Anschaffung eines Fernglases: Oberwerk, Miyauchi

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Antoine

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Liebe Sternfreunde,

ich möchte mir neben meinem C-11 ein Fernglas für die "schnelle" und unproblematische Beobachtung des
schönen Sternenhimmel anschaffen.
Ich will meinem Hobby auch in den Ferien nachgehen, wo manchmal ein kleines Gepäck angesagt ist.

Ich habe ein günstiges Glas von Oberwerk gesehen (Oberwerk 20x80mm Deluxe Binocular) und ein teureres Miyauchi(15x60).
Ich besitze schon ein Zeiss 8x30, dass für die Sternbeobachtung nicht so gut geeignet ist.

Könnte mir jemand einen Tipp geben, betreffend dieser Anschaffung oder kennt jemand das Oberwerk Glas, bzw. das Miyauchi ? Ist das Glas 15x60 ausreichend oder sollte man auf 20x80 gehen ?

Besten Dank für alle Infos.

Clear Skies

Antoine
 
Auf dem BTM habe ich das Miyauchi 15x60 einige Zeit getestet und fand es optisch und mechanisch ziemlich gut. Auch der 45 Grad Schrägeinblick ist meiner Ansicht nach ein riesiges Plus gegenüber anderen geradsichtigen (großen) Ferngläsern.
 
Hallo Antoine,

mal vom Preis abgesehen, würde ich das Miyauchi favorisieren. Das Fernglas ist erstaunlich leicht und der 45 Grad Winkeleinblick ist ein dicker Pluspunkt. Das 20x80 dürfte um einiges schwerer sein und dementsprechende Anforderungen an ein Stativ stellen. Zudem braucht man für einigermaßen bequemes Beobachten ein Stativ mit Ausleger (wie die in USA üblichen Parallelogramm-Montierungen). Ansonsten bekommt man in mittleren und großen Höhen schnell Genickstarre. Leider sind solche Montierungen hierzulande bei keinem der mir bekannten Händler zu bekommen. Dann bleibt nur Direktimport oder Eigenbau. Der bequeme Einblick in das Miyauchi macht einiges der fehlenden Öffnung wieder wett. Auch kommt man mit einem normalen (einigermaßen stabilen) Fotostativ aus, was Transport und Nutzung einfacher gestaltet. Das einzige was mich am Miyauchi 15x60 stört, ist das begrenzte Sehfeld von etwas mehr als 3 Grad. Gute 15-fache Geradsicht-Ferngläser bringen es immerhin auf 4 bis 4,5 Grad. Ich bin aber trotzdem nahe dran, mir das 15x60 zu kaufen. Momentan überlege ich noch, ob ich nicht gleich zu der 22x60 Variante greifen soll. Das reale Sehfeld ist fast das gleiche, aber die Weitwinkelokulare steigern den Spaß an der binokularen Beobachtung erheblich.

Frank.
 
Hallo Frank,
bei dem eingeschränkten Gesichtsfeld hatte ich auch meine Bedenken (normalerweise habe ich beim Fernglas 67 Grad zur Verfügung), tatsächlich hat mich das aber erstaunlich wenig gestört - vielleicht lag's an der "festen" Aufstellung in Verbindung mit dem überaus angenehmen Einblick, vielleicht bin ich aber doch nicht so "verwöhnt" wie ich znächst annahm. Trotzdem hätte ich die 22er Okulare gerne noch "gegengetestet" - wie man hört ist's da aber mit der Randschärfe dann schon kritisch. Und dieses Problem gab's bei 15-fach ganz und gar nicht.
 
In der Tat...

Hallo Frank,

seit ich für mein 77er die 30er Okus angeschafft habe, liegen die 20er (eben aus den von Dir angeführten Gründen) eigentlich nur noch 'rum... ich weiß allerdings nicht, ob es überhaupt möglich ist, das Glas gleich mit den den Wechselokus zu kaufen und die Standardteile wegzulassen. Was die Randschärfe angeht, tun sich beide Vergrößerungen nix, die chromatische Aberration hingegen ist bei 30fach doch schon merklich auffälliger... aber Mond und Planeten gucke ich sowieso mit was anderem.

Clear skies, Michael
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: In der Tat...

