Bresser Pluto 114/500

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Michel71

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Hallo,
ich möchte mir gerne ein Teleskop anschaffen, leider ist es auch hier so, wenig ausgeben, aber viel bekommen wollen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/blush.gif" alt="" />
Ich habe gestern vor einem Bresser Pluto 114/500 gestanden und wollte es für 116 Euro schon mitnehmen.
Leider habe ich von den techn. Daten keine Ahnung <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/frown.gif" alt="" />
es wurden folgende Daten aufgeführt : 25x-375x Vergrößerung, Okulare H-20, H-12.5, H-6, SR-4

ich wollte mit dem Teleskop erst mal nur Mond und Sterne in unserem Sonnensystem betrachten, aber dann gerne auch mal über den Tellerrand hinausblicken

ist das mit diesem Teleskop ok, oder sollte ich mich lieber nach was anderem umsehen

ich bin mir sicher, ihr könnt mir helfen

danke
 
Hallo Michel,

ich denke es war ganz gut, daß Du widerstanden hast. Der 114/500 ist eher ein Spezialgerät für Beobachtungen bei schwacher Vergrößerung und das ist genau das, was Du zum Beobachten von Mond und Planeten grad nicht brauchst.
Wenn Du ein paar konkrete Vorschläge suchst, dann schau mal hier rein: http://www.svenwienstein.de/HTML/einsteigerteleskope_konkret.html
Überhaupt stehen in der Einsteiger-Ecke meiner Homepage eine ganze Menge Dinge, die Dich interessieren sollten.

Und nochmal ein Lob: Gut, daß Du vorher fragst, es gibt eine Menge Leute, die kaufen erst und fragen dann, ob's richtig war - meistens war's dann auch falsch!

Clear Skies
Sven
 
Hallo Michel71,

wie Sven schon ganz richtig bemerkt hat, war es ganz gut das du deinem "Habenwollen-Reflex" wiederstanden hast. Ich habe solch ein Gerät mal vor einigen Jahren in den Händen gehabt und ich muss sagen es war weder optisch noch mechanisch das was man einem Einsteiger wünscht. Die von dir genannten Okulare dürften, wenn sich nichts geändert hat, auch so ziemlich zum Schlimmsten gehören was man sich antun kann.
Ich werde dir hier aber keinen Rat geben was du kaufen sollst und was nicht. Mein Rat geht fiel mehr dahin dich bei einer Volks- oder Schulsternwarte in deiner Nähe zu melden. Dort können die Leute dir sicherlich witerhelfen, sowohl in Bezug auf das Gerät als auch auf das von dir angesprochene fehlende Wissen. Möglicherweise kannst du dort auch mal durch verschiedene kleinere Geräte durchschauen und diese antesten. So lernt man recht schnell zumindest die wirklich schlechten Geräte zu erkennen.

MfG

Rainmaker
 
Hallo,

wir hatten am letzten Sonntag bei uns einen VHS-Kurs "Mein Weihnachtsteleskop". Auch dort war ein solches Gerät vorhanden. Die angegebenen Vergrößerungen auf solchen Geräten sind natürlich nicht sonderlich realistisch.
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" /> 375x ???
Sicher kann man den Mond damit beobachten. Aber Erfehrungsgemäß nicht sonderlich umhauend. Und vor allem garnicht bei einer solchen Vergrößerung.
Mein erstes Gerät mit dem ich zufrieden war, war eines der Standardgeräte. Ein 114mm Newton.
Für jemanden der startet sicher eine gute Wahl. Man kann es für unter 200 Euro bekommen und damit schon so einiges anstellen. Aber auch dort sollte man sich immer ein wenig erkundigen, da es einige Varianten davon gibt.

