7x50 Ferngläser Frage Sehfeld

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas HansR
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HansR

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Hallo an Alle !

Habe soeben meine Neuerwerbung (älteres 7x50 Pentax PCF) erhalten und kurz einmal durchgeblickt. Nach den Herstellerangeben liefert es ein Sehfeld von 7,1°, was ziemlich stimmen dürfte, so aus meiner Wahrnehmung des Sehfeldes vom 7x42 Optolyth (der hatte überhaupt nur 102m = 5,8°). Laut Katalog liefern die 7x50 PCF V Pentax´e neu auch nur 6,5°.
Übrigens - am Tage ist es kontrastreich, hat eine grünlich schimmernde Vergütung, BaK4 Prismen, tolle ca. 20mm Augenabstand, randscharf bis ca. 90%, ein schön ebenes Gesichtsfeld, neutrale Farbwiedergabe etc. und stammt noch aus japanischer Fertigung.
Mal sehen, wie es sich bei Nacht verhält (Streulicht, Ghosting).
Nun würde mich aber interessieren (und ich habe bei einigen Herstellern kurz nachgesehen), die Meisten bieten bei den 7x - Ferngläsern alle schlappe 7°-7,5°) Fujinon, Docter beim 7x50 Nobilem, selbst Swarovski hat beim 7x50 SLC Dachkant nur 7,3°. Ausnahmen sind da zwar dann die Zeiss Victory´s etc., aber dennoch - warum ist das so bei den Porro´s ? Hat das mit den Prismengrößen bzw. Okulargrößen zu tun ? Weil man dann bei 7x eine zu große Feldblende brauchen würde, und die Dinger dann unhandlich würden ?
Oder ist man minimalistisch unterwegs und baut nur 3-linsige Okulare ein, um die Anzahl der Glaskomponenten zu minimieren ?

Würde mich brennend interessieren.

Danke und CS
Hans
 
Kleines scheinbares Sehfeld der 7x50 Ferngläser

Hallo Hans,

die Frage, warum die meisten 7x50-Gläser ein vergleichsweise kleines scheinbares Sehfeld bieten, ist nicht pauschal zu beantworten. Aber ich kann einige Gründe dafür nennen, von denen mal der eine und mal ein anderer Ursache des von Dir festgestellten Mangels sein kann.

1. Bei vielen Fernglas-Serien wird z.B. für 7x50, 8x50 und 10x50, vielleicht sogar noch 12x50, ein und derselbe Objektivtyp mit jeweils verschiedenen Okularen kombiniert. In diesem Falle kann sogar auch das Gehäuse für alle genannten Ferngläser gleich sein. Das ermöglicht wegen größerer Objektiv- und Gehäusestückzahlen rationellere Fertigung und günstigere Preise. In diesem Falle wird meistens (möglicherweise sogar immer - schwer zu sagen, weil ich nicht alle Ferngläser der Welt kenne) auch in allen diesen Versionen das gleiche Prismensystem – gleichgültig, ob Porro oder Dachkant – verwendet. Würde man Prismen verwenden, die für ein größtmögliches Sehfeld des 7x50 ausreichen, so wären diese für die hohe 10fache Vrgrößerung schon erheblich überdimensioniert. Denn das Okular für 10fache Vergrößerung zeigt ja nur einen viel kleineren Ausschnitt aus dem Bild im Primärfokus. Also wählt man einen Kompromiß. Das machen sogar Nobelhersteller wie Leica: Das Trinovid und Ultravid 8x50 hat exakt dasselbe wahre Sehfeld von 115 m auf 1000 m bzw. denselben wahren Sehwinkel von 6,6° wie das Trinovid und Ultravid 10x50. Mehr läßt der Durchlaß der verwendeten Dachkantprismen nicht zu. Wollte man dem 8x50 ein größeres Sehfeld spendieren, müßte man größere Prismen einbauen. Dann müßte auch das Gehäuse anders sein, und weil die im Durchlaßquerschnitt größeren Prismen zwangsläufig auch einen längeren Glasweg haben, stimmte die Fehlerkorrektion der sphärischen und chromatischen Aberration nicht mehr, so daß die Abbidlungsqualität nachließe oder zusätzlich auch noch andere Objektive gerechnet werden müßten.

