Beobachtungstipp: UGC3445 & UGC3446 (Lyn)

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Robert Zebahl

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Hallo zusammen,

auf meinen letzten Streifzügen bin ich über dieses ungewöhnlich helle Paar von UGCs gestoßen, die einen schönen Eindruck hinterließen! Die visuellen Helligkeiten liegen bei 12.4m bzw. 12.6m.

Die beiden Galaxien befinden sich zwischen den Sternen 2 Lyn und 4 Lyn und sind damit relativ einfach zu finden. Bei einer Grenzgröße von ca. 6.0m waren beide Galaxien im 8"er schon bei 37x als kleines, diffuses, leicht längliches Fleckchen indirekt erkennbar. Ab 100x sind beide Galaxien schön getrennt voneinander direkt zu sehen. Beide erschienen mir rundlich, ähnlich hell mit deutlich ausgeprägtem, helleren Kernbereich. Eine Elongation bei UGC3445 konnte ich nicht erkennen.


Grüße vom Robert :)
 

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Zitat von UwePilz:
Feine Sache, die du da rausgeknaupelt hast. Jenseits von NGC/IC liegen wohl noch einige Schätze vergraben.
Das kann man wohl sagen.

Vielleicht noch als Ergänzung: Trotz der eher "abschreckenden" Namen sind diese beiden Galaxien aufgrund der sehr hohen Flächenhelligkeit auch für Anfänger durchaus geeignet, sofern man ausreichend hoch vergrößert.
 
Hi Robert,

wow - echt tolle Entdeckung! :super: Ist sofort notiert.

Kaum zu glauben, dass es sowas noch gibt... Vor allem gleich so ein interagierendes interessantes Paar! Und dann so hell und unbekannt??? Das ist die Astroüberraschung des Monats würde ich sagen, wenn nicht des Jahres. Ohne Witz.

CS!
Norman

 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Norman,

Zitat von Norman:
Das ist die Astroüberraschung des Monats würde ich sagen, wenn nicht des Jahres.
Das Jahr hat ja erst angefangen. Ich werde bestimmt noch ein paar andere Objekte aus der "Wühlkiste" holen :biggrin:

Ich habe ja den kompletten UGC in mein Programm inkl. DSS-Bilder geladen, sodass ich da gemütlich "surfen" und mir interessante Objekte rauspicken kann ;)

Gruß,
Robert
 
Hallo Robert,

gestern habe ich mir diese beiden GX ins Okular geholt und muss sagen, ein toller Tipp. Bei 189x waren die beiden getrennt sichtbar, die eine rundlich die andere oval. Hat mich irgendwie an eine verkleinerte Version von NGC3226/7 erinnert.

Schon mal in der Gegend habe ich mir noch NGC2273, NGC2273B und UGC3685 angeschaut. An UGC3504/NGC2273A bin ich gescheitert.

So noch ein Tipp von mit: Den Quasar PG1351+640 im Drachen. So ab 10" Öffnung ab 6er Himmel sollte der gehen.


Gruß
Lothar
 
Hallo Lothar,

schön, dass du dir das kleine UGC-Paar vorgenommen hast :)

Zitat von Lots:
Da war vermutlich die Durchsicht nicht so optimal ?) Im 8"er unter normalem Bortle-4-Himmel (FST ca. 6.0m) war die Galaxie bei 100x indirekt kein Problem, aber eben recht blass.

Die von dir beobachtete UGC3685 ist ja auch so eine helle UGC, die ich bei 150x sogar noch direkt sehen konnte. Da schlummern halt noch viele Objekte abseits von M/NGC/IC.

Zitat von Lots:
So noch ein Tipp von mit: Den Quasar PG1351+640 im Drachen. So ab 10" Öffnung ab 6er Himmel sollte der gehen.
Wenn ich den Helligkeitsangaben trauen darf (visuelle Helligkeit ca. 14.3m), sollte der Quasar eigentlich auch gut mit 8" machbar sein, da extrem kompakt. Sterne bis runter 14.6m sehe ich noch relativ gut unter einem 6.0m-Himmel ;) Ich werde den mal auf die Liste nehmen und berichten.

