Bildbearbeitungssoftware für Mond Giga-Pixel

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Valdemar17

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Liebes Forum,

Ich habe mir zusammen mit einem Freund das Ziel gesetzt eine Gigapixelaufnahme des Mondes aufzunehmen.
Hierfür steht folgende Aufnahmetechnik zur Verfügung:

- 50cm, 7500mm, f/15, Cassegrain Teleskop mit ausreichend geebneten Bildfeld
- Canon EOS 60D Astromod
- Leistungsstarke Rechner mit 16GB bzw. 32GB RAM und jeweils 8 CPUs mit Win7 o. Linux

Wir haben von etwa 20 Regionen des Mondes jeweils 50 / 18 Mpix Raw-Aufnahmen gemacht. Diese habe ich alle in Lightroom vorentwickelt und als 90% jpeg gespeichert. Idee war nun die einzelnen Felder zu stacken geg. zu drizzeln und wavelet sharpening zu machen. Zum Schluss aus allen Feldern dann ein Mosaik zusammenrechnen.

Leider haben wir Probleme beim stacken und sharpening. Hierfür haben wir wie immer Autostakkert und Registax genommen.

1. Problem: Leider samplelt Autostakkert die Bilder nach dem stacken nur in 2400x2000 raus. Uns geht also Auflösung verloren, was wir nicht wollen. Drizzle und resampling helfen hier auch nur bedingt, da diese von 2000pix ausgehen. Laut google scheint, dass Ganze eine Limitation von Autostakkert zu sein.
2. Problem: Wenn man in Registax etwas agressiver mit linked wavelets arbeitet bildet sich um den Ausschnitt den er gerade rechnet immer so ein Fehlerhafter Rand, der nach vollständiger Abspeicherung des Bildes dieses Unbrauchbar macht. Siehe Foto im Anhang.

Hierzu die Frage: Gibt es eine Software die das was wir machen wollen fehlerfrei ermöglicht? Es muss auch keine Freeware sein, aber ich bin mir grad nicht so schlüssig welche andere Software man da nehmen sollte.

Beste Grüße,
Stefan
 

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Hallo Stefan,

ihr habt doch sicherlich eine Überlappung der einzelnen Felder mit eingeplant. Da wäre dieser Rand, der durch das Schärfen kommt egal.
Einfach wegschneiden und gut ist es.
Zum erstellen eines Mosaikes hatte ich Fitswork genutzt, das geht ganz gut.
Ob Fitswork mit so riesigen Datenmengen zurechtkommt weiß ich allerdings nicht.
Wenn ihr die Bilder in LR vorverarbeitet müssen die Einstellungen für die Einzelbilder aber identisch sein.
Das Wavelet schärfen würde ich aber erst am fertigem Mosaik machen.

VG Cl.-D.

PS. hier noch ein Link wie es mit Photoshop gemacht wird.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Stefan,
Ich nehme an, dass bei dem Aufwand, ein Gigapixelbild zu erstellen, auch die Endqualität entsprechend hoch sein soll.

Ich möchte ein paar kritische Punkte bei eurem Projekt ansprechen, die mir bei deiner Beschreibung aufgefallen sind:


1. Mit lediglich 50 Einzelbildern aus einer DSLR lassen sich kaum scharfe und rauscharme Stacks erstellen. Zumal bei der verwendeten Brennweite das Seeing sicherlich sehr kritisch ist und bei nur 50 Bildern nicht viel übrig bleibt, wenn man alle unscharfen rauswirft (wenn überhaupt ein scharfes dabei ist). Ich denke nicht, dass die Qualität auch nur Ansatzweise mit den Produkten einer Planetenkamera mit > 1000 Bildern herankommen wird.

2. Der Export als JPEG (und das mit nur 90%) vor dem Stacken und Schärfen ist ein viel zu früher Qualitätsbeschnitt. Schließlich werden alle JPEG Artefakte beim Schärfen mitverstärkt.

3. Mosaik zusammensetzen: Bedenken muß man, dass aufgrund des Seeings das gestackte Bild verzerrt ist und das um so stärker mit steigernder Brennweite und stärkerem Seeing. Legt man die Bilder einfach so aneineander entstehen dadurch unscharfe Überlappungsbereiche. Und bei einem Gigapixelbild mit mindestens 55 Einzelbildern werden das sehr viele Überlappungen. Ganz gut funktioniert allerdings Microsoft ICE (zumindest bei ~25 Einzelbildern mit 1280x960]. ICE verzerrt die Bilder wieder etwas, so dass diese Unschärfe ziemlich gut kasschiert wird. Ob das Programm aber auch mit 55 18 MPixel Aufnahmen klarkommt, dass vermag ich nicht vorherzusagen. Wobei möglicherweise eine Möglichkeit darin bestünde, zunächst einzelne Segmente zum Mosaik zusammenzusetzen und diese in weiteren Durchläufen weiter zum Gesamtmosaik zusammenzubauen.
Verwendet man iMerge, Fitswork, PS etc. wird man allerdings die unscharfen Überlappungsbereiche nicht vermeiden könnnen.


