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Henning81

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Hallo,

Nacht vom 17.04. auf den 18.04.2018, 01:15 Uhr

In der Dämmerung stehen die sehr schmale Mondsichel und Venus,
als ich die Lichtschutzplanen aufbaue.
So viele Objekte in der Messierliste fehlen mir nun nicht mehr. Das bedeutet aber auch, dass wohl die allermeisten ganz leichten Dinger bereits abgehakt sind und nun die schwierigen, oft tief stehenden Objekte gelassen auf ihre Beobachtung warten.

Noch im 9x50 Sucher sehe ich die nun rote Mondsichel hinter einzelnen Zweigen hergleiten, bevor sie untergeht.

Aus irgendeinem Grund war mir M 78 bisher entgangen. Tief, die Gürtelsterne schon durch die Bäume streichend, steht der Orion. M 78 zeigt sich mir nicht, und vielleicht tut es dies in dieser Saison auch nicht mehr.
M 41 versuche ich ebenfalls, der liegt ja noch tiefer als Sirius, und da fehlen mir Durchsicht und Heckenschere.

Mehrmals an diesem Abend stossen leichte Windböen aus dem Nichts kommend in die Planen.

Weil ich mir, inspiriert von einem anderen Beobachtungsbericht, Ngc 2903 anschauen möchte, nehme ich wenigstens den Sternhaufen M 67 mit, der sich mir gut, aber ein wenig unscharf präsentiert. Ganz hübsch stehen da ein paar gebogene Dreiersternketten drin und etwas aussen ein gelblicher Stern, der heller als die Haufensterne strahlt.

NGC 2903 finde ich nach kurzer Unklarheit und gehe damit endgültig vom holprigen Start über in eine tolle Beobachtungsnacht mit wiederholten SQM Messungen über 21,70 mag bei 9°C.
Viele Details sehe ich nicht, jedoch gelingt es mir, die benachbarte Galaxie NGC 2916 zu finden. Überhaupt finde ich heute immer wieder verschwindend kleine Nachbargalaxien neben den Objekten, was für wirklich gute Durchsicht spricht.
Für einige Objekte ist es noch zu früh, so dass nochmal die Nadelgalaxie im Haar der Berenike besucht wird. Ein wenig unelegant, finde ich sie dann aber, genau wie eine Galaxie nahebei. Das müsste NGC 4494 gewesen sein. Ich versuche mich noch an "The mice" sowie "The box", nicht näher gekennzeichneten Objekten in meinem Sternatlas. Zumindest bei "The box" finde ich drei Galaxien, wenn mich meine nicht durch Notizen gestützte Erinnerung nicht trügt. Ich habe aber auch noch ein Bild von vier Sternen in Trapezstellung vor mir.
Die Markarjansche Kette fahre ich aus reiner Genusssucht ab, heute ganz ohne angetackerte Messier- oder NGC-Nummern. Einfach nur so, sehr beeindruckend und nachdenklich machend.

Die erste beschreibenswerte Galaxie ist die Blaues Auge Galaxie, M 64.
Unübersehbar präsentiert sich hier das Veilchen, eine vorherige Beobachtung bestätigend, in Richtung eines nahen Sterns. Aber nicht zum hellen Stern zeigend, der dort auch noch in der Nähe ist.
Der Rest der Gx ist neblig mit hellem Kern.

Einen Ausflug in den Zenit kann ich mir nicht verkneifen. M 51, von wegen Standardobjekt, lässt mich einen seltenen Blick auf seine Spiralarme erhaschen, aber auch ich sehe die Materiebrücke zwischen den Gx nicht. M 101 ist unscheinbar, wird im Laufe der Nacht aber immer besser bis hin zu ziemlich ansehnlich.

Eine helle Sternschnuppe, die einzige der heutigen Nacht, zieht durch den Großen Wagen.

Ebenfalls aus dem Forum inspiriert besuche ich M 106, ebenfalls mit kleinem Begleiter in der Nähe. Die Galaxien sind fast allesamt kräftig und hell, jedoch alle recht strukturlos. Liegts an meiner zu geringen Öffnung?

M 109, nur zur Sicherheit, ist auch noch an seinem Platz.

