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Beobachtungsbericht: Eine Nacht mit dem „Großen Ovidiani-Refraktor“ – 4. Mai
Datum: 4. Mai 2026
Zeit: 20:00 – 23:10 EEST
Ort: Corunca, Rumänien
Instrument: Selbstgebauter Refraktor, 46 mm Öffnung, 4130 mm Brennweite (f/89,7) – Replik eines Refraktors aus dem 17. Jahrhundert
Beobachter: Ovidiu Catalin
Ich freue mich außerordentlich, die Ergebnisse der gestrigen Beobachtungsnacht zu teilen. Ich hatte das Privileg, meine neueste Eigenkonstruktion zu testen – einen Refraktor mit einer enormen Brennweite von 4100 mm (4,1 Meter) und einer vergleichsweise kleinen freien Öffnung von 46 mm.
Ich nenne dieses Instrument gerne den „rumänischen Cassini“. Das Objektiv gehört zu den besten Linsen, die ich je gefertigt habe, streng nach den Schleif- und Poliertechniken des 17. Jahrhunderts, wie sie von Meistern wie Christiaan Huygens und Giuseppe Campani angewendet wurden. Aufgrund des extremen Öffnungsverhältnisses von f/89 ist die chromatische Aberration nahezu vollständig unterdrückt, obwohl es sich um eine einfache Einzellinse (Singlet) handelt. Die gelieferten Bilder waren schlicht spektakulär – eine „Beast-Mode“-Leistung für eine so kleine Öffnung.
Die Atmosphäre war relativ stabil, sodass ich die Vergrößerung erhöhen und die Auflösungsgrenzen dieses außergewöhnlich langen Teleskops ausloten konnte.
Planetenbeobachtung: Jupiter
Mein Hauptziel des Abends war Jupiter. Trotz des abnehmenden scheinbaren Durchmessers des Planeten mit wachsender Entfernung von der Opposition lieferte das hohe Öffnungsverhältnis einen beeindruckenden Kontrast.
Bei 129× (32-mm-Okular): Ich verwendete ein Standard-Okular mit 32 mm Brennweite, was eine Vergrößerung von 129× ergab. Das Bild war scharf und für die kleine Austrittspupille erstaunlich hell. Sofort konnte ich den Großen Roten Fleck (GRF) erkennen. Diese historische jovianische Sturmstruktur durch eine selbstgefertigte 46-mm-Linse, auf Papier poliert, zu sehen, ist ein unbeschreibliches Erlebnis.
Bei 165× (25-mm-Kellner): Mit einem 25-mm-Kellner-Okular erhöhte ich die Vergrößerung auf 165×. Der Große Rote Fleck blieb klar sichtbar, und die Detailstruktur innerhalb der äquatorialen Hauptbänder verbesserte sich deutlich. Das Fehlen von Farbfehlern führte zu einem außergewöhnlich klaren Kontrast zwischen dunklen Bändern und helleren Zonen.
Doppelstern-Beobachtungen auf höchstem Niveau
Anschließend richtete ich das Teleskop auf Doppelsterne mit hohem Kontrast. In diesem Bereich zeigen langbrennweitige, unobstruierte Systeme ihre wahre Stärke. Die Auflösungsleistung war makellos und zeigte lehrbuchmäßige, perfekt runde Airy-Scheibchen mit feinen Beugungsringen.
Castor (α Geminorum): Vollständig getrennt. Ein wunderschöner Anblick, bei dem beide Komponenten A und B als brillante blaue Punkte erschienen, die Begleitkomponente leicht bläulich – ein sehr schöner Kontrast.
Algieba (γ Leonis): Ein beeindruckender Farbkontrast war sichtbar. Die Hauptkomponente erschien deutlich golden, während die sekundäre einen tieferen rötlich-orangen Farbton zeigte. Sie waren klar getrennt und extrem scharf.
Porrima (γ Virginis): Sauber getrennt. Diese beiden nahezu identischen weißen Sterne wirkten wie zwei Perlen, klar voneinander getrennt.
Die Herausforderung der Nacht: Izar (ε Boötis)
Um die 46-mm-Linse bis an ihre theoretische Grenze zu testen, wählte ich den notorisch schwierigen Doppelstern Izar, oft „Pulcherrima“ (die Schönste) genannt, aufgrund seines markanten Farbkontrasts. Mit einer Helligkeitsdifferenz von 2,6 Magnituden und einer Trennung von etwa 2,9 Bogensekunden stellt er einen anspruchsvollen Test für eine 46-mm-Öffnung dar.
Bei 165× (25-mm-Plössl): Ich verwendete ein 25-mm-Plössl-Okular. Dies war die Beobachtung des Abends. Nachdem sich mein Auge angepasst hatte und ich Momente perfekten Seeings abgewartet hatte, konnte ich die winzige, bläuliche Begleitkomponente erkennen, die direkt am Rand des Airy-Scheibchens des hellen Hauptsterns erschien. Sie befand sich an der absoluten Sichtbarkeitsgrenze und erforderte höchste Konzentration – aber sie war eindeutig vorhanden.
Fazit
Diese Beobachtungsnacht beweist, dass Öffnung nicht alles ist. Durch die Anwendung der Langbrennweiten-Philosophie des 17. Jahrhunderts habe ich ein spezialisiertes Instrument geschaffen, das nahezu farbfehlerfreie und kontrastreiche Bilder liefert. Den Großen Roten Fleck auf Jupiter zu sehen und einen schwierigen Doppelstern wie Izar mit nur 46 mm Öffnung zu trennen, ist ein klarer Beweis für die Leistungsfähigkeit großer Öffnungsverhältnisse und präziser optischer Fertigung.
