Allrounder Visuell später Fotografie

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Ratawiskr

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Guten Abend,

ich weiß ihr habt diesen Thema bestimmt schon x mal gelesen, aber ich setze auf eure Unermüdlichkeit und habe gehofft ihr könnt mich bei meiner Kaufentscheidung unterstützen.

Ich würde gern tief in die Materie eindringen und möchte mir in späteren Jahren eine kleine Sternenwarte bauen um von dort aus Vollautomatisch vom Wohnzimmer aus über mehrere Stunden belichten.
Ich bin mir jedoch bewusst das ich mir erst Erfahrung aneignen muss um gute Bilder zu machen.

Ich bin Handwerker, 32jahre alt und komme aus MV fernab der Zivilisation :)

Geld ist nicht so das Problem wohl eher meine Frau die die Kontoapp kontrolliert.. ^^ mein Plan war so zu Beginn 1000-1500 auszugeben (davon konnte ich sie schon überzeugen) und dann im Nachgang aufzurüsten.

Jedoch finde ich keine Montierung die 10-15kg trägt und sich mit allem nachrüsten lässt.

Ich würde gerne mit einem Newton 154/600 anfangen, und später 200/800 oder 1000.
Meine Idee war, eine Montierung bis 10kg zu kaufen, die sollte den 154mm Tubus ja gut tragen, und wenn es später Schwerer wird das Stativ einfach abzubauen und in der Sternenwarte dann fest auf einem Sockel zu verschrauben. Würden die Motoren das packen?

Ja und um die Nerven meiner Frau zu schonen wollte ich die Nachführung Autoguieder etc alles später nachrüsten.

Ist das Realistisch oder doch gleich fertige Montierung Syntrak etc kaufen?

Gruß Rata
 
Hallo Rata,

und willkommen im Forum.

Ich bin mir jedoch bewusst das ich mir erst Erfahrung aneignen muss um gute Bilder zu machen.
Das ist schon mal eine gute Idee.
Damit wäre das Budget klar.
Jedoch finde ich keine Montierung die 10-15kg trägt und sich mit allem nachrüsten lässt.
Da gäbe es z.B. die EQ-6 R.
Trägt 20Kg.
Frisst aber schon Dein angedachtes Budget.
Ich würde gerne mit einem Newton 154/600 anfangen, und später 200/800 oder 1000.
Ein 154/600 Newton wiegt ca. 5,5KG.
Bei 200/800 oder 200/1000 bist Du bei knapp 10Kg.
Da kommst Du mit den angedachten 10Kg für die Montierung und der späteren Astrofotografie nicht klar.
Die Tragkraft, die für Montierungen angegeben werden, sind visuell ausgelegt und meist etwas optimistisch von den Herstellern angegeben.
Als Faustformel wird gesagt, dass man 60% bis 65% der angegebenen Tragkraft für die Astrofotografie nehmen soll.
Dabei Kamera, Guding-Scope etc. nicht vergessen.

"Allround" ist nicht zu realisieren.
Es gibt verschieden Teleskope aus gutem Grund.
Mit einem einzigen Teleskop alle möglichen zu beobachtenden Objekte zu erreichen ist nicht machbar.
Somit kannst Du Dir z.B.:
- einen Refraktor FH (nach Frauenhofer) mit 120/600 für Weitfeld kaufen und die dazu passenden Objekte beobachten
- oder einen Maksutow-Cassegrain um Mond und Planeten zu beobachten.
- einen "dicken" Newton (200/1000, 200/1200) um DeepSky zu beobachten.
Also jedes Teleskop hat seinen Himmel.

Grundsätzlich sind visuelles und fotografisches Beobachten zwei paar Schuh und stellen unterschiedliche Anforderungen. Deshalb trennen viele visuelles und fotografisches Equipment.
Astrofotografie ist sehr anspruchsvoll.