2. Bei manchen anderen Fernglas-Serien werden gleiche Okulare verwendet und die unterschiedlichen Vergrößerungen durch unterschiedliche Brennweiten der Objektive erzielt. Hier wäre es einfacher, die ohnehin unterschiedlichen Objektive auf unterschiedliche Glaswege von verschieden großen Prismen abzustimmen. Aber das ist hier gar nicht nötig, weil die z.B. beim 7x50 und 10x50 identischen Okulare gleich große Bilder im Primärfokus benötigen. Also kann man (genaugenommen: fast) gleich große Prismen benutzen. Weil in diesem Falle das Objektiv des 7x50 bei gleichem Öffnungsdurchmesser 50 mm aber eine kürzere Brennweite hat, bildet der Strahlenkegel einen stumpferen Winkel als beim 10x50. Das hat zur Folge, daß trotz gleichen Bildfeldes im Primärfokus ein paar Zentimeter davor am Ort der Umkehrprismen dennoch für das 7x50 ein etwas größerer Durchlaß benötigt wird, wenn keine Vignettierung auftreten soll. Also wird dann auch in diesem Falle vielleicht die Gesichtsfeldblende für das 7x50 etwas kleiner gemacht als für das 10x50. Das 7x50 hat dann zwar immer noch (anders als oben im Fall 1) ein größeres wahres Gesichtfeld als das 10x50, aber nicht ganz in dem Maße, wie es der geringeren Vergrößerung entspricht.

2b. Selbst wenn das Prismensystem im Fall 2 nicht den Engpaß bedeutet, so können doch noch andere Gründe eine Rolle spielen: Aufgrund der kürzeren Objektivbrennweite beim 7x50 fällt das Licht im Randbereich des Sehfeldes schräger in die Gesichtsfeldblende und ins Okular ein. Das kann eine Leistungseinbuße im Randbereich und auch einen veränderten Pupillenabstand zur Folge haben. Der verminderten Randschärfe kann der Hersteller durch geringfügiges Reduzieren des Feldblendenduchmessers begegnen (er versteckt also gewissermaßen den schlechten Randbereich). Genau dieses Problem stärker divergierend einfallender Randstrahlen kennt der Astronom auch von seinen Barlows: die verlängern nicht nur die effektive Gesamtbrennweite, sondern erzeugen (völlig entgegengesetzt zu einem längerbrennweitigen Objektiv) auch einen divergenteren Strahleneinfall ins Okular für den Randbereich. Al Nagler scheint dieses Problem als bisher einziger Hersteller von Baralows erkannt und dafür eine Lösung gefunden zu haben: Die Powermates beheben durch zwei zusätzliche Linsen diese störende Divergenz, was sich u.a. auch durch annähernd konstant bleibende Pupillenschnittweite für ein besseres Einblickverhalten auswirkt.

Die hier behandelten Probleme sind übrigens nicht typisch für Porros, wie es Deine Fragestellung vermuten ließe. Sie treten auch (insbesondere der Fall 1) bei zahlreichen Dachkantprismen-Ferngläsern auf.

MfG Walter E. Schön
 
Hallo Hans,

es ist in der Tat hauptsächlich eine Frage der Prismengrösse und des Okulardurchmessers. Das liegt an der Kombination von grosser Austrittspupille und dem (erwünschten) weiten Sehfeld:

Sei Z der Durchmesser des Zwischenbildes, dann gilt

Z = 2*f*tan(W/2)

mit f = Okularbrennweite und W = scheinbarer Sehfeldwinkel. Ausserdem ist der Durchmesser der Austrittspupille

d = D/m

mit D = Objektivdurchmesser, m = Vergrösserung. Ferner gilt

m = F/f

mit F = Brennweite des Objektives. Man definiert auch

Fr = F/D

als das Öffnungsverhältnis. Damit kann man also rechnen:

Z = 2*f*tan(W/2) = 2*(F/m)*tan(W/2) = 2*(Fr*D/m)*tan(W/2) = 2*Fr*d*tan(W/2)

Das Zwischenbild Z bestimmt natürlich den Durchmesser des Okulars und der Prismen. Die Austrittspupille d ist festgelegt und mit 7mm recht gross - es handelt sich ja um ein Nachtglas! Fr lässt sich auch nicht beliebig klein kriegen: Bei Werten kleiner als etwa 4 machen sich die Aberrationen störend bemerkbar. Mit teuren Apochromatischen Objektiven könnte man das aber z.T. unter Kontrolle bringen. Ein Beispiel ist das Miyauchi 7x50 Binon mit dem grossen scheinbaren Sehfeld von 66 Grad:

http://www2u.biglobe.ne.jp/~sky-bird/miyauchi%20%20Binon%207X50.htm

Es hat ein sehr kleines Öffnungsverhältnis von Fr = 3.2, was man mit aufwendigen 3-linsigen (?) Objektiven geschafft hat. Trotzdem sind die Okulare riesig - man bekommt wohl gerade noch die Nase dazwischen. Mit obiger Formel erhalte ich

Z = 2*3.2*7mm*tan(66/2) = 29.1mm

als Durchmesser des Zwischenbildes, und damit dürften die Okulare sicher deutlich mehr als 30mm Durchmesser benötigen (stimmt das, Walter?), nicht zu vergessen die Prismen, die ja ein entsprechend weites Strahlenbündel durchlassen müssen.