Und abschließend drängt sich mir die Frage auf, ob beim ortstypischen Seeing an eurem Standort 7500 mm Brennweite gegenüber kleineren Brennweiten überhaupt noch einen Mehrgewinn an Auflösung bringt? Erst recht mit lediglich 50 Einzelbildern wage ich das zu bezweifeln, da hierbei kein Spielraum besteht z.B. nur die besten 5 % zum Stacken zu verwenden, wie es bei Planetenkameraaufnahmen mit >1000 Bildern gut durchführbar ist.


Das wären meine Gedanken zu eurem Projekt, wenn auch etwas kritischer Natur.

Viele Grüße,
Johannes
 
Vielen Dank für das Feedback.

Bzgl. der JPEGs. Habe ich diese erst einmal nur erzuegt um den prinzipiellen Arbeitsablauf zu testen, da hier ja deutlich geringere Datenmengen anfallen als hei Tiffs.

Mehr Aufnahmen können auch noch gemacht werden. Das ganze auch wahlweise mobil an einem Ort mit besserem Seeing mit einem 14" LX200.

Aber bis dahin muss erst einmal der Bildverarbeitungsablauf stimmen. Ich verstehe nicht ganz wie die auf dem Bild zu sehenden Ränder beim Mosaikzusammenrechnen weggehen sollen? Weiterhin ist das Problem mit dem nativen 18 MPix stacken immer noch offen.

Danke für die Hilfe und beste Grüße,
Stefan
 
Hallo Stefan,

ich denke bald das nur Photoshop diese Datenmengen bewältigen kann. Vorausgesetzt der Rechner hat genug RAM, was bei euch zutreffen sollte.
Am besten in Lightroom die einzelnen Bildserien mit der Stapelverarbeitung bearbeiten.
Dabei gilt nur das nötigste und für alle Bildserien gleiche Einstellungen verwenden und als Tiff abspeichern.
Danach die Serien mit Photoshop Merge(siehe Link) stapeln und abspeichern.
Durch Wind ,Nacführungenauigkeiten und Seeing sind die Einzelbilder einer Serie nicht deckungsgleich, deshalb würde ich den Rand der gestapelten Bilder etwas beschneiden.
Dies ist auch die Ursache das beim schärfen die Randartefakte entstehen.
Zum erstellen des Mosaikes ebenfalls Photoshop Merge anwenden.
Grundvoraussetzung ist das die einzelnen Bilder zwischen 20 und 30 Prozent überlappen!
Erst das fertige Mosaik dann schärfen. Ob das mit Registax oder Fitswork geht weiß ich nicht, ansonsten PS verwenden.

VG Cl.-D.

 
Da hat der Claus-Dieter sicherlich recht, dass es Randartefakte sind, die durch das Schärfen entstehen. Beschneiden vorm Schärfen hilft und lässt sich auch im Batch erledigen. Ich persönlich rate allerdings zum Schärfen vor dem Zusammensetzen des Mosaiks, insbesondere sollte auf Registax zurückgegriffen werden. Das wird mit dem riesigen Mosaik vermutlich nicht mehr zurechtkommen.

Das Bild aus dem ersten Post: Wie ist das entstanden? Das ist noch keines aus 18 MP Bildern oder?

VG,
Johannes
 
Das Bild oben ist ein 10% Jpeg eines gestackten bereiches von 18Mpix aufnahmen Aufnahmen. Das zeigt die beschriebenen Fehlstellen durch das schräfen, also die sind eben auch im Bild, das ist das Problem.
 
ich befürchte, das stacking in dieser auflösung wird eh schwierig. du hast 1000 einzelaufnahmen gemacht - nun kenne ich die aufnahmefrequenz nicht, aber wenn ich grob annehme 0,5b/s ergibt das etwa 2000 sekunden gesamtbelichtungszeit. und die zeit von spalte zu spalte, bzw, zeile zu zeile in dieser zeit dürfte für eure ansprüche schon eine zu grosse phasenänderung stattgefunden haben um artefaktfrei zu stitchen UND zu schärfen....
die probleme ob der sinnhaftigkeit brennweite/seeing wurde ja schon angesprochen.


vg ronald
 
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