Astrofotografie Teleskop-Wahl?

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Mackie1701

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Hallo,

ich fotografiere schon seit einiger Zeit mit meinem Skywatcher 120 ED. Nun stellt sich für mich die Frage mit welchem Teleskop ich einen Schritt nach vorne machen würde zwecks der Astrofotografie. Das andere Equipment außer acht gelassen (außer evtl. das ich guide MGEN und ne EQ6 besitze)würde ich gerne auf ein neues Teleskop bis Weihnachten sparen.

Oder lohnt sich eher die Investition in eine Astrokamera. Bisher fotografiere ich mit ner Canon 7D und hab seit kurzem eine gebrauchte Asi120mm.

Würde mich über Gedankengänge und Vorschläge freuen.

Danke
Mackie (Christian)
 
Hi Christian,

was konkret hast denn bisher fotografiert und wohin soll die Reise gehen? Ohne diese Infos ist ne Beratung witzlos...
 
Hallo,

also bisher hauptsächlich Galaxien und Sternenhaufen und leichtere Nebel.

Für Planeten vermute ich wäre etwas mit viel Brennweite wie ein C11 z.b sinnvoll, oder?

Grüße
 
Hallo Christian,

also um Planeten zu "Videografieren" hat eine gewisse Brennweite schon so ihre Vorteile...

Aber mal so generell, je genauer du deine Vorstellungen hier definierst, um so besser kann man dir Empfehlungen aussprechen.
 
Hi Christian,

falls es Planeten werden sollen, muß es kein C11 sein. Da geht ab 6" Öffnung schon einiges.

Ich hab früher mit nem 6" Newton f/5 und 8" Newton mit Okularprojektion oder Barlowlinse videographiert, seit letztem Jahr mach ich mit nem 6" Mak Planetenaufnahmen.

Diese Jupiterbilder sind mit 2-fach Barlow am 6" Mak und ALCCD5L-IIc entstanden:

http://www.sternwarte-zollern-alb.de/mitarbeiterseiten/kowollik/jupiter/index2013.htm.

Je mehr Öffnung, desto größer kann man Planeten abbilden, desto mehr Details kommen bei passendem Seeing raus.

Aber es gibt auch 2 Nachteile, die ich nicht verschweigen will:

- je größer das geschlossene System, desto länger dauert es, bis das System sich an die Nachttemperatur angeglichen hat. Aus der warmen Wohnung raus in eine Winternacht ist übel. 3,5 Stunden Auskühlungszeit! Also möglichst schon gegen 5 Uhr rausstellen, wenn Du ab 8 Uhr fotografieren möchtest. Oder aber Teleskop kühl laagern...

- je größer, desto Seeinganfälliger.

Wenns mit dem 8"er nicht mehr ging, konnte ich meist mit dem 6"er noch was machen...
 
Danke für eure Antworten. Mich interessieren am ehesten Galaxien und Nebel.

Aber werde wohl mein Equipment noch einfach ein wenig ausreizen und schauen was so geht.


Danke
Christian
 
Hallo Christian,

wenn dich in erster Linie Galaxien und Nebel interessieren würde ich in folgende Richtung gehen:

Für die großen Nebel braucht es eher geringere Brennweiten, daher 120er ED mit Reducer und CCD mit großem Sensor (alternativ modifizierte DSLR), wie weit man die Brennweite per Reducer reduzieren kann und wie groß dann der Sensor noch sein darf, ohne dass die Ränder bescheiden aussehen, ist nochmal ein Thema für sich.

Für Galaxien braucht es eher große Brennweiten oder kleine Sensordiagonalen, daher 120er ED mit CCD mit nicht all zu großem Sensor.

Um alles mit einem "Setup" zu erschlagen, sind die Motive zu unterschiedlich, daher wirst du dich erst mal für eine Richtung entscheiden müssen.

Zum Thema ausreizen. Mit DSLR am 120ED bieten dir M33, M51, M81+82 eigentlich schon nette Motive, die großen Nebel oder auch M32 sind schon zu groß (500-600mm Brennweite an APS-C wären meiner Meinung nach ideal), dafür kannst du dann Details herausarbeiten (Elefantenrüssel, Trapez in M42, Great Wall in NGC7000,...)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Markus,

danke für deinen sehr informativen Beitrag und sorry für die späte Rückmeldung.

Die Sache mit dem Reducer klingt gut und wurde mir von anderer Seite auch schon vorgeschlagen.

Ich fotografiere ja mit einer unmodifizierten 7D, habe aber auch eine 1000d die ich evtl. umbauen lassen könnte. Nur wie der Zusammenhang zw. Brennweite und Sensor aussieht müsste mir jemand mal erklären? Da Blick ich noch nicht durch.