Gruss,
Holger
 
Hallo Hans,

bevor man bei Pentax den Tunnelblick für sich entdeckt hat, gab es auch mal eine Serie Porrogläser mit WW Okularen. Entweder war es die PCF II Serie oder es waren die Vorgängermodelle vom Typ PCF. Diese Ferngläser hatten um die 65 Grad scheinbares Sehfeld (z.B. 8x40, 10x50) und das 7x50 schaffte es immerhin auf knappe 50 Grad. Mit Einführung der für Brillenträger sehr angenehmen 20mm Augenabstand wurde das Sehfeld deutlich reduziert (wie bei den noch heute angebotenen PCF V). Inzwischen hat man der im Sehfeld gebremsten Serie auch ein paar WW Gläser zur Seite gestellt. Dafür haben die XCF Gläser nicht die tollen Brillenträgerokulare eines PCF V. Beides zusammen (WW und 20mm AP Abstand) wäre in guter Qualität vielleicht zu teuer geworden?

Was das "magere" Sehfeld der 7x50 Ferngläser betrifft, so spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Bei den typischen "Fernglasserien" (z.B. 7x50, 10x50, 12x50 o.ä.) sucht man wohl ein Optimum. Das heißt, man verwendet identische Objektive und Prismen und baut hinten nur unterschiedliche Okulare ein. Da die Ferngläser auch einen Käufer brauchen, kann man sie nicht beliebig groß gestalten. Das heißt auch, man kann die Prismen nicht so groß auslegen, wie es ein 7x50 mit WW Okularen gern hätte. So ein Optimum hatte man bei Zeiss in Jena bereits vor 70 Jahren gefunden. Hier nutzen sowohl das 7x50 als auch das 10x50 das maximale Sehfeld, was die Prismen hergeben. Das sind dann die 128m/1000m. Hätte man dem 7x50 deutlich mehr Sehfeld spendiert, dann wäre das Fernglas mit größeren Prismen halt nicht mehr so handlich, wie Du es von Deinem Docter-Optik Classic kennst.

Der nächste Punkt sind die Okulare. Ein Öffnungsverhältnis von ca. f/3,8 (wie es bei den Zeiss Jena Gläsern vorliegt) stellt an sich schon einige Anforderungen an den Konstrukteur. Schau Dir doch bei Teleskopen an, was man bei schnellen Öffnungsverhältnissen für Okulare benötigt, wenn die Randunschärfe erträglich sein soll. Selbst wenn das 7x50 ausreichend große Prismen für WW Okulare hat, so dürften die Okulare in der Konstruktion um einiges aufwändiger sein. Damit wird der ganze Spaß nicht nur größer und schwerer sondern auch teurer. Das widerspricht aber dem eigentlich gesuchten Optimum. Der Kunde muß das Fernglas ja auch kaufen und am Ende nutzen wollen.

Es wäre für Hersteller wie Zeiss oder Leica sicher kein unlösbares Problem, ein 7x50 mit ausreichend dimensionierten Prismen und zwei "Nagler Okularen" auszustatten. Ich vermute aber, das ganze würde über eine Kleinserie nicht hinauskommen und dementsprechend wäre dann die Preisgestaltung.

Nun kann man dagegen halten, daß es früher immer mal wieder Hersteller gab, die 7x50 Ferngläser mit WW Okularen im Angebot hatten. Wenn Dietmar hier mitliest, kann er sicher einiges dazu sagen. So wie ich das sehe, hatten diese Ferngläser aber auch ein paar Schwächen. Meist hat man zwar ausreichend dimensionierte Prismen verwendet, beim Glas aber auf BK-7 zurückgegriffen. Wenn sich dann noch der Aufwand bei der Okularkonstruktion in Grenzen hält, bekommt man zwar ein bezahlbares 7x50 vom Typ WW, aber so richtig der Hammer ist das Glas auch nicht. Beeindruckend ist so ein 7x50 allemal! Heute baut man aber 7x42 Gläser mit 140 oder gar 150m/1000m Sehfeld, die dank moderner Optik einfach besser sind. Daher habe ich die Suche nach so einem 7x50 schon längst aufgegeben, ein 7x42 mit WW Okularen hat 6mm AP und damit kann man auch unter einem sehr guten Himmel einiges anfangen.

