Astrofotografie - Tipps für potentiellen Einstieg

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

PeveTarkin

Neues Mitglied
Hallo miteinander,

seit einigen Jahren bin ich dem Hobby der Fotografie des Nachthimmels verfallen. Angefangen hat alles mit Aufnahmen der Milchstraße bis hin zu M31, M42 und den Pleiaden. Bisher alles mit Stativ, Dslr und natürlich jeder Menge Spaß bei Bildbearbeitung mit PS und DSS. Ich habe also ein Steckenpferd gefunden und auch viel Zeit mit Literatur und euren Erfahrungsberichten hier im Forum verbracht ;).

Nun ist der Punkt erreicht, an dem ich mehr Details und vor allem Objekte (ausschließlich Deep Sky) aufnehmen möchte. Ohne Tracking jedoch an Grenzen bei Brennweiten und Belichtungszeiten stoße. Daher mein Wunsch, mir ein ausbaufähiges AstroEquipment zuzulegen.

Einsteigen möchte ich mit einer GoTo Montierung in der Klasse EQ6-R oder AZ-EQ6.
Darauf soll zum Einstieg ein 6" Newton (denke an Skywatcher 150/750 PDS) kommen.
Damit möchte ich mich vorerst gern weiter voranarbeiten auf dem Weg zu besseren Fotoergebnissen und Erfahrungen sammeln.
Potentielle Aufrüstbarkeit vorausgesetzt sollen später Guiding, spezielle Filter und eventuell weitere Teleskope auf Berlebach und Co folgen.. ;) (man weiß ja nie)

Gern würde ich WIFI für den Komfort von Apps wie Stellarium und Skysafari nutzen.

Was meint Ihr zu diesem Plan, welche dieser Montierungen ist z.b. potentiell stabiler und genauer.. Oder denke ich zu überdimensioniert und wäre mit einer HEQ5 o.ä. ebenso upgradefähig wie geplant?

Achja, aktuell verwende ich eine Sony a6500 als Kamera, also ein recht überschaubares Gewicht.

CS und weinachtliche Grüße
Peve
 
Hallo Peve,
Ja, die 6er von Skywatcher sind für ein 6“-Newton etwas überdimensioniert, aber Luft nach oben schadet sicher nicht. In Summe ein feines Set für den Einstieg.

Als ich anfing habe ich mir auch gleich einen Lodestar und einen OAG-Adapter zugelegt.

Wenn das Dein Budget sprengt, die AZ-EQ5 reicht für den 6“ völlig aus. Ich könnte Dir sogar meine gebraucht anbieten, da ich auf Avalon umsteige.

VG
Wolfgang
 
Hallo Peve,

auf jeden Fall eine kluge Entscheidung, auch unter ein kleineres Rohr eine stabile Montierung zu stellen, das ist eine gute Voraussetzung auch für's fotografieren. Die AZ-EQ6 oder die aktuelle EQ6 PRO wären auch meine Wahl. Für Deinen Raketenwerfer auf jeden Fall mit Luft für mehr und trotzdem noch im preislichen Rahmen.

CS
Jörg
 
Hi,

Du könntest auch nach gebrauchter Ware schauen. Ich habe meine Ur-EQ6 zum Schnäppchenpreis bekommen. Das Ding rennt einfach. Auch 20 Minuten Aufnahmen sind problemlos möglich, da sie sich mit dem mgen gut Guiden läßt.
Blei auf jeden Fall in der Klasse. Mit einer EQ5 würde ich nicht Anfangen. Ans guiding solltest Du auch denken. Hier kann ich Dir den Mgen mit Leitrohr empfehlen. Ich guide damit auch mein 10" f4 Newton. Das funktioniert einfach.
Zum Newton Brauchst Du noch ein Korrektor. Ich habe den GPU, der wird auch von anderen Empfohlen.