Datum: 4. Mai 2026
Zeit: 20:00 – 23:10 EEST
Ort: Corunca, Rumänien
Instrument: Selbstgebauter Refraktor, 46 mm Öffnung, 4130 mm Brennweite (f/89,7) – Replik eines Refraktors aus dem 17. Jahrhundert
Beobachter: Ovidiu Catalin
Ich freue mich außerordentlich, die Ergebnisse der gestrigen Beobachtungsnacht zu teilen. Ich hatte das Privileg, meine neueste Eigenkonstruktion zu testen – einen Refraktor mit einer enormen Brennweite von 4100 mm (4,1 Meter) und einer vergleichsweise kleinen freien Öffnung von 46 mm.
Ich nenne dieses Instrument gerne den „rumänischen Cassini“. Das Objektiv gehört zu den besten Linsen, die ich je gefertigt habe, streng nach den Schleif- und Poliertechniken des 17. Jahrhunderts, wie sie von Meistern wie Christiaan Huygens und Giuseppe Campani angewendet wurden. Aufgrund des extremen Öffnungsverhältnisses von f/89 ist die chromatische Aberration nahezu vollständig unterdrückt, obwohl es sich um eine einfache Einzellinse (Singlet) handelt. Die gelieferten Bilder waren schlicht spektakulär – eine „Beast-Mode“-Leistung für eine so kleine Öffnung.
Die Atmosphäre war relativ stabil, sodass ich die Vergrößerung erhöhen und die Auflösungsgrenzen dieses außergewöhnlich langen Teleskops ausloten konnte.
Planetenbeobachtung: Jupiter
Mein Hauptziel des Abends war Jupiter. Trotz des abnehmenden scheinbaren Durchmessers des Planeten mit wachsender Entfernung von der Opposition lieferte das hohe Öffnungsverhältnis einen beeindruckenden Kontrast.
Bei 129× (32-mm-Okular): Ich verwendete ein Standard-Okular mit 32 mm Brennweite, was eine Vergrößerung von 129× ergab. Das Bild war scharf und für die kleine Austrittspupille erstaunlich hell. Sofort konnte ich den Großen Roten Fleck (GRF) erkennen. Diese historische jovianische Sturmstruktur durch eine selbstgefertigte 46-mm-Linse, auf Papier poliert, zu sehen, ist ein unbeschreibliches Erlebnis.
Bei 165× (25-mm-Kellner): Mit einem 25-mm-Kellner-Okular erhöhte ich die Vergrößerung auf 165×. Der Große Rote Fleck blieb klar sichtbar, und die Detailstruktur innerhalb der äquatorialen Hauptbänder verbesserte sich deutlich. Das Fehlen von Farbfehlern führte zu einem außergewöhnlich klaren Kontrast zwischen dunklen Bändern und helleren Zonen.
Doppelstern-Beobachtungen auf höchstem Niveau
Anschließend richtete ich das Teleskop auf Doppelsterne mit hohem Kontrast. In diesem Bereich zeigen langbrennweitige, unobstruierte Systeme ihre wahre Stärke. Die Auflösungsleistung war makellos und zeigte lehrbuchmäßige, perfekt runde Airy-Scheibchen mit feinen Beugungsringen.
Castor (α Geminorum): Vollständig getrennt. Ein wunderschöner Anblick, bei dem beide Komponenten A und B als brillante blaue Punkte erschienen, die Begleitkomponente leicht bläulich – ein sehr schöner Kontrast.
Algieba (γ Leonis): Ein beeindruckender Farbkontrast war sichtbar. Die Hauptkomponente erschien deutlich golden, während die sekundäre einen tieferen rötlich-orangen Farbton zeigte. Sie waren klar getrennt und extrem scharf.
Porrima (γ Virginis): Sauber getrennt. Diese beiden nahezu identischen weißen Sterne wirkten wie zwei Perlen, klar voneinander getrennt.
Die Herausforderung der Nacht: Izar (ε Boötis)
Um die 46-mm-Linse bis an ihre theoretische Grenze zu testen, wählte ich den notorisch schwierigen Doppelstern Izar, oft „Pulcherrima“ (die Schönste) genannt, aufgrund seines markanten Farbkontrasts. Mit einer Helligkeitsdifferenz von 2,6 Magnituden und einer Trennung von etwa 2,9 Bogensekunden stellt er einen anspruchsvollen Test für eine 46-mm-Öffnung dar.
Bei 165× (25-mm-Plössl): Ich verwendete ein 25-mm-Plössl-Okular. Dies war die Beobachtung des Abends. Nachdem sich mein Auge angepasst hatte und ich Momente perfekten Seeings abgewartet hatte, konnte ich die winzige, bläuliche Begleitkomponente erkennen, die direkt am Rand des Airy-Scheibchens des hellen Hauptsterns erschien. Sie befand sich an der absoluten Sichtbarkeitsgrenze und erforderte höchste Konzentration – aber sie war eindeutig vorhanden.
Fazit
Diese Beobachtungsnacht beweist, dass Öffnung nicht alles ist. Durch die Anwendung der Langbrennweiten-Philosophie des 17. Jahrhunderts habe ich ein spezialisiertes Instrument geschaffen, das nahezu farbfehlerfreie und kontrastreiche Bilder liefert. Den Großen Roten Fleck auf Jupiter zu sehen und einen schwierigen Doppelstern wie Izar mit nur 46 mm Öffnung zu trennen, ist ein klarer Beweis für die Leistungsfähigkeit großer Öffnungsverhältnisse und präziser optischer Fertigung.
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