Anfänger, Messier, Deep Skye, Hilfe

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Raidaleon

Mitglied
Hey,

ich habe neulich mein erstes eigenes Teleskop fertiggestellt. Ein 8" f/4 Dobson. Ich habe bis jetzt nur ein einziges Okular der Brennweite 23mm.
Leider habe ich bis jetzt überhaupt keine Ahnung vom Nachthimmel. Ich weiß nichts und kenne nichts. Nun habe ich es mir also zur Aufgabe gemacht nach und nach alle Messier Objekte zu finden und eine Liste/Logbuch darüber zu führen. Jetzt ist meine Frage, wie ich am besten an die Sache herangehe... Gibt es gute Literatur dazu, brauche ich einfach nur eine Sternenkarte, oder soll ich mir einfach die Messier Karte, die man auch auf Wiki findet ausdrucken? Wo fange ich an, wie fange ich an. Ich wollte definitiv mal im Forum hier gefragt haben, bevor ich irgendein teures Buch kaufe oderso. Als Student ist das keine zu verachtende Belastung für meinen Geldbeutel. Ich brauche eher Hinweise, wie ich vorgehen soll als ein Buch in dem alle Objekte aufgelistet sind mit atemberaubenden Fotos, die einem dann die Erwartungen viel zu hoch schrauben. Ich habe fast schon Angst diese tollen bunten Bilder anzuschauen, weil ich mir die echten Beobachtungen dadurch nicht kaputt machen will.
Ich wäre für Hilfe sehr dankbar.

Beste Grüße
Ruben
 
Moin Ruben,
ich kann dir z. B. eine drehbare Sternkarte empfehlen, oder lade dir die freie Software Stellarium herunter. Beide zeigen dir den aktuellen Sternenhimmel.
Als Alternative zu den schönen Photos, suche im Internet Mal nach Zeichnungen von Messier Objekten.

Viel Erfolg
 
Moin,

ich empfehle Dir dringend Dir eine Volkssternwarte oder einen Verein in der Nähe zu suchen, damit Du eine erste Einweisung erfährst und Dir nicht alles selbst erarbeiten musst. Wir können Dir im Forum zwar in einzelnen Fragen helfen, eine richtige Einführung ersetzt das aber auf keinen Fall.

CS
Jörg
 
Hallo Ruben,

als ich mich vor vielen Jahren begann für Messier Objekte zu interessieren, kaufte ich dieses amerikanische Buch. Damit ist es recht einfach nach und nach alle M Objekte aufzusuchen und zu beobachten. Mit 8" Newton, später auch mit 12" Dobson konnte ich auch in März/April Neumondnächten erfolgreiche Messiermarathons durchführen. Persönlicher Rekord waren 101 Messier Obkekte in einer Nacht. Dabei war mir zur Vorbereitung und Durchführung das Buch immer eine große Hilfe.
Clear Skies
Mike
20200623_063819.jpg
 
Hallo Ruben,

ich geh jetzt mal davon aus, dass Dein Dobson mit einem Sucher oder einem Telrad ausgerüstet ist.

Wenn das Geld knapp ist, da ist die erwähnte drehbare Sternenkarte wohl das günstigste.

Als Buch käme der Atlas für Himmelsbeobachter in Frage, der Karkoschka (Autor)/ Kosmos Verlag.
Da sind detaillierte Karten drin und die Fotos sind in schwarz/weiß. Ob da jetzt alle Messier-Objekte drin sind, keine Ahnung.

Alternativ halt Stellarium für den PC/Notebook, das kostet nicht's.
So weit ich weiß, kann man bei Stellarium den Himmelsausschnitt leider nicht ausdrucken. Könnte man mit einem Screenshot umgehen.
Da wäre das Carte du sciel, wird auch Skychart genannt, besser, da man dort Karten, meines Wissens nach, selbst ausdrucken kann.
Das Programm ist ebenfalls kostenlos.
So denn ein Drucker vorhanden ist, wäre das eine (relativ) kostengünstige Variante.

Alternativ, wenn ein Smartphone vorhanden ist, die Programme gibt es auch für Android. Ob alle entsprechenden Programme auf Smartphone/Tablett und für Android/iOS umgesetzt sind, weiß ich nicht. Es gibt aber eine Reihe kostenloser Planetariumsprogramme für das mobile Geraffel, so dass man sich am Himmel orientieren kann und die verschiedensten Konstellationen kennenlernen kann.

Wenn das alles nicht möglich ist, dann bleibt nur das Internet.
Aber da wirst Du auch nicht umhin kommen, dann das entsprechend Gefundene auszudrucken.

