selbst gebaut hat.
Die Teile drucken zu lassen lohnt sich nur bedingt. Und weil das so ist fehlen den entsprechenden Dienstleistern die Umsätze und deshalb wird das wohl auch noch eine Weile so bleiben...

Gruß
Klaus
 
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