> ich weiß allerdings nicht, ob es überhaupt möglich ist, das Glas gleich mit den den Wechselokus zu kaufen und die Standardteile wegzulassen

Hallo Michael,

laut Intercon-Spacetec kann man zumindest das 60-er Modell gleich mit 22-facher Vergrößerung ordern. Dafür kostet es gleich 50 Euro mehr wie die 15-er Standardversion. Ob das bei dem 77-er auch möglich ist, kann ich nicht sagen. Momentan habe ich ein Auge auf das 22x60 geworfen. Sollte es dieses Jahr Weihnachtsgeld geben, dann wird's vielleicht doch noch das größere Brüderchen. Erst mal schau'n, was der Kontostand dazu sagt ... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" /> ... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />

Frank.
 
stimmt wohl

Hallo Karsten,

das mit der nachlassenden Randschärfe habe ich auch schon gelesen. Aber der Tick mehr Vergrößerung ist auch nicht zu verachten. Interessant ist diesbezüglich der Bericht von Christian Losch zum Miyauchi 15x60. Da muß wohl jeder für sich selbst abwägen, was mehr zählt: Randschärfe und größere AP oder die höhere Vergrößerung bei kleinerer AP. Die 248 Euro Aufpreis für die 22-fachen Wechselokulare wollte ich mir eigentlich nicht antun. Persönlich ziehe ich die WW Okulare vor, auch wenn's nicht so randscharf ist.

Frank.
 
Fazit: Anschaffung eines Miyauchi

Besten Dank an alle, die mich bei dieser schwierigen Entscheidung unterstützen.
Ich werde mir in den nächsten Wochen mit dem Miyauchi 15x60 und dem grösseren Bruder beschäftigen.
(Gibt wieder schlaflose Nächte..)

Ein Danke schön an alle Sternfreunde und ..

Clear Skies

Antoine
 
Re: stimmt wohl

Hallo Frank,

ich hab' gerade Christians Bericht gelesen und kann ihm eigentlich nur beipflichten... meine Eindrücke sind ziemlich ähnlich.

Ich würde sogar meinen, daß (in meinem Fall bei'm 77er) 30x trotz kleinerer AP in Punkto Deep-Sky nicht nur gleichzieht, sondern (auch wg. abgedunkeltem Himmelshintergrund) eher noch die Nase vorn hat.

Den Farbfehler würde ich etwas stärker einschätzen als er, aber das dürfte in den 17mm mehr Öffnung und stärkerer Vergrößerung begründet sein... mein 15x60 weist schließlich auch kaum Farbfehler auf.

Mit der Randschärfe habe ich bei der höheren Vergrößerung eigentlich keine Probleme, ich würde sie z.B. im Vergleich zu einem 8x56 Dialyt als sogar noch merklich geringer einschätzen.

30fach ist auch für viele Objekte eine ausgezeichnete Vergrößerung, M81/82 oder die Mitglieder des Virgohaufens machen sich darin besonders gut...

Über die [zensiert]ie, den Handgriff (bei den alten Geräten) nicht gleich als Peilsucher zu bauen, habe ich mich auch schon weidlich geärgert - bei 30x und mit dem Schrägeinblick ist man da doch ziemlich verloren - wenn man den Handgriff abbaut, bekommt man aber ein kleines "Plateau", auf dem sich ganz gut ein Leuchtpunktsucher befestigen läßt.

Da fällt mir übrigens ein, daß ich letztes Jahr die Mondfinsternis in dem Gerät verfolgt habe - binokular ein tolles Spektakel, vor allem an den imposanten Farbeindruck erinnere ich mich noch gut...

Clear skies, Michael
 
Oberwerk-GF's

Sacht mal Leute,

gibt es denn in D oder zumindest in Europa überhaupt Oberwerk-Händler?

Ich bin ja der Meinung, die Teile gibt es nur in Nordamerika, aber nicht hier.
 
Re: Anschaffung eines Fernglases: überhaupt

was willst Du sehen?
Nebel, schwache Sterne, Milchstraße bei tollem Himmel (>5):
dafür habe ich das Danubia 11x80, geht auch noch freihand
mit etwas Übung (Bauchatmung) bei mehr Geld ist wohl das
Fujinon 10x70 besser.

Andromeda, Mond, Planeten, Stativ:
Tento 20x60 ist recht gut und billig (75° Okulare, habe ich selbst, ist gut wenn gut kollimiert), Zeiss Jena Pentekarem 15x50 ist sicher auch nicht schlecht und bezahlbar (kenne ich aber nicht)

Prinzip: für höchste Empfindlichkeit Pupille 7 (7x50, 11x80) braucht aber wirklich dunklen Himmel -
Für normalen Himmel eher Pupille 3 und mehr Vergrößerung
(Tento 20x60)
45° Einblick braucht Sucher und erübrigt sich bei genügend
hohem Stativ (2m) oder Liegestuhl.

