Timm
Aktives Mitglied
Beobachtungsbericht 10. Januar 2004
Ort: Gebirgshochtal (950m NN) bei Confrides / Costa Blanca
Temp.: 18°, später absinkend auf 15°, geringer Wind
Seeing gut, Grenzgröße bei über 6 m
Beobachungszeit: 19 bis 21 Uhr
Instrument: 16 Zoll Dobson (das Baby)
...bis dass der Mond uns scheidet!
Schon wieder ein Spechteln, von der man träumen kann.
Nach einem herrlichen Tag mit Temperaturen um 22° (+) bin ich mit dem Baby im Kofferraum wieder in das
Hinterland von Altea gefahren. Mein bevorzugter Beobachtungsplatz liegt in einem Hochtal hinter Confrides
auf ca. 950 m Höhe und ist von Bergen eingerahmt. Viel Zeit habe ich nicht, denn der Mond geht gegen 21 Uhr auf.
Jetzt hilft ja die südwestliche Lage hervorragend, denn im Himmelsjahr ist der Aufgang für 19 Uhr 32 angegeben.
Mein erstes Objekt ist der Cirrusnebel... es reißt mich mal wieder vom Beobachtungshocker, denn im
Zeiss 85° Weitwinkel (f=30mm) und mit dem 2-Zoll O III steht er wie gemeißelt im Bildfeld. Mit dem 9mm Nagler
(mit 1 1/4 Zoll O III) sind viele Details wie z.B. die Klammer und auch das dreieckige Mittelteil sehr schön zu sehen.
Ähnlich beeindruckend ist natürlich auch NGC 7000, der Nordamerikanebel. Der "Golf von Mexico" und Little Orion
sind schnell gefunden und zart sehe ich Teile des Pelikannebels! Weiter geht es zum Crescentnebel (NGC 6888),
der nicht schwer zu sehen ist, obwohl er schon ziemlich tief steht. Es sind halt eigentlich Sommer- oder Herbstobjekte.
Hundertachzig-Grad-Schwenk: Der Orion steht schon recht hoch und der erste Blick gilt dem Orionnebel M 42...
Umwerfend! Ohne Filter ist das ganze Gesichtsfeld gefüllt mit strukturiertem Gas!
Alle 6 Trapezsterne sind bei 200x schön zu sehen. Der Spechtelrausch packt mich und ich schwenke hoch zu
NGC 2024 neben Zeta Orionis: Mit dem O III ist deutlich die Teilung zu sehen und der Schwenk etwas weiter
zu NGC 2023 zeigt auch zart den Pferdekopfnebel. Mit dem 17mm Nagler und dem H Beta-Filter ist der Pferdekopf
als dunkle Masse vor den zarten Nebeln eine Pracht! Er ist deutlich zu sehen... nicht im indirektem Sehen,
sondern direkt und deutlich!
Wieder ein Schwenk um 180°: Das Pegasusquadrat wird angepeilt. Zuerst nach oben: der blue Snowball in der
Andromeda ist Dank Telradkarte sofort gefunden und zeigt mir seine intensive blaugrüne Farbe.Rechts vom Quadrat
die Galaxis NGC 7331 und nahe dran Stephans Quintett... sehr eindrucksvoll, was der 16-Zöller bei gutem Himmel
zeigt! Alle fünf Galaxien kann ich sehen. Vier davor sofort und die fünfte erst bei längerem und indirektem Sehen.
Schnell schwenke ich zum M 15, bei 200x ein wunderschöner Anblick mit unheimlich vielen Einzelsternchen.
Noch tiefer finde ich M 2, natürlich auch voll aufgelöst! Hoch zum Andromedanebel... s u p e r ! Im 9mm Nagler
sehe ich Sternwolken sehr weit weg vom Zentrum und auch die dunklen Bänder zwischen den Spiralarmen sind
sehr schön sichtbar. Weiter hoch zu NGC 147 und 185, den schwachen aber recht großen Begleitern, die ich sehr
schnell finde. Wieder ein Riesenschwenk: Ich will wieder den Rosettennebel als Ring sehen. Mit dem 30mm
Zeiss-Okular und O III Filter eine Augenweide! Dann hoch zum Chrismas-Tree... schade, der Conusnebel ist
einfach nicht zu sehen. Wer hat denn den schon mal gesehen? Welche Öffnung ist da nötig?
Heute sind so gute Bedingungen, da sollte er doch möglich sein!!!
Jetzt wird die Zeit knapp, denn eigentlich sollte der Mond schon aufgegangen sein. Ein kurzer Blick auf den
hoch stehenden Mars... geschenkt, ein helles, abgeplattetes Scheibchen ohne Details. Die Opposition ist schon
in weiter Ferne! Weiter zum Saturn: Genial! Das gute Seeing verhilft mir zu schönen Details! Die Cassini schwarz
und umlaufend und die Encke-Teilung ist wieder zu sehen. So habe ich den Saturn selten gesehen. Wie ein Dia!
Mein Magen fängt an zu knurren, denn eigentlich will ich spätestens um 9 Uhr 30 zum Essen in Altea sein.
Ich packe den 16-Zöller schnell in den Kofferraum und pünktlich bin ich zu Hause! Das war ein schnelles
Deep-sky-Spechteln, bevor im hellen Licht des Mondes alle schwachen Objekte im Licht ertrinken.
Ja, es macht riesig Spass im Winter bei +16 ° in 950 m Höhe zu Spechteln. Die nächsten Tage soll das
Wetter gleich bleiben, da kommt dann noch einiges auf mich zu. Ich werde schon mal vorschlafen!