Nur noch kurz am Rande: was die Begriffe Zeiss und Optimierung betrifft <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />, so findet man hier beinahe zwei Extreme. Auf der einen Seite hat man das Victory 8x56, welches mit seinem erstaunlich großen Sehfeld in dieser Qualität wohl einmalig ist. Auf der anderen Seite sieht man mit dem Conquest 8x30, wohin eine "Optimierung" führen kann. Ein beinahe billig wirkendes äußeres, eine alles andere als sanft laufende Fokussierung und die für das Sehfeld des 8x30 wohl zu kleinen Prismen mit einer erheblichen Vignettierung im Randbereich, gewürzt mit tollen Reflexen, wenn man sich den Mond anschaut, lassen wenig Freude aufkommen. Es ist halt nicht ganz einfach, das Optimum zu finden und dann noch die Kundschaft zufriedenzustellen ...

Frank.
 
Hallo Holger und Walter !

Danke für Eure Antworten.
Habe vermutet, dass es primär die ökonomischen Überlegungen sind, die dazu führen, dass die 7x Gläser so enge Sehfelder haben. Wenn man sich die Ferngläser nämlich genauer ansieht (Zeiss bzw. Docter Classic, von denen ich das 10x50 besitze) - Frank Schäfer hat eine schöne Übersicht davon, dann ist alles klar - Fall 1 gem. Walter - man verwendet gleiche Gehäuse und variiert die Okulare. Somit erklärt sich auch die leichte Vignettierung der AP bei meiner Neuerwerbung. Ich werde einmal Holger´s Berechnungsgrundlagen hernehmen und versuchen nachzurechnen, ob sich eine Optimierung zuliesse (bin ab nächster Woche auf Urlaub und habe vieeel Zeit ;-))).

Dieses Miyauchi Binom sieht ja ziemlich cool aus - 9.5° scheinbares Sehfeld ergeben ~ 168m auf 1000m.
EIn Importpreis von ca. € 720,-- ist zwar nicht billig (inkl. Fracht, Zoll und Steuern - geschätzt), aber man hat dann sicher ein seltenes Exemplar. Und einen Hingucker, nicht nur einen Durchgucker ;-))).

Vielleicht findet sich ein Händler, der sich sowas zu Demozwecken auf Lager legt. Ein feines Milchstraßen-Astrofernglas dürfte es auf alle Fälle sein.

Gestern hatte ich übrigens noch ein bisschen Gelegenheit (nach Heurigenbesuch und 3 Gläsern Wein) meine Neuerwerbung zu testen/vergleichen (mit meinem 10x50 Docter Classic):

Der Pentax ist in puncto:

Streulicht und Ghosting - besser, Reflexe sind weniger evident als im Docter, eine Straßenlampe im Gegenschein erzeugt einen wesentlich weniger erscheinenden Reflex als der Docter

Einblick - obwohl der Docter einen niedrigeren Augenabstand hat, fühlt man sich "wohler", man klebt zwar an den Augenlinsen der Okulare, aber das schöne Sehfeld wirkt "wie aus dem Fenster sehen", der Pentax vermittelt ein unangenehmes Tunnelsehen. Erscheint mir sogar schlimmer als beim Optolyth 7x42, den ich einst hatte. Dort war der Pupillenabstand geringer, man hatte daher das Gefühl, nicht so in die Röhre zu gucken wie beim Pentax - trotz kleinerem Sehfeld. Eigenartig.

Schärfe/Randschärfe - besser, der Pentax zeigt tatsächlich schöne Pünktchen bis fast zum Rand.

Kontrast/Abbildung - bedingt durch die kleinere Vergrößerung erscheint das Bild irgendwie kontrastreicher, satter. Selbst nächtens hat man das Gefühl, mehr Farbe zu sehen. Obwohl - ich bilde mir ein, dass die Transmission beim kleineren 7x42 Optolyth besser gewesen zu sein schien. Das Bild kommt mir im Vergleich zum Docter dunkler vor. Oder ist das wegen des besseren Kontrastes. Hatte gestern nicht die Chance, viel Himmelbeobachtung zu machen (Wetter), aber die ca. 300m entfernten Autos und Häuser der gegenüberliegenden Berggasse vermittelten diesen Eindruck.
Mein Schwager hat den Pentax PCFIII 10x50, im Vergleich zu meinem Docter 10x50 ist dieser zwar randschärfer (kein Wunder, hat er doch nur ca. 5,4°), aber auch merklich dunkler in der Abbildung. Deutsches Glas und Vergütung sind offenbar besser.

