Beschädigung im Tubus meines Jenoptem 7x50

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henrsch

Neues Mitglied
Hallo Forengemeinde,

ich bin neu hier im Forum und interessiere mich seit einiger Zeit für die Astronomie.

Ich habe von meinen Eltern letzte Woche ein CZJ Jenoptem 7x50 Fernglas bekommen und habe im rechten Tubus diese Beschädigung gefunden.

Link zur Grafik: http://fstatic1.mtb-news.de/img/photos/2/6/6/1/9/_/medium/IMG_2275.JPG

Link zur Grafik: http://fstatic1.mtb-news.de/img/photos/2/6/6/1/9/_/medium/IMG_227566.JPG

Was könnte das sein? Haben die Gläser so das Werk verlassen? Wie ein Pilz sieht das nicht aus, und geöffnet war das Glas sicher auch nicht.
Beim durchschauen kann ich keinen Mangel feststellen.

Hat jemand von euch so etwas schon einmal gesehen?

Freundliche Grüße und einen schönen Abend,
Henry
 
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Moin,
schaut aus wie Zinkpest.
Diese tritt bei Zinkdruckgussteilen auf, Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit beschleunigen den Prozess; liegt leider an der Materialzusammensetzung selber und kann das Teil auf Dauer vollständig zerstören.
Abhilfe gibt es wohl keine ;(

CS Claus
 
Hallo Henry!

Also beim 1. blick habe ich das nicht so gut erkennen könnten, ich dachte da an schaum, aber dass das fernglas die tollwut hat, hoffe ich doch nicht :-))

Sieht mir irgendwie wie aufgeschmolzen aus, als wäre vielleicht durch starke hitzeinwirkung etwas geschmolzen?! Normal ist das nicht, dass plötzlich irgendwelche "fremden flüssigkeiten" im fernglas auftreten.

Am besten bis zum nächsten christkind am 24.12 warten ;-)))

Fg, Marius
 
Was es alles gibt. Danke für die guten Bilder. Ich kannte sowas bisher nicht.
Anscheinend ist es wirklich Zinkpest. Hier ein Artikel dazu: Zinkpest

Grüße,
Oliver
 
Hallo Henry

Hab auch zuerst an Oxidation gedacht, aber könnte da nicht auch eine Linse beschädigt sein, durch einen Stoß oder durch Temperaturdehnung?

Gruß Manfred

 
Moin,
an der Stelle, wo die Beschädigung liegt, befindet sich keine Linse, eine Beschädigung bei Glas würde ausserdem anders aussehen.
Desgleichen ist das mit dem "weggeschmolzen" m.E. ein Schmarrn, bei den notwendigen Temperaturen von über 430 Grad würde das Fernglas wohl etwas anders aussehen, selbst bei punktueller Erwärmung müsste eine äussere Beschädigung erkennbar sein, dann würde wohl auch eher ein Loch entstanden sein...

Man sehe auch
Zinkdruckguss

Ich sehe dort eindeutig, dass Lack und Teile der Oberfläche der Blende weggeplatzt sind, evtl. sieht man durch Schütteln des Glases Partikel davon.
Und dieses Wegplatzen ist ein Indiz für die Zinkpest, Ausdehnung des ceigentlichen Materials und langsames Zerbröseln durch die entstehenden Spannungsrisse.
Ich würde versuchen, den Tubus abzuschrauben und die befallenen Stellen mit Schultafellack behandeln, das könnte den Prozess verzögern und das Glas noch eine ganze Zeit nutzbar lassen.
Es ist ja wohl schon einige Jahre alt, so dass ich davon ausgehe, dass man mit dem Teil noch ein paar Jahre Spass haben kann, bevor der Frass soweit fortgeschritten ist, das das Teil unbrauchbar ist.
Da Luftfeuchtigkeit und Temperaturschwankungen den Zerfallsprozess beschleunigen, sollte eine entsprechende Lagerung natürlich auch beherzigt werden.


CS Claus

 
Mit Zeiss die Sache besprechen? Eventuell könnte der befallene Teil (dort) ausgetauscht werden?

