ThN
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Nachdem ich jetzt bereits zwei sehr schöne und entspannende Beobachtungen mit dem Fernglas hatte, wollte ich gestern die Dinge etwas mehr im Detail sehen. Meine Strategie: Offene Sternhaufen und Sternfelder bei ca. 25x im Übersichtsokular beobachten. Standort war wieder die Beobachtungswiese auf dem Hügel im Dorf. Der Himmel war prächtig und dunkel, da der Mond erst spät aufgehen würde.
Die Vorbereitungen war gegenüber dem Fernglas schon aufwendiger: Dobson (200mm f5) raustellen und vorkühlen, dann später zusammen mit 2 Gartenstühlen im Wagen verstauen. Bücher (Karkoschka und Starguide) nebst Fernglas, Fahrradrücklicht und Kleinkram in den Rucksack. Zu guter Letzt entschied ich mich dann neben dem Übersichtsokular (mit 42mm und damit zu großer AP etwas zu langbrennweitig) noch ein 10er Okular mitzunehmen. Das erwies sich als *sehr* gute Idee - aber dazu später.
Als erstes wurde (natürlich) der Komet 17/P Holmes beobachtet. Interessant - heller als im FG wirkt er nicht. Das ist aber klar bei flächigen Objekten. "Nur" größer halt, und damit kann man ihn schön im Detail studieren. Bei 5mm AP (bin nicht mehr der Jüngste) und 200mm Öffnung hätte ich auch ohne Helligkeitsverlust bis 200/5 = 40x beobachten können. Allerdings wollte ich ein möglichst großes Gesichtsfeld - man kann halt nicht alles auf einmal haben...
Als nächstes nehme ich mir den Perseus vor. Der Karkoschka hat da ein paar schöne offene Sternhaufen anzubieten:
M34 - sehr einfach zu finden: Beta per (Algol) mit Sucher anvisieren und dann im Übersichtsokular Richtung Gamma And "schubsen", dann taucht er "laut und deutlich" auf. 30' ist er groß und jetzt kommt der große Wunsch auf ihn im Detail anzugucken. Zum Glück habe ich das 10er dabei. M34 ist interessant, aber nicht viel interessanter als im Fernglas.
NGC1245. Das Auffinden ist schon interessanter. Im Sucher verfolge ich erst zwei eng beieinander liegende Sterne in der Nähe von Alpha Per (HR1011 und HR1001) bis ich auf 2 etwas weiter auseinander stehende Sterne (HR956 und HR949) stoßen. Zwischen beiden, etwas nach unten versetzt, stehen zwei kleine Sterne etwa m8 (HD19901 und HD19921). Diese beiden verlängere ich und stoße auf einen weiteren Stern 8. Größe und ein schwaches nebliges Etwas. Das ist NGC1245! Auflösen kann ich ihn nicht, er ist nur 10'. Dazu verwende ich das 10er. Vorsichtig fokussiert "poppt" er dann als feines Nadelkissen auf. Toll! Die Auflösung könnte noch besser und haarfeiner sein, aber ich will nicht klagen. Im Fernglas sieht man den "Navigationsweg" auf einem Blick. Ich habe aber diesmal nicht den bequemen Liegestuhl dabei - der wäre beim Dobson nicht so geeignet gewesen - und deshalb verzichte ich darauf ihn zu sichten. Karkoschka sagt auch, dass ich ein 12x50 benötige (3 offene Würfelpunkte) und selbst dann würde es wohl auch nur reichen ihn so gerade als Nebelchen zu sehen.
Dieses Navigieren mit Geraden, Dreiecken, Parallelogrammen usw. macht Spaß. Vielleicht liegt's daran, dass ich Mathematiker bin
Auf gleiche Weise suche ich NGC1528 auf. Ich verlängere Alpha und Delta Per bogenförmig und stoße auf ypsilon Per. Dann knicke ich von der Linie ypsilon und mu ab und gelange über zwei hellere Sterne und eine interessante Sternengruppe zu NGC1528. Er ist deutlich als OS zu erkennen. Er hat hellere Sterne als 1245 und ist im 10er einfacher zu erkennen. CdC zeigt mir in der Nähe noch einen weiteren ähnlichen Sternhaufen NGC1545. Schade, da hätte ich mich besser vorbereiten sollen! (Im Starguide sind diese OS übrigens merkwürdigerweise nicht drin - dafür aber weit schwächere zum Teil regelrecht unmögliche Objekte wie Andromeda Zwerggalaxien). Perseus ist aber ein äußerst lohnender Ort für Beobachtungen!