Mechanisch ist das Fernglas sehr gut aufgebaut. Elastomer-überzogenes Gehäuse, fühlt sich sehr symphatisch in der Hand an. Mit den ca. 920g Gewicht ist es auch sehr "griffig" und ruhig zu halten. Gegenüber dem leichten Optolyth Alpin (hatte ca. 500g) meinem Empfinden nach besser astrotauglich. Nicht sosehr das Wanderglas.

Zusammenfassend ein interessantes Fernglas, sicher sein Geld wert. Die Pentaxe gibt es jetzt übrigens um runde 160$ in der wasserdichten Version auf dem US-Markt zu kaufen. Sicher eine Alternative bei dem jetzigen Wechslkurs.

Ich war übrigens vorige Woche in Konstanz am Bodensee und habe dort bei einem Optiker durch ein Nikon Action 10x50 bzw. ein Soligor 8x42 Dachkant geblickt.
Das Nikon war sehr gut, das SOLIGOR zwar sehr handlich, aber ich hatte das Gefühl, das Ding ist nicht scharf zu kriegen....

Also denn - danke für Eure Inputs und Clear Skies

Hans
 
Hallo Frank !

Danke auch Dir für Deine Antwort, wir haben uns zeitlich knapp überschnitten.

Das Fernglas ist noch eines der alten Serie (exakt ein PCF) und hat die 7,1°. Trotzdem scheint es die 20mm Pupillenabstand zu haben, werde einmal versuchen genauer nachzumessen. Im Vergleich zum Docter vermittelt es halt den Tunnelblickeindruck, ist schon eine gute Konstruktion dieser Zeiss ;-)).

Du bist ja der beneidenswerte Besitzer eines Dialyt, hast Du durch einen Victory schon mal "probegesehen" ?

Was mich halt verwundert hat, dass Svarovski und Leica (beides doch die Noblen, teuren) bei ihren 7x50 bzw. 7xXX nicht in der Weitwinkelliga auftauchen. Selbst die Optolythe glänzen da nicht.

Naja - für die 89 Euro, die ich berappt habe für den Pentax ist es ein ganz ordentliches Glas.

Danke nochmals und CS
Hans

 
Verzeichnung, Öffnungsverhältnis, Okular-Ø

Hallo Holger,

da Du mich im letzten Satz exlizit ansprichts, melde ich mich hier nochmals. Ich möchte meiner Antwort auf Deine letzte Frage aber noch zwei wichtige Aspekte (bzw. Korrekturen) hinzufügen:

1. Bei allen diesen Berechnungen, die Du aufführst, bleibt die Verzeichnung unberücksichtigt, die jedoch in der Praxis durchaus deutliche Abweichungen der Ergebnisse bewirken kann. Bei Teleskopokularen mit sehr großen scheinbaren Sehwinkeln beträgt die kissenförmige Verzeichnung am Bildrand bis zu deutlich über 20% (sie ist in der Bildmitte definitionsgemäß null und steigt in der Regel zum Rand hin erst flach und dann immer steiler bis zum genannten Maximalwert an). Bei Okularen von Ferngläsern guter bis sehr guter Qualität dürfte zwar eine Maximalverzeichnung über 10% kaum vorkommen, aber auch Werte knapp unter 10% wirken sich schon sichtbar aus. Man sollte dazu noch wissen, daß eine leichte kissenförmige Verzeichnung sogar gewollt ist, weil sie den unschönen und manchen Fernglasanwender störenden „Globuseffekt” beim Schwenken des Fernglases mindert.

