Beobachtungsmorgen am 13.10.2015 in FFM mit 8" Dob

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Sternenjaeger

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Hallo zusammen,

heute Morgen, vor der Arbeit, wollte ich doch wenigstens eine halbe Stunde Zeit nutzen, um meine ersten Erfahrungen an Venus, Mars und Jupiter zu sammeln. Bereits gestern Morgen auf dem Weg zur Arbeit, konnte ich die drei Planeten deutlich mit eigenen Augen erkennen. Also habe ich gestern Abend mein Dobson auf den Balkon verfrachtet um ihn entsprechend auskühlen zu lassen.

Beobachtungsort: Der heimische Balkon in Frankfurt am Main (nicht optimales Sichtfeld dank einem großen Baum gen Osten)
Beobachtungsgerät: 8“ Dobson F/6

Die Venus konnte ich bereits am 30.09.2015 ins Okular bekommen, doch der heutige Beobachtungsmorgen (leider ja nur etwa eine halbe Stunde) hat diesen ersten Versuch bei weiten übertroffen!

Bewaffnet mit meinem Baader Hyperion 13mm Okular habe ich mit Hilfe des Telrad Venus sehr schnell ins Blickfeld bekommen. Wie am 30.09. konnte ich Venus in ihrer „Sichelform“ beobachten. Sehr hell! So hell, dass sich deutlich „vier Strahlen“ von der Venus absetzten. Die Luft war leider auch, für mein empfinden, nicht ganz ruhig. Da Mars und Jupiter leider noch hinter dem nahen Baum verdeckt waren, ich aber freie Sicht auf Orion hatte, habe ich erstmal auf M42 umgeschwenkt.

Auch M42 durfte ich schon kurz am 30.09. ins Visier nehmen. Diesmal allerdings deutlich besser zu erkennen, mag vielleicht am fehlenden Mondlicht liegen. :) Dieser Anblick hat erneut meine Vorfreude gesteigert, M42 bei einer wirklich dunklen Nacht, und hoffentlich dann auch fernab der Frankfurter „Stadtlichter“ beobachten zu dürfen.

So langsam hat sich dann Mars hinterm Baum hervorgetraut, gerade soweit, dass das Dobson am Anschlag über die Balkonbrüstung hinüberlunsen konnte. Der Blick ins Okular, auch mit einem Baader Hyperion 5mm Okular, brachte nicht mehr als einen scheinbar rötlich schimmernden Punkt zum Vorschein. Ich gebe zu, hier war ich ein wenig enttäuscht, hatte ich mir doch mehr erhofft von Mars zu sehen. Der „Wow“-Effekt war bei meiner ersten Venus Beobachtung ein ganz anderer.

Jupiter sollte dann einige Minuten später aber für alles entschädigen: Jupiter war deutlich mit 3 Monden im Okular zu erkennen! Was für ein Anblick! Der Ganz auf den (eis)kalten Balkon hat sich gelohnt! Je höher Jupiter emporstieg, desto deutlicher konnte ich zwei Nebelbänder auf der hellen „Scheibe“ erkennen! Die Euphorie stieg sofort an und ich konnte den Blick kaum von dem größten unserer Planeten lassen. Am liebsten wäre ich freudig auf und ab gesprungen, und hätte diesen Moment mit allen möglichen Leuten geteilt.

Leider ertönte gegen 06:45 das Signal aus meinem Handy – Zeit zu gehen; die Arbeit ruft.

Alles in allem war es für mich ein sehr erfolgreicher Beobachtungsmorgen (hab das leichte Grinsen noch immer im Gesicht), und ich kann es kaum erwarten die Planeten bei besserem Himmel beobachten zu dürfen. Mein Favorit – Saturn – fehlt mir ja noch gänzlich.

Was ich noch als kleines Feedback von meiner Seite zur Ausrüstung geben kann: Ich habe heute auch das erste Mal das „Super 10mm“ Standardokular getestet. Den Bezeichnung „Super“ ist hier wohl ironischerweise gewählt! Das taugt nämlich, im Vergleich zu meinen anderen Okularen ganz, ganz wenig! Am Jupiter hat sich auch das William SWAN 15mm gut bewiesen.

Und, ich kann es nicht oft genug sagen: Der Erfinder des Telrad hat einen Orden verdient! Mit diesem Gerät macht das Hobby so viel mehr Freude, weil man nicht soviel Zeit ans Suchen verliert.

Für Feedback, Verbesserungsvorschläge sowie Tipps und Tricks bin ich ja immer zu haben. :)
 
Hallo Sascha,
ein schöner Beobachtungsbericht. Wegen des Mars brauchst Du nicht enttäuscht zu sein. Der scheinbare Durchmesser von z.Zt. 4 Bogensekunden gibt auch in grösseren Teleskopen nicht viel her.
Die negativen Erfahrungen mit den sog. "Standardokularen" teilst Du sicher mit vielen, die in dieses schöne Hobby eingestiegen sind, und somit vielleicht entmutigt wieder aufgegeben haben. Etwas mehr Geld zu investieren lohnt auf alle Fälle, aber Du hattest ja bessere Alternativen.
Ich wünsche Dir, dass sich das leichte Grinsen noch oft zeigen kann.

Gruss,
Wolfgang.
 