Gruß,
Robert
 
Oh, bitte die genaue Rec und Dekl. angeben, ich kann die in der Goto einstellen...sonst komm ich da nicht hin....

geht das?

Danke von Anette
 
Hi Anette,

liegt zwischen 2 und 4 Lynx :) Am frühen Abend noch hoch im Zenith, dann langsam fallend. Starhopping ist angesagt. Goto ist was für "Gehirn" Arme

RA: 06h21m4 De: +59° 07'

Gruß
Lothar
 
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Hi,

Starhopping ist angesagt. Goto ist was für "Gehirn" Arme

:totlach: :totlach2: Danke Lothar ;)

(oder für Fotografen, denen lass ich das auch noch durchgehen)

Auch von mir an dieser Stelle ein Dankeschön für den interesanten Beobachtungstipp, Karten befinden sich bei den "Hausaufgaben", mal sehen wann sich die nächste Gelegenheit ergibt.

CS Benny
 
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Hi,

Jo, und Navis gehören in die Mülltonne; ich fahre immer mit dem Stadtplan auf'm Schoß.

Hinkt... Wenn du einmal wo warst brauchst du das Navi auch nicht mehr und du benutzt es um anzukommen. Das eigenhändige Aufsuchen und FINDEN eines Objekts trägt bei mir (und vielen anderen) zu einem erheblichen Teil des Spaßes am Hobby bei ;)

Deshalb will ichs ja niemandem verbieten, es gibt genug Leute die davon einen Nutzen haben, aber ich finde es immer traurig wenn sich Leute, die sich NICHT am Himmel auskennen, sich gleich dieses nicht zu unterschätzenden Glücksgefühls berauben.

Also Aussendienstmitarbeiter (Fotografen) brauchen Navis, Rallyfahrer (Visuelle) nicht.

Selbst erlebt auf einem TT: 18" Obsession mit Argo Navis... man strampelte sich da ab um Standards (z.B. NGC 7331) ins Okular zu holen und wunderte sich, als wir mal OHNE Hand anlegten...

CS Benny
 
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Hallo Benny,
auch ich bin kein unbedingter Freund der GehHin Technik. Aber bevor der Glaubenskrieg wieder einmal mit voller Wucht entbrannt, was mich gestört hat, war, daß Du die GoToler als hirnlos oder zumindest als hirnarm bezeichnest.
Es soll doch jeder nach seiner Facon den Himmel genießen können.
In dem Sinne, clear skies und gutes seeing,
Brayon
 
Hallo Robert.

Vielen Dank für diesen Beobachtungstipp.
Beide Galaxien habe ich mir notiert.

Gruß
*entfernt*
 
Moin!

Zitat von Benny:
Wenn du einmal wo warst brauchst du das Navi auch nicht mehr und du benutzt es um anzukommen. Das eigenhändige Aufsuchen und FINDEN eines Objekts trägt bei mir (und vielen anderen) zu einem erheblichen Teil des Spaßes am Hobby bei ;)
Wenn ein Objekt aber zu schwach für den Sucher ist und die Umgebung nur ein paar schwache Sterne enthält, freut man sich über technische Unterstützung. Leider habe ich zur Zeit noch keine, das wird sich erst beim nächsten Teleskop ändern.

"Schwache Sterne" ist zumindest im Leuchtpunktsucher bei langbrennweitigen Teleskopen ein sehr weitreichender Begriff. 90/1250er Mak und Skywatcher-Leuchtpunktteil macht unter Stadthimmel das Aufsuchen schwacher Doppelsternen zu einer sehr langwierigen Aktion - man trifft einfach nicht.