Grüße und clear skies
Thorsten Lohuis
 
Hi Michel,
wie die anderen sagen ist es eher ein Spezialgerät, noch dazu wohl eher ein bescheidenes -zumindest wenn es baulich den alten Bresser Pluto entspricht.
Denn dannhat es eien kugelspiegel, einen viel zu kleinen FS und ist praktisch
eher ein 80/450mm Teleskop.
Es sei denn, dieses Gerät wurde endlich mal modifiziert. Darüber sit mri allerdings nichts bekannt.
CS
 
Hallo,

ich habe dieses Teil bei Ebay für rund 52 Euros erstanden (incl. Stativ und par. Montierung). Ich muß sagen, für den Anfang geht es. Ok, die Okulare sind zum Schreien, die Mechanik des Stativs läßt zu wünschen übrig. Egal. Meine Vorstellungen wurden erfüllt.

Begründung:

Ich suchte ein Billigteleskop zum Lernen. Ich wollte auch einiges sehen, was ich mit den Lidl-Geräten vergessen könnte. Geplant ist eh die Anschaffung eines größeren Gerätes, da kann ich den Bresser gut als Zweitgerät benutzen. Zumal Basteln am Gerät Erfahrung bringt und bei Fehlern ein Defekt nicht allzu ins Gewicht fällt.

Es ist und bleibt ein Gerät der unteren Kategorie, aber zum Lernen und Erfahrung sammeln ist es ideal <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />.

Gruß
André
 
Hallo André,

nein, da widerspreche ich. Man kann mit dem Gerät einfach nicht genügend gute Erfahrungen im Hochvergrößerungsbereich machen. Vielleicht hast Du das nicht vermisst, weil Du ein Lidl-Teleskop dafür hattest (wird nicht ganz klar aus Deinem Text, ob Du das weggegeben hast). Wenn es aber um ein Einsteigergerät angeht, was allein für sich als Allrounder betrieben wird, ist es ein Fehlgriff:
- Brennweite zu kurz, daher schwierige Okularwahl
- Anspruchsvoll durch f/4,3 was Okulare angeht, gute Okulare richtig teuer, ansonsten Randunschärfe und sogar Mittenunschärfe je nach Okulartyp
- eigentlich ist eine Version mit Parabolspiegel nötig, das ist der Pluto meines Wissens nicht und es ist für den Laien nicht zu erkennen, ob ein Parabolspiegel drin ist, wenn nicht gerade im Angebotstext des (seriösen) Händlers ausdrücklich erwähnt. (*)
- große Obstruktion nötig, bei alten Varianten wurde aber ein zu kleiner Fangspiegel eingebaut, so daß nur 80mm Öffnung genutzt wurden. Kann der Laie das erkennen?

Soweit mal im Groben meine Punkte. Zu (*) möchte ich anmerken, daß es schon Fälle gegeben hat, wo ein Ebay-Händler den Unterschied zwischen Parabol- und Kugelspiegel nicht kannte und einfach Parabolspiegel hinschrieb, obwohl ein Kugelspiegel im verkauften Gerät drin war. Das ist kein Wunder, Ebay-Teleskope werden ja auch von Küchenstudios vertrieben (lachhaft, aber kein Witz!).

Clear Skies
Sven
 
danke für die vielen zahlreichen und vorallem informativen Tipps
ich werde mich wohl doch noch intensiver damit auseinandersetzen, bevor ich mich nachher zu sehr ärger
klar, das optimale Teleskop wird's nie geben, aber wenigstens ein für mich brauchbares

danke
Michel
 
Moin Michel!

Ich wollte nur noch einiges ergänzen, weil hier zum Teil nicht ganz richtige Angaben gemacht wurden. Im Laufe der letzten Jahre habe ich drei dieser Pluto/S besessen. Der letzte kam erst vergangenen Herbst und wurde zusammen mit EQ-1 Montierung und Alu-Stativ für 20 Euro auf einem Kieler Flohmarkt geschossen.

- Die Brennweite betragt 450 mm bei einem effektiven Hauptspiegel-Durchmasser von 112 mm. Wir haben es also mit einer f/4-Optik zu tun.