Mein Rat wäre, beherzige Deine Grundidee des Erfahrungen sammeln und fange rein visuell an.
Überlege was Du beobachten möchtest.
Wo befindet sich Dein Beobachtungsstandort? Scheint wohl der Garten zu sein. Aber vielleicht willst Du auch mal raus auf den Acker, da kommt dann die Transportabilität zum Tragen. Die oben erwähnte EQ-6 R, die ich besitze, nutze ich nur stationär. Das Teil ist mir einfach zu schwer um es durch die Gegend zu schleppen. OK, ich bin 30 Jahre älter als Du, aber Du wirst nicht jünger ;) und so wie es sich anhört, möchtest Du Astronomie/das Beobachten längerfristig ausüben.
Teleskope kommen und gehen, bei mir sind es im Moment 7 Stück, aber die Montierung ist nicht nur das A&O, sie bleibt meist auch länger in Deinem Besitz.
Denke auch an die Beobachtungszeit.
Nicht nur von der Länge her, sondern denke auch an Dein persönliches Umfeld, Familie, Job etc.. Denn es wird am späten Abend, im Moment auch früher, und in der Nacht beobachtet.
Über Folgekosten scheinst Du Dir ja im klaren zu sein:
in späteren Jahren eine kleine Sternenwarte bauen
Auch Deine Erwartungshaltung, was Du denkst da Oben wie zu sehen, solltest Du überdenken.
Rein visuell ist farblich nicht wirklich viel los. Planeten zeigen Farbe, der ein oder andere Stern und auch ein paar Nebel, die aber nur mit viel Erfahrung und Übung im Beobachten.
Farbe kommt erst in Deiner angedachten Astrofotografie ins Spiel.

Gehe alles mit Ruhe und Geduld an. Lies Dich ein.
Das Equipment und erst die Sterne laufen Dir nicht weg.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Rata.

Die Idee/Erwartung die ich aus deinem Text herrauslese, das die Montierung evtl. mehr tragen kann, weil die Füße fixiert sind, oder der montierungskopf auf eine Säule kommt, ist NICHT richtig.

Die Tragkraft ist auf den Kopf mit seinem Getriebe bezogen.

Bei Deinem Budget könntest du mit einer EQ5 Synscan mit GoTo anfangen.

Aber fotografisch geht die bis max. 150/750. Also 6" f/5.

Auch trägt sie z.b. einen Mak um da mehr Brennweite für Planeten zu haben.
Z.B. einen 127/1500.

Viele Astrofotos sind aber auch großflächige Nebelregionen, wo man eher WENIGER Brennweite einsetzt.
Teils nur 200mm oder weniger.

Fotografisch kann man also auch mit ner EQ5 weit kommen.

Visuell wird's da aber auch nur max der 150/750 oder mit viel Geduld ein 200/1000.
Aber letzteres ist SEHR Grenzwertig.
Und bestimmt nicht gut für das Getriebe.

Grundsätzlich ist das teuerste aber auch wichtigste, die Montierung.
Bei deinem Budget wäre wie schon erwähnt alleine bei der Montierung Ende, wenn du zukunftsträchtig in eine EQ6 investiert.

Oder kleinere Brötchen backen.
Erfahrung sammeln und später wieder teuer in Brote investieren.

Die Qual der Wahl.
Gruß Markus
 
Lieben Dank für die Antworten,

ich bin fleißig am lesen und bilden.
Eine Frage hätte ich noch zur Nachführung..

Ich hab schon verstanden das Goto nicht gleich Nachführung ist. Bin allerdings verwirrt wenn ich mir die Nachrüstsets für verschiedene Montierungen anschaue.

Bei vielen gibt es nur eine goto Nachrüstung bei wenigen die Ra und Dec Motoren..

Wenn es nicht so viel verlangt ist, könnte mir jemand den Grundaufbau oder die möglichen Grundaufbauten nennen? Also Nachführung mit Ra und Dec Motoren, Autoguider etc?

Ihr habt echt ein Komplexes Hobby ^^ ich glaub ich werd mir mal Literatur besorgen, allein mit googel und die Sachen aus den Shops begreif ich das nicht.

Ich werd mir wohl eine Montierung für 20kg und mit Riemenantrieb besorgen die EQ6R oder so und den Rest dann Gebraucht zum Üben möglichst billig. Dann sollte ich wohl bei 2500 landen.. aber dafür Brauch ich mir später keine neue Montierung kaufen.