Grundsätzlich musst Du selbst herausfinden mit welchen Mitteln Du lernen willst Dich am Nachthimmel zurecht zu finden.
Da sind die erwähnten Volkssternwarten für die erste Einweisung, den ersten Schubs ;), sehr hilfreich. Ich stehe auf dem Standpunkt sich das dann nach und nach selbst zu erarbeiten. Alles vorgekaut zu bekommen... ....
Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann ;).
Auffindemöglichkeiten/-hilfsmittel gibt es reichlich, da ist sicherlich etwas geeignetes für Dich dabei, so das auch Dein Geldbeutel nicht zu sehr strapaziert wird.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Ruben,

eine drehbareSternkarte ist gut, um sich einen Überblick zu verschaffen, welche Sternbilder gerade gut sichtbar sind. Zum Auffinden einzelner Messier Objekte meiner Meinung nach nicht geeignet.

Ich persönlich nutze Stellarium am PC und von Stoyan DS Reiseführer und Atlas.

ABER
Das größte Problem am Anfang ist die Objekte überhaupt zu erkennen! Ich weiß noch wie ich an M31 schier verzweifelt bin, bis ich geblickt habe, dass ich mit meinem Gerät nur so ein kleines Wattebäuschen sehen konnte - letztlich nur den Kern des AndromedaNebels. Den AndromedaNebel sieht man nämlich nur unter dunkelstem Himmel in seiner ganzen Pracht.

Leider vermittelt kein Buch, das ich bisher gesehen habe wirklich, welche Objekte am einfachsten zu finden und zu betrachten sind. Damit sollte man nämlich anfangen, denn das Erkennen und Betrachten der Objekte lernt man mit der Zeit.

Ich gebe Dir einfach mal meine Empfehlung für die aktuell am leichtesten zu findenden und am einfachszen zu betrachtenden Objekte mit:

1. M57 in der Leier. Sehr einfach zu finden und gut zu betrachten
2. M13 als Kugelsternhaufen sehr schön
3. M81/M82 dirch die Kombination einfach zu finden

Ich muss dazu sagen, dass ich kein Freund von offenen Sternhaufen bin - da gibt es sicher noch einiges.

Viel Erfolg und Glückwunsch zum selbst gebauten Teleskop!

CS.Oli
 
Hallo Ruben,
mit dem Dobson den Messierkatalog abzuarbeiten kann eine Menge Spaß machen, aber einige Objekte sind recht lichtschwach, sodass sie nicht so einfach zu finden sind. Programme und Apps sind bei der Vorbereitung sehr nützlich, denn so weißt Du was Du wann und ungefähr wo in Deiner Beobachtungsnacht mit Deinem Teleskop sehen könntest.
Die elektronischen Helferlein sind jedoch in der Nacht nur dann sinnvoll, wenn das Display konsequent auf schwaches Rotlicht eingestellt werden kann. Jegliches Licht mit anderer Farbe außer Rot, und sei es noch so schwach, behindert beim Beobachten von DeepSky-Objekten massiv. Manche Objekte sind nur mit guter Dunkeladaption überhaupt sichtbar. Daher sind Karten, mit schwacher Rotlichtlampe beleuchtet, klar im Vorteil. Auch der Sucher ist recht wichtig.
Sucherfernrohre sind nicht jedermanns Sache, ich hatte so meine Schwierigkeiten damit.......
Das hat sich sofort geändert, als ich einen Telrad-Sucher angeschafft hatte.
In Verbindung mit dem DeepSky-Reiseatlas ist das Auffinden der Objekte viel einfacher, als mit normalen Sternkarten.
Der Telrad-Sucher zeigt beim Durchsehen drei rote Kreise, die 0,5°, 2° und 4° am Himmen darstellen.
Im Reiseatlas sind dann Wegweiser zu den Objekten zu finden, die mit genau diesen Kreisen arbeiten. Ein sehr einfach zu findendes Objekt wird als Ausgangspunkt genommen, und dann wird mit Hilfe der Kreise bewegt.
Z.B. "4° Richtung 5 Uhr". Dann hast Du das Objekt mit ziemlich großer Sicherheit bereits im Blickfeld Deines Okulars.
Ob Du es dann auch erkennst, hängt manchmal tatsächlich von Deiner Dunkeladaption ab.
Einmal kurz E-Mails checken, und viele Objekte sind einfach weg.

Viel Spaß mit Deinem Eigenbau! (Zeigen!)