Gruß
 
Re: hm...

Hallo Hanz,

bei einem genügend hohen Stativ kommt man zwar bequem unters Fernglas, aber der Winkel bleibt ja gleicht, so daß es trotzdem sehr unbequem ist. (Genickstarre)
Mit einem Liegestuhl ist es bestimmt viel bequemer, da man ja dann direkt nach obens in Zenit schauen kann.... aber im Winter auf einen Liegestuhl legen ..?? :-)
Also für mich kommt bei einem Großfernglas nur noch eins mit Schrägeinblick in Frage... hatter vorher ein Fujinon 16x70.
Grüße
 
Re: Ferngläser, gerade oder mit Schrägeinblick

Du beobachtest wohl hauptsächlich im Sitzen mit Stativ und viel im Zenith (beste Sicht in der Stadt)- dafür sind die
45 und 90° Ferngläser natürlich ideal - ich beobachte mit Ferngläsern praktisch nur freihand, 30km von Mannheim
und auch viel am Horizont (Skorpion, Schütze usw.) und das geht nur mit geradem Einblick. Wie kommst Du bei den
"Winkelgläsern" ohne Sucher aus? Ich habe mir ein Foto-600er Spiegelobjektiv mit 45° Amiciprisma ausgebaut
und finde damit überhaupt nix (Vergrößerung 20fach, allerdings Gesichtsfeld nur ca. 40°).
Klare Nächte
Im Zenith ist natürlich ein Geradsicht-Fernglas nicht optimal, aber man kann ja warten - nach 2Std ist das Objekt
aus dem Zenith raus.
 
Re: Ferngläser, gerade oder mit Schrägeinblick

Hallo Hanz,

ja, ich beobachte hauptsächlich mit einem Stativ, aber im Stehen (außer manchmal im Sommer). Freihändig benutze ich ein 7x50. Wenn Du meistens am Horizont beobachtest, dann klappt das ja ganz gut, mit Ferngläsern mit geradem Einblick :-)).
Ich werde mir erst eins mit schrägeinblick zulegen, aber die Sache mit dem Suchen... da hast Du Recht, wird nicht einfach sein.
Klare Nächte und Grüße.
 
Re: Anschaffung eines Fernglases: überhaupt

Das Tento 20x60 kann ich nur empfehlen. Bei aufgehelltem Himmel wird man mit kaum einem anderen Glas mehr sehen als mit diesem, wie ich im direkten Vergleich mit dem Fujinon 10x70 und dem Leica 10x50 feststellen konnte. Aufgrund seines geringen Gewichts und seiner langen Bauart ist es aufgestützt auch freihändig zu nutzen (mach' ich fast nur).
Stefan
 
Liebe Sternfreunde

Jetzt ist es soweit!

Ich habe das 20x80 Oberwerk "Monster-Glas" erhalten und auf den ersten Eindruck sieht alles sehr solide aus. (Ist ein Riesending! Wiegt ca. 3,2 Kilo!)

HIER EIN BILD ALS VERGLEICH MIT EINEM 8 x 30 FERNGLAS :

Link zur Grafik: http://www.geocities.com/julianowens//oberwerk1.jpg

Das Gehäuse ist aus Metall und hat ein Weiss-Grauer Finish. Die schwarzen Taukappen sind aus Aluminium und können abgeschraubt werden.

Die Verarbeitung ist Made in China, wobei man sagen muss, dass mir diese auf den ersten Eindruck eher überdurchschnittlich vorkommt. (Massives Gehäuse aus Vollmetall !)
Einzig alleine bei der Materialwahl für den Fokussierknopf und die Okular-Ringe hätte man statt dem billigen Plastik einen besseren Kunststoff verwenden können. Die mitgelieferten Okularmuscheln sind i.o. Man kann die Gummi-Augenmuscheln mit Seitenlichtblende einfach abnehmen und ohne diese durch das Glas schauen, wobei für Brillenträger besser zusätzliche Gummi-Augenmuscheln gekauft werden sollten. (ca. 10 Euro) Der Augen-Okularabstand ist mit ca. 18mm sehr angenehm und bietet auch die Möglichkeit mit Brille beobachten zu können.