Wenn also eine der von Dir aufgeführten Berechnungen etwa einen scheinbaren Sehwinkel von z.B. 58° lieferte, muß eine werbliche Aussage des Herstellers von etwa 62° keinen Widerspruch bedeuten, sondern kann die Konsequenz einer ca. 8,4%igen kissenförmigen Verzeichnung sein. Für alle, die es nachrechnen wollen: Man darf nicht den Winkel 58° oder den halben Winkel 29° mit 1,084 multiplizieren, sondern muß erst den Tangens des Halbwinkels 29° (=> 0,5543) bilden, diesen mit dem dezimal ausgedrückten Verzeichnungswert, hier z.B. 1,084, multiplizieren (=> 0,6009), davon den Arcus Tanges berechen (=> 31,0°) und diesen Winkel wieder verdoppeln (=> 62°). Will man umgekehrt aus dem gemessenen scheinbaren Sehwinkel alphaM, der die Verzeichnung beinhaltet, und dem rechnerisch ermittelten Sehwinkel alphaR die Verzeichnung am Bildrand berechnen, so geschieht das so:

Verzeichnung am Bildrand = tan (alphaM / 2) : tan (alphaM / 2)

im obigen Beispiel ist die Verzeichnung = tan 31° : tan 29° = 0,6009 : 0,5543 = 1,084 entsprechend +8,4%

2. Du hast regelwidrig das Öffungsverhältnis als den Quotienten aus Brennweite durch Eintrittspupillendurchmesser definiert, also F : D beim Objektiv oder f : d beim Okular, wenn ich Deine Bezeichnungen mit Versalien fürs Objektiv und Minuskeln fürs Okular benutze. Dieses Verhältnis ist jedoch vereinbarungsgemäß die bei Foto- und anderen Objektiven als „Blendenzahl” bezeichnete und meistens mit dem Kürzel „k” in Formeln geschriebene Größe.

Richtig, also der allgemeinen Übereinkunft entsprechend, wird das Öffnungsverhältnis genau umgekehrt als Eintrittspupillendurchmesser : Brennweite definiert. Es wäre also im Falle des Miyauchi-Fernglases Binon nicht 3,2, sondern 1:3,2. Ich bin nachdrücklich gegen solche im wahrsten Sinne des Wortes „verkehrte” Definitionen, weil sie erheblich zur Verwirrung beitragen. Wenn es für eine bestimmte Größe allgemein anerkannte oder gar in international gültigen Normen festgelegte Definitionen gibt, und das ist hier der Fall, darf man nicht eigenmächtig eine davon abweichende neue Definition unters Volk streuen.

In diesem Zusammenhang möchte ich noch einen anderen häufig (nicht hier von Dir, Holger) begangenen Fehler anprangern: Oft wird geschrieben, das Öffnungsverhältnis sei z.B. f/4. Auch das ist falsch. In diesem Falle war gemeint, daß das Öffnungsverhältnis 1:4 sei. Die Größe f/4 ist nichts anderes als der auch als „Öffnung” (aber nicht „Öffnungsverhältnis”) bezeichnete Durchmesser der Eintrittspupille. Man kann sich auch durch Betrachtung der Dimension Klarheit verschaffen: Das „Öffnungsverhältnis” ist definitionsgemäß eine dimensionslose Zahl. Die „Öffnung” jedoch wird in einem Längenmaß wie z.B. in Millimeter oder Inch angegeben, und f/4 hat zweifelsfrei dieselbe Längenmaß-Dimension, weil auch f sie hat.

Sicher haben es viele Leser unseres Forums schon bemerkt, daß ich ein strenger Verfechter präziser Sprache bin (von Orthografie bis zu solchen Definitionen). Ich bin es nicht, weil ich ein kleinkarierter Pedant wäre – was mir mancher Sprachschlamper gern anhängen würde -, sondern weil ich weiß, daß unsere Gedanken nichts in einem sprachfreien Raum Ablaufendes sind, sondern sich in Sprache artikulieren, auch wenn diese nur gedacht und nicht ausgesprochen oder geschrieben wird. Wer in der Sprache schlampt, läuft größte Gefahr, es auch in seiner Syntax und Semantik zu tun, in denen die gedanklichen Inhalte zum Ausdruck kommen. Mit anderen Worten: Wer nicht präzise formuliert, setzt sich einer erhöhten Wahrscheinlichkeit aus, Denkfehler zu begehen.

Holger, damit meine ich nicht Dich, sondern diese Mahnung richtet sich an alle, die hier im Forum Fragen oder Antworten formulieren. Sie paßte nur gerade so gut in den Kontext, und da ich sie schon seit langem mal loswerden wollte, habe ich das jetzt an dieser Stelle getan.