Bereits nach Mitternacht, versuche ich mich an M 104. Kurze Zeit später kann ich ein weiteres Objekt aus der Liste streichen.
Gerade so, ohne Gedanken an eine ästhetische Bewunderung, finde ich sogar M 68, einen Kugelsternhaufen unterhalb des Rabens. Mehr oder weniger durch eine Birke hindurch, hängt er flach und als Nebelchen erscheinend in der Dunstbank des Horizontes.

M 83 ist eine Galaxie noch weiter südlich, daran ist nicht zu denken heute.

Den Jupiter nehme ich dann auch noch mit, meine Dunkeladaption ist sowieso futsch, weil ich auf der Jagd nach M 68 die Lichtschutzplanen tiefer und tiefer geschoben habe, damit nicht nur der Sucher, sondern auch der Hauptspiegel was "sieht". Die volle Breitseite der Straßenlampen erspart mir nun den Polfilter/Graufilter. Ich lasse einfach beide Augen auf.
Jupiter zeigt sich wabernd, es lassen sich die Wolkenbänder erkennen, auf einem ein rötlicher Fleck (den GRF habe ich größer in Erinnerung),
auf dem anderen zwei kleine, dunkle, fast schwarze Flecken.
Ich denke an einen der Monde inkl. Schatten, was sich später aber als unrealistisch herausstellt.

Ein wenig Tau hat sich niedergeschlagen und hauptsächlich meine Papiere etwas angefeuchtet. Keine Probleme immerhin bei Okularen etc., das allein ist ja schon eine große Hilfe.
Fazit, drei von sechs von neunzehn übrigen, macht sechzehn Übrige.

Eine absolute Genussnacht, die Zeit vergessend, den folgenden Arbeitstag ausblendend, es hat sich voll gelohnt.

M 41 Versuch
M 67 beobachtet
M 68 Beobachtet
M 78 Versuch
M 83 nicht versucht
M 104 beobachtet

NGC 2903 beobachtet
NGC 2916 beobachtet
NGC 4449 beobachtet

Alles andere ungesichert oder wiederholt beobachtet.
Fast alles bei 50x-150x, einiges bei 33x. Ich denke so bei ca. 100x kann ich die meisten Details an Galaxien erkennen. Genau kann ich es nicht sagen, weil ich immer noch mein Zoom Okular benutze. Die 2x Barlow war nicht gewinnbringend nutzbar und bleibt immer öfter im Koffer.
Fernglas wurde heute nicht benutzt.

CS,

Henning
 
Lieber Henning,

gut, dass Du noch nicht Astrofotovergiftet bist! Du freust Dich noch über das bloße Auffinden manch nicht so leichter Objekte, auch wenn sie visuell nun nicht der Brüller sind. Ich frage mich aber immer wieder, wieso die sogenannten Standartobjekte mit leicht abwertendem Beigeschmack als solche betitelt werden. Wären sie nicht, würde sich kaum jemand für das visuelle Beobachten interessieren. Sie sind doch wunderschöne Hingucker und die Stars des Nachthimmels. Ich persönlich freue mich zwar auch immer, wenn ich so ein faint fuzzi (unter meinen Bedingungen wohl gemerkt) finde und beneide die hardcore Astrofotographen, die da wirklich was rausholen können, aber ich halte mich an denen nicht wirklich mehr auf. Will man Listen abhaken, ist das schon wichtig zu wissen, wie sich so ein Messier Objekt zeigt, das ist in der Tat auch mit Mühen verbunden.

Solche Planenwirtschaft hatte ich mal vor langer Zeit mitten in der Stadt in Stuttgart, das kann ein wenig helfen. Ich nutzte da die schon vorhandenen Wäscheleinen und hängte schwere, schwarze Veloursvorhänge dran, die ich verschieben konnte.