TEST BEI TAGE!

Die Optik ist auf den ersten Blick für diese Preisklasse wirklich hervorragend.
Die grüne Mehrschichtvergütung liefert klare helle Bilder mit hohem Kontrast, ohne störende Reflexe und Doppelbilder, wobei nur diverse Autoscheinwerfer und einige Spots bei Vitrinenbeleuchtungen beobachtet werden konnten.

Das Fokussieren, dass über einen Aussen-Mitteltrieb stattfindet, geht bei Tage ohne Probleme und präzise von statten und es besteht zudem noch die Möglichkeit auf dem rechten Okular ein Dioptrien-Ausgleich vorzunehmen. (Die Okulare sind über eine Brücke miteinander verbunden, die durch Drehen des Fokussierrades vor und zurück bewegt werden.) Man darf den Scharfstellungsmechanismus nicht den guten Ferngläser gleichstellen, da die Mechanik schon noch was zu wünschen übrig lässt. Dieses Glas ist halt kein Zeiss, Leica, Minolta, etc.!

Für dieses 20X80 Feldstecher wurde ein BAK-4 Prisma verwendet, das sich im Gesamt-Linsensystem mit einer erhöhten Sehschärfe bemerkbar macht und bei Tage zu einem starken Kontrast führt. (Bin mal gespannt auf den Dämmerung und Sterne-Test…)

Die Austrittspupillen sind aus ca. 30 Zentimeter Entfernung als scharf umgrenzte helle Kreise erkennbar und messen ca. 4mm, was den Versprechungen des Herstellers, bzw. der Distributionsfirma entsprechen würde. Das Gesichtsfeld wird mit 3.5° angegeben, was auch in etwa stimmen dürfte.
Der Objektivdurchmesser (Freie Öffnung) beträgt ca. 80mm und durch eine 20-fache Vergrösserung rückt ein 1 Kilometer entferntes Objekt in eine visuelle Nähe von ca. nur 55 Metern Distanz! Der Mindestabstand wo man noch Scharfstellen kann ist ca. 16-18 Meter. Der Augenabstand kann auch ohne weiteres eingestellt werden.
Kleinere Black-outs wurden festgestellt, falls man mit dem Auge versucht auf den Rand zu schauen, wobei dieses Phänomen ein wenig ausgeprägter ist als bei teureren Geräte. (Sind halt keine Nagler Okulare….) Mal sehen wie sich das bei Nacht auswirkt. Ich habe am Stück ca. 15 Minuten beobachtet, wobei meine Augen nicht ermüdet sind.
Die Randschärfe ist durchschnittlich, wobei man nur in den äusseren Bereichen einen Unterschied zum scharfen Mittelfeld ausmachen kann.

Als Montierung habe ich ein gewöhnliches Photo-Alustativ genommen und mit dem mitgelieferten Schraub-Gegenstück das 3.2 Kg schwere Glas festgemacht. (Passt zu jedem handelsüblichen Stativ) Bei der Tagesbeobachtung habe ich keine besonderen Vibrationen festgestellt.

Nach dem ersten Test, kann ich ohne weiteres behaupten, dass dieses Oberwerk 20 x 80 Glas eine gute Leistung für einen vertretbaren Preis bietet, wobei ich auch positiv überrascht wurde, da ich ein schlechteres Fernglas erwartet hätte.
Das Glas kostet ohne Importgebühren ca. 300 Euro und ist für mich im ersten Test jeden Cent wert. (Bitte beachtet, dass ich nur ein Fernglas getestet habe und nichts über die Durchschnittsqualität sagen kann!)

Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen und mir einen schönen, klaren Sternenhimmel schenken, damit ich dieses Monster auch bei Nacht testen kann.

Clear Skies

Antoine
 
Re: 20x80 Oberwerk

Ist offensichtlich ein ganz schön schwerer Metallklotz - über 3kg!!! Also ohne Stativ läuft da wohl nichts mehr.
Und daß es BaK4 Prismen hat, hast Du wohl aus der Beschreibung des Herstellers? Andererseits ist ein
"80er" natürlich so ziemlich das größte, was man sich noch so leisten kann - was siehst Du damit jetzt mehr?
Wäre sehr an einer Beschreibung interessiert, da ich auch nicht so ganz klar bekomme, auf was es ankommt.
Aber die Alternativen sind zumindest jetzt klar: entweder Tento 20x60 oder Danubia 11x80, der Rest kommt
da nicht mehr mit (z.B. die 3 Sternhaufen im Fuhrmann M36-38 mit beiden sofort gesehen, mit 10x50 dagegen
nur 2 "erahnt")
 
Re: 20x80 Oberwerk "Okulare austauschen ?"

