pete_xl
Aktives Mitglied
Hallo Leute,
bei Aufnahmen , in denen APP nur wenige Sterne erkennt (< 500?) kann es durch Satellitenspuren offenbar zu erheblichen Verfälschungen der Wichtungsparameter für die Integration kommen. Dies kann zu Qualitätseinbußen beim Ergebnis führen. Bei Aufnahmen mit vielen Sternen habe ich den Effekt noch nicht nachweisen können.
Wie komme ich darauf? Bei der Bearbeitung von LRGB-Daten von M 51 habe ich kürzlich 120 s Luminanzdaten und 60 s R/G/B im Stapel gehabt. Dazu noch eine Menge Schmalbanddaten mit 200 s Belichtungszeit. Insgesamt waren es im Maximum > 1000 Files. Da es mir i. W. um die Galaxie ging, habe ich mit Crops gearbeitet und für die Integration 2 x Drizzle aktiviert. Bei der Inspektion der von APP ermittelten Qualitätsparameter nach der Normalisierung fiel auf, dass nicht eines der 120 s L-Files als Referenzdatei ausgewählt worden war, sondern ein 60 s G-File.
Die zwischen 0 und 1 normalisierte grafische Darstellung des Kombi-Parameters "Quality" wies dieser Datei den Wert 1,0 zu und machte sie zur Referenzdatei, während die anderen Dateien unterhalb von 0,6 lagen. Die Referenzdatei war durchzogen von Satellitenspuren und sah aus wie ein Schnittmuster. Nachdem ich die Datei eliminiert hatte, wiederholte sich das Spiel. Ganz oben im Ranking lagen Dateien mit Satellitenspuren. Aufnahmen ohne Satelliten lagen im Ranking weit dahinter. Eine Inspektion der von APP automatisch generierten Star Maps brachte Klarheit. Satellitenspuren wurden als Abfolge von Sternen interpretiert. Ein Beispiel mit Analyseergebnissen und Star Map von Frame #30 mit in "Sterne" aufgelöster Satellitenspur:
Ein weiteres Beispiel:
Die falschen "Sterne" werden für den Parameter "#stars - star density" mitgezählt. Dadurch wird das Ranking und damit die Gewichtung für die Integration zum Nachteil der Aufnahmen ohne Satellitenspuren total verzerrt. Eine weitere Konsequenz ist, dass die RMS-Werte aller Files bei der Registrierung durch die falsch erkannten Sterne in der Referenzdatei nicht korrekt sein können, erst recht nicht in anderen Files, die ebenfalls Satellitenspuren enthalten. Weil die Form der falschen "Sterne" sehr elliptisch ist, dürfte auch der Parameter "shape", der in den Kombi-Parameter "Quality" eingeht, stark leiden, wenn Satellitenspuren im Bild sind. So stiegt im Beispielframe der "Shape" Wert ohne Satellitenspur von 0,97 auf 1,09.
Was hilft dagegen? Ich konnte die Satellitenspuren aus er Sternerkennung heraushalten, indem ich bei der Star Analysis die Checkbox "cosmic ray / noise reducer setzte und das den Parameter "lower limit area size" erhöhte. Bei einem Test mit den aktuellen Daten ( 2. Bild) reichte ein Wert von 8, bei dem ersten Beispiel (das mit Frame # 30) musste ich den Wert auf 16 erhöhen, damit ausschließlich Sterne erkannt wurden. Eine Nebenwirkung ist, dass sich die Sternanzahl mit steigendem Wert des Parameters erniedrigt. Wenn nur sehr wenige "echte" Sterne überleben, muss man abwägen ob und mit welchen Werten man die Funktion benutzt. Hier die Daten aus dem ersten Beispiel mit lower limit area size = 16:
Nochmal der gleiche Datensatz mit Standardeinstellungen:
Der Einfluss der Eliminierung der "falschen Sterne" auf die Wichtung der Frames für die Integration ist gut zu sehen, denke ich. Wie gesagt, scheint es, als sei das Ganze nur ein Problem bei Aufnahmen mit wenigen Sternen im Bild. Ich werde in Zukunft jedenfalls darauf achten und berichten, ob es dabei bleibt.
