Nabend!!
Also im Laufe meines Lebens als Astroamateur hab ich gelernt, daß die Kleidung wichtiger ist als Montierung und Fernrohr zusammen!!
Auch sollte man niemals zu wenig an Klamotten dabei haben, okay, im Hochsommer ists vielleicht was anderes, aber in der Landschaft in der ich beobachte und Fotografiere kann es mitunter recht feucht sein, womit infolge von Verdunstungskälte selbst im spätsommer/frühen Herbst doch Temperaturen erreicht werden können, die vom Frost nicht mehr so weit weg sind, obwohl man schwitzend in Shorts und T-Shirt das Teleskop aufgebaut hat.
In Nächten wie momentan (wenn mal welche klar sind!!) panzere ich mich wie folgt:
Die Beine bekommen neben der üblichen Unterhose noch ne lange Skiunterhose, wobei Funktionswäsche auch ne menge bringt, ich hab aber selbst keine.
Darüber kommt dann eine ganz normale Jeans, oder lange Sporthose aus Baumwolle.
Wenn das Fernrohr dann steht kommt noch eine dicke Skihose darüber.
Obenrum wird erst mit einem normalen Baumwoll T-Shirt oder einem Rolli grundiert. Darüber kommt dann ein weiter aber dicker Pullover aus Wolle, mit Rollkragen. Über das ganze kommt dann eine zweiteilige Skijacke von Tenson, die ich im Winter auch im alltäglichen Leben als Winterjacke trage. Diese besitzt eine Innenjacke aus Fleece und die Außenjacke aus einem Gore-tex Gewebe.
Durch den Rolli, den Kragen des Pullovers und die Hochabschließende Jacke ist auch der Hals und Nacken komplett warm.
Nun aber zu den wichtigsten Regionen:
Die Füße!! Hat man einmal richtige Eisfüße, dann ist die Nacht meistens gelaufen, bekommt man diese doch nur schwierig wieder warm.
Fahre ich zuhause los, hab ich nur normale Sportsocken an, die dann vor Ort durch richtig dicke warme Wollsocken (aus dem Jägerzubehörhandel) ergänz werden.
Mit Skisocken hab ich nicht so gute Erfahrungen gemacht, die besten Erfahrungen hab ich mit dicken wüst aussehenden Wollsocken gemacht.
Dann das Schuhwerk: Erst wollte ich mir dicke warme kanadische Treter von Kamik oder Sorel besorgen, auch wenn die etwas teurer waren. Dann bin ich auf eine italienische Firma (Name ist mir gerade entfallen) aufmerksam geworden, die ebenfalls Stiefel im Stil von Sorel und Kamik fertigt, allerdings scheint bei diesen Tretern die Allgemeine Verarbeitung etwas besser zu sein, obwohl der Preis noch etwas geringer ist. Also hab ich mir ein paar dieser italienischen Treter gekauft. Die sind Wasserdicht, haben eine dicke Sohle (sehr wichtig!), einen waschbaren innenschuh aus einem Fleece-Filz gemisch und bieten laut Hersteller noch bei Temperaturen unter -50 Grad einen warmen Fuß (bei Permanenter Bewegung natürlich).
Das ganze wird dann von unten bis oben ordentlich geschnürrt, aber nur sehr locker, damit möglichst viel Luft im Schuh bleibt.
Ein anderer wichtiger Punkt, auch um warme Füße zu erhalten ist die richtige Kopfbedeckung! Viele Leute mögens nicht für möglich halten, aber der Kopf ist ja ein recht großes Gebilde, welches über nahezu keine Fettschicht zum Wärmen verfügt, weswegen der menschliche Körper nahezu die Hälfte seiner Wärme nur über den Kopf abgeben kann, ist der Kopf doch durch das Gehirn ziemlich extrem mit Blut gefüllt, welches seine Wärme ohne dämmende Fettschicht sehr leicht nach außen abstrahlen kann. Deswegen kann eine Mütze sehr wohl den Unterschied zwischen warmen und kalten Füßen machen, auch wenn man rein subjektiv am Kopf nicht friert. Der Kopf bekommt übrigens immer eine normale Skimütze auf, oder bei wirklich kühlen Nächten eine Sturmhaube aus Funktionsfleece, die das ganze Gesicht warm hält.
Handschuhe trage ich zumeist ungern, und bei Temperaturen die noch über -5 Grad liegen brauch ich auch meistens keine, solange die Hände oft genug in den Jackentaschen verschwinden.
Mit diesem Setup halte ich es auch noch bei -17Grad mehr als 5 Stunden draussen aus.
Aber dazu noch ein paar Tips:
Vor allem die Füße sollte man total trocken halten!
Ich bin einmal rausgefahren und hatte die Fußheitzung im Auto etwas zu hoch stehen, hatte aber schon die warmen wollsocken an. So ein bischen verschwitzte Füße reichten schon aus, um das Wärmepolster der Socken teilweise zu durchbrechen. Die Folge waren kalte Füße nach schon zwei Stunden, weswegen man die dicken Socken erst vor Ort überziehen sollte.
Aus diesem Grunde auch Finger weg von elektrischen Fußheizungen!!
Diese Wärmen nur wenn sie wirklich eingeschaltet sind. Sind die Batterien auf einmal leer, wird man ziemlich schnell Eisblöcke anstatt Füße haben. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Okulare sollte man übrigens auch immer bei sich in der Jackentasche tragen, solange man nicht mit ihnen beobachtet, dann bleiben auch diese frei.
Achso!!! Nochwas was mir da gerade einfällt, was für Leute vor allem aus NRW interessant ist:
Seit heute findet in den Dortmunder Westfalenhallen die "Jagd und Hund" statt.
Dies ist die größte europäische Jagdmesse, die natürlich auch sehr viel Outdoor Artikel bietet. Ich selbst habe dort meine Stiefel und Socken gekauft. Auch Stiefel von Sorel sah ich vorher nie so günstig wie dort, aber so weit ich weiß gibt es diese Firma eh nicht mehr, aber naja, es gibt andere.
Also, auch dem Sternfreund ist ein Besuch dieser Messe dringend anzuraten, sucht dieser noch warme Kleidung. Die Messe hat ihre Pforten übrigens bis einschließlich Sonntag ihre Pforten geöffnet.
warme grüße,
André