Oder ne billige Exos 2 ohne Motoren für 380,- Visuell rumstöbern später Nachführung dran und dann irgendwann die EQ6R.. hm

Was mir auch noch nicht so klar ist wenn ich im Stellarium probiere, der Bildausschnitt bei der jeweiligen Kamera in Verbindung mit der Optik durchs Teleskop.. wenn die Brennweite sehr hoch ist, die Optik Rund und das Bild Eckig gibt es dann Schwarze Ecken im Bild?

Ok ihr lacht, ich bestell erstmal paar Bücher ^^
Gruß Rata
 
Hallo Rata,

ein Buch für Einsteiger zu lesen ist sicherlich mal der beste Rat den Du Dir schon selbst gegeben hast. Wissen wirst Du nicht durch den Besuch von webshops aufbauen können.

Hast Du schon mal durch ein Teleskop oder Fernglas am Nachthimmel geschaut? Kannst Du von zu Hause beobachten oder brauchst Du mobiles Equipment? Ist die Sonne ein Thema, Planeten oder was möchtest Du konkret beobachten?

Was den Grundaufbau von Montierungen betrifft, hier wird Dir geholfen: Montierungen

CS, Thomas
 
Hallo Rata,

Ich hab schon verstanden das Goto nicht gleich Nachführung ist. Bin allerdings verwirrt wenn ich mir die Nachrüstsets für verschiedene Montierungen anschaue.
GoTo bringt Nachführung mit sich.
Von diesen Nachrüstsets halte ich persönlich nichts. Da bin ich auf die Nase gefallen, Das Set war einfach zu laut.

Bei vielen gibt es nur eine goto Nachrüstung bei wenigen die Ra und Dec Motoren..
Für die Nachführung brauchst Du nur einen Motor auf der RA-Achse.
Ob das jetzt für die zukünftige Astrofotografie ausreicht, kann ich nicht beurteilen.

Wenn es nicht so viel verlangt ist, könnte mir jemand den Grundaufbau oder die möglichen Grundaufbauten nennen? Also Nachführung mit Ra und Dec Motoren, Autoguider etc?
Wie gesagt eine GoTo Montierung bringt Nachführung mit sich.
Fürs Guding musst Du noch auf den passenden Anschluss dafür achten. Autoguider-Schnittstelle ST4.
Fürs Guiding wird ein dafür passendes Scope gebraucht und eine Kamera.
Da sind andere aber berufener was dazu zu schreiben.

Ihr habt echt ein Komplexes Hobby ^^ ich glaub ich werd mir mal Literatur besorgen, allein mit googel und die Sachen aus den Shops begreif ich das nicht.
Jep, da sagst Du was ;).
Literatur gibt es gute und ist sehr hilfreich.
Mit Theorie allein ist aber leider nicht getan. Sich das ganze Equipment mal "live und in Farbe" anzuschauen ist leider im Moment sehr schwierig.
Die oben aufgeführten Links sind auch sehr hilfreich.

Ich werd mir wohl eine Montierung für 20kg und mit Riemenantrieb besorgen die EQ6R oder so und den Rest dann Gebraucht zum Üben möglichst billig.
Die EQ-6 R ist eine feine Montierung.
Aber wie gesagt, ein ordentlicher Brocken.
Muss man sich wirklich überlegen. Transportabel nenn ich anders ;).

Oder ne billige Exos 2 ohne Motoren für 380,- Visuell rumstöbern später Nachführung dran und dann irgendwann die EQ6R.. hm
Manuell ist die Exos-2 zu gebrauchen (bei mir steht eine).
M.E. ist da aber mit einem 150/750 Newton visuell schon schluß.
Bei der bin ich mit dem Upgrade-GoTo-Kit auf die Nase gefallen. Ziemlich laut und am Handcontroller kann man das "Bestätigungs-Gepiepe" nicht leiser oder gar ganz abstellen. Das nervt scho, besonders auf dem Balkon.

