Beobachtung aus Stadtmitte mit APO

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Moriarty

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Gerät : Takahashi FS-102 (4'') Apo Refraktor auf GP, dessen stolzer Besitzer ich seit kurzem bin.

Ort: Stadtmitte von München, mein Eisenbalkönchen befindet sich im 2.Stock eines 5-stöckigen Altbau-Gebäudekomplexes mit Blickrichtung zum umschlossenen Innenhof. Ich habe da eine vielleicht 20 Grad breite Schneise zwischen Gebäuden, Kirchturm und riesigen alten Bäumen im Hof, Himmel erst ab 30 Grad Höhe bzw. durch die Bäume hindurch und natürlich aufgehellt vom Stadtlicht (vielleicht 3 Mag Grenzgröße) Überall beleuchtete Fenster. Fast die schlechtestmöglichen Bedingungen, die man sich eigentlich denken kann. Die Schneise zeigt Richtung Ost-Süd-Ost, so daß je nach Uhrzeit die Planeten und einige interessante Objekte beobachtbar sind. Das interessante ist dennoch, was alles trotz dieser schlechten Bedingungen erkennbar ist, daher dieser Bericht.

Mehrere Beobachtungs-Zeiten: 15.12, 23:00 - 16.12, 01:00 / 16.12: 03:50 - 05:30 / 20.12: 22:30 - 23:30

Allgemein war eine Vergrößerung über 150 fach kaum sinnvoll unter diesen Bedingungen, dennoch:

Saturn (zwei Nächte): Zwar mit Gewaber und Getanze, aber für Bruchteile von Sekunden wie gestanzt, sehr deutlich die Ringteilung umlaufend, ein Wolkenband, und zuweilen einen richtig "kugelförmigen" Eindruck. Titan und drei weitere nadelfeine fast nur indirekt sichtbare Pünktchen. Weitere Monde ?. Dies konnte ich zunächst nicht glauben, ich überprüfte dann anhand von Software die aufgezeichneten Stellungen, und tatsächlich: Rhea, Thetys, Dione. Das konnte in der zweiten Nacht verifiziert werden.

Jupiter: War eher mäßig, es war über Nacht neblig geworden: Zwei Wolkenstreifen und die vier Monde. Da warten wir lieber noch ein paar Monate...

M53 (Coma Berenices), 30x: Ein schwächliches dunkelgraues Nebelchen mit nicht wahrnehmbarer Struktur.

M36, M37 (Auriga), 30x: Sehr fein, grau, schwach und fizzelig, viele superdünne Pünktchen in den Sternhäufchen: nett.

M45 (Plejaden): Verschüttete helle Glassplitter auf blaugrauem Stoff, einfach immer wieder schön. Die helleren Sterne waren ganz leicht aber deutlich von einem schwachen grauen Hof umgeben, so wie eine Laterne bei leichtem Nebel. Bei anderen Sternen fiel mir das nicht auf, so daß das wohl die Reflexionsnebel waren. So schwierig sind die also gar nicht zu sehen...

M42/M43 (Orion-Nebel),30x/80x: Feiner grauer Schleier, durchsetzt von dunkleren wolkigen Schlieren, schön und fein die Trapezsterne. Der Hintergrund war leider selber recht hell (blaugrau), hier ist sicher noch viel zu holen bei gescheitem Himmel !

M44 (Krebs), 30x: "Mittel-eindrucksvoller" Sternhaufen, recht ausgedehnt, wie die Plejaden, nur schwächer und etwas ausgedehnter.

Man spürt, daß das Teleskop noch ordentliche Reserven hat, wenn die Sichtbedingungen besser sind. Bei allen Beobachtungen war der Himmel stark aufgehellt und das Seeing nur mittelmäßig. Ich bin sehr gespannt, damit aufs Land zu fahren.

Das Tak LE 7,5 mm bringt gute Leistung, das Televue Radian 3 mm gab mir kein perfektes Bild, was wohl auf die nicht sehr günstigen Seeing-Bedingungen zurückzuführen war. Meine Barlow in Kombination mit dem LE7,5 "fraß" die zwei schwächsten Saturnmonde. Mein Speers Waler 14 machte eine recht gute Figur. Ich denke, es fehlt mir noch ein richtig gutes (und teures:-( )Planetenokular und ein gutes Weitwinkelokular am 2 Zoll Auszug.

Ich werde wieder berichten
 
Hallo Moriarty,

ein schöner Bericht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> Endlich ist hier auch mal jemand vertreten, der die Eindrücke mit einem 4.5 Zoll APO schildert.

Bin schon sehr gespannt auf deine Berichte zur Jupiter- und vor allem auch zur Marssaison. Hoffe, dass wir da einiges zu lesen bekommen oder vielleicht sogar die ein oder andere Zeichnung sehen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Bis dann, Christian
 
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