Noch zu der in Deinem letzten Satz an mich gerichteten Frage, ob es stimmt, daß der Okulardurchmesser mindestens so groß wie der Durchmesser des Zwischenbildes sein muß. Das ist richtig, wenn man die Feldlinse (oder die Linsen an der Lichteintrittsseite des Okulars mit Feldlinsenfunktion) mit zum Okular rechnet. Das ist aber zulässig, da bei allen käuflichen Okularen die Feldlinse(ngruppe) deren fester Bestandteil ist und nicht als separat zu erwerbende Baugruppe angeboten wird. Im Prinzip könnte der Teil des Okulars, der die eigentliche (von der Feldblendenfuktion getrennte) „Lupenfunktion” übernimmt, einen wieder etwas kleineren Durchmesser haben. Aber oft sind einerseits die Feldblendenfunktion mit der Aufgabe, die zum Bildrand hin zunehmend divergierenden Hauptstrahlen wieder konvergent zu machen, und andererseits die Lupenfunktion gar nicht mehr vollständig trennbar, sondern im Okulardesign auf komplexe Weise miteinander verschränkt. Ein Beispiel sind die Nagler-Okulare mit ihrem „dicken Bauch”, der ihnen den Spitznamen „Handgranaten” eingebracht hat. Deren dickste Stelle befidet sich nicht dort, wo die Feldblende liegt, sondern ein gutes Stück dahinter.

MfG Walter E. Schön
 
> hast Du durch einen Victory schon mal "probegesehen" ?

Hallo Hans,

habe ich und seitdem bin ich dem Glas verfallen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />. Wenn das Ding nur nicht so klobig und so teuer wäre. Allerdings habe ich nur tagsüber mit dem 8x56 beobachtet. Ob das Victory für Astro geeignet ist, kann ich nicht sagen. Allein von den Daten würde es mich schon reizen, damit eine klare Nacht im Gebirge zu verbringen. Nur muß man vorsichtig sein. Mit einer sehr guten Beurteilung am Tag ist es nicht getan. Unterm Sternhimmel kann das ganz anders aussehen ...

Frank.
 
Kein Weitwinkel bei Leica

Hallo Hans,

meinem letzten Beitrag sind vier andere zuvorgekommen, weil ich während des Schreiben meines Textes ein längeres Telefonat zu führen hatte und so mein Abschicken verzögert wurde. Ich will zu Deiner letzten Bemerkung, daß auch Leica (hier: 7x42, nicht 7x50) kein echtes Weitwinkelglas dieser Vergrößerungsklasse anbietet, Stellung nehmen.

Jeder Hersteller hat seine Prioritäten (heute meistens wegen inkorrekter wörtlicher Übersetzung aus dem Englischen als „Firmenphilosophie” bezeichnet). Bei Leica gehört die Kompaktheit der Ferngläser zu den auf der Prioritätenliste obersten Positionen. In der Tat sind die Leica-Trinovids und noch mehr die Ultravids deutlich kompakter als Swarovski-, Nikon- oder Zeiss-Gläser vergleichbarer Daten. In den von Leica benutzten, z.B. für die gesamte Reihe 7x42, 8x42 und 10x42 einheitlichen Gehäusen hat dann leider kein Schmidt-Pechan-Dachkantprisma Platz, das bei ebenfalls innerhalb der genannten Reihe einheitlichen Objektiven mehr als 140 m auf 1000 m durchläßt. Immerhin ist das beim 7x42 schon mehr als die 130 m des 8x42. Aber es reicht halt nicht für das Prädikat „Weitwinkelglas”. Noch deutlicher ist das bei der Reihe mit 50-mm-Objektiven, in der es jedoch (wahrscheinlich genau aus diesem Grund!) kein 7fach-Glas, sondern nur ein 8fach-Glas gibt. Wie ich schon weiter oben erwähnte, zeigt dieses exakt dieselben 115 m auf 1000 m wie auch das 10fach-Glas, was den Schluß nahelegt, daß hier der Durchlaßquerschnitt der Prismen das Limit setzt. Daß es hier nur 115 m gegenüber den 130 m beim 8x42 sind, liegt an der längeren Brennweite der 50-mm-Ferngläser, die ein größeres Zwischenbild liefert und darum schneller an die Prismengrößen-Grenze stößt.

MfG Walter E. Schön
 
Re: Verzeichnung, Öffnungsverhältnis, Okular-Ø

Hallo Walter,

danke für die ergänzenden Bemerkungen und Richtigstellungen. Die Verzeichnung ist natürlich ein Parameter, den leider kein Hersteller angibt. Damit bleibt jede Berechnung des scheinbaren Sehwinkels ungenau.

