Anfängerteleskop bis 300€ auch gebr. und Fragen

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Britzi

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Hallo,
ich bin ein kompletter Neuling mit 0 Vorerfahrung und suche nun ein Teleskop für mich! Was könnte man mir empfehlen?
Wichtig ist mir eigentlich, das man auch was damit machen kann und wenn möglich eine große Vergrößerung.
Ist alles leicht gesagt, wichtig ist mir halt, das man viel auch in der weite entdecken kann oder auch viele Details scharf sehen kann. Sicher ist mir bewusst, das es natürlich ein Preislimit gibt!
Nun habe ich allerdings auch noch Fragen, um so größer die Öffnung und so mehr Licht fällt ein und umso größer ist das Blickfeld. Aber wie ist es mit der Brennweite, ist die nicht eigentlich egal? Ich weiß aus dem Physikunterricht, was es ist, aber weiß nicht genau was da besser und was schlechter ist! Und viel schwärmen hier von Motoren für ihre Teleskope, aber ist das nicht eigentlich nur Spielerei oder was hat es damit aufsich?

Danke
Britzi
 
Hi Britzi,
Dir jetzt und hier ein spezielles Teleskop zu empfehlen ist nicht machbar.
Ich empfehle Dir die Einsteigerseiten von www.teleskop-service.de und www.intercon-spacetec.de. Dort findest Du viele Informationen rund ums Teleskop, die Dir weiterhelfen. Auch gut ist das Sterne undWeltraum Heft Mein Teleskop. Meist findest es am gut sortierten Kiosken z.B. am Bahnhof.
Auch einige Sternfreunde hier haben tolle EinsteigerSeiten auf Ihren HPs. Schau mal in deren Profile. (einfch auf den Namen klicken).
Danach wirst Du zumindest genauere Vorstellungen haben was das Scope kann bzw. können soll und was machbar ist.
Zahllose Antworten zu dem Thema findest Du natürlich auch hier im Einsteigerboard. Es lohnt sich diese zu lesen.
CS
 
Hallo Britzi,

Du solltest zunächst Vorerfahrungen machen, um überhaupt eine Zielrichtung für das Anforderungsprofil einer anzuschaffenden Primäroptik festlegen zu können.

Genauso wie bei Kraftfahrzeugen (vom Mofa über Kleinwagen bis zum Sattelschlepper oder Rennwagen...) gibt es für jedes Einsatzgebiet in der Astronomie geeignete Teleskope. Sicherlich gibt es auch relative Universal-Geräte, doch vor der Anschaffung sollte man wissen, was das dann kann, worauf zu achten ist und wo die Grenzen liegen. Dein Wunsch nach Beratung ist so zunächst unmöglich zu erfüllen. Nur eine Investitionsgrenze und Hochvergrößerungswunsch klingt - in der Analogie zu Kraftfahrzeugen etwa so: Ich hab X Euro und will möglichst viel PS - was soll ich mir holen? Da könnte man antworten: Rennwagen oder auch 40-Tonner-Zugmaschine, haben beide reichlich Leistung, aber doch recht unterschiedliche Einsatzgebiete... Verstehst Du?

Da Du schreibst, daß Du keinerlei Vorerfahrung hast, ist es wohl auch wenig sinnvoll, Dich jetzt mit Nachfragen zu überhäufen, die Dir vielleicht nichts wirklich sagen (z. B. Himmelsqualität? Beobachter-Max-AP? Eher DeepSky oder Planeten? Montierung? Transportabilität? Foto-Option? Digital oder chemisch? Web-Cam, Astro-Digicam oder Consumer-Digicam?...).

Ich würde Dir empfehlen, geh in eine öffentliche Sternwarte und schau Dich um, sprich die Leute dort an, nimm Kontakt zu anderen Sternfreunden auf, beobachte mit diesen durch deren Geräte, im direkten Dialog wirst Du viel lernen und dann bald wissen, in welche Richtung Du starten möchtest.