Grüße

fquadrat
 
Hallo F^2,
ich gebe noch ein wenig Senf dazu ;-)
Es gibt nicht nur schwache Ziele, sonder auch 'leere' Himmelsgegenden. Traditionell macht man 5° hops (Sehfeld des Suchers), was hier aber nicht reicht. Dann gebe ich meinem Dob 2 mal einen Schubs anhand der errechneten alt/azi-Differenzen zum letzten bekannten Stern, und fertig ist. Bei dem Verfahren reicht eine Genauigkeit von etwa 1° voll und ganz.
Mit anderen Worten, ich falle zurück auf eine Art Mini-PushTo-Verfahren. Das mag zwar den sternhüpfenden Puristen nicht gefallen, aber mich führt es rasch zum Ziel und die Freude daran, es zu bestaunen.
Clear Skies und wenig Seeing wünscht
Bradyon
 
> ich falle zurück auf eine Art Mini-PushTo-Verfahren

Al diese Verfahren arbeiten gut, wenn das Zielobjekt in einem Übersichtsokular sofort auffällt. Sie erschweren die Sichtung, wenn man bei hoher Vergrößerungen feine Sterne identifizieren muss und sich die genaue Lage des Ziels in einem sagen wir 15'-Gesichtsfeld verdeutlichen muss. Beim Stahop hat man stets diese Verbindung zwischen Sternmster und Ziel; beim Goto muss man sich diese im Zielgebiet erst schaffen. Das stelle ich mir mitunter schwierig vor (hab's aber nie probiert).

Na ja, lernen kann man alles.
 
Hallo Uwe,
ein konkretes Beispiel wären Bodes Nebel M81 & M82, mit dem Supernova im Januar. Startpunkt z.B. Dubhe, danach gibt's eigentlich nix mehr fürs nackte Auge und seeehr wenig für den Sucher. Also schubsen, entweder geschätzt oder mit Teilkreisen.
CS, Bradyon
 
Hi,

für M81/M82 gibt es 2 Methoden der Auffindung.

1. Die selbe Strecke gut 10° von Gamma zu Alpha nach hinten verlängert.

2. Mit dem Sucher sigma1, sigma2 und rho eingestellt dann zu 24 Uma gehoppt. Beide Galaxien sind im 8x50 Sucher sichtbar!

Gruß
Lothar
 
Zitat von Bradyon:
ein konkretes Beispiel wären Bodes Nebel M81 & M82, mit dem Supernova im Januar.
Hmmm... Die beiden peile ich fast direkt an, zumal sehr auffällig. Da hab ich noch nie Starhopping machen müssen ;)

Aber bitte nicht zu weit vom Thema abkommen. Fakt ist, wie Uwe schon angedeutet hat, dass man vor allem bei sehr schwachen Objekten nicht um detaillierte Sternkarten herumkommt, um die genaue Position auszumachen.
 
Hallo,

was mich gestört hat, war, daß Du die GoToler als hirnlos oder zumindest als hirnarm bezeichnest.

Das habe ich nicht, das war Lothar, ich habe nur geschmunzelt - Ein Glaubenskrieg solls nicht werden, wie schon mehrfach geschrieben: Es gibt Leute denen ich das von Herzen gönne, dazu zählen auch gerne Doppelsternbeobachter aus der Stadt :)

Mir gehts nur darum: Eine schöne detaillierte (!) Karte wie Uwe schon schrieb macht ebenfalls großen Spaß sich zum Objekt vorzuarbeiten. Die meisten Objekte die ich beobachte sind bei Übersichtsvergrößerungen unsichtbar, bei wirklich knackigen Objekten (da ordne ich die UGCs hier ein) mache ich mir sogar bis zu drei Karten und dann geht es ans Herantasten, Aufsuchen, Identifizieren... das macht MIR eben einen Riesenspaß und ab einer gewissen Größe/Helligkeit kommt man selbst mit Goto nicht mehr um Karten herum ;)

Viele Grüße Benny
 
> mache ich mir sogar bis zu drei Karten

Das ist bei meinen schwachen Kometen auch die Regel. Eine Karte, um von einem visuelle sichtbaren Stern ins Zielgebite zu kommen (10°), eine Detailkarte (1°) und dann noch eine hoch vergrößerte fürs Zeichnen (0,5°). Bei hellen Kometen fällt freilich die letzte Karte weg, die sind ja auch größer.
 
