4 Trockenübungen bei Schlechtwetter

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HelmutLang

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Hallo traurige Sternfreunde!
Das Wetter fordert von den Astronomen immer wieder Enthaltsamkeit beim Spechteln. Ich will mich nach meinem Astrourlaub, den ich 2 Wochen in Italien verbracht habe, nicht beklagen. Ich sank am 19. August ziemlich übernächtigt ins Bett und hörte von der hereinbrechenden Gewitterfront kaum noch ´was. Da ich "nur" in der Klasse der Fortgeschrittenen mitgucke und meine Beobachtungsobjekte daher ganz andere sind, als die derzeitigen von Stathis Kafalis, werden meine Augen (Füsse)nicht so sehr beansprucht werden wie die seinen (Marathonläufer!), aber bezüglich körperlicher Ermüdung, stand ich ihm an jenem Tag wohl in nichts nach! Jetzt wäre wohl ´mal wieder "Sternenhimmel" angesagt! Aber ist nicht! Was tun?
Für all jene, die schon wieder auf die nächste Beobachtungsnacht fiebern, gibt´s hier mehrere Trockenübungen:
Ich habe schon immer bedauert, dass der Anblick des nächtlichen Himmels, bzw. das Erlernen der Sternbilder, nicht bei Tag/Schlechtwetter möglich ist. Aber vor kurzem stieß ich bei Jokers auf den tollen "Atlas der Sternbilder. - Ein astronomischer Wegweiser in Phtographien". Er stammt von Slawik/Reichert und kostete nur so um die 15 Euro. Die Autoren haben es doch tatsächlich mit einem speziellen Verfahren geschafft (auf 42 großformatigen Farbfotografien) den gesamten Sternhimmel mehr oder weniger so wiederzugeben, wie er sich dem bloßen Auge in einer Supernacht präsentiert (Mein Tip am Rande: Wer die Grenzgröße (?) herabsetzen will, muß einfach die Augen ein bißchen zukneifen! - ´Mal ´was anderes als indirektes Sehen!). Aber warum "Wegweiser"? Das besonders Lehrreiche an dem Buch: Auf jeder Doppelseite ist dieselbe Fotografie. Auf der linken sind die Sterne zu Sternbildern verbunden, während die rechte, gegenüberliegende Seite nur die Fotografie, also den Anblick am Himmel zeigt. (Wer mehr über das Buch wissen will: Es wird in Kürze eine Rezension von mir darüber geben). Besser kann man Sternbilder kaum kennen lernen, es sei denn unter erträumten Himmel mit einem kundigen "Reiseführer" (Ich meine damit "einen Ronald Stoyan selbst", nicht dessen tolles Buch!)! Vom Großen ins Kleine! Nicht umgekehrt! Sonst verliert man schnell den Überblick und sich in Details, was jedoch auch schön und interessant sein kann! Ich empfehle daher jedem zu diesem Buch ein Fernglas (hi,hi,hi!)! Aber noch haben wir ja Schlechtwetter! Kommen wir also zu Trockenübung Nr.2, diesmal bei Nacht (was nicht von einer nächtlichen Lektüre dieses Wegweisers abhalten soll, nur soll das Üben des indirekten Sehens nicht zu kurz kommen): In Bastelläden und/oder Buchhandlungen gibt es aufklebbare, fluoreszierende Sterne (Packung mit verschiedenen Größen) zu kaufen, so dass man sich einen mehr oder weniger genauen Sternenhimmel in die Wohnung, am besten über´s Bett kleben kann! Dem Ausmessen der Zimmerdecke und Auschneiden der Sterngrößen sind keine Grenzen gesetzt. Bereits hier lernt man! (Kein leichtes Unterfangen, über Kopf, in großem Massstab! Sozusagen eine Herausforderung des schlechten Wetters! Mit Kindern kann man sich dabei auch verspielen und ihnen den Himmel "näher bringen! Mit den verbliebenen Kleberesten haben mein Sohn Marco und ich "versucht" die Milchstraße nachzuahmen.) Aber für die Trockenübung, die ich hier vorschlagen möchte, reicht ein Stern (oder fluoreszierender Gegenstand), besser mehrere, verschiedener Größen. Der Phosphor (wohl ungefährlich, da ich keine Sicherheitshinweise auf der Packung las!) lädt sich über Licht auf und leuchtet dann im Dunkeln. Bereits wenn die Augen auf einen Stern hin wandern, wird unwillkürlich klar: "Den seh ich aber besser, wenn ich an ihm vorbeischaue!" Wieviel man am besten daneben schaut, bekommt man bald heraus und lernt auch "zweiäugiges schielen" (Fernglas!)! Und noch ´was: Wir haben es hier mit dem Typ "Veränderlicher" zu tun: Die Helligkeit des Fluoreszenspapiers nimmt nämlich über die Zeit (1-2 Stunden?) hinweg ab. Wie lange der Stern zu seinem Minimum hin noch gesehen werden kann, werden die meisten wohl nicht mehr heraus bekommen! Irgendwann träumt ein jeder von einem schönen Sternenhimmel! Schließlich sollte man ja, zum nächsten klaren Himmel hin "Schlaf tanken", womit wir, mit dem Blaubeerenglas neben dem Bett, bei Trockenübung 3 und 4 angelangt und für die nächste Nacht wohl ziemlich fit wären, gell, Stathis Kafalis! Nichts geht über klare Nächte! Mit Grüssen aus dem Allgäu! Sterngucker Helmut