Gruß Markus
 
Hallo Peve,

das Thema WLAN/HandyApps würde ich ganz hinten anstellen und davon keine Entscheidung abhängig machen. Da dein Fokus auf dem Fotografieren liegt, reicht für die ein bis zwei oder vllt. drei anzufahrenden Objekte pro Nacht die normale Steuerung vollkommen. Und selbst wenn gewünscht, gibts dann ja auch noch BT-Systeme für drahtlose Steuerung.
Sonst sehen, wie schon erwähnt, deine Setupvorstellungen sehr vernünftig aus :) außer den Punkt "späteres Guiding" würde ich eher doch priorisieren - ob nun MGEN oder per PHD/Laptop, jeweils am Sucher...

viele Grüße und viel Spass
 
Hallo Peve,

ich hab die AZEQ 5 und betreibe damit nen kleinen Megrez 72f6 ... da hats natürlich massig Luft nach oben!Aber das macht Spass!
Zur Zeit experimentiere ich mit meinem 8"f6 Volltubus Newton und Berlebach Uni 18 an der Monti mit Mgen und Offaxis Guider
und muss ganz klar sagen,ja es geht,aber nicht bei leichtem Wind.
Den 150/750 würde sie sicher locker tragen.
Aer wäre ich nochmal vor der Entscheidung,ich würde die
AZEQ 6 mit Berlebach Planet nehmen.Ist zwar deutlich schwerer,
aber auch deutlich mehr Komfort hinsichtlich der Stabilität.
Vielleicht ist ne EQ 6 das Ideale Zwischending,aber mit der hab
ich keinerlei Erfahrung.
Viel Spaß und klare Nächte,
Marc
 
Hallo Peve,

ich habe auch eine EQ6-R mit einem 150/750 Skywatcher (150PDS). Die Kombination ist außerordentlich stabil und präzise. Ich fotografiere mit einer EOS 1000Da. Auch wenn die EQ6-R für den 150PDS sicherlich überdimensioniert ist macht das gar nix. Früher oder später möchte ich evtl. auch etwas mehr Brennweite um auch kleinere Objekte gut Abbilden zu können. Da währe ein 8“ f5 eine gute Sache und mit dieser Montierung muss ich mir keine Gedanken über die Tragfähigkeit machen.

Eine stabile Montierung als Basis ist immer eine gute Idee. Ich hatte vorher eine gebrauchte Vixen GP mit Goto. Keine schlechte Montierung aber diese war leider schon ziemlich ‚abgenudelt‘ und nicht sehr präzise. Klar kann man auch damit Fotos machen, aber der Umstieg auf die EQ6-R war schon ein großer Sprung in Sachen Präzision. Im Nachhinein (hinterher weiß man immer mehr) würde ich immer den Rat geben am Anfang (wenn man sich denn sicher ist dabeibleiben zu wollen) das meiste Geld in die Montierung zu stecken und das Teleskop im Zweifel erstmal eine Nummer kleiner zu wählen.

Die AZ Variante würde ich nur kaufen wenn der AZ Modus auch wirklich benötigt wird. Die EQ6-R hat auch den Riemenantrieb und eine verbesserte Polhöheneinstellung. Bei der alten EQ6 müsste man das noch nachrüsten. Daher gab es oft den Rat die AZEQ6 zu kaufen. Das ist heute aber, meiner Meinung nach, nicht mehr nötig.

Viele Grüße
Michael
 
Moin,

ich denke, das ist in dem Thread gut rausgekommen, gerade beim Fotografieren, noch mehr als bei der visuellen Beobachtung, ist der Unterbau der entscheidende Faktor. Irgendwer hat mir mal gesagt, dass man von den im Prospekt stehenden Tragfähigkeiten rund die Hälfte abziehen muss, um auf die fotografische Tragfähigkeit zu kommen.

Auch die kleineren Montierungen wie EQ5 und EQ3 haben ihren Raum für die Fotografie, aber eben nicht mit den üblichen großen Teleskopen sondern als nächster Schritt nach den kleinen Reisetrackern.

Die vielen aktuell laufenden Threads zur Astrofotografie mit kleinem Equipment zeigen ja erfreulicher Weise dass man da eine Menge machen kann.

CS
Jörg
 
Hallo Jörg,

für die fotographische Nutzung würde ich mindestens 25% von der angegebenen Tragfähigkeit abziehen.

Ansonsten gebe ich Dir recht. Der Unterbau ist sehr wichtig.

Peve hat ja schon den Bereich festgelegt, der für Ihn in Frage kommen könnte.

"Einsteigen möchte ich mit einer GoTo Montierung in der Klasse EQ6-R oder AZ-EQ6."