Gruss von Anette
 
Hallo Anette,

Danke für die warmen Worte.
Den Begriff Standardobjekt habe ich irgendwo anders neulich aufgegriffen und den faden Beigeschmack wollte ich genau mit meinem Kommentar etwas relativieren.
Gerade letzte Nacht bin ich dann doch wieder an M 51 hängengeblieben und auch zwei Nächte zuvor sprangen mir die Details förmlich ins Auge, dass es wirklich eine Freude war. Die alten Lichtschutzplanen sind nun durch eine solide Konstruktion aus Lärchenholz und LKW-Planen ersetzt und nun kommt wirklich kein Streulicht mehr bei mir an, gleichzeitig habe ich freie Sicht in die Natur um mich herum. All diese kleinen Verbesserungen, aber auch ein wenig Hartnäckigkeit beim Beobachten bringens dann am Ende, das habe ich gerade in den letzten Nächten erfahren.
Ich freue mich schon auf diese Nacht, erstmal die Letzte in dieser Reihe guter Nächte, die ich alle nutzen konnte.
Übrigens bin ich wieder ganz bei meinem Seben Zoom 8-24mm gelandet. Galaxien wie erwähnt so bei 100x.
Der OIII Filter wird vielleicht einmal abends kurz vorgehalten, das 36mm Übersichtsokular blieb unlängst ganz im Koffer und die 2xBarlow wurde auch eher experimentell genutzt.

CS,

Henning
 
Hi Henning,

hast Du mal ein Foto von Deiner Sternentücherplanenbretterburg? Das klingt ja gut. Irgendwann brauchst Du ne Kuppel, ich seit ich denken kann sowieso .... von einer Astrofrau habe ich mal gelesen, wie sie - seit sie eine Festaufstellung mit Rolldach hat, fast regelmässig jede Wolkenlücke problemlos nutzt.... das tät ich auch .... der innere Schweinehund hätte sofort einen Maulkorb.
Diese 100 fache Vergrößerung ist auch wirklich sinnvoll an Galaxien, darüber hinaus bring gar keinen Gewinn. Das höchste bei mir ist 125fach mit dem Baader 8mm. Erst suche ich sie mit dem 26er Panoptikum auf, mein Lieblingsokular, mit dem 42er Weitwinkel wische ich oftmals drüber ohne was zu finden, das Gesichtsfeld ist zwar klasse aber an Gx´n sinnlos.
Barlow benutze ich auch nicht so oft. Gestern mal wieder an Jupiter oder Saturn, das war´s dann aber auch schon.

Ach den O-III nehme ich nur für M42, M27 und den Sturmvogel....oder grad noch M57.

Bist ein Fleissiger Henning! Langsam steigerst Du Dich, Deine Erfahrungen werden immer professioneller, da hol ich mir auch schon mal wieder eine Idee bei Dir.

Gruss von Anette
 
Hallo Anette,

Ja, mit den Fotos ist das so eine Sache bei mir.
Mich ärgert ja schon, dass Der Rigel eine Batterie hat.

Die Terasse im Obstgarten stellt mit den offenen Planen das Ideal für mich dar. Ich möchte garnicht in einer Hütte sitzen, Dach hin oder her. Du erwähnst ja so oft die Frösche, ob das die gleichen sind wie bei mir?

Was ist denn der Sturmvogel?

Und schmeichle mir mal nicht so, sonst brauche ich noch Ausgleichsgewichte in den Taschen. Aber ich freue mich natürlich selbst, dass mich dieses Hobby so gepackt hat und bin jedesmal sehr stolz, wenn ich ein Objekt finde.

Übrigens konnte ich vorhin tatsächlich dem Antares noch M 80 und M 4 entlocken. M 19 war nicht mehr drin, es wurde zu hell und er war noch hinter den Bäumen, Abwarten hätte wohl nicht gelohnt. 14 Objekte übrig.

Cirrusnebel und Omeganebel gingen schon, sogar ohne OIII.
Habe ihn dnn aber doch genutzt, 36mm auch, sah toll aus.

CS,

Henning
 
Hallo

Schöne Beobachtung Nacht berichtet gefällt mir, man kann nicht immer das beobachten was geplant ist es stört halt was, Licht,,,, Mond oder Wolken.

Beobachte doch mal M92, NGC6210, NGC6292 im Herkules oder im Drache M102, lohnt sich.

Manfred
 
Hallo Manfred,

Danke für die Vorschläge.
M 92 habe ich vor ziemlich genau einem Jahr zum erstenmal beobachtet, M 102 etwa einen Monat später.
NGC 6210 werde ich mir mal zu Gemüte führen, ich weiss nicht, ob ich mich da schonmal dran versucht habe.
NGC 6292 ist allerdings so schwach, ich weiss nicht, ob das packe mit acht Zoll.
Ich probiers beim nächsten Fenster, es kommt auf meine Liste.