Dort, an jenem Ort, wo es am allerdunkelsten ist, ist Licht in Sicht!
 
Hallo Helmut,
dieses Buch ist wirklich Klasse, ich kann es auch nur empfehlen. Habe grad gestern abend wieder darin geblättert und "beobachtet" und dabei fast übersehen, daß es ja draußen absolut klar ist.
Live ist natürlich besser - bei Regen oder Wolken aber ganz klar der "Atlas der Sternbilder" eine 1A Vorbereitung.

 
Hallo Helmut, den Atlas kenn ich auch, den leih ich ab und wann in der Stadtbücherei aus, fand die Idee einfach Klasse und war erstaunt, dass es Dinge gab, die ich so noch nicht gesehen hätte....
die Klebesternchen....die hingen vor Jahren schon über den Betten meiner Kinder, ein jedes hat sein eigenen STernbildchen bekommen.
Dann habe ich aber noch mit floureszendierender Farbe welche auf schwarzem Tonkarton getupft und verschenke die immer zu Geburtstagen. Neuerdings kopiere ich tolle Astrofotos raus und klebe darüber dann diese Tupferchen mit Sternbildern, rahme sie ein und sorge für Staunen und Freude...
man kann auch eine STernkarte über schwarzem Tonkarton legen und mit minder großen oder kleinen Nadeln die Sternbilder abstecken, so dass Löcher auf dem Tonkarton entstehen. Wenn dieser dann auf einem großen Karton als Deckel aufgeklebt wird und sich im Karton eine Taschenlampe befindet, hat man auch einen leuchtenden Himmel, der sogar noch die STerne an die Zimmerdecke projiziert....da freuen sich immer die Kinder.....oder haben sich mal gefreut, sind ja schon etwas älter nun.....all diese Bastelei hat großen Lerneffeckt.....
Mal ne Frage, wenn Du ne Klasse höher beobachtest als Mr. Statis Unerreicht...was beobachtest Du denn da, oder war das ein Scherz?
Grüssle von Anette
 
Hallo Anette!
Das gibt es auch als Farbe? Ja noch besser! Mit "Aufmalen" kann man ja noch viel mehr darstellen (Cirrus-sicheln...)! Die Loch-projektion kenne ich auch! Muß ich unbedingt mal mit meinem Sohn an einem verregneten Wochenende basteln!
In welcher Klasse und was ich beobachte? Habe ich mich da mißverständlich ausgedrückt? Als Anfänger würde ich mich nicht mehr bezeichnen. Dazu sind 27 astronomisch durchsetzte Jahre zu lang, und derer Himmel und Astro-literatur zuviel! Also bin ich Fortgeschrittener, der die Messierobjekte kennt und mehr oder weniger viele OH und KH (aber noch keinen aus dem Andromeda-Nebel!), sowie einige Nebel aus dem NGC. Ich bin vorwiegend im Sommer unter Sternenhimmel und kenne daher (z.B.)nur wenige Galaxien! Und nicht einen Quasar. Der Deep Sky fängt da eigentlich erst an! Ich weiß noch nicht einmal die erreichbare Grenzgröße in meinem 18" Monocoloss. Zu all dem fehlt mir der Ehrgeiz, den Stathis hat! Ich kenne die Astroszene mehr oder weniger nur noch aus Zeitschriften und Literatur, da ich kaum noch mit Sternfreunden Kontakt habe und schon seit fast 10 Jahren auf keinem Teleskoptreffen mehr war. Was ich so weiß, gehören u.a.(!) Stathis Kafalis und Frank Richardsen zu den unerreichten dt. Crack´s! Aber die kennst du wahrscheinlich besser als ich, Einsiedler-Astronom und Neuling im Forum. Stathis beobachtet derzeit Gravitationslinsen, wenn ich mich recht erinnere, so um die knappen 18mag. Da ist es bei mir schon längst zapfenduster! Ich will damit sagen, gegen Stathis bin ich ein Dritt-klass-astronom! Da müßte ich mir noch viel mehr Zeit für den Sternenhimmel nehmen, andere Bereiche/Interessen aufgeben, vom "Wissen schaffen" überzeugt sein, und weniger in mich hinein, noch mehr hinaus ins All blicken. Nein, ich bin nur ein leidenschaftlicher Sterngucker, ziemlich introvertiert, und noch nicht zum "Photonensammler" mutiert! Ich teste meine Grenzen auf andere Weise aus. Aber wenn Stathis erst einmal drauf kommt, und mit Sauertoffflasche auf dem Monte Bianco (Mont Blanc) verweilt (wie ein James O´Meara es auf Hawai tat), drücke ich ihm natürlich die Daumen, dass ihm sein (Extrem-)Vorhaben gelinge! Sein griechischer Olympos wird ihm jedenfalls ein bißchen zu klein sein!
Was wir hier alle mit einander teilen, ist das Staunen über die Größe des All´s und Wunder des Himmels! Eine tiefe geistige Verbundenheit. Der eine ist sich darüber mehr, der andere weniger bewußt. Ich schaue sehnsüchtig hinaus ins All, andere erwartungsvoll! Das Spektrum der Menschen ist zum Glück sehr groß und daher vielfältig! Aber im Gunde sind wir eins! John Dobson und manch anderer, sieht es vielleicht ähnlich!
Jetzt hoffe ich, dass du Recht behältst mit deiner Wetterprognose und wünsche uns allen klare Himmel und guten Durchblick! Grüsse aus dem Allgäu! Sternfreund Helmut