- Es existieren mehrere Varianten des Pluto mit unterschiedlichen FS-Spinnen und FS-Größen: 27, 32 und 40 mm. Einzig die letzte Variante leuchtet den Hauptspiegel einigermaßen aus. Bei einem 32 mm-FS, der am weitesten verbreitet ist, werden nur ca. 89 mm des Hauptspiegels ausgenutzt.

- Eine f/4-Optik ist für einen Ungeübten schwer zu justieren. Hinzu kommt noch, daß der Standard-Pluto/S einen Kugelspiegel besitzt. Hohe Vergrößerung sind damit nicht möglich. Außerhalb der opt. Achse kommt es sehr schnell zu starken Bildfehlern. Bei einer derartigen Sphäre würden da IMO auch bessere Okulare nichts bringen.

Geeignet ist die Optik m.M. nur für Übersichtsbeobachtungen mit sehr niedriger Vergrößerung. Das max. Bildfeld bei 1,25"-OAZ und 32 mm PL mit 50° Gesichtsfeld beträgt gut 3,5° (14fache Vergrößerung). Das eignet sich gut für großflächinge Nebel (z.B. Zirrus mit UHC oder O-III).
 
Hallo Leute,

als echte Verbesserung gegenüber dem Bresser Pluto/s mit Kugelspiegel sehe ich den Skywatcher Newton 114/450. Dieser besitzt eine dünne 4er-Fangspiegelhalterung und einen wirklich ordentlichen Parabolspiegel (zumindest meiner, wie ich jüngst feststellen durfte).
Der kurze 114er von Skywatcher bleibt mit f/4 natürlich in erster Linie ein Rich-Field-Teleskop für Übersichtsbeobachtungen, jedoch geht auch am Planeten einiges.

Dank meiner neuen 3x-Barlow von TS war es mir letztens möglich, die Grenzen des kurzen 114ers auch mal auszutesten.
Ich war wirklich äußerst positiv überrascht. Zunächst wurde das Gerät ordentlich mit Laser justiert und dies geht übrigens dank großer, von Hand zu bedienender Schrauben viel einfacher, als bspw. beim 150/750er Celestron Newton. Anschließen ließ ich den kleinen Skywatcher ordentlich auskühlen (über einer Stunde Auskühlzeit). Mit Hilfe der 3x TS-Barlow + Vixen-LV 7mm konnte ich das Gerät locker auf 193x bringend. Diese Kombination ist eigentlich nicht optimal, da das Vixen-LV bereits ein Barlow-Element beherbergt. Dennoch sah ich am Saturn klar und deutlich die Wolkenbänder und die Cassiniteilung. Wirklich knackescharf. Auch eine Steigerung bis 220x war problemlos möglich, jedoch dann nur noch wenig gewinnbringend. Als Vergleichsoptik mußte der 150/750er Celestron Newton herhalten. Die Abbildung war etwas heller, aber hinsichtlich der Details gab es keinerlei erkennbare Unterschiede.

Solche Vergrößerungen und solch eine ordentliche Abbildung (man vergleiche den Preis für die Optik von ca. 130 EUR) dürften mit dem alten Pluto/s mit Kugelspiegel nicht möglich gewesen sein. Dies ist jedoch eine Vermutung, da ich nie durch solch ein Gerät gesehen habe.

Der kurze 114er mit Parabolspiegel dürfte hinsichtlich der Abbildung vielleicht sogar die bessere Wahl gegenüber einem 114/900er mit Kugelspiegel sein. Ein weiterer Vorteil wäre dann noch der geringe Hebel des kurzen Tubus. Die Anforderungen an die Montierung sind wirklich minimal.

Zu bemängeln ist allerdings der Okularauszug aus Plastik. Hier empfielt sich auf jeden Fall ein Auskleiden mit Velourfolie.

Dennoch, soviel Negatives, wie man zum Bresser Pluto/s bereits lesen durfte, sollte nicht einfach ohne zu vergleichen auf den scheinbar baugleichen Skywatcher 114/450 übertragen werden. Die Unterschiede liegen im Detail.