Yo Lothar,
Zitat von Lots:
… Strecke gut 10° von Gamma zu Alpha nach hinten verlängert.
Das ist genau, was ich meine. Wie willst Du die 10° abstecken? Geschätzt über die Hand zwischen Daumen und kleinem Finger, oder doch mit irgendeiner Art von Teilkreisen oder Kompaß und Klinometer, wie ich es schon mal mache? ;-)
L.G. & Klare Nächte (sieht heuteabend gut aus!),
Bradyon
 
Hi,

Das ist genau, was ich meine. Wie willst Du die 10° abstecken? Geschätzt über die Hand zwischen Daumen und kleinem Finger

Das ist reine Übungssache :) Bis 10° (Handrückenbreite) kann man noch gut peilen finde ich, lieber arbeite ich aber mit fiktiven Dreiecken, man schätzt das Aussehen eines solchen Dreiecks (2 Sterne und das Objekt) ab und versucht die Figur am Himmel wieder hinzubringen - klappt eigentlich immer.

CS Benny
 
Bevor ihr noch weiter über GoTo diskutiert, hier noch eine ganz frische Beobachtung von mir, die zeigt, wie hell diese beiden Sonderlinge sind:

Beobachtet vom Hinterhof aus Leipzig heraus gegen 23:00, Grenzgröße ca. 4.5m (Bortle 7), ziemlich klar. Ein Handtuch über dem Kopf musste für ausreichende Dunkeladaption herhalten.

Im 4.5"er bei 128x war nichts zu machen, bestenfalls Einbildung. Aber versuchen kann man es ja. Einen Stern mit 12.55m konnte ich jedenfalls indirekt noch relativ gut erkennen. Unter dunklem Landhimmel sollten aber 4.5" reichen.

Im 8"er wurde es dann aber bei 171x schon offensichtlich, wenn auch schwach: Die UGC3446 war indirekt gerade noch als rundes, diffuses Nebelchen erkennbar, aber eben schon ziemlich schwach. UGC3445 fiel nach einer kleinen Eingewöhnung relativ gut auf und schien mir heller, ebenfalls rundlich anmutend.

Kurz: Für ambitionierte Stadtbeobachter durchaus machbar :)
 
Hi Blackbeard, du unerschrockener Sailor der unendlichen Tiefen des Raumes,
ich konnte nicht widerstehen und habe mich bei guter Sicht, hier in der Nähe von Köln, ans Spechteln gemacht - hat wunderbar geklappt, und man fragt sich, wieso Messier oder Caldwell diese schönen Objekte übersehen haben. Vielen Dank noch mal für den Hinweis!
Ein kleiner Tipp für alle Hinterhof-Spechtler: Ich habe mir irgendwann eine rote Laserbrille angeschafft, die ich 20 bis 30 Minuten bevor ich rausgehe aufsetze. Man kann immer noch gut fernsehen (monochrom), eine Brille paßt einigermaßen drunter, und man ist buten fast sofort voll adaptiert.
 
Sooo... Gestern war ich mal südlich vom Tharandter Wald (grob nahe Dresden) unterwegs, als es dann doch noch aufklarte (ein wenig diesig war es aber schon noch). Leider störten indirekt einige Straßenlaternen, doch startete ich einen Versuch mit meinem 114/900er Newton. Die Grenzgröße lag bei ca. 6.0m. Beide Galaxien konnte ich im 9er Ortho indirekt relativ gut ausmachen, wenn auch schwach. Wie schon bei meiner letzten Beobachtung zeigte sich UGC3445 etwas heller und war einfacher zu halten. Bei UGC3446 musste ich mir etwas mehr Zeit lassen. Beide erscheinen als kleine, rundliche Nebelchen. Ich war entzückt, mit diesem doch recht kleinen Teleskop dieses UGC-Päärchen gesehen zu haben :)

Fazit: Unter gutem Landhimmel (FST ca. 6.0m) für 4.5" kein Problem, wenn man etwas Geduld oder Erfahrung mitbringt!
 
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