Liebe Sternfreunde und "Bastler"...

ich frage mich, ob es möglich wäre die mitgelieferten festen Okulare des Oberwerk 20x80 (Baugleich mit Celestron Giant 20x80) gegen andere auszutauschen.
Könnte man die "billigen" mitgelieferten geklebten Fix-Okularfassungen gegen zwei Okular-Fassungen für Teleskope austauschen und somit jedes beliebige Okular reinschrauben?(1 Zoll Okulare, denn Die Linse entspricht einem Zoll)

Ich verspreche mir davon ein besseres Bild und unterschiedliche Vergrösserungen.

Wer hat so etwas schon einmal gemacht und könnte es zu Komplikationen mit dem Zusammenbau kommen ?
Bringt es qualitativ etwas ?

Ich könnte auch Bilder vom Gerät (Okularseite) anfertigen und ins Forum stellen.

Danke für jede Auskunft !

Grüsse und clear Skies

Antoine
 
Re: Okulare austauschen ?

Hallo Antoine,

das klingt ja nicht gerade toll, wenn Du so kurze Zeit nach dem Kauf die Okulare auswechseln willst ... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Ist das Glas wirklich so schlecht?

Ich hatte mal ein Seeadler 12x63 mit wirklich miserabler Optik. Da das Fernglas im Originalzustand nicht sinnvoll zu nutzen war, habe ich kurzentschlossen die Okulare ausgebaut. Es waren 3-linsige Okulare, wobei nur die Aussenflächen der Okulare vergütet waren. Damit hatte ich auch den Grund für die Reflexanfälligkeit und die bescheidene Schärfe des Seeadler Glases gefunden. Zu Hause fand sich noch ein altes Zeiss Jena 8x30, welches ich zur Ersatzteilgewinnung aufgehoben hatte. Die Okulare des 8x30 habe ich dann ins Seeadler Glas eingepasst. Das ging recht gut und die Verbesserung war enorm! Plötzlich war das Bild im Zentrum scharf und die Reflexe bei hellen Lichtquellen fielen merklich geringer aus. Nun habe ich ein 8x30 ohne Okulare und ein 13,5x63 "Seeadler". Trotzdem ist aus dem Seeadler kein Zeiss Glas geworden, da die Qualität der Dachkantprismen dem ganzen recht enge Grenzen setzt. Beim Wechsel der Okulare kann es zu Problemen kommen. Wegen der begrenzten Einstellmöglichkeit am Fokussiertrieb kann es passieren, daß man nicht mehr auf unendlich scharfstellen kann. Nach meiner Operation hatte ich noch 2mm Luft bis zum Anschlag und so kann ich das Glas gerade noch auf unendlich einstellen. Astrookulare dürften aus demselben Grund problematisch sein. Um am Fernglas den Fokus zu erreichen, müsste man sicher die Steckfassung der Okulare entfernen. Dann müsste man sich einen Adapter drehen, welchen man in die alten Okularfassungen versenkt und auf den man die Astrookulare ohne Steckfassung aufschraubt. Wegen der Grenzen des Fokussiertriebs dürfte auch die Palette der nutzbaren Okularbrennweiten eingeschränkt sein. Das zweite Problem ist der Dioptrienausgleich am rechten Okular. Um den zu erhalten, muß das neue Okular in die Mechanik des alten eingepasst werden. Dann müssen die Okulare natürlich sehr gut zentriert sein, sonst bekommt man die Teilbilder nicht mehr zur Deckung. Alles in allem hat mich der Umbau ziemlich viel Zeit gekostet. Im allgemeinen würde ich eine solche Prozedur niemandem empfehlen. Es sei denn, das Fernglas war wirklich eine Fehlinvestition und die Optik taugt absolut nichts. Bevor man das Glas gar nicht nutzt, kann man sich die Umrüstung ja mal überlegen.

Frank.
 
Re: Okulare austauschen ?

Hallo Frank,

Besten Dank für Deine Antwort.