Ich schließe jetzt den 1. Teil ab. Zwischenfazit: Auch im Dobson macht es Spaß, es ist aber ganz anders. Der ästhetische Weitfeld- Eindruck des Fernglases (bei ca. 8° Feld) kommt nicht auf, außerdem habe ich Koma und kann das Feld nicht ganz aus ausnutzen. Trotzdem ist es sehr schön duch die Sternfelder zu gleiten, auch schwache Sternhaufen zu erkennen und dann mit einer hohen Vergrößerung aufzulösen.
Im 2. Teil: Sternhaufen im Fuhrmann, der kleine Hantelnebel sowie einige weniger geglückte Beobachtungen.
Thomas
Die Vorbereitungen war gegenüber dem Fernglas schon aufwendiger: Dobson (200mm f5) raustellen und vorkühlen, dann später zusammen mit 2 Gartenstühlen im Wagen verstauen. Bücher (Karkoschka und Starguide) nebst Fernglas, Fahrradrücklicht und Kleinkram in den Rucksack. Zu guter Letzt entschied ich mich dann neben dem Übersichtsokular (mit 42mm und damit zu großer AP etwas zu langbrennweitig) noch ein 10er Okular mitzunehmen. Das erwies sich als *sehr* gute Idee - aber dazu später.
Als erstes wurde (natürlich) der Komet 17/P Holmes beobachtet. Interessant - heller als im FG wirkt er nicht. Das ist aber klar bei flächigen Objekten. "Nur" größer halt, und damit kann man ihn schön im Detail studieren. Bei 5mm AP (bin nicht mehr der Jüngste) und 200mm Öffnung hätte ich auch ohne Helligkeitsverlust bis 200/5 = 40x beobachten können. Allerdings wollte ich ein möglichst großes Gesichtsfeld - man kann halt nicht alles auf einmal haben...
Als nächstes nehme ich mir den Perseus vor. Der Karkoschka hat da ein paar schöne offene Sternhaufen anzubieten:
M34 - sehr einfach zu finden: Beta per (Algol) mit Sucher anvisieren und dann im Übersichtsokular Richtung Gamma And "schubsen", dann taucht er "laut und deutlich" auf. 30' ist er groß und jetzt kommt der große Wunsch auf ihn im Detail anzugucken. Zum Glück habe ich das 10er dabei. M34 ist interessant, aber nicht viel interessanter als im Fernglas.
NGC1245. Das Auffinden ist schon interessanter. Im Sucher verfolge ich erst zwei eng beieinander liegende Sterne in der Nähe von Alpha Per (HR1011 und HR1001) bis ich auf 2 etwas weiter auseinander stehende Sterne (HR956 und HR949) stoßen. Zwischen beiden, etwas nach unten versetzt, stehen zwei kleine Sterne etwa m8 (HD19901 und HD19921). Diese beiden verlängere ich und stoße auf einen weiteren Stern 8. Größe und ein schwaches nebliges Etwas. Das ist NGC1245! Auflösen kann ich ihn nicht, er ist nur 10'. Dazu verwende ich das 10er. Vorsichtig fokussiert "poppt" er dann als feines Nadelkissen auf. Toll! Die Auflösung könnte noch besser und haarfeiner sein, aber ich will nicht klagen. Im Fernglas sieht man den "Navigationsweg" auf einem Blick. Ich habe aber diesmal nicht den bequemen Liegestuhl dabei - der wäre beim Dobson nicht so geeignet gewesen - und deshalb verzichte ich darauf ihn zu sichten. Karkoschka sagt auch, dass ich ein 12x50 benötige (3 offene Würfelpunkte) und selbst dann würde es wohl auch nur reichen ihn so gerade als Nebelchen zu sehen.
Dieses Navigieren mit Geraden, Dreiecken, Parallelogrammen usw. macht Spaß. Vielleicht liegt's daran, dass ich Mathematiker bin
Ich schließe jetzt den 1. Teil ab. Zwischenfazit: Auch im Dobson macht es Spaß, es ist aber ganz anders. Der ästhetische Weitfeld- Eindruck des Fernglases (bei ca. 8° Feld) kommt nicht auf, außerdem habe ich Koma und kann das Feld nicht ganz aus ausnutzen. Trotzdem ist es sehr schön duch die Sternfelder zu gleiten, auch schwache Sternhaufen zu erkennen und dann mit einer hohen Vergrößerung aufzulösen.
Im 2. Teil: Sternhaufen im Fuhrmann, der kleine Hantelnebel sowie einige weniger geglückte Beobachtungen.
Thomas
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