Blendung bei der Planetenbebachtung

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Gerrit

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Hallo Sternfreunde,

es geht mal wieder um die individuell unterscheidliche Sinnesphysiologie des menschlichen Auges.

Bis zu welcher Austrittspupille empfindet ihr die Helligkeit von

a) Jupiter

b) Mond

also störend, so daß ihr mit einem Grau-/Polfilter gegen die Blendung vorgeht, um so dem Objekt mehr Details zu entlocken?

Ich selbst beobachte Jupiter i.d.R. mit AP 0,7mm bis 1mm, Mond mit AP 0,7mm bis AP 0,5mm - jeweils ohne Grau-/Polfilter.
Helligkeitsdämpfende Filter kann ich bei diesen AP nicht sinnvoll einsetzen.

Die Helligkeit der Beobachtungsumgebung (Straßenlampen, Vollmond bei Planetenbeobachtung, beobachten in der Dämmerung) haben auch einen Einfluß auf die Blendung.

Wie sieht's bei Euch aus?

clear skies,

Gerrit.
 
Hallo Gerrit,

bin gespannt, was hier dabei rauskommt.

Also ich beobachte mit (Gerätetyp und Größenangabe finde ich wichtig!!):

10" und 14" f5-Newton:
Mond mit 0,6mm bis 0,8mm AP mit Doppelpolfilter.
Jupiter mit 0,8mm bis 1mm AP ohne Filter.

5" f9,5-FH Refraktor
Mond mit 0,5mm bis 0,8mm AP mit Doppelpolfilter.
Jupiter mit 0,7mm bis 1mm AP ohne Filter.

Der Doppelpolfilter wird von mir bei der Mondbeobachtung zur Vermeidung von "grober" Überstrahlung und Erhöhung der Detailsichtbarkeit eingesetzt.
M. E. erreicht man dadurch die besten Ergebnisse.

Alle Mondbeobachtungen mache ich bei Licht, da dann das Sehen feiner Details m. E. besser ist.

Zur Beobachtung mit der RICHTIGEN Helligkeit:

Mesopisches Sehen ist der wissenschaftliche Ausdruck für eine Kombination zwischen photopischem Sehen und skotopischem Sehen in Situationen mit relativ wenig Licht.

Die Kombination der absolut höheren Lichtempfindlichkeit der Stäbchen für blaue Wellenlängen mit der Farbunterscheidung durch die Zäpfchen führt zu einer intensiveren Wahrnehmung von blauen Farben (z.B. Blumen) in der Dämmerung.

Bei vorwiegenden Leuchtdichten oberhalb von 3.4 lm/m2 verwendet das menschliche Auge das photopische Sehen, unterhalb von 0.034 lm/m2 das skotopische Sehen.


Das bestätigt in etwa meine Beobachtungen, daß mit Abblenden durch Neutralfilter auf die richtige Helligkeit der Detailreichtum erheblich wächst und erst dann das letzte aus dem eigenen Auge rausgeholt werden kann.
 
Hallo Gerrit,
ich beobachte Planeten mit einem f/6,5 Refraktor (102 mm Öffnung) bei AP´s zwischen 0,4 und 1,1 (Jupiter 0,6-1,1). Bei AP´s kleiner 1 brauche ich eigentlich keinen Filter, manchmal bei Jupiter einen schwachen Graufilter (ND0,3 oder 0,6). Beim Mond (im gleichen AP-Bereich) nutze ich nie einen Filter. Dies ist nicht erforderlich, da ja in der Regel das komplette Gesichtsfeld von der hellen Mondfläche ausgeleuchtet ist. Dies ist meines Erachtens ein wichtiger Punkt. Bei hellen Planeten (Jupiter ,Venus) steht ein heller Spot vor dunklem Hintergrund, d.h. es liegt ein hoher Hell-Dunkel-Kontrast vor. In diesem Fall ist der Filtereinsatz u.U. sinnvoll und bei AP´s > etwa 1 meines erachtens auch notwendig. Gleiches gilt auch, wenn man den Mond am Terminator beobachtet, hierbei könnte ich mir auch vorstellen, das der Filtereinsatz Sinn macht (ich bin kein Mondbeobachter, nur gelegentlich). Übrigens glaube ich auch das die Notwendigkeit des Filtereinsatzes (speziell am Mond, da starke Hell-Dunkel-Kontraste durch Schattenwurf, am Planeten weniger) auch von der Öffnung des Teleskops abhängen kann, denn größere Öffnungen bieten mehr Auflösung und somit mehr Feindetail, welches u.U. mittels Filtereinsatz besser herausgearbeitet werden kann.
Grüße
Klotzi
 
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