CS
Timm
Ort: Gebirgshochtal (950m NN) bei Confrides / Costa Blanca
Temp.: 18°, später absinkend auf 15°, geringer Wind
Seeing gut, Grenzgröße bei über 6 m
Beobachungszeit: 19 bis 21 Uhr
Instrument: 16 Zoll Dobson (das Baby)
...bis dass der Mond uns scheidet!
Schon wieder ein Spechteln, von der man träumen kann.
Nach einem herrlichen Tag mit Temperaturen um 22° (+) bin ich mit dem Baby im Kofferraum wieder in das
Hinterland von Altea gefahren. Mein bevorzugter Beobachtungsplatz liegt in einem Hochtal hinter Confrides
auf ca. 950 m Höhe und ist von Bergen eingerahmt. Viel Zeit habe ich nicht, denn der Mond geht gegen 21 Uhr auf.
Jetzt hilft ja die südwestliche Lage hervorragend, denn im Himmelsjahr ist der Aufgang für 19 Uhr 32 angegeben.
Mein erstes Objekt ist der Cirrusnebel... es reißt mich mal wieder vom Beobachtungshocker, denn im
Zeiss 85° Weitwinkel (f=30mm) und mit dem 2-Zoll O III steht er wie gemeißelt im Bildfeld. Mit dem 9mm Nagler
(mit 1 1/4 Zoll O III) sind viele Details wie z.B. die Klammer und auch das dreieckige Mittelteil sehr schön zu sehen.
Ähnlich beeindruckend ist natürlich auch NGC 7000, der Nordamerikanebel. Der "Golf von Mexico" und Little Orion
sind schnell gefunden und zart sehe ich Teile des Pelikannebels! Weiter geht es zum Crescentnebel (NGC 6888),
der nicht schwer zu sehen ist, obwohl er schon ziemlich tief steht. Es sind halt eigentlich Sommer- oder Herbstobjekte.
Hundertachzig-Grad-Schwenk: Der Orion steht schon recht hoch und der erste Blick gilt dem Orionnebel M 42...
Umwerfend! Ohne Filter ist das ganze Gesichtsfeld gefüllt mit strukturiertem Gas!
Alle 6 Trapezsterne sind bei 200x schön zu sehen. Der Spechtelrausch packt mich und ich schwenke hoch zu
NGC 2024 neben Zeta Orionis: Mit dem O III ist deutlich die Teilung zu sehen und der Schwenk etwas weiter
zu NGC 2023 zeigt auch zart den Pferdekopfnebel. Mit dem 17mm Nagler und dem H Beta-Filter ist der Pferdekopf
als dunkle Masse vor den zarten Nebeln eine Pracht! Er ist deutlich zu sehen... nicht im indirektem Sehen,
sondern direkt und deutlich!
Wieder ein Schwenk um 180°: Das Pegasusquadrat wird angepeilt. Zuerst nach oben: der blue Snowball in der
Andromeda ist Dank Telradkarte sofort gefunden und zeigt mir seine intensive blaugrüne Farbe.Rechts vom Quadrat
die Galaxis NGC 7331 und nahe dran Stephans Quintett... sehr eindrucksvoll, was der 16-Zöller bei gutem Himmel
zeigt! Alle fünf Galaxien kann ich sehen. Vier davor sofort und die fünfte erst bei längerem und indirektem Sehen.
Schnell schwenke ich zum M 15, bei 200x ein wunderschöner Anblick mit unheimlich vielen Einzelsternchen.
Noch tiefer finde ich M 2, natürlich auch voll aufgelöst! Hoch zum Andromedanebel... s u p e r ! Im 9mm Nagler
sehe ich Sternwolken sehr weit weg vom Zentrum und auch die dunklen Bänder zwischen den Spiralarmen sind
sehr schön sichtbar. Weiter hoch zu NGC 147 und 185, den schwachen aber recht großen Begleitern, die ich sehr
schnell finde. Wieder ein Riesenschwenk: Ich will wieder den Rosettennebel als Ring sehen. Mit dem 30mm
Zeiss-Okular und O III Filter eine Augenweide! Dann hoch zum Chrismas-Tree... schade, der Conusnebel ist
einfach nicht zu sehen. Wer hat denn den schon mal gesehen? Welche Öffnung ist da nötig?
Heute sind so gute Bedingungen, da sollte er doch möglich sein!!!
Jetzt wird die Zeit knapp, denn eigentlich sollte der Mond schon aufgegangen sein. Ein kurzer Blick auf den
hoch stehenden Mars... geschenkt, ein helles, abgeplattetes Scheibchen ohne Details. Die Opposition ist schon
in weiter Ferne! Weiter zum Saturn: Genial! Das gute Seeing verhilft mir zu schönen Details! Die Cassini schwarz
und umlaufend und die Encke-Teilung ist wieder zu sehen. So habe ich den Saturn selten gesehen. Wie ein Dia!
Mein Magen fängt an zu knurren, denn eigentlich will ich spätestens um 9 Uhr 30 zum Essen in Altea sein.
Ich packe den 16-Zöller schnell in den Kofferraum und pünktlich bin ich zu Hause! Das war ein schnelles
Deep-sky-Spechteln, bevor im hellen Licht des Mondes alle schwachen Objekte im Licht ertrinken.
Ja, es macht riesig Spass im Winter bei +16 ° in 950 m Höhe zu Spechteln. Die nächsten Tage soll das
Wetter gleich bleiben, da kommt dann noch einiges auf mich zu. Ich werde schon mal vorschlafen!
CS
Timm