Das ist mit Sicherheit keine schlechte Entscheidung. Wenn man den AZ-Modus nicht braucht, dann dürfte die EQ6-R schon eine sinnvolle Investition sein, mit der man lange arbeiten kann. Da stimmt auch das Getriebe (Zahnriemen) und man erhält eine Montierung mit geringen PE.

Der Aufstieg von kleinen Montierungen in diese Klasse kann extrem teuer werden.
Und wenn man genau weiß, was man will und auch dabei bleibt, dann ist eine Montierung dieser Klasse für den Anfang schon eine gute Investition.
Einfach Nägel mit Köpfchen machen, und dann hat man Reserven für die Zukunft.

CS,
Gerrit
 
Hi Peve,

ich denke, meine Erfahurngen und Emfehlungen decken sich mit denen von vielen anderen:

- stecke alles Geld, also was Du kannst, in die beste und tragfähigste Montierung für Deinen Einsatzzweck (also, ob stationär, oder mobil etc)

- nutze einen (günstigen ED) Refraktor mit Flattener an Deiner Sony

- Fang von Anfang an mit Autoguiding an!

- mache von Anfang an alle Korrekturbilder (Flat, BIAS, Dark)

- Arbeite Dich in die Bildbearbeitung ein!!!!!!!!


Meine Einschätzung zur Gewichtung der Faktoren für ein (schönes) gelungenes Astrobild (ohne Wetter, Seeing ect):

55 % = Montierung und Nachführung
40 % = Bildbearbeitung
5 % = Teleskop und Kamera


Und so, mein Tipp, sollte auch das Investitionsverhalten beim Einstieg sein!


Viel Erfolg!!!!!!!!

Gruß
Ernie
 
Hallo Ernie,

das kann ich alles nur voll unterstreichen!

Vieles lässt sich per EBV zur großen Not kaschieren, aber keine Nachführfehler.

Grüße
Rolf
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Ernie

so schwach würde ich Teleskop und Kamera nicht bewerten, da es auch dort eine Menge Fehlerquellen gibt, die bei unsorgfältiger Arbeit zuschlagen können und die nachgängig nicht mehr aufzufangen sind.

Generell wäre in Deiner Liste noch eine vierte "Zutat" anzufügen, "Disziplin".
Damit meine ich sowohl die Sorgfalt bei der Arbeit, also angefangen vom Aufbau der Montierung, des Setups, der Fokussierung, der Bedienung des Ganzen als auch die Ausdauer bei der Belichtung.
Wenn man sich mal die Ergebnisse der relativen Neulinge hier im Forum ansieht, die ja teilweise mit abenteuerlich kleiner Ausrüstung arbeiten, aber sehr organisiert und überlegt, sieht man was ich meine.
Die bringen aus ihrer Begrenzung im Equipment heraus mit strukturiertem Vorgehen echt tolle Ergebnisse.
Und wenn man dann noch die wirklich alteeingesessene Weisheit anwendet, dass die beste EBV immer noch eine ausreichend lange Belichtung ist, ist das ganze als Paket meine vierte Zutat.
Und vor allem die mit dem demokratischten Gesamteffekt, da sie vom kleinsten bis zum größten Equipment immer wirkt.

CS
Jörg
 
Hallo Ernie,

Zitat von Terrorernie:
...stecke alles Geld, also was Du kannst, in die beste und tragfähigste Montierung für Deinen Einsatzzweck (also, ob stationär, oder mobil etc) ...
...Fang von Anfang an mit Autoguiding an...
...55 % = Montierung und Nachführung...

Manche Mitlesenden verfügen lediglich über 500 bis 600 € für ein Gesamt(!)equipment, andere Mitlesenden können aus physischen Gründen keine 15 Kilogramm-Montierung über das Feld wuchten, manche Mitlesenden werden eine erworbene Montierung beispielsweise vier oder fünfmal über das Feld wuchten, um durch falsche Einnordung, Stolpern, MGEN-Schwierigkeiten, eine lose Schraube, ein zuhause vergessenes Kabel, Akkuentleerung oder sonstigem nicht unerheblichen Ereignis gründlichst die Lust verlieren... (Die aktuell schlechte Meteorologenarbeit als Faktor zu erwähnen kann ich mir kaum verkneifen :confused: )

Kleine Montierungen haben durchaus Vorteile, geringere Kosten, geringere Masse, weniger Fehlerquellen, schnellerer Abbau, einhergehende höhere Benutungsfrequenz...