Hi Sascha,

ei wie werd ich mich mit Dir freuen, wenn Du erstmal Saturn ins Visier nimmst und den Jupiter im Meridian erwischst! Das Baader 13mm mag ich auch sehr , mit dem 5er komm ich nur in extrem guten Nächten klar, meist pendelt sich mein Zufriedenheitswert im Hochvergrösserungsberech bei einem 7mm Oku ein, sei es am Dobson oder am grossen Refraktor. Was war ich schon mit dem Baader 5mm verzweifelt, versuchte es dann mit anderen Okularen in ähnlichen Vergrösserungsbereichen, doch das selten gute Bild, das man erwarten darf liegt doch an der Qualität der Durchsicht und aus der Stadt raus vergrössert man mit Hochvergrösserungen wohl auch nur mehr den atmospähischen Mist.

Für Planeten brauchst aber mit dem ganzen Geraffel nicht unbedingt weit raus aus der STadt, die gehen vom Balkon aus auch nicht schlecht, grad nach kalten Nächten am Morgen ist am Haus ein Temperaturausgleich, der nicht für Luftschlieren sorgt. An Sommerabenden oder Nächten, wenn die Hitze noch abstrahlt von den Hauswänden wird es eher mau werden mit dem Beobachten vom Balkon aus. Aber frühe Morgendstunden sind dann in Deinem Fall die bessere Wahl.

Ja der Telradfinder! Ist wie mit den Spaghetties!!!!!!! Der praktische Nutzwert ist nicht zu beschreiben, sondern zu geniessen. Watch and go und fertig aus.....so ist es....ich kann kaum noch mit dem kleinen Sucherfernrohr arbeiten, seit ich Telrad habe.....aber ich benutze trotzdem beide parallel am Teleskop, wenn die Justage nicht stimmt oder aber die Durchsicht zu trüb ist, dann hilft die Optik doch wieder weiter.

Weiterhin freu ich mich auf Deine noch scheinbar jungfräulichen Entdeckungen! Da erlebt man als alte Häsin nochmal alles mit, das ist doch schön!

Bis bald mal wieder, bin schon gespannt.

Gruss von Anette
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Sascha,

sehr schöner Bericht, ich kann Deine Begeisterung gut nachempfinden. Mein Tipp zu Jupiter: Beobachten, beobachten, beobachten.... das Auge wird wirklich geschult. Je öfter und länger ich Jupiter beobachte, desto mehr Bänder kann ich unterscheiden. Dazu kommt, dass manchmal auch bei minutenlanger Beobachtung plötzlich für Sekunden das seeing besser ist und man erstaunlich mehr sieht; aber um diese Sekunden abzupassen muss man halt "dran bleiben". Weiter so!

Gruß, Martin
 
Hallo zusammen,

@ Wolfgang,

Besten Dank Dir. Das beruhigt mich etwas. Dann kann ich mich ja weiterhin auf ein „besseres“ Bild von Mars freuen, wenn er dann „Hochsaison“ hat. Das stimmt. Ich bin froh das ich mir gleich bessere Okulare angeeignet habe. Macht definitiv mehr Freude, als die „Super“ Standard Okulare.


@ Anette,

Schön, dass Du dich mit mir freuen kannst! Wenn ich darüber nachdenke, dass ich die ganzen vergangenen Jahre, bei einem genaueren Blick gen Himmel die Planeten schon mit blossen Augen hätte sehen können, ärgere ich mich, dass ich das nicht getan habe! :) Wenn man weiss wo man gucken muss, ist das gar nicht so schwer. Zugegeben ist Venus am Morgen aktuell kein zu verfehlendes Ziel, wenn der Himmel mitspielt!

Werde auch weiterhin Beobachtungen vom Balkon aus starten. Da ich ja kein Auto habe, ist der Hinterhof bzw. der Balkon einfach ein schnell zu erreichender Beobachtungsort, auch wenn es sicher bessere Himmel gibt, als den hier über Frankfurt. ;) Ich halte euch auf dem laufenden.


@ Martin,

Deinen Rat werde ich mir zu Herzen nehmen! Vielen Dank. Ich hätte da auch noch Stunden sitzen können, wäre da nicht der Wecker gewesen. :) Vielleicht spielt das Wetter am Wochenende mit, und gewährt mir noch die ein oder andere Beobachtungsmöglichkeit! Jupiter hat es mir schon sehr angetan!
 
Hallo Sascha,

schöner Planetenbericht. Der Mars ist leider wirklich selten schön zu sehen. Selbst in Opposition ist er nicht immer größer als 20 Bogensekunden, was in etwa der Hälfte der mittleren Jupiterscheibchengröße ist.

Und wenn Opposition ist und die fällt in die Jahresmitte, so wie nächstes Jahr und bei der besonders erdnahen 2018, dann hat man hier auch nicht so richtig viel davon, weil er dann doch recht tief steht.

Viel Spaß weiterhin mit deinem Dobson!

VG & CS
Klaus
 
Hallo Klaus,

vielen Dank! Ich muss ja auch sagen, ich habe bei Mars gar keinen "riesigen" Planeten im Okular erwartet, aber ein Bisschen mehr erkennbarkeit wäre genial gewesen.

Natürlich werde ich auch Mars weiterhin beobachten, und bin schon sehr gespannt wie sich das Bild im Laufe der Zeit für mich verändert! :)

Sehr ärgerlich, dass die letzten Morgende bewölkt waren. Hätte gern nochmal mein Glück probiert!
 
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