Gruß,

Thomas
 
Hallo Micha,

diese Sätze hier
Hinzu kommt noch, daß der Standard-Pluto/S einen Kugelspiegel besitzt. Hohe Vergrößerung sind damit nicht möglich. Außerhalb der opt. Achse kommt es sehr schnell zu starken Bildfehlern. Bei einer derartigen Sphäre würden da IMO auch bessere Okulare nichts bringen.
lesen sich so, als wäre ein Kugelspiegel auf der Achse in Ordnung. Das ist nicht so! Schon auf der Achse erzeugt der Kugelspiegel keine Sternpunkte mehr, sondern weil jeder Radius der Kugel eine andere Brennweite hat, ist immer ein Teil des Sterns unscharf, so daß er also immer eine deutliche Scheibe, also kräftig unscharf ist.
Das korrigiert der Parabolspiegel eben durch die Parabelform, wobei dann auf der Achse der Stern ein perfekter Punkt ist, während dann zum Rand hin Koma als Bildfehler auftritt.
Ein Okular kann den Fehler des Kugelspiegels nicht korrigieren, aber ein Korrektor nach Jones-Bird, wie er in den "Short-Tube-Newtons" eingesetzt wird, wodurch aus 500mm Brennweite dann hinter dem Korrektor effektiv 1000mm werden, aber vor diesen Geräten in der Praxis ist schon genug gewarnt worden.

Also: Mit einem Kugelspiegel ist ein 114/500 nur für schwächste Vergrößerung zu gebrauchen.
Durch ein Parabolspiegel-Gerät konnte ich vor gut 2 Jahren beobachten und mit f/4-tauglichen Okularen bestückt leistete das Gerät auch bei der Jupiterbeobachtung recht ordentliche Dienste. Natürlich auf kosten der f/4-kritischen Justage. Ich denke es war für die beiden Besitzer ein Glück, daß ich dem Gerät per Laser eine ordentliche Grundjustage verpasst habe und daraufhin mit entsprechenden Okularen auch vorführen konnte, was es kann. Das erwähne ich nun nicht, weil "ich Held" denen das Gerät justiert habe, sondern weil es eben eher normal ist, daß Einsteiger einen f/4-Newton nicht sofort in den Griff bekommen, weil es an Anleitung und Werkzeug (Laser) fehlt.
Es bleiben also schon Geräte, mit denen der Einsteiger nicht sich selbst überlassen bleiben sollte.

Clear Skies
Sven
 
Moin Sven!

Danke für die Klarstellung. (Das war mir schon voher bekannt.)
Vom "Fokus" darf man beim Pluto/S nicht reden, das ist eher der "Punkt der kleinsten Verwirrung". <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> Hat'n füchterliches Bild, das Teil.
 
Hi Sven,

alles richtig, was du sagst. Ich kannte das Problem mit dem Spiegel, ich kannte das Problem mit dem zu kleinen Fangspiegel. Mir ist jedoch für den allerersten Anfang wichtig (Wiederanfang ist wohl besser gesagt) ein kurzes und kompaktes Gerät zu haben, was mehr als 50mm Öffnung hat und ein Reflektor ist. Außerdem kann ich dran rumschrauben und basteln, ohne mir Gedanken machen zu müssen, das meine Bastelei teure Folgen hat. Später solls mal ein Dobson werden, wie groß hängt vom Konto ab. Jedoch wird mir mein Beobachtungsort auch Grenzen setzen, ich denke mehr als 8" sind hier sinnlos (ich dachte an dieses Gerät: http://www.teleskop-service.de/gsseiten/GSVorschau/Dobsons/dobson.htm#CLD8 ). Aber danke für deine Ausführung, ich lese dich seit Jahren hier immer wieder gern <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/huhu.gif" alt="" /> (auch wenn ich noch nicht so lange hier schreiben darf).

Gruß
André
 
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