Selbstverständlich sind diese Montierungen nicht für Brennweiten jenseits des Meters und für Öffnungen jenseits der sechs Zoll gedacht, mancher Forist hingegen traut den billigen Montierungen überhaupt keine 30 Sekunden Belichtungszeit ungeguidet zu. Schade.

Ernie, ich möchte nicht werben, dass klein und billig gut sein muss, sondern Mitlesenden Alternativen aufweisen, die semiprofessionellen Ansprüchen zwar nicht gerecht werden, aber (gebraucht) ziemlich günstig zu erwerben sind! Und wiederholt schleppbar sind. Und vorzeigbar Spass machen können :)

Daher sollte der Mitlesende unbedingt den von Dir erwähnten "Einsatzzweck" ausloten! Und sich umfangreich erkunden! Meine subjektive Meinung :)

Viele Grüße und beste Wünsche für 2018!

Markus



PS.: Hallo Peve, bitte entschuldige meinen Off-Topic-Beitrag :)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Markus,

ich verstehe Deinen Beitrag, allerdings geht es hier um das Thema Astrofotografie (wie auch an der Themauberschrift leicht erkenntlich) ;)

Und über Geld haben wir doch gar nicht gesprochen - nur über Gewichtungen der Faktoren, die ein gutes Astrobild ausmachen.

Ob das Budget dabei 600 € ist oder 60,000 € ist doch hier überhaupt nicht Thema gewesen... und das es für Peve etwas mehr als 600 € sein dürfte habe ich impliziert. Sowas geht natürlich nur, wenn man das Thema genau liest ;)

Aber wo Du schon die Frage stellst: auch bei 600 € gilt m.E. meine obige Aussage.

Alles Geld in ein gutes Stativ mit Getriebeneiger! Dann vielleicht noch einen Nanotracker; und dann gehen super Aufnahmen der Milchstraße, wenn die Bildbearbeitung klappt. Auch hier 55% des Bildes macht der Unterbau, 40% die Bildbearbeitung, und 5% die genutzte Kamera/Objektiv.

Viel Spass bei der Sache,

Gruß
Ernie



 
Hallo Markus,

die anfänglichen Mißerfolge sind auch darin begründet, daß man dem Einsteiger suggeriert, er könne schon mit wenigem Aufwand Plug N Play betreiben.

Und genau da schnappt die Falle zu. Gerade in dem Segment gehört eine gewisse Disziplin zum Alltag. Das fängt bei der einfachen Aufstellung an, geht weiter übers Einnorden und dann bis hin zum Guiding. Da sind die Probleme. Also im Bereich der Montierung. Dann geht's Richtung Justage der Optiken, gerade dann wenn es ein Newton ist oder die einfache Justage der Kamera relativ zur Optik.
Das braucht alles seine Zeit, da muß man trainieren. Da baut man auch mal in Mondnächten das Equipment auf und studiert das Thema Einnorden, Guiding usw.
Ich möchte dem Einsteiger den Zahn nicht ziehen, daß alles E wie einfach ist. Aber bleibt man an Ball, wird man belohnt.

Wenn man sich die vielen guten Ergebnisse im Deepsky-Board anschaut, dann ist das ja wirklcih Weltklasse was Astrophotographen in unserem Sprachraum unter den gewöhlnichen Bedingungen erreichen.
Dieses Niveau wird aber nicht in einem 100m Lauf erreicht, daß ist Langstrecke.
Und diejenigen die der Meinung sind, in der Zeit eines 100m Laufs dieses Niveau zu erreichen, werden bitter entäuscht. Sie bleiben unter ihren eigenen Erwartungen zurück.
Und von daher möchte ich Ernies Liste gerne um einen weiteren Punkt ergänzen:
Das Hauptinvest ist die Zeit die ihr habt, um in dieses Thema zu wachsen.
Jede klare Nacht ist dabei sinnvoll. Auch die Wolkenbehangenen Nächte: In dem man das Setup überprüft, sich mit der Theorie beschäftigt oder sich speziell beim Newton mit der Justage auseinander setzt.

CS,
Gerrit
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben