adaptives Teleskop

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lion

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Hallo,

ich bin ja echt platt, was ihr hier so alles drauf habt. In den letzten Wochen habe ich viel gelesen - Zeitschriften, Bücher und dieses Forum. Schön, dass auch anderen der Kopf qualmt, wenn es um die Frage aller Fragen geht:

Welches Telekop macht mich glücklich?

Genau vor dieser Frage steh ich auch.

Ich möchte Planeten beobachten und Galaxien. Mit dem Fotographieren möchte ich erst beginnen, wenn ich weiß wo in etwa welches geeignete Objekt zu finden ist - und das kann ja dauern.

Immer wieder wird der Begriff "Einsteiger-Teleskop" verwendet. Das hört sich für mich so an, als ob man zwar durch so ein Rohr hindurchgucken kann, aber bloß keine Erwartungen haben soll.

Ich habe die Erwartung etwas zu entdecken - nicht nur Lichtpunkte, sondern auch Formationen und STRUKTUREN !

Was soll ich machen, wo soll ich suchen? Direkt ein Vixen? Kleiner Durchmesser?

Legt mal los mit euren Vorschlägen.

Solong, Lion
 
hi folks, hi lion,

bevor ich den üblichen sülz eröffne, welches teleskop dass einzig wahre ist, möchte ich dir einen tipp geben. das beste teleskop ist das, welches dir gefällt und deinen ansprüchen genügt.

versuche doch einfach mal, dich in deiner umgebung einigen amateurastronomen anzuschließen. auf diese weise kannst du durch viele verschiedene röhren kucken und dir selbst ein urteil bilden.

diese methode spart in der regel eine ganze menge lehrgeld, welches man bestimmt sinnvoller einsetzten kann.

 
Hallo DOB,

klar, ich habe schon oft durch ein 200RS (Vixen?) gesehen. Das gefällt mir sehr gut. Ich könnte sogar eins von meinem Freund kaufen.

Da ihr hier aber auch Experten seid, wollte ich euch auch einmal nach eurem Rat fragen.

Das o.g. Teleskop ist natürlich schon recht groß. Ist es denn auch so gut, wie man so oft hört und liest?

Danke, Lion
 
Hmmm....

Hi Lion!


Die "eierlegende Wollmilchsau" gibt es leider auch bei den Teleskopen nicht... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />

Du willst Planeten betrachten.
Dafür braucht es Vergrösserungen ab 100x, (also eine lange Brennweite des Teleskopes) und die setzt dann meist eine gute (u.U. sogar motorisierte) Montierung voraus.
Da fliessen dann schnell mehrere 100.-Euronen in die Montierung.
Also ein langes Rohr... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Du willst auch Nebel sehen, dafür brauchst Du bei kleinen bis mittleren Vergrösserungen ein grosses Gesichtsfeld und viel Lichtsammelvermögen, also eine möglichst grosse Öffnung (200mm oder mehr.)
Also ein dickes Rohr... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Und du willst auch noch Galaxien sehen. Dafür brauchst Du ein Gerät, was eigentlich die beiden ersten Eigenschaften (relativ hohe Vergrösserung UND viel Lichtsammenvermögen) in sich vereint - also ein langes & dickes Rohr... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Matürlich gibt es in jeder Gruppe auch Objekte, die sich einfacher oder schwieriger beobachten lassen.

z.B. habe ich gestern mit einem "kleinen, kurzen" Gerät (4,25" f=445mm) und einer 3-fach Barlowlinse richtig schön den Mond beobachtet, mit V 50...220x
Mit einem (z.B.)100/1300mm-Gerät (und dann ohne Barlow) hätte die Abbildung wohl besser ausgesehen, aber so eines habe ich nicht...

Die meisten Teleskope, welche als "Einsteigerteleskope" bezeichnet werden, haben folgendes gemeinsam:

-Kosten nicht viel (Produktionsmenge und grosse Fertigungsqualität-Streuung macht's)

- können bis ca.150x sinnvoll vergrössern (z.T. bis über 300x, meist aber nur mit Barlow, und Kontrastverlust)

- haben selten über 1000mm Brennweite (damit bei kleinstmöglicher Vergrösserung "viel Himmel" im Blickfeld ist, und man sich besser zurechtfindet)

- die wirklich billigen Teleskope haben übermässig schlechte Okulare! Von diesen geht hauptsächlich der schlechte Ruf aus.


Das heisst, ein "Einsteigerteleskop" ist eigentlich nichts anderes als ein "günstiges, möglichst universell einsetzbares, Gerät".
Ein Gerät, was zwar "alles" kann, aber eben auf nichts davon wirklich spezialisiert ist..


Mit einem 114/900 (oder auch einem 107/445) gibt es am Himmel hunderte interessanter Objekte, also schon "viel zu sehen"...!

Grüsse, Silvio


P.s. Nachtrag:
Die Frage "welches Teleskop macht mich glücklich" kann Dir wohl niemand konkret beantworten.
Jedes Teleskop macht (einerseits Freude <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> - wenn es die Erwartungen erfüllt, aber andererseits) eigentlich nur "Lust auf mehr" <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" /> , auch das Keck-Teleskop mit 10m-Spiegel! (oder, was denkst Du, warum sind sie schon das 100m-Teleskop (OWL) am Planen...??? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> )
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo lion,

welches Teleskop dich glücklich macht, weiß ich nicht. Bei meinem Teleskop z.B. macht mich u. a. auch glücklich, dass es so aussieht, wie ich mir ein Teleskop eben vorstelle.

Es ist glaube ich eine häufigere Fehlannahme, dass man mit zu kleinen Geräten nur Lichtpunkte sehen würde. Um Planeten als Scheibchen darzustellen, brauchts keine Riesenoptik, erst recht wenn man die nahem Galaxien sehen möchte, die sind groß genug. Aber lichtschwach. Für Galaxien brauchst du Licht, Licht und Licht. Bei Planeten brauchts die Öffnung auch wegen des Lichtes, aber quasi noch mehr wegen des Auflösungsvermögens. Nun sorgt die Luftunruhe (das Seeing) dafür, dass man das Auflösungsvermögen größerer Teleskope nicht immer ausnutzen kann, weshalb für mich persönlich die größeren Teile nicht so interessant waren.

Wenn du mal fotografieren möchtest, sollte es ein parallaktisch montiertes Gerät sein. Eine solche Montierung kostet für mittlere Geräte inkl. gutem Stativ gerne mal 1000 €. Zwangsläufig bleibt dann weniger für die Optik. Die Optik lässt sich aber nur sinnvoll einsetzen, wenn die Aufstellung stimmt. Da kleinere Optiken sich mit kleineren Montierungen zufrieden geben, spart man praktisch doppelt, wenn der Einstieg nicht mit einer riesigen Kanone gemacht wird. Im Zweifelsfall würde ich die größere Montierung (inkl. dem stabileren Stativ) nehmen, da man so die Option auf ein Upgrade der Optik hat.

Im Forum gibts einige, die das VMC200L haben, welche als Allround-Optik gilt. Sofern du ca. 3000 € lockermachen kannst, stünde dir die Möglichkeit zu, ein VMC200L auf einer GP DX zu erwerben. Die Preise von Vixen-Teleskopen sind in letzter Zeit etwas in Bewegung geraten, der Händler deines Vertrauens kann dir unter Umständen ein gutes Angebot machen. Für visuelle Zwecke reicht die GP oder GP E wohl aus, dann würde das System nicht ganz so viel kosten, fototaugliche Ausrüstung hat natürlich ihren Preis.
 
Hallo Lion,

versuche doch einfach mal, dich in deiner umgebung einigen amateurastronomen anzuschließen. auf diese weise kannst du durch viele verschiedene röhren
kucken und dir selbst ein urteil bilden.
Das kann man nicht oft genug sagen! Das ganze Prospektwissen nützt einem gar nix, wenn man nicht selber 'mal d'ran "'rumgeschraubt" und durchgeguckt hat.

Eine gute Gelegenheit auf viele Teleskope zu treffen ist ein Teleskoptreffen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
z.B. das ATB Ende Juli, siehe auch im Treffpunkte-Board

Gruß
Schicko
 
Hallo Alle!
Ich finde das man erst mal klären muss ob man weit raus fahren muss oder ob man mehr oder weniger im dunklen wohnt um beobachten zu können. Dies ist ja nun für die Transportfrage wichtig. Ich persönlich besitze ja nun das VMC200L seit einigen Monaten und kann leider auch nur wenig durch mein Teleskop beobachten da ich selten zu Hause bin. Ich persönlich finde ca. 25 Kg Gewicht ist das Maximum was ich tragen kann. Dies alles sollte man vielleicht nicht vergessen.
Um irgendwelche Tipps abzugeben welches Teleskop nun das Bessere ist fehlen mir sicher noch einige Erfahrungen da ich bisher selber nur durch 2 verschiedene Teleskope beobachtet habe.
Gruß
Steffen
 