Im Englischen benutzt man statt 'Öffnungsverhältnis' ja den Begriff 'focal ratio', der dann auch, wenn ich mich nicht irre, definiert ist als Fr = F/D. Mir fiel gestern einfach keine passende deutsche Übersetzung dazu ein und so habe ich diesen Ausdruck fälschlich 'Öffnungsverhältnis' genannt. Man könnte vielleicht sagen: 'inverses Öffnungsverhältnis Fr'.

Viele Grüsse,
Holger

 
Die Amis nehmen's mit Begriffen nicht so genau

Hallo Holger,

leider sind die Amis nicht gerade Weltmeister hinsichtlich des korrekten Gebrauchs von Formelzeichen, physikalischen Einheiten und auch Fachbegriffen und sollten uns darum kein Vorbild sein. So ignorieren sie nicht nur weitgehend metrische Maße, sondern auch andere in der ISO auch für die USA verbindlich festgelegte Begriffe und Einheiten, schreiben also z.B. für 1 Ampere nicht 1 A, sondern 1 Amp und statt 5 A sogar 5 Amps (d.h. setzen die Abkürzung sogar in die Mehrzahl), schreiben statt Effektivspannung U eff = 5 V unsinnigerweise U = 5 Volts eff mit dem Index „eff”am Einheitensymbol statt am Größensymbol usw. Auch die Einheit Angström ist in den USA noch immer sehr aktuell …

Was nun „focal ratio” betrifft, so klafft auch zwischen der Definition und dem üblichen Gebrauch eine weite Kluft, wie dieses Zitat aus

http://www.planetarium.net/edcenter/scope/Fratio.htm beweist:

„A telescope’s focal ratio is its focal length divided by the aperture. Where the focal length is the distance from the main lens (or mirror) to where the light converges to a focus. For example, if a telescope has a focal length of 60 inches and a six-inch aperture, then its focal ration is f/10.” (Farbige Hervorhebung von mir, nicht im Originaltext.)

Hier entspricht also die Definition von „focal range" Deinem Verständnis. Aber im daraufhin folgenden Beispiel hätte dann konsequenterweise heißen müssen „… then its focal ratio is 10”. Also denkt man dort offensichtlich nicht mit, wenn man etwas schreibt. Diese Schreibweise „f/10” ist die am häufigsten für „focal ratio” gebrauchte, obwohl sie weder der vorigen Definition genügt noch eine Verhältniszahl (= „ratio”) darstellt.

Im folgenden Zitat aus

http://www.geocities.com/CapeCanaveral/Lab/3230/focalratio.html findest Du exakt denselben Fehler:

„Anyone who owns a telescope or has looked at advertisements for one has seen a cryptic number like "f/8" or "f/5" used in the description of the instrument. This number represents the telescope's focal ratio, an important specification that can tell you many things about the instrument. If you multiply the focal ratio by the telescope's aperture, the result will be the telescope's focal length.”

Auch hier wird (allerdings ohne explizite Definition) „f/8” bzw. „f/5” als „focal ratio” bezeichnet, aber im darauf folgenden Beispiel ist nicht „f/Zahl”, sondern nur die Zahl mit „focal ratio” gemeint, wenn es heißt, daß man damit die Teleskopöffnung multiplizieren soll. Das in diesem Satz benutzte Wort „aperture” bezeichnet im Englischen anders als das deutsche Wort „Apertur” die Eintrittspupille oder den Durchmesser der Eintrittspupille und speziell bei Fotoobjektiven die Blendenöffnung, die dann oft in der Form „aperture f/8” sogar korrekt geschrieben wird (denn Brennweite f geteilt durch Blendenzahl 8 ist tatsächlich der Durchmesser der Eintrittspupille). Dieser Logik aber widerspricht nun die folgende Fundstelle auf

http://www.starizona.com/ccd/equipbasicsscale.htm mit der Aussage

„… a telescope with a focal ratio of f/6 will gather more light during a given exposure than a telescope with a focal ratio of f/10, regardless of the aperture of the telescopes.”

Denn hier wird wieder, wie üblich und entgegen der eingangs gegebenen Definition „f/6” bzw. „f/10” als „focal ratio” bezeichnet, obwohl das doch eigentlich genau die „aperture” wäre, so daß sich ein kurioser Widerspruch im Schlußsatz „regardless of the aperture of the telescopes” einstellt.

Übrigens, auch die Begriffe „Menschenrechte” und „internationales Recht” werden in den USA derzeit sehr fragwürdig definiert. Aber das gehörte in ein anderes Forum.

MfG Walter E. Schön
 
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