Wozu als Anfänger ein spezielles Planetengerät?
Weil die Beobachtungsbedingen sich mit zwei Worten ganz gut beschreiben lassen: Hell und dunstig.
Was Deep Sky angeht, so meine ich mit Weitwinkel-Okularen gleich doppelt vorzubauen: Einerseits komme ich auf bis zu 1,4° wahres Gesichtsfeld, andererseits sind die LWV-Dinger auch für mögliche spätere f/4-Optiken noch verwendbar. Da der Himmel qualitätsmäßig eher bescheiden ist, wären bei diesem Standort vielleicht noch planetarische Nebel drin. Ich erhoffe mir zumindest bei den hellen Objekten auch mal so etwas wie Struktur zu erkennen (bin schon ganz wild darauf, den Hantel-Nebel endlich mal mit eigenen Augen zu sehen.)
Alternativen habe ich lange und breit abgewogen. Wirklich gute Maks (bei mir kommt Qualität noch vor Öffnung <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />) übersteigen mein Bugdet wenn ich zusätzlich eine GP und wirklich gute Weitwinkel-Okus haben möchte. Newtons: "Brauchen" auch ihre Öffnung und werden dann schnell unhandlich. Kompakt-Achtzöller á la C8: Sind deutlich teurer als eine 90M-Optik und zeigen bei diesem Standort am Planeten vermutlich nicht mehr, und sind nicht immer leicht zu justieren... letztlich war sowas in der Art VMC200L mein Traum, als Allrounder und "Teleskop für immer", doch die Profis hier konnten überzeugend ausführen dass man mit zwei eher spezialisierten Geräten besser fährt.
Wenn ich erst mal gelernt habe mit dem 90M-Gerät umzugehen, und außerdem das "Sehen" gelernt habe, und dann irgendwann noch mal unverhofft zu einem Batzen Geld komme, könnte ein R200SS vielleicht eine sinnvolle Ergänzung darstellen. Der müsste zwar sauberst justiert werden (da f/4) aber sollte es dann als mein Lichteimer für Galaxien auch tun.
Was die Anzahl der sinnvoll zu beobachtenden Objekte angeht, da gibts ja Leute die Jahrelang mit ihrem 60-er Refraktor oder 76-er Newton gucken, ich hoffe doch sehr dass mir der 90 mm Fraunhofer in Vixen-Qualität ein respektables Feld an interessanten Objekten bietet.
Der kürzlich erstandene Karkoschka hat jetzt erst recht die Neugierde geweckt. Hätte ich den nur früher schon gehabt!
In Dingen Handhabung und Mobilität scheint mir das Vixen-Rohr auch recht brauchbar zu sein. Mit der Erfahrung von ein paar Abenden mit einem "Revue" (Foto Quelle) 60/700-er bin ich zum Schluss gekommen: Die Mechanik muss robust und zitterfrei sein, Optik muss hochwertig sein, der "Nebenaufwand" (an der Montierung basteln, Optik justieren...) sollte für mich als Anfänger so gering wie möglich sein. Das gesamte System muss transportabel bleiben. Nachdem ich hier was über Auskühlzeiten las entschied ich zusätzlich, eine sofort einsetzbare Optik zu bevorzugen. Ach ja, solide parallaktische Aufstellung ist ebenfalls Muss-Kriterium. Dobsons sind so schon mal außen vor. Man kann es drehen und wenden wie man will, nach reiflicher <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> Überlegung scheint das 90M meinen Bedürfnissen am ehsten zu entsprechen. Bitter ist natürlich der Preis. Über Vixen hört man aber insgesamt deutlich mehr gutes als Zweifel.
Leider weiß ich noch immer nicht, wann das Teil denn nun endlich kommt. Ich rechne inzwischen schon mit Ende März <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />, würde mir aber wünschen dass es schneller geht.