CS Peter
bei Aufnahmen , in denen APP nur wenige Sterne erkennt (< 500?) kann es durch Satellitenspuren offenbar zu erheblichen Verfälschungen der Wichtungsparameter für die Integration kommen. Dies kann zu Qualitätseinbußen beim Ergebnis führen. Bei Aufnahmen mit vielen Sternen habe ich den Effekt noch nicht nachweisen können.
Wie komme ich darauf? Bei der Bearbeitung von LRGB-Daten von M 51 habe ich kürzlich 120 s Luminanzdaten und 60 s R/G/B im Stapel gehabt. Dazu noch eine Menge Schmalbanddaten mit 200 s Belichtungszeit. Insgesamt waren es im Maximum > 1000 Files. Da es mir i. W. um die Galaxie ging, habe ich mit Crops gearbeitet und für die Integration 2 x Drizzle aktiviert. Bei der Inspektion der von APP ermittelten Qualitätsparameter nach der Normalisierung fiel auf, dass nicht eines der 120 s L-Files als Referenzdatei ausgewählt worden war, sondern ein 60 s G-File.
Die zwischen 0 und 1 normalisierte grafische Darstellung des Kombi-Parameters "Quality" wies dieser Datei den Wert 1,0 zu und machte sie zur Referenzdatei, während die anderen Dateien unterhalb von 0,6 lagen. Die Referenzdatei war durchzogen von Satellitenspuren und sah aus wie ein Schnittmuster. Nachdem ich die Datei eliminiert hatte, wiederholte sich das Spiel. Ganz oben im Ranking lagen Dateien mit Satellitenspuren. Aufnahmen ohne Satelliten lagen im Ranking weit dahinter. Eine Inspektion der von APP automatisch generierten Star Maps brachte Klarheit. Satellitenspuren wurden als Abfolge von Sternen interpretiert. Ein Beispiel mit Analyseergebnissen und Star Map von Frame #30 mit in "Sterne" aufgelöster Satellitenspur:
Ein weiteres Beispiel:
Die falschen "Sterne" werden für den Parameter "#stars - star density" mitgezählt. Dadurch wird das Ranking und damit die Gewichtung für die Integration zum Nachteil der Aufnahmen ohne Satellitenspuren total verzerrt. Eine weitere Konsequenz ist, dass die RMS-Werte aller Files bei der Registrierung durch die falsch erkannten Sterne in der Referenzdatei nicht korrekt sein können, erst recht nicht in anderen Files, die ebenfalls Satellitenspuren enthalten. Weil die Form der falschen "Sterne" sehr elliptisch ist, dürfte auch der Parameter "shape", der in den Kombi-Parameter "Quality" eingeht, stark leiden, wenn Satellitenspuren im Bild sind. So stiegt im Beispielframe der "Shape" Wert ohne Satellitenspur von 0,97 auf 1,09.
Was hilft dagegen? Ich konnte die Satellitenspuren aus er Sternerkennung heraushalten, indem ich bei der Star Analysis die Checkbox "cosmic ray / noise reducer setzte und das den Parameter "lower limit area size" erhöhte. Bei einem Test mit den aktuellen Daten ( 2. Bild) reichte ein Wert von 8, bei dem ersten Beispiel (das mit Frame # 30) musste ich den Wert auf 16 erhöhen, damit ausschließlich Sterne erkannt wurden. Eine Nebenwirkung ist, dass sich die Sternanzahl mit steigendem Wert des Parameters erniedrigt. Wenn nur sehr wenige "echte" Sterne überleben, muss man abwägen ob und mit welchen Werten man die Funktion benutzt. Hier die Daten aus dem ersten Beispiel mit lower limit area size = 16:
Nochmal der gleiche Datensatz mit Standardeinstellungen:
Der Einfluss der Eliminierung der "falschen Sterne" auf die Wichtung der Frames für die Integration ist gut zu sehen, denke ich. Wie gesagt, scheint es, als sei das Ganze nur ein Problem bei Aufnahmen mit wenigen Sternen im Bild. Ich werde in Zukunft jedenfalls darauf achten und berichten, ob es dabei bleibt.
CS Peter