Die Idee die Okulare auszutauschen ist mir in den Sinn gekommen, als ich bei den Beobachtungen den Vorteil unterschiedlicher Vergrösserungen nutzen wollte. Bei den Myauchi Ferngläser z.B. kannst Du ja auch die Okulare auswechseln und die Vergrösserung deinem Bedürfnis anpassen.
Das Oberwerk Glas hat mich positiv überrascht und die Qualität ist überdurchschnittlich für ein Produkt aus China und sicherlich wäre kein Umbau nötig, wobei man als Hobby-Astronom immer wieder in Versuchung kommt die eigene Ausrüstung zu verbessern.(Ist halt so eine Krankheit..)

Weiterhin liegt es ja auf der Hand, dass man zu einem umgebauten Fernglas das 300 Euro kostet, auf dem Europäischen Markt, absolut keine günstigeren Alternativen hat. Vergleichbare Ferngläser(20x80) mit Wechselokulare findet man ab ca. 700 Euro. Weiterhin hätte man durch den Einsatz guter Okulare eine Verbesserung der Qualität als schönen Nebeneffekt. Dies ist sicherlich ein interessanter Ansatz, wenn man bedenkt was gute Ferngläser kosten.
Ich gebe Dir absolut Recht, dass man Zeiss-Qualität nie erreichen könnte, wobei man dieser Qualität durch einen Umbau ein wenig näher rücken würde.

Ich werden mir das gut überlegen, bevor ich Hand am schönen Glas anlege!
Falls ich es mache, werde ich den Umbauvorgang selbstverständlich ins Forum stellen.

Wenigstens sehe ich aber, dass jemand bereits einen solchen Umbau erfolgreich durchgeführt hat und das gibt mir Mut...

Freundliche Grüsse

Clear Skies

Antoine
 
Vergleich mit Miyauchi

Hallo Antoine,

Dein Vergleich mit den Miyauchi Gläsern hat mich an einen Punkt erinnert, den ich vergessen habe - die Abdichtung gegen Staub und Feuchtigkeit! Die Miyauchi's sind ja mit Stickstoff gefüllt und vor der Wechselfassung für die Okulare schon abgedichtet. Bei einem guten Fernglas mit Mitteltrieb gibt man sich ebenfalls Mühe, das Glas auf der Okularseite - so gut es geht - abzudichten. Mit Eigenbau-Wechselokularen könnte man da Probleme bekommen. Hast Du erstmal Feuchtigkeit im Fernglas, dann wird die Reinigung entweder aufwändig oder teuer - oder aufwändig und teuer. Bei meinem Billigglas von Seeadler ist das kein so großes Problem. Zum einen weiß ich mittlerweile, wie man das Ding zerlegen kann. Zum anderen kann ich es notfalls dem Müllcontainer übereignen, ohne mich zu sehr zu ärgern. Bei Deinem 300 Euro teuren Fernglas würde ich mir das reiflich überlegen. Die Vergrößerungsfähigkeit hat beim Fernglas wegen der meist recht einfachen achromatischen Objektive ohnehin klare Grenzen. Ich hätte da meine Zweifel, ob ein Umbau des Oberwerk Glases wirklich sinnvoll ist.

Frank.
 
Re: Miyauchi 15x60

Frank,

obwohl Dein Eintrag schon alt ist, moechte ich kurz meinen Beitrag zu Miyauchi geben. Ich habe eins, bin damit zufrieden, weil es ein mobiles Geraet fuer den Urlaub ist.

Leider bin ich bei einer Sache reingefallen: Mittlerweile aeltere Produktbeschreibungen beschreiben das 15x60 als wasserdicht. Keine Angst, ich gehe mit Fernglaesern nicht tauchen, aber ich wollte die Objektivlinsen reinigen. Leider hat es mir das Wasser in den Tubus gezogen. Ich musste das Glas im Backofen 'trocknen'. Dies gelang auch und ich kann danach keinen temperaturbedingten Fehler feststellen.

Der Haendler hat mittlerweile den Text geaendert. Nur die grossen Miyauchis sind wasserdicht und mit Stickstoff gefuellt.

Diese schlechte Erfahrung ist der Grund dafuer, dass ich beim Docter 10x50 BGA die Spritzwasserdichtigkeit sehr schaetze (ist beim Wandern mal sehr nass geworden). Ich teile auch Deine Erkenntnis, dass ein deutscher bzw. oesterreichischer Kundendienst ein sehr grosser Vorteil ist.

mfG

Michael Bauer
 
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