Stefan_Meister
Aktives Mitglied
Hallo zusammen
Gestern Nacht lag hier wiedermal dichter Hochnebel und darüber wolkenloser Himmel. Also packte ich kurzerhand die Sachen und fuhr los. Doch das war dann nicht so einfach, denn die Nebelobergrenze stieg im Laufe des Abends auf bis zu 1000m. Nach einer Stunde Fahrt in den Schwarzwald hats dann doch noch geklappt und ichkonnte ein hübsches Plätzchen in der Nähe von Balzhausen ausmachen. Nachfolgend mein kurzer Beobachtungsbericht.
Gruss
Stefan
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Beobachtungsnacht 26./27.12.2006
Ort: Balzhausen (Gmd. Grafenhausen), Südschwarzwald
Höhe: ca. 1050 m.ü.M.
Wetter: Klar. Hochnebelmeer bei ca. 1000m, in der Nacht Obergrenze fallend.
Bed.: Mond bis 23.45 MEZ. Seeing akzeptabel. SQM-Messungen siehe Text unten.
Teleskop: Discovery PDHQ 12.5" f/5 Dobson
21.30/22.05: Komet Gerradd C/2006 L1
Der Komet steht fast senkrecht im Zenit, was bei einem Dobson eine eher ungünstige Position für kleine Bewegungsmavöver ist. Die Lage des Schweifsterns ist wenig nordwestlich von Mirphak, dem alpha im Perseus. Um etwa 22 Uhr "überfährt" er genau den 12.5 mag hellen Stern GSC 3319 21 und machte damit eine sinnvolle Helligkeitsschätzung fast unmöglich. Später schätzte ich seine Helligket anhand der Vergleichssterne auf 11.6 mag.
21.50: SQM misst 20.3 mag, Mond immer noch störend, aber trotzdem ist die Milchstrasse leicht sichtbar. Temp. 0°C bei 52% Feuchte.
22.24: Komet P/Faye (4P)
Nahe beim Hals des Walfisches (gamma Cetus, Kaffaljidhmah) ist 4P zu erspähen. Faye erscheint im Vergleich zu Gerradd einiges heller und kondensierter. Ich schätze ihn aufgrund der umliegenden Vergleichssterne auf 10.3 mag. Nahe Begegnung bei GSC 50 450.
22.44: Zwischenmessung. Temp. -3°C bei 70% Feuchte.
23.00: Schwenk weiter südlich zu der Galaxiengruppe um M77: NGC 1055 längliche Form. NGC 1087 ähnlich wie M77 aber viel schwächer und diffuser. NGC 1090 länglich, nahe bei NGC 1087 und knapp am Limit. NGC 1032 etwas abseits schwach erkennbar.
23.20: Kann es nicht lassen und schwenke kurz zum Orionnebel und M43. Eine Augenweide, aber mann soll ja nicht ständig die selben Objekte ansehen. Also weiter zum Flammennebel und M78. Gut sichtbar ist unterhalb von Alnitak der diffuse Nebel um den Stern GSC 4771 1151 (NGC 2023?), der Perdekopf bleibt ohne Filter jedoch unsichtbar. Irgendwann hier macht die Batterie des Telrads aufgrund der Kälte schlapp. Trotzdem reicht der Power noch für schnelles Ein- und Ausschalten um notdürftig zu positionieren.
23.40: Im nördlichen Teil des Orions reizt mich der Plantetarische Nebel NGC 2022 der zwar gut sichtbar, aber keine Strukturen zeigt. Ganz in der Nähe glaube ich Umrisse des Nebels um FU Orionis (ohne Filter) zu sehen. Hingegen konnte ich den PN PK198.6-06.3 direkt beim 4mag-Stern mu Ori eindeutig nicht erkennen. Vermutlich müsste man da bei einem optischen Durchmesser von 37 Bogensekunden sehr hoch vergrössern und der grosse Helligkeitsunterschied Nebel<->Stern dürfte ne ziemliche Knacknuss sein.
00.30: Abstecher zum BL-Lacertae-Objekt S50716+71 in Cam. Es handelt sich hier um eines der hellsten quasistellaren Objekte des Himmels mit einer Entfernung von ungefähr 1000 Mpc. Das Objekt kann stark in der Helligkeit schwanken und befindet sich in der Nähe von GSC 4368 899. Ich schätze es an jenem Abend auf 13.6 mag. Ein schwächerer Stern daneben (14.8 mag) ist im 9 mm Okular noch gut sichtbar.
SQM misst nun 21.09 mag gegen Norden (Polarstern), Mond inzwischen untergegangen. Temp. -4°C bei 70% Feuchte. Beobachtungsende.