Kontaktaufnahme ist gut möglich über das hiesige Treffpunktforum oder über das GAD (auf der Hauptseite von astronomie.de einige Punkte unter "Diskussionsforen" ist der Link "GAD - Vereine suchen").

Alles Beste für den weiteren Einstieg und

klare dunkle Nächte mit stillsitzender Luft höchster Durchsicht wünscht

Matthias.
 
Hallo Britzi,

also aus eigener Erfahrung kann ich folgendes sagen:
Ein optimales, preisgünstiges Teleskop, welches alle Bereiche gleichermaßen abdecken kann, gibt es nicht.
Man wird immer mit einem Kompromiss leben müssen. Am Anfang denken viele, dass eine möglichst hohe Vergrößerung das Maß der Dinge sei, um möglichst viele Details entdecken zu können. Viel wichtiger ist aber eine möglichst große Öffnung, denn in erster Linie soll ein Teleskop Licht sammeln (quasi als riesige Pupille). Dies bringt wiederum Detailauflösung. Die Brennweite ist dahingehend wichtig, ob man eher Planeten (große Brennweite besser) oder eher Deep Sky Objekte( Sternhaufen, Galaxien, Gasnebel etc.) beobachten will. Hier wäre eine eher kürzere Brennweite bei größerer Öffnung eventuell besser. Das Verhältnis von Öffnung zu Brennweite entscheided unter anderem darüber, wie lichtstark ein Gerät letztendlich ist, und welchen maximalen Himmelsausschnitt man sehen kann. Das Öffnungsverhältnis begrenzt auch die sinnvollen Okularbrennweiten nach oben und unten. Letztendlich entscheidet auch der Standort über das Gerät. In vielen Fällen kann man in der Stadt eine große Öffnung nicht richtig nutzen. Hier wäre vielleicht ein kleiner Refraktor besser.
Vor ca. 1 1/2 Jahren war ich auch blutiger Anfänger. Als erstes habe ich mir ein Buch über die Sternkonstellationen besorgt und mich am Himmel kundig gemacht. Danach habe ich mir im Fachhandel ein 114/900 Newton auf einer EQ3-Montierung zugelegt (neu ca. 300EUR). Damit kann man schon richtig gut Mond, Saturn, Jupiter, den Orionnebel, diverse offene Sternhaufen und vieles mehr beobachten. Außerdem ist dieses Gerät (Auto vorausgesetzt) noch sehr gut transportabel. Eine motorische Nachführung hielt ich zu Anfang auch für reine Spielerei. Nach zwei Beobachtungsnächten habe ich mir jedoch sofort einen Nachführmotor besorgt. Du kannst, je nach verwendetem Okular davon ausgehen, dass ein Objekt ganz grob zwischen 1 und 3 Minuten braucht, um aus dem Blickfeld ganz herauszuwandern. Man kann also ohne Nachführung locker zuschauen, wie z.B. ein Planet aus dem Gesichtsfeld abhaut.
Das nervt mit der Zeit ziemlich, besonders wenn man fotografieren will. ALso ich persönlich halte das 114/900 Newton für ein ziemlich gutes Allrounder Einstiegsgerät, mit dem man längere Zeit Freude haben kann. Diese Geräte gibt es immer wieder gebraucht oder auch neu recht günstig.
Vorsicht bei schlecht beworbenen Angoboten bei Online Auktionen. Als super hilfreich und umfassend kann ich auch das Special Basic 2 "Mein Teleskop" von Sterne und Weltraum empfehlen. Da steht in geballter Form wirklich alles über Teleskope, Brennweite, Okulare, Peilsucher uvm. drin.
Super ist auch die Seite von "www.teleskop-service.de"
Ich habe übrigens fast ein Jahr mit meinem 114er Newton beobachtet. Aber, wenn es einem gepackt hat, will man irgendwann mehr. Dann braucht man auch eine größere Montierung, Okulare, event. Bino und..und...und.
Übrigens habe ich fast sämtliche Aufrüstungen hier im Gebrauchtforum erstanden und immer gute Erfahrungen gemacht.
Zur Zeit habe ich ein C8 auf einer EQ6 und einen 120/600 Rich-Field Refraktor.