CS

Dietmar
 
Lieber Ruben,

falls kein erfahrener Sernfreund zur Hand, empfehle ich grundsätzlich gedruckte Atlanten für Einsteiger (z.B. Oculum Deep Sky Reiseatlas, Erich Karkoschka "Atlas für Himmelsbeobachter"). Diese sind günstig und bieten nur eine kleine Auswahl an Objekten. Kurze Beschreibungen zu den Objekten helfen unter Umständen.

Ansonsten kann ich dir sehr empfehlen, dich nach Sternfreunden in deiner Nähe umzuschauen. Ich selbst habe schon mehrfach Einsteiger in die visuelle Astronomie eingeführt, was für sie eine sehr große Hilfe war. Manchmal ist es nicht nur das Finden der Objekte, sondern diese im Okular zu erkennen. So ist z.B. der planetarische Nebel NGC 7662 (Blauer Schneeball) sehr hell, wurde aber schon vom Anfänger einfach übersehen bzw. für einen Stern gehalten.

Liebe Grüße,
Robert
 
Hallo Ruben,

das was Oli und Dietmar schreiben ist vollkommen richtig.
Man muss das sehen/beobachten lernen.
Ich bin mir persönlich zu hundert Prozent sicher, dass ich zu Anfangs und sicherlich jetzt auch noch gelegentlich (bei noch nie beobachteten Objekten) die Objekte schlicht nicht erkenne, eine andere Erwartung habe/hatte. Ob nun manuell oder mit GoTo aufgesucht, spielt da für mich keine Rolle.
Das Auffinden muss natürlich auch geübt werden, mit den ganzen hier schon aufgeführten Hilfsmitteln, da hauen auch die Meisten wohl nicht wirklich absolut daneben, aber dann das sehen/beobachten ist vom Seeing, der Transparenz, der Dunkeladaption und auch von der Erwartungshaltung abhängig. Ob man sich da verkneifen sollte sich die tollen Bilder anzuschauen, ich weiß nicht recht, man sollte einfach im Hinterkopf halten, das man mit seinem Teleskop, mit seinen eigenen Augen beobachtet.

Z.B. mit meinem 120/1000 Refraktor FH habe ich zum verrecken M81 und M82 nicht gefunden/gesehen.
Dann mit dem später angeschafften C8 hab ich sie gesehen und beobachtet.
Dann den 120/1000-er hergenommen und siehe da ich konnte M81 und M82 sehen.
Aber es sollte klar sein, dass C8 und 120/1000-er zwei ganz verschiedene Teleskope sind.
Durch den C8 habe ich gelernt auf was zu achten ist, was mich erwartet.

Fang mit helleren Objekten an.
Kugelsternhaufen sind da prima. Da bekommst Du ein Gefühl dafür, wie es da Oben aussieht.

Wie Oli konnte ich Anfangs mit offenen Sternhaufen auch nicht's anfangen, aber mittlerweile hab ich da ein paar Lieblingsobjekte.
Sowohl im Refraktor wie im C8.

Ich würde mir, wie schon oben erwähnt, auf Dauer für Deinen Dobson ein Telrad oder die Alternative von Omegon, den Radiant (preiswerter) und den Deep-Sky Reiseatlas, später dann den Deep-Sky Reiseführer, anschaffen.
Diese Investitionen lohnen sich wirklich.
 
Achtung dies ist nur meine persönliche Meinung und spiegelt meine eigene Situation als ehemals Student wider.


Mach alles selbst. Kauf gar nix. Du bist Student? Du hast keine Kohle so wie ich auch keine Kohle hatte? Du hast dir nen Teleskop selbst gebaut. Mega geil - da bin ich neidisch drauf.
Wer sich ein Teleskop selbst bauen kann, kann sich auch alles andere erschließen.

Ich möchte hier in keinster Weise die Leute angreifen, die sagen lies möglichst viel und lass dir alles zeigen / vorkauen.

Aber du machst dir damit dein ganz eigenes persönliches Abenteuer kaputt. Mach einfach drauf los. So hab ich es auch gemacht. Ich bin weder gestorben dabei noch habe ich 10.000€ in den Sand gesetzt. Auch ist mein erstes Uralt Teleskop nicht explodiert, als ich es versuchte aufzubauen. Wissenschaft lebt durch Probieren und Versagen. Schreibe dafür deine ganz eigene Probier und Versage Geschichte.

Und ganz wichtig - so wie du es wohl vor hast - beschäftige dich erst mit den Basics, dann kommt die Hightech.

LG S
 
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