Backfokus beim Takahashi Epsilon 160ED

franzjs

Aktives Mitglied
Glaubt man den Empfehlungen des Herstellers und anderen Usern wie z.B. in CN so sollte für den 160ED der optimale BF bei 56,2mm liegen.
Jetzt hatte ich gleich am Anfang bei den ersten Objekten (M13, M5) wirklich super scharfe Sterne bekommen und sah keinerlei Gründe jetzt noch irgendetwas am Image Train zu machen.
Aber der Optimierungsdrang macht auch bei mir nicht halt und so begann ich alles nochmal sauber zu vermessen und zu dokumentieren.
Dabei bemerkte ich dass ich eigentlich nur 53mm BF eingestellt hatte. Und ja das passiert sogar einem Ingenieur :rolleyes:. Wenn man jetzt noch meinen Filteroffset abzieht dann wäre ich damit rund 2,5mm zu nah am Sensor.
Nachdem ich das umgehend korrigiert hatte (nun bei 56,9mm inkl. Filter) und damit die Ergebnisse verglich, war ich mir nicht mehr sicher ob die Korrektur es eher verschlimmbessert hat.
Die Sterne kommen mir seither etwas weniger 'knackig' vor. Auch beim Autofokus unter NINA scheinen die FHD Werte im Mittel von rund 2,4 auf nunmehr 2,8 gesprungen zu sein (ok. da muss man immer auch das Seeing berücksichtigen).
Jetzt haben wir hier vermutlich nicht so viele Epsilon 160er Nutzer im Forum, aber es würde mir sehr helfen wenn es dazu Erfahrungswerte gibt.
Ich bin gespannt.

CS,
Franz
 
Moin,
bei Deinem Sensor sieht man einen unpassenden BF natürlich viel später als beim Vollformat. Ich habe meinen bei etwa 57mm (2mm-Filterdicke). Ich habe auch mal +- 0.2mm geändert. Messen kann man nen Unterschied. Gesehen habe ich es nicht wirklich. Wichtiger ist eine optimale Kollimierung und Tiltfreiheit.

Hast Du denn Messungen von der gleichen Nacht? Das Seeing kann auch reinhauen und dann einen falsche Schlüsse ziehen lassen.

Und auch mir ist es passiert, dass ich mehrfach falsch gemessen habe (Stichwort Dicke != optische Länge; Gewinde zu lang etc.).

Was recht gut geklappt hat war die BF-Analyse in Nina.

CS
Thomas
 
Ich muss bei meinem E-160ED den Backfocus exakt einhalten, sonst sieht man das sofort in den Ecken, auch schon bei APS-C. Für Vollformat musste ich den OAZ austauschen und einen Photon Cage installieren. Mit dem Standard-Fokussierer und dem Gerd Neumann GTU habe ich es nicht hinbekommen, obwohl das mit APS-C noch gut ging. Backfocus-Änderungen von 0.1mm waren da in den Ecken sichtbar.

Ich benutze aber keinen Extender und kann mir gut vorstellen, dass das damit nicht mehr ganz so kritisch ist.

Hier noch ein Bild vom Aberration Inspector nach gelungener „Operation“. Da ich das Teleskop bald abbaue, habe ich es nach ca. 1h dabei belassen:
https://astrob.in/rwapwi/E/

Ich habe auch NINA mit Hocus Focus benutzt - ohne das Tool wäre ich aufgeschmissen gewesen.
 
Das mit der hohen Empfindlichkeit bzgl. Backfokus am Epsi erstaunt mich jetzt doch ein wenig. Ich meinte sogar gelesen zu haben das der Epsilon diesbezüglich recht gutmütig wäre. Wenn ich meine Ergebnisse bei den versehentlichen 53mm und den 56,9mm vergleiche könnte ich es so bestätigen. Aber ja, vermutlich hat ein VF Feld in diesen Belangen eine andere Anforderung.

CS
Franz
 
Es ist ja immer die Frage, wie das Seeing so mitspielt. Bei 3“ Seeing sind die Sterne bei mir komplett rund im ganzen Feld.

Bei guten Bedingungen (im RC 1.9“ HFD in dieser Nacht) sieht man halt noch etwas Koma am Rand. Ich bin mit dem o. g. Ergebnis für jetzt zufrieden, für den Festaufbau werde ich aber weiter optimieren. Im APS-C-Feld sind die Sterne für mich nicht vom Zentrum zu unterscheiden.

Die Empfindlichkeit bezüglich Verkippung und Justage ist aber in jedem Fall deutlich größer als bezüglich Backfocus. Mit dem Photon Cage habe ich zum Schluss 1/24tel Umdrehungen korrigiert, das sind 0.008mm ca. 2cm neben dem Chipende - ich war sehr erstaunt, dass das reproduzierbare Ergebnisse brachte.
 
8 Tausendstel sind natürlich Regionen wo man schon das Gras wachsen hört und eigentlich nicht mehr zu kontrollieren. Je nach Teleskoplage wird sich bedingt durch den Schwerkraftvector eine andere Justage ergeben, wenn man genau schauen möchte. Da hört es bei mir definitiv auf mit dem Spaß und pfeif auf das letzte % was man am fertigen Bild vermutlich nicht mal mehr sieht. Da investiere ich lieber die knappe und kostbare Zeit in Photonensammeln und Bildbearbeitung. Damit hebt man den wesentlichen Anteil an Qualitätsgewinn.
Dennoch Respekt für diese Detailarbeit.

CS
Franz
 
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