Was mir auch noch nicht so klar ist wenn ich im Stellarium probiere, der Bildausschnitt bei der jeweiligen Kamera in Verbindung mit der Optik durchs Teleskop.. wenn die Brennweite sehr hoch ist, die Optik Rund und das Bild Eckig gibt es dann Schwarze Ecken im Bild?
Es gibt keine schwarzen Ecken im Bild.
Du nutzt ja bei einer DSLR zum "normalen" fotografieren auch verschiedene Objektive.
Dein Teleskop ist in dem Moment Dein Objektiv.
Es gibt verschiedene Varianten der Astrofotografie, da lies Dich auch mal ein.

Nach wie vor mein Rat, fang erst rein visuell an. Mach Dich mit dem dann vorhandenen Equipment vertraut. Lerne die Handgriffe, die im Dunklen sitzen müssen. Lern die Systematik kennen. Das Zusammenspiel von Montierung, Teleskop, Okular(en), Filtern... ... ...

Hier wird keiner über Deine Fragen lachen.
Du scheinst ja bereit zu sein Dir Wissen über Literatur, etc. anzueignen.
Selbst verstandenes und erarbeitetes ist alle mal besser als sich alles vorkauen zu lassen.
 
Hallo Rata,

Eine gute klotzige Montierung ist so einiges Wert, da kriegt man lange Linsenteleskope drauf, die wackeln da nicht. Das ist das authentische Pannetone zu Weihnachten. In Deutschland sagt man Guckelhupf in meiner Gegend in Süddeutschland. Also den richtigen, den guten!
Zwei Linser ED´s sind schön und mit Flattener photographisch wirklich Klasse. Kann ich nur empfehlen. Mit nem langen und kurzen hab ich genug.
150er Newtons mit 600mm sind auch schöne Teile, beim Foto Koma Korrektor Pflicht! sammeln gut Licht fürs Foto. DSLR´s laufen Prima dabei. Ich mag Spikes! Visuell geht auch noch. Visuell begeisterte gehen mehr zu den ab 20Zoll Spiegeln, Dobs.
Auf ner klotzigen Montierung gehst du auch gleich mal zu den RC´s, die sind auch Farbrein und hauen dich um mit gekühlten Astrokameras. Noch ein Reducer dazu und kannst wählen je nach wieviel Zoll du oben drauf hast. Bei der EQ6 hast du Freiheit dann und liegst gut entspannt. Pol Ausrichtung wirst du dann perfektionieren müssen. Da gibt es viele Mittel. Vom Drücken der Schraube bis zum Digitalen. Eine sehr gute Wasserwaage wird ein Vorteil.
Solche Montierungen wenn man sie zu pflegen weiß, halten sehr lange. Wenn man mechanisch angelegt oder interessiert ist kriegt man das locker Zustande, habe da keine Zweifel, murksen total verboten.
Wenn man dann über ein gewisses Alter dann geht bleiben dann immer mehr die Okulare mackelos, bei mir fang das bei den 45ern an, da kam dann auch die Brille, die mich immer noch nervt!
Da helfen auch nicht die Televues, mein Rezept wird so immer mehr der Sensor, und da passt die bekannte langjährig gepflegte Montierung sehr gut.
nimm dir die Sache gelassen, und mit viel Zeit, und lass etwas Raum für Investitionen die sich je nach Pflege und Hut auszahlen.
Lass dir noch sagen das ich aus Kindheit fasziniert bin vom All da oben, und seit Jahrzehnten von den Linsen und Spiegeln angesteckt bin.
Bin auch Handwerker mit grossen Händen, habe heute noch Überstunden gemacht ohne Ende, bin reif fürs Batterien recyclieren mit ner ordentlichen Mütze schlaf, morgen mehr.
Bei mir gibts nur einen, mich, sorry das mal so krass zu sagen. Wenn ich eine Lebenspartnerin hätte wäre auch eine kleine Montierung Ok, und immer schön gepflegt mein "Steckenpferd", so glaub ich wie man das auf gut Deutsch nennt.
Langfristig wie gesagt ist ne grosse Montierung die Basis aus dem Wohnzimmer, der Rest mit dem Guider gehört dazu.
Die Montierung langfristig gut gepflegt ist das Herz für dein Anbegehen, spare nicht!

Mit einem Gruss,
CS, Martin
 
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