Viele Grüße
Rolf
 
Hallo,

ich kann mich meinen Vorrednern im großen und ganzen nur anschließen und Dir empfehlen eine Volkssternenwarte aufzusuchen oder hier im Board Treffpunkte mit Leuten aus Deiner Näche etwas auszumachen.

Die Öffnung hat nichts mit dem Blickfeld zu tun. Ich unterstelle Du meinst den Himmelsausschnitt den Du im Okular siehst. Dieser errechnet sich grob mit

WGf = EGf / X

wobei WGf der sichtbare Ausschnittswinkel am Himmel ist, EGf das Eigengesichtsfeld des Okulars und X die Vergrößerung. Sehr maßgeblich am Gesichtsfeld spielt also die Vergrößerung mit. Okulare haben verschiedene Eigengesichtsfelder, einfache Plösselokulare haben etwa 50° oder Weitwinkel bis zu 82°.

Nicht überall spielt Weitwinkel eine so erhebliche Rolle als daß man nicht mit kleineren Ausschnitten zufrieden ist, so haben z.B. klassische Planetenokulare deutlich kleiner Eigengesichtsfelder als Plösselokulare.

Die Brennweite eines Gerätes kommt bei der Vergrößerung ins Spiel. Diese errechnet sich zu

X = BWg / BWo

wobei BWg die Brennweite des Geräte und BWo die Brennweite des Okulars ist. Rein theoretisch würde es also keine Rolle spielen welche Brennweite ein Gerät hat wenn man ein entsprechendes Okular findet um die gewünschte Vergrößerung zu erzielen, was in der Praxis allerdings nicht so ohne weiteres erhältlich ist.

Beim Teleskop ist nicht die Vergrößerung sondern das Lichtsammelvermögen wichtig.

Geräte mit langen Brennweiten werden in Ihren Ausmaßen deutlich größer als wie der Name schon sagt kurze Geräte, also Geräte mit kurzen Brennweiten. Geräte mit kurzen Brennweiten z.B. f4 erreichen bereits mit 28mm-Okularbrennweite eine AP (=Ausrittspupille) von 7mm. Das ist das was mit dem Auge in jungen Jahren möglich ist. Größere Austrittspupillen hätten nur zur Folge, daß man die Geräteöffnung nicht mehr nutzt, mehr Licht als das was auf die Pupillenfläche trifft kann nicht verwertet werden.

Hohe Vergrößerungen bis zu einer AP von 0,5 werden am Planeten oder zur Trennung von Doppelsternen eingesetzt. Hier haben kurzbrennweitige Geräte eindeutig Nachteile. Ein f4-Newton ist schwieriger zu justieren als das ein f5 ist. Die Spiegel die ich mit f4 kenne taugen durch die Bank nicht zur Planetenbeobachtung. Refraktoren verursachen bei kurzen Brennweiten und hohen Vergrößerungen einen Farbfehler, wenn keine speziellen Gläser verwendet werden, die sehr teuer sind. Kurze Optiken stellen auch erheblich Ansprüche an die einzusetzenden Okulare, was sich deutlich in der Kasse niederschlägt.

Newtons zwischen f5 und f6 sind so in etwa die goldene Mitte und vielseitig einsetzbar, stellen nicht allzuhohe Anforderungen an die Okulare und sind ganz passabel im Handling. Ich denke am Anfang wirst Du Dich in der Richtung orientieren. Du solltest Dich vorher nur vergewissern was Du damit siehst, wie kalt und wie dunkel es wirklich ist.

CS
Adrian
 
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