Gestern Nacht lag hier wiedermal dichter Hochnebel und darüber wolkenloser Himmel. Also packte ich kurzerhand die Sachen und fuhr los. Doch das war dann nicht so einfach, denn die Nebelobergrenze stieg im Laufe des Abends auf bis zu 1000m. Nach einer Stunde Fahrt in den Schwarzwald hats dann doch noch geklappt und ichkonnte ein hübsches Plätzchen in der Nähe von Balzhausen ausmachen. Nachfolgend mein kurzer Beobachtungsbericht.
Gruss
Stefan
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Beobachtungsnacht 26./27.12.2006
Ort: Balzhausen (Gmd. Grafenhausen), Südschwarzwald
Höhe: ca. 1050 m.ü.M.
Wetter: Klar. Hochnebelmeer bei ca. 1000m, in der Nacht Obergrenze fallend.
Bed.: Mond bis 23.45 MEZ. Seeing akzeptabel. SQM-Messungen siehe Text unten.
Teleskop: Discovery PDHQ 12.5" f/5 Dobson
21.30/22.05: Komet Gerradd C/2006 L1
Der Komet steht fast senkrecht im Zenit, was bei einem Dobson eine eher ungünstige Position für kleine Bewegungsmavöver ist. Die Lage des Schweifsterns ist wenig nordwestlich von Mirphak, dem alpha im Perseus. Um etwa 22 Uhr "überfährt" er genau den 12.5 mag hellen Stern GSC 3319 21 und machte damit eine sinnvolle Helligkeitsschätzung fast unmöglich. Später schätzte ich seine Helligket anhand der Vergleichssterne auf 11.6 mag.
21.50: SQM misst 20.3 mag, Mond immer noch störend, aber trotzdem ist die Milchstrasse leicht sichtbar. Temp. 0°C bei 52% Feuchte.
22.24: Komet P/Faye (4P)
Nahe beim Hals des Walfisches (gamma Cetus, Kaffaljidhmah) ist 4P zu erspähen. Faye erscheint im Vergleich zu Gerradd einiges heller und kondensierter. Ich schätze ihn aufgrund der umliegenden Vergleichssterne auf 10.3 mag. Nahe Begegnung bei GSC 50 450.
22.44: Zwischenmessung. Temp. -3°C bei 70% Feuchte.
23.00: Schwenk weiter südlich zu der Galaxiengruppe um M77: NGC 1055 längliche Form. NGC 1087 ähnlich wie M77 aber viel schwächer und diffuser. NGC 1090 länglich, nahe bei NGC 1087 und knapp am Limit. NGC 1032 etwas abseits schwach erkennbar.
23.20: Kann es nicht lassen und schwenke kurz zum Orionnebel und M43. Eine Augenweide, aber mann soll ja nicht ständig die selben Objekte ansehen. Also weiter zum Flammennebel und M78. Gut sichtbar ist unterhalb von Alnitak der diffuse Nebel um den Stern GSC 4771 1151 (NGC 2023?), der Perdekopf bleibt ohne Filter jedoch unsichtbar. Irgendwann hier macht die Batterie des Telrads aufgrund der Kälte schlapp. Trotzdem reicht der Power noch für schnelles Ein- und Ausschalten um notdürftig zu positionieren.
23.40: Im nördlichen Teil des Orions reizt mich der Plantetarische Nebel NGC 2022 der zwar gut sichtbar, aber keine Strukturen zeigt. Ganz in der Nähe glaube ich Umrisse des Nebels um FU Orionis (ohne Filter) zu sehen. Hingegen konnte ich den PN PK198.6-06.3 direkt beim 4mag-Stern mu Ori eindeutig nicht erkennen. Vermutlich müsste man da bei einem optischen Durchmesser von 37 Bogensekunden sehr hoch vergrössern und der grosse Helligkeitsunterschied Nebel<->Stern dürfte ne ziemliche Knacknuss sein.
00.30: Abstecher zum BL-Lacertae-Objekt S50716+71 in Cam. Es handelt sich hier um eines der hellsten quasistellaren Objekte des Himmels mit einer Entfernung von ungefähr 1000 Mpc. Das Objekt kann stark in der Helligkeit schwanken und befindet sich in der Nähe von GSC 4368 899. Ich schätze es an jenem Abend auf 13.6 mag. Ein schwächerer Stern daneben (14.8 mag) ist im 9 mm Okular noch gut sichtbar.
SQM misst nun 21.09 mag gegen Norden (Polarstern), Mond inzwischen untergegangen. Temp. -4°C bei 70% Feuchte. Beobachtungsende.