Danke
Christian
 
Hallo Christian,

der Zusammenhang zwischen Brennweite und Sensor lässt sich recht einfach mathematisch ausdrücken: Bildwinkel (Diagonale) = 2 * Arctan(Sensordiagonale / (2 * Brennweite))

Oder hier mal ein paar gängige Größen:

500mm mit APS-C-Kamera ergeben einen Bildwinkel (Diagonale) von ca. 3,1°

1000mm mit APS-C-Kamera ergeben einen Bildwinkel (Diagonale) von ca. 1,5°

2000mm mit APS-C-Kamera ergeben einen Bildwinkel (Diagonale) von ca. 0,8°

usw...

Wenn du dann mal (nur exemplarisch) Messier 82 als Möglichkeit in betracht ziehst, hast du für dieses Objekt eine Flächenausdehnung von gerade mal 11,2′ × 4,3′ (der Sensor bildet aber immer noch eine deutlich größere Fläche von 0,6° * 0,4° ab, bei 2000mm Brennweite und APS-C-Sensor)!

Wenn du nun das Objekt der Begierde kennst, kannst du anhand seiner Flächenausdehnung sehr schnell ableiten, welche Brennweite du bei gegebenem Sensor benötigst. Je größer der Sensor, desto größer muss auch die Brennweite werden um die kleinen Galaxien "formatfüllend" auf den Sensor zu bekommen, allerdings wird dir da unter anderem das Seeing schon zu schaffen machen und auch das massive Oversampling!
 
Hey Christina,

zudem sollte auch der Zusammenhang zwischen Öffnungsverhältnis und Pixelgröße nicht ganz unter den Tisch fallen. Ich bin da zwar jetzt auch kein Rechenexperte, aber generell sollte man das zumindest grob berücksichtigen. Hier mal ein Beispiel:

Du würdest deine 7D z.B. an einem "schnellen" Teleskop verwenden (z.B. 100/400mm). Durch die relativ kleinen Pixel kann die Kamera aber dennoch das Auflösungsvermögen des Teleskops trotz seiner vergleichsweise kurzen Brennweite ausnutzen.
Würdest du die Kamera aber an einem "langsamen" (z.B. 100/900mm) Teleskop verwenden, würdest du ziemlich viele Pixel "verschwenden" (Stichwort: Oversampling), da die Optik ja auch nur so gut auflösen kann, wie ein 100mm Objektiv eben auflösen kann. Dafür hast du aber den Nachteil, dass du für ein einzelnes Bild mehr als viermal so lange belichten musst.

Hier steht das auch noch mal kurz mit Over-/Undersampling erklärt.

Bei einer Farbkamera (also auch DSLR) verhält sich das aber nochmal etwas anders wegen der Bayermatrix. Aber generell sollte Pixelgröße/Öffnungsverhältnis auch da bedacht werden. Ich denke jedoch, dass z.B. deine 1000D und dein 120 ED mit Reducer dann ne ganz gute Kombination sein dürfte.

Natürlich spielt bei all dem auch die Qualität der Optik und das Seeing eine Rolle.

Schöne Grüße
Dominik

 
Hallo,

Oversampling macht sich nur in der Belichtungszeit bemerkbar. Wobei man heuzutage ja auch binnen kann.
Man bekommt aber keine schlechteren Abbildungen. Das ist nach wie vor physikalischer Nonsens.

Gruß Jens
 
Hallo Jens,

in wie fern macht sich die Samplingrate denn bei der Belichtungszeit bemerkbar? Wenn ich nicht völlig auf dem falschen Dampfer bin, gibt es nur einen indirekten Zusammenhang zwischen diesen beiden Größen und zwar das Öffnungsverhältnis.

Bei Mond-/Planetenvideografien gilt es einen vernünftigen Kompromiss zwischen Brennweite und Helligkeit der Aufnahme zu erreichen, was sich natürlich auf die Belichtungszeit auswirkt (eine Verlängerung der Brennweite muss also nicht immer sinnvoll sein!).

Bei DSO sieht das aber etwas anders aus, denn zum einen verteilt sich das Licht z.B. eines Sterns auf sehr viele Pixel mit vielen Grauabstufungen und dadurch weniger "scharfen Kanten". Durch Binning kann ich diese Schärfe zwar bei einer Monochrom-CCD erhöhen, nicht jedoch bei einer DSLR mit Bayer-Matrix, denn da muss ich erst mal mit den "großen Bildern" arbeiten und selbst ein verkleinern/schärfen der DSLR-Bilder ist in Sachen Kontrasten/Schärfe nicht mit dem einer Monochrom-CCD zu vergleichen da eben wegen der Bayer-Matrix IMMER eine Interpolation der Daten stattfindet (während diese bei einer Monochrom-CCD entfällt).

Daher erreicht man mit einer Samplingrate von 1.5" bis 2" pro Pixel (bei durchschnittlichem Seeing) bei DSO mit einer entsprechenden CCD de facto bessere Ergebnisse als mit einer DSLR und einer höheren Samplingrate. Also auf Christians Fragestellung bezogen wäre ein ED-Apo mit moderater Brennweite und CCD mit kleinem Sensor und entsprechend gewählter Pixelgröße bei z.B. kleinen Galaxien einem Teleskop mit sehr großer Brennweite iVm. einer DSLR auch abbildungsmäßig überlegen.
 
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