CS
Herbert
 
Hi,
wenns auf Kulanz geht, o.k., ansonsten wird sich das wohl kaum rentieren.


Es stellt sich allerdings auch die Frage, ob nicht fast alle Gehäuseteile aus dem minderwertigen Guss gefertigt sind.

CS Claus
 
Ich würde mich vielleicht mal mit Zeiss in Verbindung setzen. Das Jenoptem dürfte keine 25 Jahre alt sein... und zumindest Zeiss West hatte damals 30 Jahre Garantie auf Zeiss West Ferngläser gegeben. Inwieweit da evtl. die Firma Docter zuständig ist (Nachfolger von CZJ), weiß ich nicht. Vielleicht kann hier jemand aus dem Forum dazu noch etwas genaueres sagen.

Ein 25 Jahre altes Zeiss Dialyt von mir, wurde anstandslos repariert, da eindeutig ein Mangel vorlag (Dioptrinausgleich wackelte).

Kannst Du uns mal die Seriennummer Deines Fernglas nennen? Die
Nummern wurden fortlaufend vergeben und geben Rückschluss auf das Herstellungsjahr.

Unabhängig davon ist das Jenoptem 7x50 ja ein tolles Glas, was ich persönlich immer reparieren lassen würde. So teuer ist eine Reparatur wohl nicht.

Grüße,
Oliver




 
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Danke für die vielen Antworten bisher,

ich habe heute einmal Zeiss angeschrieben und bin auf eine Antwort (die ich hier natürlich kundgeben werde) gespannt.

Mein Glas hat die Seriennummer 5283728

MfG Henry
 
Hallo Henry,

die Gläser von CZJ wurden nach meiner Kenntnis in einer Außenstelle in Eisfeld gefertigt. (Rechts-?)Nachfolger war die Fa. Docter. Ich glaube kaum, dass Zeiss Oberkochen irgendetwas mit den CZJ-Gläser zu tun haben möchte. Auf die Antwort bin ich gespannt.
In Eisfeld gibt es noch die Fa. Geräteservice Harald Ros die sehr viele Originalteile hat und fachgerechte Reparaturen ausführt.
Das ist aber nicht ganz billig.
Ich kenne das 7x50 nicht so gut wie das 10x50. Ich habe zwar relativ oft die Objektivseite von Dekarems geöffnet, aber noch nie daruf geachtet, ob der Tubus zu entfernen ist. Ich glaube mich zu erinnern, dass jemand bei den neueren Gläsern von Kunststofftuben geschrieben hat. Somit könnte das auch ein separates Teil sein, was man entfernen kann. Wenn er konstruktiv nicht gebraucht wird, würde ich den ausbauen und zur Reflexminderung Velours-Folie einkleben oder die Stelle heraus schneiden und die Fehlstelle mit Velours belegen. Da besteht dann vielleicht nicht mehr die Gefahr, dass sich die Stelle weiter ausbreitet und dann ernsthaften Schaden anrichtet.
Ein Objektiv lässt sich eigentlich ziemlich leicht ausbauen. Man muss aber auf die Lage des Objektivs und des Exzenterrings achten, sonst hat man nach dem Zusammenbau ein Doppelbild.

Viele Grüße Hans-Jürgen
 
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Hallo Forengemeinde,

nachdem ich heute sehr kurzfristig und freundlich Antwort von Zeiss bekommen habe möchte ich euch den weiteren Werdegang mitteilen.

Zeiss hat mich ebenfalls auf Harald Ros in Eisfeld verwiesen.
Also habe ich da kurzerhand angerufen. Eine Frau Meier? hat mir kurz und freundlich mitgeteilt, das Glas einfach einzusenden.

Sie würden dann eine "Schadenbeurteilung" machen und einen KV kostenlos erstellen.

Ich werden die Gelegenheit nutzen und dieses Glas (welches wirklich brilliante optische Eigenschaften hat) sowie ein weiteres beschädigtes Dekarem 10x50 einsenden.

Ich denke das die Reparaturkosten den Anschaffungspreis eines vergleichbaren Glases nicht übersteigen werden.

Freundliche Grüße
Henry Scholz
 
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