CS,

Henning
 
Hallo

Am Freitag 11 Mai bis nach 00Uhr träumen, so gegen 21 ging ich mit meinem 12,5" Dob in die Pampa bei mäßig warmer Temperatur nach dem Aufbau vom Dobson kam ein leichter küller frischer Wind von Osten Herr auf.

Es war nicht gleich dunkel erst nach 23 Uhr war es angenehm dunkel!, begann ein Blick zu Venus zu machen von der Erdwärme waberte die Venus wie ein zittriger Fisch im Okular.

Ha rauf zu M51, mit 17mm Okular weitere Verkrösserungens kaum möglich ....alle Deepsky beobachtete ich mit 17m Okular, M13 und M92 im Herkuls, M92 ist schon mit 17mm Okular etwas flach evtl Oval, Leo Triplet M 105, M 53,,,,,zu Jupiter mehrere min dran beobachtet, die Zeit verging rasch die Frische verschwand es war angenehm,,nahm noch M57 und suchte auch noch 64 auf.

Ging gemütlich und nach Hausse.

Mit Grüße
Manfred
 
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Hallo Manfred,

Danke für Deinen Bericht.

Vergangene Nacht, vom 12.-auf den 13.05., war ich eher spontan draussen. Die Durchsicht war mäßig, es war sozusgen Bildrauschen vorhanden. Dennoch konnte ich das zentrale Staubband der Nadelgalaxie besser als sonst sehen. Messier 51 ging hingegen nicht so gut wie unlängst.

Die Nächte beginnen hier im Norden schon merklich später, vor 23:00 Uhr hatte ich letzte Nacht um 19,5mag (SQM). Erst dann ging es rasch auf 21,6mag.

Ich hatte mir den Kleinplaneten Ceres als helles Anfangsobjekt rausgesucht, konnte zu Beginn aber noch nichtmal die Aufsuchsterne mit freiem Auge finden. Zu hell, zu diesig.

Jupiters Monde gingen aber trotz starkem Seeing bereits im 9x50 Sucher. Zuerst sah ich (im Suhcer) nur zwei Monde auf derselben Seite des Gasriesen, dann blitzte ein feines Sternchen erst neben dem weiter entfernten, danach sogar neben dem näher am Jupiter befindlichen Mond auf. Ich dachte an Reflexionen, weil es so symmetrisch erschien. Der Blick durchs Teleskop verriet aber, dass die vier Monde wirklich erstaunlich parallel zueinander standen. Zwei kleine, leicht angestellte Doppelsterne. Jupiters Erscheinung selbst war stark vom Seeing beeinträchtigt.

M 13 hatte ich noch, der erschien wie durch einen feinen Schleier, zeigte seinen Charakter wenig überzeugend.

Danke für die Inspiration zu NGC 6210. Wirklich sehr, sehr klein. Ich bin naiv genug gewesen, bis 300x zu vergrößern, habe auch den OIII Filter probiert. Funktionierte alles, nur mehr Details liessen sich nicht herausarbeiten. Der Planetarische Nebel sah nicht rund aus, etwas verschmierte den Rand.
Dennoch viel zu winzig, um da Genaues zu sagen.

Ich habe mal Dein Teleskop rausgesucht, hat das 1520mm Brennweite?
Dann wärst Du so bei 89x im 17mm Okular gewesen, richtig?
Bei Galaxien bin ich ja auch so um die 100x unterwegs mittlerweile.

CS,

Henning
 
Hallo Henning

Hab Ich dich zu NGC 6210 entführt, hat sich doch gelohnt denke ich, es ist ein Reitz Deepsky die auch etwas
schwieriger sind zu beobachten.

Es fehlt Regen damit die Luftschichten wieder Sauber sind, schade das es erst kurz vor Mitternacht dunkel ist,
natürlich kann man manche Deepsky auch gegen 22Uhr erkennen.

Zum Dobson das Ich habe 12,5"317mm f/4,5 Brennweite 1520 wie du schreibst,,,,,,,, hätte gern mehr, ob Ich mir am Haus mir noch meine Sternwarte leisten kann,
mmmm und ob es Technisch möglich ist.


Viel Spass Freude für viele Sternklare Nächte die alle noch kommen.

Manfred
 
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