Hallo,

das Teleskop ist wahrscheinlich ein 200SS von Vixen. Und gerade das ist ein ganz
hochgezüchteter Spezialist für DeepSky in Zusammenhang mit Fotographie. Für
Planeten nicht so der Brüller, geht aber. Wer das Ding gut kollimieren kann,
kann alles kollimieren, das muß man einfach positiv sehen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> .
Jetzt mal ohne Flachs, für den preiswerten visuellen Einstieg empfehle ich
den Dobson GSO 580 ( 150/1200 ). Ein wahrer Planetenkiller und mit DeepSky
hat der auch keine Probleme. Ist auch noch später visuell auf einer mittleren
Montierung als Leitrohr für Fotographie mit dem Fotoapparat und Tele auf der
Gegengewichtsstange zu gebrauchen. Bei der viel viel später einsetzenden
Fotographie durchs Fernrohr braucht man eh ein ganz neues Equipment aus
schwerer Montierung mit spezieller Steuerung und einem Rohr mit f/5 -
f/4 wegen der Belichtungszeiten, da ist dann z.B. Vixen 200SS angesagt.
Und im Vergleich dazu fallen die 300 Euro für den Dobson wirklich nicht mehr
auf, und der bleibt einem als "mal eben raustragen und beobchten" Gerät erhalten,
und sowas braucht man immer.
 
Oho,

Ihr nennt ein Paar alternative Teleskope.

Direkt dazu einmal eine Frage:

Ein Maksutov-Cassegrain ist also schließlich besser als ein Newton, oder? Konkret wäre also das VMC200L besser als das R200SS (natürlich bei gleichem Seeing und gleiche, schwere Monti).

Bei letzterem fällt ohnehin der Dreck oben rein... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Wo seht ihr die Vorteile und Nachteile der beiden unter den Gesichtspunkten Planetenbeobachtung und Beobachtung von Nebel/Galaxien?

Wenn nicht diese beiden so gut sein sollten, was dann? Stimmen etwa bei Vixen Preis und Leistung nicht?

Solong, Lion
 
Hallo,

die Teleskope sind von der Bildqualität vergleichbar und beim VMC 200L fällt der
Dreck auch oben rein, der hat nämlich keine Korrekturplatte, sondern auch ne Spinne
mit einem Spiegel der nach hinten zurückreflektiert. Obstruktion ist auch ähnlich, nur
die Brennweite ist beim VMC 200L viel größer. ( ich meine aus dem Kopf 1900mm oder 2000mm )
Auch die Außenabmessungen sind recht ähnlich. Beide Geräte sind eigentlich für Fotographie
gedacht. DeepSky geht visuell bei beiden Geräten gleich gut, bei Planeten dürfte das VMC
200L einen Tick besser sein, ist aber auch nicht der Spezialist für Planeten.
Meine persönliche Meinung ist, wenn man aufs Geld gucken muß, gibt es durchaus was preiswerteres
mit gleichen bis besseren Leistungen.
 
Hallo Lion,

Ein Maksutov-Cassegrain ist also schließlich besser als ein Newton, oder?
Nö, so pauschal kann man das nicht stehen lassen, die eierlegende ... gibt's halt nicht. Das R200SS ist meines Wissens auch kein Standardnewton, sondern hat einen Koma-Korrektor eingebaut.
Du mußt Dich halt entscheiden, wo Du hin willst. Wenn Du nur gucken willst solltest Du vielleicht auch einen Dobson in Betracht ziehen, wie Antonius schon geschrieben hat.
Vorteile: billig, weil die Montierung nichts kostet, schnell aufgebaut, weil kein Einnorden nötig ist, keine Stromversorgung notwendig, etc.
Nachteile: Objekte muß man selber suchen - man lernt so aber den Himmel kennen, keine automatische Nachführung - ist aber mit ein bischen Übung auch bei 300x kein Problem
Wenn Du später doch photographieren willst, kannst Du Dir immer noch eine Monti kaufen, den Newton draufschnallen und die Rockerbox als Tortenplatte verwenden <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Wie schon gesagt, man kann viel rumtheoretisieren. Guck' Dir verschiedene Teleskope "live" an - am besten mit jemandem, der sich damit auskennt.

Bei letzterem fällt ohnehin der Dreck oben rein...
Der Dreck fällt immer rein, entweder bleibt er dann auf dem Spiegel liegen oder er wird vorne durch die Schmittplatte gebremst <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Gruß
Schicko
 
Moin Lion!

Ein Maksutov-Cassegrain ist also schließlich besser als ein Newton, oder? Konkret wäre also das VMC200L besser als das R200SS (natürlich bei gleichem Seeing und gleiche, schwere Monti).

Ne, so einfach ist es dann doch nicht. Jemand der die optischen Elemente eines Teleskops zählt wird jetzt sagen, dass ein klassischer Newton weniger optische Elemente hat als ein Mak-Cass.
Jedes Teleskop ist letztendlich ein Kompromiss, besser und schlechter beziehen sich immer auf bestimmte Eigenschaften.

Grüätzis
Karsten
 
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