Achromat 150/800mm

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Ehemaliges Mitglied [22957]

Da hat man mal ein paar Tage frei... ideal um ein bisschen zu Basteln.
In meiner optischen Schatztruhe befand sich noch ein Achromat mit Durchmesser 150 und 800mm Brennweite. Lohnt es sich dafür mechanischen Aufwand zu treiben? Als astronomischer Bastler habe ich immer KG160 Rohr und Bauteile im Haus rumliegen. Kurz mal den Refraktor skizziert und nachgeschaut, welche Bauteile vorhanden sind. Benötigt werden 1/2 Meter KG160 Rohr, eine Muffe und 2 Deckel. Einen OAZ von Baader lag noch in meiner mechanischen Grabbelkiste.
Befestigt werden die KG160 Teile mit Blechschrauben 3,5x12 (passen ideal und wurden extra mal für diese Zwecke gekauft). Nach ca. 2 Stunden Bauzeit (schneller als gedacht) ein erster Test mit meinem Selbstbau-Kollimator. Ok, Achromat und OAZ nicht ganz auf der optischen Achse, aber noch vertretbar. Ich kann den Testaufbau sowieso nicht justieren... ;)
Jetzt fehlten nur noch 2 passende Schellen und ein Stück Schiene... waren nach einigem Suchen aber auch vorhanden. Nachdem der Regen eine kleine Pause eingelegt hatte, habe ich schnell mal mein Fotostativ nach draußen geräumt. Ich möchte euch nicht sagen, was ich durch verschiedene Okulare gesehen habe mit "Hmmm Aaah und Ohh..." einfach nur mal die 2 Bilder anschauen, die als Vergleich dienen sollen.
Mein "Testobjekt": Eine Taube auf einem Baum, ca. 300m entfernt vor dunkelgrauem Hintergrund.
Die Testkandidaten: Ein Spitzenobjektiv von Nikon 800/5,6 gegen meinen Achromaten 800/5,3.
Ich hatte fast vergessen.... das KG160 Rohr ist innen nicht geschwärzt und glänzt wie eine Speckschwarte. Daher nicht über den Kontrast wundern...
Der OAZ hat eine variable Länge von 117mm... leider 30mm zu wenig für meinen Bino. Somit musste ich mich entscheiden. Da ich aber auch meine 2" Okulate testen wollte habe ich mich für den längeren Tubus entschieden. Leider war keine passende Verlängerung vorhanden. Bei meinem normalen Refraktor habe ich 300mm Backfokus zur Verfügung... da brauchts keine "Verlängerung"
Teleskop_150-800_3.JPG
20181230_141917.JPG
20181230_142057.JPG
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DSC_7212_01.JPG
 

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Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,

ein schöner Selbstbau. 150mm sind ja auch erstmal eine Ansage:D(y)

Ich hab gerade mal nach "einem" 800mm 5.6 Nikon Objektiv geschaut. Donnerwetter ist das ein Klopper!!
Verdienst du damit dein Geld oder liegt das einfach so zum schnellen Gegetesten rum? :D

Wäre mal interessant, wie das Bild mit Velours im Tubus ist und evtl noch mit dem Filter, den Josef vorgeschlagen hat.

Gruß
Martin
 
Hallo Martin,
nein, Geld verdiene ich damit nicht. Bei mir liegen auch noch andere Sachen "einfach so zum schnellen Testen rum" :)
Velours im Tubus benutze ich nicht. Hast Du schon einmal gesehen, dass in einem Objektiv Velours im Tubus ist? Ich habe früher immer die Blenden berechnet und dann gab es auch keine Reflexionen mehr.
 

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  • 20190102_145853.JPG
    20190102_145853.JPG
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Für den Abend des 2. Januar hatte der Wetterbericht klaren Himmel versprochen. Da alle 2“ Okulare getestet wurden, habe ich mich entschlossen, den Tubus um 35mm zu kürzen. Leider reichte der OAZ nicht für den Bino.
20190102_140156.JPG


Das Wetter war einigermaßen durchwachsen, aber es gab auch sonnige Abschnitte. First light gab es dann für die Sonne. Aus einem alten Deckel und Solarfolie habe ich schnell noch ein Filter gebastel.
20190102_132011.JPG

Ich hatte Glück, denn es waren ein paar Sonnenflecken zu sehen. Die Sonne war hell- aber nicht zu hell im Bino. Aufgrund der Lichtstärke möchte ich den Refraktor in der Hauptsache Binokular nutzen… natürlich nicht zur Sonnenbeobachtung. Was mich begeistert hatte war die Auflösung. Obwohl die Sonne sehr tief stand und die Kamine der Nachbarn auch nicht gerade zur Verbesserung beitrugen war ich sehr überrascht.

20190102_151703.JPG


20190102_151746.JPG


DSC_7218_01.JPG

Nach dem Abendessen waren dann tatsächlich einige Sterne zu sehen. Also Mantel angezogen und den Refraktor auf die Terrasse gestellt. Ich habe eine 360° Rundumsicht und habe mir erst einmal die Bereiche ausgesucht, die wolkenfrei waren. Inzwischen hatten sich die Augen an die Dunkelheit angepasst und ich sah im Süden das Sternbild Orion. So hell und auch so groß hatte ich M42 noch nie gesehen. Leider hatte es für ein paar Aufnahmen nicht mehr gereicht. Wenn es meine Zeit erlaubt werde ich in meiner Werkstatt die nötigen Teile für Refraktor herstellen. Bis dahin bleibt er erst einmal in seinem Kanalrohr.
 
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