Dort, an jenem Ort, wo es am allerdunkelsten ist, ist Licht in Sicht! (Nicht nur für Crack´s!)
 
Hallo Helmut,
ich bewundere alle, die ernsthaft Wissenschaft betreiben. Wenn ich mir vorstelle, dass es Menschen gibt, die jahrzehntelang einen Veränderlichen beobachten und letztendlich daraus große Erkenntnisse ziehen.....ich bin dagegen nur so eine Genußspechtlerin...die aber irgendwie versucht die Dinge nicht nur zu sehen, sondern anders zu sehen und zu verstehen. Der Himmel mit seinen Erscheinungen hat für mich jedenfalls auf mehreren Ebenen immer wieder unterschiedliche Bedeutungen und Aufgaben....soweit bin ich mit meinen Erkenntnissen gekommen. Ich vergleiche das witzigerweise mit meinem Komposthaufen im Garten.....da gibt es Zusammenhänge........jetzt verhaut mich aber nicht....ich brauch noch Zeit das genauer zu definieren....
Grüssle von Anette
 
Hallo Anette,
Natürlich hängt alles mit allem zusammen. Von Beginn an bis jetzt, zum Sternenstaub deines Kompostes. Das "Wissen schaffen" hat sich von der "Wissens-verknüpfung" längst verabschiedet, ist weit voraus geeilt und nimmt immer höheres Tempo an! Wissen an sich ist nichts schlechtes, es zu verknüpfen, zu einem momentanen "Weltbild", ist die Kunst. Und hier die bittere Erkenntnis: "Was nützt dem Menschen sein Wissen, wenn/da es ihn zu nichts verpflichtet?" (Jehosua Leibowitz, ein jüdischer Philosoph, inzwischen verstorben). Vielleicht wird die Sendung zu seinem Buch "Gespräche über Gott und die Welt" irgendwann einmal wieder im TV ausgestrahlt!
Ich bewege mich mehr auf diesem Terrain, habe allerdings noch kein Philosophen-Treff gefunden, da auch noch nicht gesucht. Über das Thema "Wissen" kommt vielleicht irgendwann noch einmal ein Roman bei mir heraus. Doch über ein unfertiges Buch spricht man nicht, es sei denn, man will als Spinner angesehen werden! Sitze jedenfalls schon ca. 15 Jahre an der Sache dran, aber derzeit hält mich wieder einmal die Himmelssucht, und bald auch wieder der Gelderwerb davon ab! Jener Satz Jehosuas enthält mehr Wahrheit, als dem Menschen lieb ist und er verkraftet! Doch ich will hier im Astroforum nicht in andere Bereiche abdriften!
Gute Nacht allerseits! Mit Grüssen aus dem Allgäu vom Sternfreund Helmut!

Dort, an jenem Ort, wo es am allerdunkelsten ist, ist Licht in Sicht!
 
Hallo Helmut,
wer Wissen besitzt und nicht anwendet, ist wie ein Esel, der eine Last voll Bücher auf dem Rücken trägt....könnte man das so sehen?
Grüssle von Anette, wir sind wirklich abgedriftet, man nehme es uns hoffentlich nicht übel.....
 
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