Beobachtungsunlust

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Hallo Gerd,
Geht so. Bin gerade voll im Diplomstress und da bleibt sehr wenig Zeit für Astro. Naja, bei dem Wetter auch nicht weiter schlimm :/
Du hattest Dich aber die letzte Zeit auch reichlich rar gemacht, so wie ich das in Erinnerung habe, gell?

Zurück zum Thema, damit wir den Thread nicht sprengen:
Zeichnen wäre meiner Erfahrung nach eine sehr gute Motivationshilfe, sofern das Interesse daran prinzipiell vorhanden ist. Ich hatte vor einigen Jahren auch mal eine kleine Krise im Hobby - durch das Zeichnen (so oft wie sinnvoll) und das ausbrüten von Projekten hatte sich die Begeisterung für Astro schnell wieder eingestellt.
Einfach nur spazierenschauen... dann würde ich das Hobby heute wohl auch nicht mehr betreiben. Es muss schon ein gewisser Sinn darin bestehen, sich nachts die Füsse abzufrieren und der Sinn kann darin bestehen, im Hobby neues zu probieren und sich weiter zu entwickeln.
Und beim "ernsthaft" :D Sterne gucken muss die Begeisterung für das reine Naturerlebnis nicht auf der Strecke bleiben - es geht definitv beides gleichzeitig.

Ich kenne kein Hobby, das vielfältiger als Astro wäre. Auch nach über 20 Jahren habe ich noch Ideen für die nächsten Jahre und so bleibt mir die Begeisterung, wenn vielleicht nicht immer für das selbe Teilgebiet, erhalten.

Clemens:
mir ist drausen zeichnen aber lieber, geht das direkt vor dem Okular auf schwazes Karton zu zeichnen?
Probiers einfach aus, danach bist Du schlauer. Ich hatte es mal probiert, war mit dem Ergebnis (spätestens wenn die Luftfeuchtigkeit das Papier durchtränkt) nicht zufrieden. Um eine Reinzeichnung am Schreibtisch (mit welcher Technik auch immer) wirst Du so nicht herumkommen, befürchte ich.
Man braucht aber wirklich keine Begabung fürs Zeichnen. Sind ja nur Punkte und "Kleckse". Das ist das Schöne daran, was selbst mir als völlig Unbegabten die Möglichkeit gibt, zu brauchbaren Ergebnissen zu kommen!

Viele Grüsse,
Daniel
 
Hi,

ja, ich war eine zeitlang 'abgetaucht'. :(

Clemens, die Nachbearbeitung am Schreibtisch, wie auch immer, hat den Vorteil manche bewölkte Nacht doch noch astronomisch sinnvoll nutzen zu können - Himmel offline, sozusagen. Das gleiche gilt auch für Imaging/Phtographieren. Wir haben ja bekanntlich jede Menge bewölkte Nächte.


Gruß Coyote
 
Hi Alex,

schon mal in den Deep Sky Observers Guide geguckt? Dort stehen gerade für größere Öffnungen viele Beobachtungseinzelheiten drin, auch im Vergleich zu kleineren Öffnungen. Vielleicht zeigt sowas, welches Potential in nem 16er steckt.

Oder ihr fahrt mal mit nem kleinem Rohr einfach nur ins Dunkle und kuckt und staunt und geniest.

CS

Klaus
 
Hallo Alex,

mir geht's durchaus auch so, dass ich trotz klarem Himmel mal überhaupt keine Lust auf Gerödel einpacken und rausfahren habe. Aber das macht nichts, denn wenn eine Hobby zum Zwang wird, hört es auf, Freude zu machen.

Ich nutze z.B. die Schlechtwetterperioden oder die mondhellen Wochen, um mal eben zwischendurch ein paar interessante Objekte aus diversen Quellen zusammenzutragen. Ob Zeitschriften, Internet oder auch die vielen Bücher im Regal, da mangelt es nicht an Ideen was man sich das nächste Mal anschauen könnte. Das Problem ohne ein "System" ist aber, dass man diesen Waschzettel dann vielleicht nicht mitgenommen hat und deshalb die guten alten Bekannten wie Orionnebel, M13 und Co. zum x-ten Mal bestaunt statt Neuland zu erforschen.

