Beugungsringe

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Harald_M

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Nabend zusammen!

Mein 120mm Refraktor hatte heute sein First Light.
Leider hatte ich nur wenige Momente wolkenfreie Sicht, so dass ich nicht viel ausprobieren konnte. Trotzdem konnte ich folgende Beobachtungen machen:

Ich visierte einen hellen Stern bei 67x an und defokussierte. Intrafokal waren etwa ein Dutzend sauber zu erkennende zentrische Beugungsringe zu erkennen. Dann drehte ich über den Fokus raus. Extrafokal waren dann zwar auch Beugungsringe da, diese waren aber sehr "verwaschen" und nicht so deutlich zu erkennen.

Sollten die Beugungsringe extrafokal und intrafokal nicht gleich deutlich zu erkennen sein?

Dann probierte ich am selben Stern mal 143x aus und ich konnte den Stern nicht mehr punktförmig fokussieren. Selbst im Fokus (?) waren Beugungsringe zu erkennen.

Ist das in Ordnung, dass bereits bei 143x Sterne nicht mehr punktförmig abgenbildet werden?
 
moin harald,

welchen 120er hast du? den f5 oder den f8?

ich selbst habe beide, folgendes kann ich dir dazu sagen:
die verwaschenen beugungsringe extrafokal sind in gewissem
ausmaß bei diesen geräten normal, es handelt sich dabei
um sphärische aberration. solange du trotzdem noch deutliche
beugungsringe siehst wird das gerät noch brauchbar sein.

bei hoher vergrößerung sind im fokus immer beugungsringe zu sehen,
im idealfall, bei sehr ruhiger luft, ist das ein erster heller und
noch 2 wesentlich schwächere ringe. bei unruhiger luft, und ich vermute die
hattest du, siehst du aber mehr beugungsringe und das bild ist nicht
scharf zu bekommen. auch das ist normal.
daher hat der sterntest auch nur bei ruhiger luft eine
eindeutige aussagekraft.

mein tip: warte erstmal eine nacht mit guten bedingungen ab und
wiederhole den sterntest dann nochmal. beim f5 mit ca. 100fach
und beim f8 mit 200fach. generell kannst du beim f5 mehr fehler
tolerieren als beim f8, da der f5 ohnehin nur für deepksy gedacht ist.
auf jeden fall hast du schon mal keine zentrierfehler in der optik,
sonst wären die beugungsringe nicht zentrisch gewesen. damit hast du
bereits einiges gewonnen und kannst guter dinge sein <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Hallo,

ich habe den f/8.
Den Zentrierfehlern habe ich mit einem Chesire vorgebeugt.

Wie meintest Du das mit dem Sterntest bei ruhiger Luft? Könnten dann auch die Ringe extrafokal scharf werden?
Kann ich etwas gegen die sphärische Aberration machen (Justage?)?
Wie wirkt sich eine sph. Aberration bei der Beobachtung aus?

P.S.: Die Beobachtungsbedingungen waren wohl nicht so optimal, da ich von einem Balkon im ersten Stock aus beobachtet habe. Ausserdem habe ich über ein anderes Haus hinweg beobachtet.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
hallo nochmal,

bei ruhigere luft sind auch die beugungsringe besser zu erkennen,
von hier aus kann ich dir jetzt aber auch nicht sagen,
wie groß die sphärische abberation bei dir ist, dazu müßte ich
schon selbst durchgucken.
korrigieren kann man ein wenig durch ändern des luftspalts.
ist aber nicht immer möglich, je nachdem ob die optik
über- oder unterkorrigiert ist. es dürfte aber kaum sinn
machen, hier selbst zu experimentieren, zumal sich das ohne die
entsprechenden einrichtungen zu einem wochenlangen geduldspiel
entwickeln kann.

ich würde an deiner stelle erstmal ruhige luft abwarten,
dann den sterntest nochmal machen, vielleicht gemeinsam mit
einem kundigen kollegen. auf jeden fall solltest du auch
an saturn oder jupiter überprüfen was dein gerät zeigt.
man erkennt gerade an den schwachkontrastigen planetendetails
sehr schnell ob und wie sich ein eventueller fehler auswirkt.
die sphärische abberation würde sich kontrastmindernd
auswirken, weil du dann einfach kein wirklich scharfes bild
bekommst, das sieht man an den planeten sehr gut.

im schlimmsten fall, sollte sich herausstellen das das gerät
nicht beugungsbegenzt abbildet, tauscht du es einfach um.

aber erstmal abwarten und bier trinken <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Don't panic.
Ich habe einen 100 f/10 Refraktor von Bresser (= Synta) der zeigt tendenziell das gleiche Verhalten (meine beide Newtons zeigen ein wesentlich besseres Beugungsbild - dies mag daran liegen, daß die Refraktoren ja einen Farblängsfehler haben und dadurch die Beugungsringe "verschmieren"). Trotzdem kann ich über die Abbildungsqualität (außer dem systembedingten Farbfehler) nicht meckern. Daß der Stern bei hoher Vergrößerung nicht scharf zu stellen war, lag sicherlich am (lokalen) Seeing. Wie Binoviewer schon sagte: Auf gutes Seeing warten und dann an Jupiter und Saturn testen.
 
Hallo!

Gibt es eine Möglichkeit festzustellen, ob es über- oder unterkorrigiert ist?

Kann es evtl auch an dem Zenitspiegel liegen?

Was meint Ihr sollte ich an schwach zu erkennenden Details an den Planeten noch erkennen können?
Binoviewer, Du hast ja das gleiche Gerät. Was meinst Du?
 
wenn die beugungsringe extrafokal ausfransen, dann hast du
eine unterkorrektur.
den startest solltest du auf jeden fall ohne zenitspiegel machen.
der kann einige fehler mit reinbringen, die man nicht immer gleich
erkennt. dazu gehört die sphärische aberration zwar nicht, ist aber
trotzdem besser wenn du ihn wegläßt.

die frage ist: wie groß ist die sphärische aberration?
ein gewisser betrag ist nämlich "üblich" und darf bei
diesen geräten durchaus vorkommen. ist auch bei meinem teil
der fall. sie sollte aber unter 1/4 wavelength bleiben.
das herauszufinden ist aber nicht ganz einfach.
daher mein tip, das gerät in der praxis an einem
planeten auszuprobieren. dazu sind saturn und jupiter
besonders geeignet.
versuche mal so feine details wie möglich zu erkennen und
beschreibe uns hier im forum (oder auch mir privat) was du gesehen hast.
natürlich hängt das auch von der beobachtungserfahrung
ab. es gibt aber auf jeden fall "mindestdetails" die dir der
120er zeigen muß, wenn er keine gurke ist, auch wenn du
anfänger bist. natürlich mußt du dafür eine nacht mit
sehr guten bedingungen abwarten.

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
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