Damit mich niemand falsch versteht: ich habe schon auch meine Freude daran, den Cirrusnebel zu filettieren oder mich über M 13 bei Hochvergrößerung zu freuen. Aber es sollte halt möglichst bei jeder Aktion auch was dabei sein, das ich vorher noch nicht kannte. Und wie Peter so treffend schrieb: hinterher kann man noch beim Nachlesen seine Freude haben, sei es nun aus astrophysikalischem oder auch aus historischem Interesse. Oder beim Vergleich damit, was andere Leute gesehen haben. Dabei kriegt man oft Hinweise auf übersehene Details und so ein Objekt kommt dann in die "Wiedervorlage".

Man kann sich leicht mit Excel oder Papier in einem Ringbuch behelfen. Entsprechende Listen oder Vorlagen findet man im Internet. Ich benutze dafür natürlich meine eigene Software Eye & Telescope , weil das viel flexibler und bequemer ist. Inzwischen habe ich ein Netbook (Asus EeePC 1000H), das sogar handlicher als ein DIN A4-Ringbuch ist. Es ersetzt mir den "Waschzettel", den Sternatlas, dicke Beobachtungsführer und eine Kladde zum Aufschreiben - also mit anderen Worten das ganze früher mitgeschleppte "Büro"! Der Akku hält so lange, dass man kein zusätzliches Powerpack braucht. Eine rote Folie vor dem Bildschirm und ein Trackball (weil das viel bequemer geht als auf dem winzigen Touchpad rumzufummeln) sind das einzige Zubehör, das ich für das Netbook zusätzlich mitführe. Und wenn trotz aller guten Vorsätze keine vorbereitete, aktuell verwendbare Planung da ist, kann die Software ad hoc spannende Vorschläge liefern. So habe ich schon viele Objekte "entdeckt", von denen ich vorher nichts wusste oder gar nicht daran gedacht hätte, sie mal anzupeilen.

Viele Grüße,
Tom
 
Hallo,

bei mir mangelte es zwar noch nicht an der Motivation aber was Tom da schreibt stimmt: Ich bin mir selbst in letzter Zeit oft böse gewesen, weil wieder nur die Standardobjekte angefahren wurden, Karte hatte ich schon seit einigen Nächten gar nicht mehr dabei gehabt... Vorbereitung und das Aufstellen eines eigenen Beobachtungsplans ist ein enormer Motivationsschub finde ich. Ich hab mich nun zum einen dem Herschel400 Katalog gewidmet wobei der für ein "Projekt" schon sehr groß ist und auch viele "langweilige" Objekte beinhaltet aber man kann ja weiter einschränken, aktuell hab ich mir das hier als kleine Etappenaufgabe gestellt :)

Grüße Benny
 
Hallo Benny,

nachdem Messier komplett und von hier uas erreichbarer Caldwell-Katalog abgeklappert sind, habe ich auch ein Herschel400-Projekt gestartet. Nun mache ich zwar schon wieder Werbung für mein Programm, aber die "Abwahl" der unattraktiven Herschel400-Objekte ist damit ganz einfach. Neben der Objektliste (als Beobachtungsprojekt) öffne ich einfach den Bildbetrachter, der mir Vorschaubildchen ("Thumbnails") der Objekte zeigt. Dann einfach mit Cursor runter durch die Liste blättern und schauen, wie das Bild aussieht. Natürlich sieht man viele Objekte nicht wie auf dem DSS, aber damit kann ich z.B. schon mal sehr spärliche Offene Sternhaufen oder m.E. sehr langweile elliptische Galaxien erkennen - und beobachte die dann einfach nicht. Umgekehrt sieht man auf den Bildern (die man natürlich auch in groß anzeigen lassen) auch oft Gruppen oder spannende Nachbarobjekte. Und das beste dabei: das alles geht auch draussen auf dem Acker, ganz ohne Internet und Vorbereitung!

Im Web gibt's noch viele andere gute Beobachtungslisten. In einem Video zu E&T zeige ich, wie man aus einer solchen Liste im Web ratzfatz ein neues Projekt in E&T bastelt. Auf www.eyeandtelescope.com auf "Videos" gehen und das Video zum Beobachtungsprojekt öffnen.

Gruß,
Tom
 
Hi Tom,

Nun mache ich zwar schon wieder Werbung für mein Programm, aber die "Abwahl" der unattraktiven Herschel400-Objekte ist damit ganz einfach.

:D:D:D Ja du hast mich auch bald soweit, bin schon mit der Demoversion recht warm geworden... Aber gut zu wissen, dass es nicht allzu frevelhaft ist, sternwarme HerschelHaufen nicht gut zu finden :/

Viele Grüße Benny
 
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